Wenn Engel reisen

(Down below in English) Ein bisschen weh tat es schon, unser Winterquartier, den liebgewonnenen Bouka Beach zu verlassen. Aber nahende Einfamilienhäuser auf Rädern haben es uns dann doch erleichtert, Roger, den Hund, den man hier gemeinsam mit allen anderen aufpäppelte, „good Bye“ zu sagen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir uns überwunden und sind Meer, Bergen und Blumen winkend davongefahren.

Die ersten Kilometer waren wieder ein bisschen wie beim ersten Mal, es kribbelte im Bauch, ich musste mich wieder ans längere Fahren und auch an die wechselnden Höhenmeter gewöhnen, aber es hat sich mehr als gelohnt, denn obwohl es wolkig war und nach Regen aussah, erwartete uns ein echtes Paradies aus wildem Wuchs und flüssigem Christall.

Zwischen Bergen aus unzähligen satten Grüntönen, gesprenkelt von gelben, weißen und blutroten Blumen mit Chanonartigem Vogelgesang, lag versteckt ein Garten Eden, der nur wirklich uns allein zu gehören schien.

Sonne spiegelte sich in Silvanas Augen und türkisfarbenem Quellwasser und meisselte mit Leichtigkeit aus meiner brummigen Schnute ein überwältigtes Lächeln. Man schmeckte den Frühling so intensiv, dass man es erst im Rückblick wahrhaft genießen konnte, was für eine dekadente Schönheit sich da vor uns präsentierte.


Es war und ist zu facettenreich und unbeschreiblich für ein echtes Dasein, um zu begreifen, welch unglaubliches Naturschauspiel wir dort erleben konnten. Wir durchschritten wahrhaft die doors of perception. Silvana gluckste vor Glück wie ein Kind zwischen all den Farnen, Steinen sprudelnden Wasserfällen und mit offenem Mund staunendem Ulf.

Wir mussten irgendwann einfach weiter, bevor wir begonnen hätten, den Baum der Erkenntnis zu suchen und konnten erst 100 Kilometer später erahnen, welch Geschenk uns da offenbart wurde.

Und heute Morgen ist auch plötzlich all die Wehmut von vor 24 Stunden purer Vorfreude gewichen. Gleich können wir endlich wieder weiter unseren Ritt auf der Waiküre reiten, denn was soll schon passieren, wenn Engel reisen?

Bis morgen,

Euer Ulf

When angels travel
(Down below in English) It was a little painful to leave our winter home, our beloved Bouka Beach. But the approaching detached houses on wheels made it easier for us to say „goodbye“ to Roger, the dog who was being nursed here along with everyone else.

With one laughing and one crying eye, we got over ourselves and drove off waving to the sea, mountains and flowers.

The first few kilometers were a bit like the first time, my stomach tingled, I had to get used to riding for longer and to the changing altitude, but it was more than worth it, because although it was cloudy and looked like rain, a real paradise of wild growth and liquid Christall awaited us.

Hidden between mountains of countless lush shades of green, dotted with yellow, white and blood-red flowers with chanonlike birdsong, lay a Garden of Eden that really seemed to belong to us alone.

The sun was reflected in Silvana’s eyes and turquoise spring water, easily chiseling an overwhelmed smile from my grumpy muzzle. You could taste the spring so intensely that you could only truly enjoy the decadent beauty that presented itself to us in retrospect.

It was and is too multifaceted and indescribable for a real existence to comprehend what an incredible natural spectacle we were able to experience there. We truly passed through the doors of perception. Silvana gurgled with happiness like a child among all the ferns, gushing waterfalls and Ulf’s open-mouthed amazement.

At some point we simply had to move on before we could start looking for the tree of perception and only 100 kilometers later were we able to guess what a gift had been revealed to us.

And this morning, all the melancholy of 24 hours ago suddenly gave way to pure anticipation. We can finally continue our ride on the Waiküre, because what can happen when angels travel?

See you tomorrow,

Your Ulf

Start the engine

Reminiszenz an das Kind im Manne, unsere Dusche

(down below in english) Es ist soweit, wir fahren weiter. Der Faulpelz schreit „neeiiiin“ aber die kleine Silvana und der kleine Ulf wollen endlich los. Wie Kinder bei denen endlich die Sommerferien begonnen haben, hopsen sie auf imaginären Betten und freuen sich „Wir fahren heute zu den Wasserfällen, wir fahren heute zu den Wasserfällen“, während Mama und Papa Bär alles aufzählen, was eine Weiterfahrt verzögern könnte,“ich bin noch gar nicht richtig wach“ und “ ich brauche erstmal einen Kaffee“, aber der kleine Ulf grinst freundlich „Hier, hab ich schon gemahacht“

Und bevor ich es noch sagen kann, liegt auch schon die Morgenzigarette samt Feuerzeug an der Tür. Ich merke, wie mich die Euphorie ansteckt, das breite Lächeln auf dem dicklichen Gesicht, dem es egal ist, das wir vorher noch Wasser holen und den Van richten müssen.

