„Die Perspektive ist fertig“

(down below in english) Hier, in einer unspektakulären Einöde, hinter Olivenhainen und Orangenbäumen, scheinen wir endlich angekommen.

Es ist nicht so, dass wir ewig bleiben, aber dieser Platz bleibt, so wie er jetzt ist, für immer in unseren Herzen. Keine Palmen, keine Müllcontainer und keine Touristen. Nur ein kleiner Schrain für Gläubige erinnert daran, dass es hier auch andere Menschen gibt oder gab.

Die Wucht der Wellen ist so gleichmäßig gewaltig, dass man die Schönheit kaum ertragen kann und ihr Rauschen scheint fast lauter als die Tiefflieger, die auch hier in Griechenland jetzt wieder so oft zu vernehmen sind wie zu Zeiten, als ich noch ein kleiner Junge war.

Hier gibt die Natur den Ton an, weißt den Menschen ihren Platz zu und zelebriert die Gezeiten so, wie sie einst begonnen haben.

Auf dem Weg zu dieser verlassenen Einöde streiften wir Kilometer von Gewächshäusern mit all jenem Gemüse und Obst, dass bei uns, auch jetzt tief im Winter, bei Schnee und Eis so selbstverständlich in den Regalen