Ein beinahe nervtötendes „ich helfe Dir“ und überambitioniertes „soll ich schon mal die Powerbox anschließen?“ wird dabei von Silvana mit buddhistischer Ruhe ertragen und der Frust über so viel Energie in die Decken geflüstert. Denn eigentlich haben die Kleinen ja Recht, weiss sie.

Erst gestern Abend haben sich beide in einem Gespräch noch einmal über die Reise, ihre Ziele und Intentionen unterhalten. In der Nacht noch schwor man sich „der Worte sind genug gewechselt, nun lasset endlich Taten folgen“, aber der Unterschied zu 20-jährigen ist, das die Trägheit kultiviert wurde „noch fünf Minuten“ oder „gleich, ja?“ Sind zu Allzweckwaffen geworden, die jeden Impuls im Keim zerstören können.

Nur gut, dass wir uns vor knapp sechs Monaten schon ganz anders aufgerafft haben, die Leinen der Routinen lösten und einfach losfuhren, denn dies ist grad das stärkste Moment, um sich selbst zu überzeugen. „Es lohnt sich“ wissen wir, schauen in die Sonne, streicheln den kleinen Ichs über den Kopf und genießen den Kaffee. Aber fünf Minuten haben wir noch.

Bis morgen,

Euer Ulf

Start the engine


The time has come, we’re driving on. The lazy one screams „nooooo“ but little Silvana and little Ulf finally want to get going. Like children who have finally started their summer vacation, they hop on imaginary beds and are happy „We’re going to the waterfalls today, we’re going to the waterfalls today“, while mummy and daddy bear list everything that could delay the journey „I’m not really awake yet and need a coffee first“ but little Ulf grins friendly „Here, I’ve already made it“

And before I can say it, the morning cigarette and lighter are already at the door.I notice how the euphoria infects me, the broad smile on the chubby face, who doesn’t care that we have to fetch water and fix the van first.

An almost annoying „I’ll help you“ and an overambitious „Shall I plug in the power box?“ Silvana endures this with Buddhist calm and whispers her frustration about so much energy into the blankets, because she knows that the little ones are actually right.

Just last night, the two of them had another conversation about the trip, their goals and intentions. That night, they swore „enough words have been exchanged, now let’s finally take action“, but the difference to 20-year-olds is that the inertia has been cultivated „five more minutes“ or „right away, yes?“. Have become all-purpose weapons that can destroy any impulse in the bud.

It’s just as well that we pulled ourselves together in a completely different way almost six months ago, loosened the ropes of our routines and simply set off, because this is the strongest moment to convince ourselves. „It’s worth it“, we know, looking into the sun, stroking the little me over the head and enjoying the coffee. But we still have five minutes left.

See you tomorrow,

Your Ulf

Bauer sucht Frau

(down below in english) und jetzt das Wetter. Es ist bewölkt und diesig bei fiesen Nieselregen und gefühlten 12 Grad. Man könnte auch sagen “ Hallo Niedersachsen“. Deshalb geben wir jetzt auch direkt ab zu Inka Bause. „Hall Inka“ -„Hallo Gerd. Ich bin hier heute in Griechenland in der Nähe von Kalamata, wo man wie immer schon seit sieben auf den Beinen ist, denn so ein Vanleben auf dem Acker nimmt keine Rücksicht auf „Schietwetter“ sagt man hier, nicht wahr?“ – „Jo“. Das neben mir ist übrigens der ungemütliche Ulf, der Tag ein Tag aus mit 100 Pferdestärken dafür sorgt, dass man in der gesamten Republik mit Texten versorgt wird.
Hallo Gerd“ -„Calimera Inka“.
„Calimera, das ist hier die Landessprache und heißt sowas wie Moin, Moin. Ich sag dann auch mal Calimera uriger Ulf. Du suchst also eine Frau, die mit dir an diesem tollen Strand mit echt nordischen Temperaturen morgens Müsli und Kaffee teilt um im Anschluss die Camper zu verscheuchen, stimmt das?“
(Nicken)
„Wie sollte diese Traumfrau denn sein?“
„No jo, sie muss morgens vor mir aufsteh’n, Kaffee machen, mein Büro aufbau’n un nicht so viel snacken, nicht?!“
„Das klingt nach einem echten Aschenputtel das der ungeduldige Ulf sucht. Aber wir wollen an dieser Stelle auch nicht zu viel verraten. Nur soviel, das die sympathische Silvana, eine frohgemute Bäckereiverkäuferin aus Horstmar sich mit dem Jürmann auf den Weg zu unserem Ulf gemacht hat und die beiden gleich hier.auf vier Quadratmetern so manchen Frust ohne Schnaps runter schlucken muss. Bleiben Sie also dran. Ich geb zurück ins Studio.

Bis morgen

Eure Labertasche des Vertrauens

Farmer seeks wife


„And now the weather. It’s cloudy and hazy with a nasty drizzle and what feels like 12 degrees. You could also say „Hello Lower Saxony“. That’s why we’re going straight to Inka Bause. „Hello Inka“ – „Hello Gerd. I’m here today in Greece near Kalamata, where, as always, people have been on their feet since seven, because such a van life in the field doesn’t take „bad weather“ into account, don’t they say here?“ – „Yes.“ By the way, the guy next to me is the uncomfortable Ulf, who works day in, day out with 100 horsepower to ensure that you are supplied with texts all over Germany.
Hello Gerd“ – „Calimera Inka“.
„Calimera, that’s the local language here and means something like Moin, Moin. I’ll say Calimera quaint Ulf. So you’re looking for a woman to share muesli and coffee with you on this great beach with really Nordic temperatures in the morning and then scare the campers away, is that right?“
(Nodding)
„What would this dream woman be like?“
„No yo, she has to get up before me in the morning, make coffee, set up my office and not snack so much, right?“
„That sounds like a real Cinderella that impatient Ulf is looking for. But we don’t want to give too much away at this point. Just so much that the likeable Silvana, a cheerful bakery saleswoman from Horstmar, has made her way to our Ulf with Jürmann and the two of them have to swallow a lot of frustration right here on four square meters without a schnapps. So stay tuned. I’ll return to the studio.

See you tomorrow

Your trusted chatterbox

Über die Konstruktivität von doofen Ideen

(down below in english) Oh man, wenn ihr mich fragt, bekommt das Leben gerade ein wenig zu viel Alltagsfeeling. Ich arbeite zu viel und genieße zu wenig, weshalb ich auch zwei Tage nicht gechattet habe. Es war einfach mal wieder Zeit, Abends mir Silvana zu sprechen, statt mit jenen, die nicht selten begründet allein sind.

Denn Silvan hört viel zu selten das von mir, was ich allabendlich in Kasernen, Wohn- und Schlafzimmer der Republik sende.

Allerdings fand sie gestern viele meiner Ideen doof, weshalb ich ab heute wohl wieder chattet und meine Liebe wieder mit Talern zum Ausdruck bringe. Strafe muss sein.

Aber gestern konnten wir dennoch unseren Kompass mal wieder richten. Sprachen über unsere Ziele und wie es sie zu erreichen möglich sein könnte, nämlich mit nähen und schreiben. Bis jetzt, so stellten wir fest, haben wir uns eingelebt, Rituale entwickelt und uns in unserem neuen Leben als Vanlifer gefestigt.

Aber nun gilt es, die Autonomie zu nutzen. wieder mehr Zeit im Wohnzimmer zu verbringen und weniger im Büro. Anfangs mussten wir beweisen, dass man so Geld verdienen kann, jetzt heißt es das Wie etwas spinozistischer zu interpretieren und wenn es nur deshalb ist, damit ich weniger oder gar endlich ganz aufhöre zu rauchen, denn das kostet so viel wie mindestens die Hälfte meiner Nächte vorm Rechner.

Bitte versteht mich nicht falsch, der Job macht mir Spaß denn ich liebe das Schreiben, aber der kleine Ulf in mir kann nicht allabendlich die unendliche Einsamkeit ertragen, die meine Gesprächspartner oft deprimiert, vielleicht, weil ich selbst so oft und lange alleine war.

Drei Mal die Woche möchte ich einsamen „formally Ichs“ widmen, aber dreimal will ich auch andere Dinge schreiben und einmal die Woche soll der ganze Tag und Abend Silvana gehören, auch wenn sie meine Ideen doof findet. Wer weiss, vielleicht sind sie es ja wirklich und werden dann wieder besser?

Bis morgen,

Euer Ulf

On the constructiveness of stupid ideas


Oh man, if you ask me, life is getting a little too much of a daily grind right now. I’m working too much and enjoying myself too little, which is why I haven’t chatted for two days. It was just time to talk to Silvana again in the evening instead of those who are often alone for good reason.

Silvana hears far too little of what I say every evening in the barracks, living rooms and bedrooms of the Republic.

However, she found many of my ideas stupid yesterday, which is probably why I’m chatting again from today and expressing my love with coins again. Punishment is necessary.

But yesterday we were still able to set our compass straight again. We talked about our goals and how it might be possible to achieve them, namely by sewing and writing. So far, we realized, we have settled in, developed rituals and established ourselves in our new life as vanlifers.

But now we have to make the most of our autonomy and spend more time in the living room and less in the office. In the beginning, we had to prove that we could earn money this way, but now we have to interpret the how in a more spinozistic way, even if it’s just so that I smoke less or even finally stop smoking altogether, because that costs as much as at least half of my nights in front of the computer.

Please don’t get me wrong, I enjoy my job because I love writing, but the little Ulf in me can’t bear the endless loneliness that often depresses my conversation partners every evening, perhaps because I’ve been alone so often and for so long myself.

Three times a week I want to devote to lonely „formally me“, but three times I also want to write other things and once a week the whole day and evening should belong to Silvana, even if she thinks my ideas are stupid. Who knows, maybe they really are and then they’ll be better again?

See you tomorrow,

Your Ulf

Die Zeichen stehen auf Abschied

(down below in english) „Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht zu Ende“, hörte man früher von mir, wenn es Grund zur Klage gab.
Und gestern gab es weiss Gott Grund zur Klage, denn erneut ist uns die Tür aus den Angeln gefallen.

Aber diesmal nicht ein bisschen, sondern ganz. Sämtliche Schrauben und diverse Muttern haben sich gelöst und einige waren sogar ganz verschwunden. Geübt im Improvisieren und dank unseres netten Nachbarn [Saja] könnten wir aber mit selbst für uns verwunderlich viel Geschick natürlich alles wieder hin bekommen.

Ein souveräner Blick in den Werkzeugkasten, Ersatzschraube und Mutter gesucht, Gelenke eingesetzt, hier und da ein bisschen geruckelt und gedrückt, Zack, war alles wieder so gut wie neu. Danach noch unter die heiße Dusche und im Anschluss bei Feierabendbier und Zauberzigarette ein unfassbar netter Plausch zum Sonnenuntergang.

Und obwohl das alles schon genug Glück für mindestens drei Tage war, hat Silvana Abends sogar noch gekocht und zum Nachtisch gab es Schokopudding und Pläztchen.

Ich fiel glücklich zurück ins Bett und sagte zu Silvana: „Du weißt, was ich früher immer sagte, oder?“ – „Ja“ grinste sie mich an und wir wussten, dass unsere Zeit hier jetzt zu Ende geht. Besser kann es nicht werden, streichelten wir uns seelig in den Schlaf und wurden heute morgen von Tieffliegern geweckt.

Das gibt es hier häufiger, weil ein Flugplatz in der Nähe ist, aber heute störte es mehr als sonst. Ich steckte also die Nase in den Wind und erblickte den leeren Platz von Katharina und erinnerte mich auch an [Sajas] letzte Worte „Morgen fahr ich zu den heißen Quellen“.

Es ist auch für uns Zeit, merkte ich. Nicht weil es plötzlich doof ist, sondern weil die Zeichen auf Abschied stehen. Wir können gehen, weil der Winter vorbei ist und wir im neuen Leben angekommen sind. Jannis, und die Türkei warten und unsere Herzen sind bereit für Neues.

Ja, die Sitzungen bis Donnerstag werden wir hier in Würde und ohne Stress bewältigen, aber am Freitag wird vollgetankt und der Weg Richtung Waschsalon des Vertrauens angegangen. Nicht am Stück, sondern mit dem ein oder anderen Stop an heißen Quellen oder anderen Geheimtipps, die man sich uns im Laufe der Zeit anvertraute, aber wir schnüren die Schnürsenkel, wecken den heiligen Antonius und machen wieder das, was wir uns als Lebensinhalt ausgesucht haben, wir reisen.

Bis morgen,

Euer Ulf

The signs say goodbye

„And if it’s not good yet, then it’s not over yet,“ I used to say when there was reason to complain.
And God knows there was reason to complain yesterday, because the door fell off its hinges again.

But this time not a little, but completely. All the screws and various nuts had come loose and some had even disappeared completely. However, thanks to our friendly neighbor [Saja] and with a surprising amount of skill, we were able to put everything back together again.

A confident look in the toolbox, a search for a replacement screw and nut, inserting the joints, a little tugging and pushing here and there, and bang, everything was as good as new again. Afterwards, a hot shower and then an incredibly nice chat over an after-work beer and a magic cigarette as the sun went down.

And although all that was enough happiness for at least three days, Silvana even cooked in the evening and for dessert we had chocolate pudding and a little snack.

I fell happily back into bed and said to Silvana: „You know what I used to say, don’t you?“ – „Yes“ she grinned at me and we knew that our time here was coming to an end. It couldn’t get any better, we stroked ourselves blissfully to sleep and were woken up this morning by low-flying birds.

This happens more often here because there is an airfield nearby, but today it was more disturbing than usual. So I put my nose to the wind and saw Katharina’s empty seat and also remembered [Saja’s] last words „Tomorrow I’m going to the hot springs“.

It’s time for us too, I realized. Not because it’s suddenly stupid, but because it’s time to say goodbye. We can leave because the winter is over and we have arrived in a new life. Jannis and Turkey are waiting and our hearts are ready for something new.

Yes, we’ll manage the meetings here until Thursday with dignity and without stress, but on Friday we’ll fill up the tank and head for the laundrette we trust. Not in one piece, but with the odd stop at hot springs or other insider tips that have been confided in us over the years, but we’ll lace up, wake up St. Anthony and get back to doing what we’ve chosen as our purpose in life – traveling.

See you tomorrow,

Your Ulf

Sonne, Strand und Küsschen

(down below in english) Ich weiss, es ist schon beinahe ekelig, wie glücklich wir sind. Jeden Morgen dieses “ die unfassbar schöne Sonne am traumhaften Strand“, ich hätte schon aufgehört, mich zu lesen, weil ich uns wie eines dieser Youtubepaare gesehen hätte.

Aber deshalb schreibe ich auch von anderen Dingen, denn natürlich ist hier nicht nur eitler Sonnenschein, oder anders gesagt: Hier finden auch Friktionen statt, aber eben meist zu Sonnenschein, der es der Seele einfach unmöglich macht, lange zu granteln.

Das Schönste ist aber, dass man hier unter Gleichgesinnten ist: Punks, Weltreisender Frauen mit geheimnisvollen Tattoos, Bankkauffrauen, die auf modernste Weise Liebe und Autonomie in ihrem Mercedes Sprinter verbinden, Lebenstrainer aus Polen, die unter britischer Flagge ihre Einsamkeit suchen und eine Portugisin, die 500 Meter weiter ihre Einsamkeit sucht ohne das andere Gleichgesinnte dabei im Weg sind

Man sieht sich beim spazieren, plauscht mal kürzer, mal länger bei Frühstück oder Kaffee, tauscht Erfahrungen aus und lauscht ganz ohne Vorbehalte, was andere motiviert hat, diesen oder einen ähnlichen Lebensweg zu beschreiten.

Man kennt sich kaum und spricht dennoch über Probleme oder Steuern, als sei man gemeinsam aufgewachsen.
Schaut morgens kurz, was der ein oder andere Wegabschnittsgefährte grad erlebt und freut sich ganz neidfrei über fremdes Glück oder leidet mit denen, denen es nicht so gut geht. Meist kann man nichts tun, außer das Gefühl zu geben oder anzunehmen, auf dieser Art von Lebensweg nicht allein zu sein.

Mut zusprechen, Wärme teilen und helfen wo man kann. So einfach kann es sein, wenn man sich einfach von Pseudopflichten im Kopf befreit.
Klar, auch hier müssen die Menschen Geld verdienen, aber weit weniger als in der jeweiligen Heimat. Hier wird der Job nicht zu einer skalaren Orientierung, in die man sich einzuordnen hat, sondern zu einem spannenden Gesprächsthema und manchmal gar zur Inspiration. Interessant, wie oder was Du machst.

Und dazu Sonne, Strand und Küsschen. Was will man mehr?

Bis morgen,

Euer Ulf

Sun, beach and kisses
I know, it’s almost disgusting how happy we are. Every morning this „the unbelievably beautiful sun on the gorgeous beach“, I would have stopped reading myself already because I would have seen us like one of those Youtube couples.

But that’s why I write about other things, because of course it’s not all vain sunshine here, or to put it another way: there’s friction here too, but mostly sunshine that simply makes it impossible for the soul to grumble for long.

But the best thing is that you are among like-minded people here: punks, globetrotting women with mysterious tattoos, bank clerks who combine love and autonomy in their Mercedes Sprinter in the most modern way, life coaches from Poland looking for solitude under the British flag and a Portuguese woman looking for solitude 500 meters away without other like-minded people in the way

You see each other on a walk, chat sometimes for a short time, sometimes longer over breakfast or coffee, share experiences and listen without reservations to what motivated others to take this or a similar path in life.

You hardly know each other and yet you talk about problems or taxes as if you had grown up together.
You take a quick look in the morning to see what one or the other fellow traveler is currently experiencing and, without envy, rejoice in other people’s happiness or suffer with those who are not doing so well. In most cases, there is nothing you can do except give or accept the feeling that you are not alone on this kind of life journey.

Encourage, share warmth and help where you can. It can be that simple if you just free yourself from pseudo obligations in your head.
Sure, people have to earn money here too, but far less than in their home country. Here, the job doesn’t become a scalar orientation that you have to fit into, but an exciting topic of conversation and sometimes even an inspiration. It’s interesting how or what you do.

Plus sun, beach and kisses. What more could you want?

See you tomorrow,

Your Ulf

Geld kann ja jeder

(down below in english) Sie schläft noch, während ich einen kleinen Plausch mit der Sonne halte und daran denke, dass ich schon so lange nicht mehr über die Frau geschrieben habe, die das alles hier möglich macht. Mich trägt und erträgt, mir wie kein Mensch zuvor vertraut und darüber die Kraft gibt, an mich und uns zu glauben.

Meine Frau, Silvana, die den ganzen Laden zusammenhält. Kocht, putzt, den Jürmann inspiziert und repariert und mit ihrer liebenswürdigen Art Nachbarn animiert uns Plätzchen und Kuchen zu bringen sowie ganz nebenbei deren und meine Hosen näht und Kleider stopft.

Meine mutige, toughe, liebenswerte und tapfere Ehefrau, mehr als Fels in der Brandung, Lieblingsmensch oder angetraute. Denn ohne sie wären wir nicht hier und ich nicht so glücklich und motiviert wie noch nie in meinem Leben.

Ich mache Fehler, sie macht weiter. Ich bin krank und sie mir eine Wärmflasche. Ich verdiene ein paar Kröten, aber sie kauft für uns davon alles und mehr, was wir für ein schönes Leben brauchen.

Jeden Tag gehen wir bei Chez Silvana Essen und im Hotel SiLVANa schlafen. Sie bringt mich sogar dazu freiwillig zu Duschen, weil wir eine richtig geil komfortable Nasszelle mit heißem Wasser haben und wenn ich zu hibbelig bin für den technischen Aufbau meiner digitalen Lehrstunden, macht sie aus unserem Schlafzimmer mein Büro und geht anschließend am Strand Englisch lernen.

Was für ein Glück, was für ein Mensch, was für eine Frau? Das einzige was meiner Silvana noch fehlt ist, dass sie selbst begreift wie unbeschreiblich sie ist.

Ich liebe Dich und jeden Tag mehr, mit jeder Faser und allem was du hast und bist. Dein Gang, Dein Lächeln und meist sogar Deine schlechte Laune, wenn Du denn mal welche hast. Du würdest nie aufzählen, um mir Deine Liebe zeigen zu wollen.

Du kommst plötzlich irgendwann einfach lachend in meine Arme und küsst mich wie nur Du es kannst und wisperst, beinahe nebenbei ich liebe Dich.

Wenn ich es nicht schon getan hätte ich würde Dich jeden Tag wieder heiraten; aber Du schläfst ja noch,


Dein Ulf

Anyone can have money
She’s still asleep while I have a little chat with the sun and think about how it’s been so long since I’ve written about the woman who makes all of this possible. She carries me and puts up with me, trusts me like no other person before and gives me the strength to believe in myself and us.

My wife, Silvana, who holds the whole place together. She cooks, cleans, inspects and repairs the Jürmann and, with her kind nature, encourages neighbors to bring us cookies and cakes as well as sewing their and my pants and darning clothes.

My courageous, tough, lovable and brave wife, more than a rock in the surf, a favorite person or a loved one. Because without her, we wouldn’t be here and I wouldn’t be as happy and motivated as I’ve never been in my life.

I make mistakes, she carries on. I’m ill and she gives me a hot water bottle. I earn a few bucks, but she buys everything and more for us that we need for a good life.

Every day we eat at Chez Silvana and sleep at the Hotel SilSILVANa. She even makes me take a shower voluntarily because we have a really cool, comfortable wet room with hot water and when I’m too fidgety for the technical set-up of my digital lessons, she turns our bedroom into my office and then goes to learn English on the beach.

What luck, what a person, what a woman? The only thing missing from my Silvana is that she herself realizes how indescribable she is.

I love you more and more every day, with every fiber and everything you have and are. Your walk, your smile and usually even your bad mood, if you ever have one. You would never list to show me your love.

At some point, you suddenly just come into my arms laughing and kiss me as only you can and whisper, almost incidentally, that I love you.

If I hadn’t already done so, I would marry you again any day; but you’re still asleep,


Your Ulf

Anders genau richtig

(down below in english) Bevor wir den Ritt auf der Waiküre begannen, war mein Leben geprägt von „ungenügend sein“. In meiner Kindheit war ich zu klein für mein Alter und zu schwer obendrein. Meine Rechtschreibung war mies, für einen Jungen war ich zu sensibel und als Werber für potentielle Kunden zu kreativ.

„Du bist zu verkopft“, „denkst zu kompliziert“, bist zu unordentlich“ oder, was beinahe am Schlimmsten war „Du hast nur Flausen im Kopf“.

Es gab keine einzige Kathegorie, in der ich angemessen, gut oder konstruktiv besser war als andere. Selbst als Vater musste ich mich damit abfinden, dass es andere gab, die diese Aufgabe wohl besser konnten als ich, denn ich war einfach nicht in der Lage, vernünftiges Geld zu verdienen.

Der Komplex der Versagensangst, der seit jeher über mir wie ein Damoklesschwert über mir baumelte, machte mich unfähig, in einer Welt zu funktionieren, die Kompetenzen von mir erwartete, die ich nicht besaß.

In Zeugnissen schrieb man auch gerne „er hatte sich stets bemüht“, was nichts anders hieß als „sitzen bleiben; zweimal. Und weil ein solches Dasein echt frustrierend ist, versuchte ich auch gar nicht mehr zu funktionieren, sondern kultivierte mein Anderssein.

Ich log, stahl, und betrog, bis sich die Balken bogen, verarschte alles und jeden, bis ich von sämtlichen Schulen flog und wurde zu einem kleinen Drecksack, der das Leben zwar liebte, aber mit jedem Tag mehr daran verzweifelte.

Schlussendlich hatte ich trotz imensem Ehrgeiz und einer bewundernswerten Renitenz die Schnauze so voll vom Hier und Jetzt, dass ich nur noch weg wollte.

Und da kam Silvana. Sie war ähnlich hilflos in dieser Welt, wie ich. Konnte nicht verstehen, warum man hart sein müsste, um zu überleben und machte sich ihre Welt widde, widde, wie sie ihr gefällt. Baute Schränke und Tische, zog in ein einsames Kleinod auf dem Land und las zufällig die von mir mit letztem Geld verzweifelte Anzeige „ich denk nicht immer nur an das Eine, sondern hin und wieder auch an Sex“.

Sie antwortete, hatte den Mut den zu einem anstrengenden Professor mutierten Ulf zu treffen und verliebte sich in ihn. Und er ihn sie, weshalb er sie besuchte und sie aus ihrer Wohnung ausziehen oder sich von mir trennen musste, denn „der geht gar nicht“.

Also suchten wir gemeinsam etwas Neues und zogen nach Horstmar. Aber das einzig Gute da war, dass der Wunsch in uns keimte, alles hinter uns zu lassen.
Kurz und gut, wir kauften den Jürmann, kündigten alles und machten uns gemeinsam auf den Weg in unsere Perspektive der Welt und plötzlich wurde alles anders.

Nicht ich bin das technische Hirn in unserer Liebe, sondern sie. Silvana macht alles, was vermeintliche Männeraufgaben sind. Und ich bin plötzlich Lehrer für junge Erwachsene aus der ganzen Welt die bei uns noch nicht dazu gehören. Für sie scheine ich ein guter Lehrer zu sein, anderen schreibe aussergewöhnliche Bewerbungen und für wieder andere, die in meiner alten Heimat alles sind, was mir verwehrt blieb, bin ich Abends die Liebe ihres Lebens und mit all dem, darf ich für unser neues Leben den Unterhalt bestreiten.

Alles richtig gemacht, finden wir zumindest und sind für unser Glück jeden Tag aufs Neue unendlich dankbar.

Bis morgen,

Euer Ulf

Different just right
Before we started riding the Waiküre, my life was characterized by „being inadequate“. As a child, I was too small for my age and too heavy to boot. My spelling was lousy, I was too sensitive for a boy and too creative as an advertiser for potential customers.

„You’re too cerebral“, „you think too complicated“, „you’re too messy“ or, almost worst of all, „you’re just crazy“.

There wasn’t a single category in which I was appropriate, good or constructively better than others. Even as a father, I had to come to terms with the fact that there were others who were probably better at this task than I was, because I simply wasn’t in a position to earn decent money.

The fear of failure complex that had always hung over me like a sword of Damocles made me unable to function in a world that expected me to have skills that I didn’t possess.

In school reports, people also liked to write „he always made an effort“, which meant nothing other than „remain seated; twice. And because such an existence is really frustrating, I no longer even tried to function, but instead cultivated my otherness.

I lied, stole and cheated until the beams bent, fooled everyone and everything until I was expelled from all schools and became a little scumbag who loved life but despaired of it more and more every day.

In the end, despite my immense ambition and admirable renitence, I was so fed up with the here and now that I just wanted to leave.

And then Silvana came along. She was just as helpless in this world as I was. She couldn’t understand why you had to be tough to survive and made her world the way she liked it. Built cupboards and tables, moved into a lonely little place in the country and happened to read the ad I had desperately placed with the last of my money: „I don’t always think of just one thing, I also think of sex now and again“.

She replied, had the courage to meet Ulf, who had mutated into an exhausting professor, and fell in love with him. And he fell in love with her, which is why he visited her and she had to move out of her apartment or break up with me, because „he’s no good at all“.

So we looked for something new together and moved to Horstmar. But the only good thing there was that we felt the desire to leave everything behind.
In short, we bought the Jürmann, quit everything and set off together into our perspective of the world and suddenly everything changed.

I’m not the technical brain in our love affair, she is. Silvana does everything that is supposed to be a man’s job. And I’m suddenly a teacher for young adults from all over the world who don’t yet belong to us. For them I seem to be a good teacher, for others I write exceptional applications and for still others, who are everything I was denied in my old home country, I am the love of their lives in the evenings and with all this I am allowed to support our new life.

We think we’ve done everything right and are infinitely grateful for our good fortune every day.

See you tomorrow,

Your Ulf

Frühlingserwachen

(down below in english) An unserer Wagenburg am Strand entsteht jeden Morgen die Welt. Man hört nur das Rauschen der Wellen, hin und wieder einen Jogger hecheln und die kleinen Vögel, die bald nach Deutschland fliegen.
Und alles vor einem Himmel, der auf einer kleinen Nebeldecke ruht, aus denen Berge erwachsen und die einen sanften übergang zu Wolken bilden, hinter denen gegen halb acht die Sonne erscheint.
Jeder hier, der Computerspezialist aus England, die Portugiesin, für die unsere Fluchtnacht nur ein Schauer war, sowie die ehemalige Bankkauffrau, die nicht aus ihrem Mercedes an in das neue Wohnmobil ihrer Freundes ziehen mag, ist still.
Man und Frau sitzen oder liegen im jeweiligen Bett und genießt das allmorgendlich Ritual der Weltentstehung.
Worte, so scheint es, sind zu gewöhnlich für so ungewöhnlich schöne Momente. Vielleicht werden sie auch wie von mir in einen Blog getippt, aber nicht gesprochen. Die Ruhe ist laut genug für den ersten Kaffee.
Hier haben die Augen noch Zeit, das sehen zu lernen, verfolgen die Möwen über dem Meer oder hängen an Morgentau von Pflanzen, die auf grünen Hälsen das Sonnenlicht inhalieren.
Griechenland hat Zeit, spürt man hier, wo man sich überflüssiger Zivilisation entzieht. Hier macht keiner das Radio an, um die Nachrichten zu hören, oder schimpft, dass man gleich arbeiten muss. Hier nickt man sich zu und nimmt sich die Zeit für unbeschreibliches Frühlingserwachen.
Hier ist kein Platz für Ablenkung, den hier will man das erleben was ist und alles, was nicht urwüchsig ist stört.
Hier bringt man sich Nussecken, flickt Kleider oder schreibt, nur damit alles so bleiben kann wie es ist.
2023, 24 und 25. Hier gibt es keine Zahlen, sondern nur ein Jetzt. Immer wieder und immer wieder einmalig und selbst das ist schon zu viel Schönheit für zwei Augen und eine Seele.

Man kann eben nicht alles haben. Aber mehr geht nicht.

Bis morgen,

Euer Ulf

Early morning awakening
Every morning, the world begins at our wagon castle on the beach. All you can hear is the sound of the waves, the occasional jogger panting and the little birds that will soon be flying off to Germany.
And all against a sky that rests on a small blanket of mist, from which mountains emerge and form a gentle transition to clouds, behind which the sun appears around half past seven.
Everyone here, the computer specialist from England, the Portuguese woman for whom our night of escape was just a shower, and the former bank clerk who doesn’t want to move out of her Mercedes and into her friend’s new camper van, is quiet.
Man and woman sit or lie in their respective beds and enjoy the morning ritual of the world coming to life.
Words, it seems, are too common for such unusually beautiful moments. Perhaps they are typed into a blog, as I did, but not spoken. The silence is loud enough for the first coffee.
Here, the eyes still have time to learn to see, following the seagulls over the sea or hanging on to morning dew from plants that inhale the sunlight on green necks.
You can sense that Greece has time here, where you can escape superfluous civilization. Here, nobody turns on the radio to listen to the news or complains that they have to go to work straight away. Here, people nod to each other and take the time for an indescribable spring awakening.
There is no room for distraction here, because here you want to experience what is, and everything that is not natural disturbs you.
Here you bring yourself nut corners, mend clothes or write, just so that everything can stay as it is.
2023, 24 and 25 – there are no numbers here, just a now. Again and again and again unique and even that is too much beauty for two eyes and one soul.

You can’t have everything. But more is not possible.

See you tomorrow,

Your Ulf

Geschüttelt, nicht gerührt

Geschüttelt nicht gerührt
Der Wind, der Wind, das himmlische Kind scheint in die Pubertät gekommen zu sein, denn schon die ganze Nacht rüttelt er am Jürmann, als seien wir auf hoher See.

Gut, dass Udo Lindenberg mit einigen Zeilen vorgesorgt hat, denn zur Melodie von Andrea Andoria und Co schunkeln Silvana und ich in unserer Kajüte und hoffen, dass die Böen nicht noch stärker werden.

Silvan hört schon die Flöhe husten, denn irgendwas unter uns rumpelt und pumpelt wohl, während ich „keine Panik auf der Titanic“ summe und nur das Pfeifen in den Ritzen höre und dem Mobiliar beim Wackeln zuschaue.

Aber ehrlich gesagt finde ich das Wetter gar nicht schlecht, sondern richtig spannend. Ich bin sogar bei der Frühstückszigarette wieder in nordischen „Släng“ verfallen und begrüßte den Morgen mit einem fröhlichen “ Na du Olle Spinatwachtel, tut das Not, dass du hier so’n Stress machen tust?““
„Nej“, pfiff es durch irgendeine undichte Stelle hinten, während die schneebedeckten Bergspitzen im kalten Sonnenlicht erstrahlen, die den Himmel in heroischem Licht einer Schneekönigin eine wahrhaft imposante Würde verleihen.
Im wahrsten Sinne des Wortes „Nordisch bei Nature“ nur hier bei sanften 14 Grad. Wenn wir nicht wüssten, dass heute Nacht das bockige Kind sogar wieder Lust auf Bäume ausreißen bekommen könnte, würden wir bleiben und es nur genießen, aber da unser Jürmann weder Segel noch Flügel hat, riskieren wir das lieber nicht und werden uns wohl nachher ein stilleres Örtchen suchen, damit Mutti sich in Westfalen keine Sorgen machen muss.
In diesem Sinne verkneifen wir uns jetzt einen schönen Rum mit Tee und gönnen uns einen heißen Kaffee mitm büschn Milch, geschüttelt, nicht gerührt, versteht sich.

Bis morgen,

Euer Ulf


Shaken, not stirred


The wind, the wind, the heavenly child seems to have hit puberty, because it shakes the Jürmann all night long as if we were at sea.

It’s a good thing that Udo Lindenberg contributed a few lines, because Silvana and I sway in our cabin to the sounds of Andrea Andoria and co. and hope that the gusts don’t get any louder.

Silvana can already hear the fleas coughing because something must be purring and pumping underneath us, while I hum „no panic on the Titanic“ and only hear the hissing in the cracks and see the furniture shaking.

But to be honest, I don’t think the weather is that bad, I actually find it really exciting. I even returned to my Scandinavian „Släng“ over my morning cigarette and greeted the morning with a cheery „Well, you old spinach quail, is it necessary to make such a fuss here?“.
„Nej,“ he hissed through a leak in the back, while the snowy mountain peaks glowed in the cold sunlight, giving the sky the heroic light of a snow queen with truly imposing dignity.
Literally „Scandinavian by nature“, except that it was a balmy 14 degrees here. If we hadn’t known that the stubborn child might have the urge to uproot trees again tonight, we would have stayed and just enjoyed it, but as our Jürmann has neither sails nor wings, we’d rather not take the risk and will probably look for a quieter spot later so that mom doesn’t have to worry in Westphalia.
With this in mind, we’ll forgo a nice rum and tea and enjoy a hot coffee with a little milk – shaken, not stirred, of course.

See you tomorrow,

Your Ulf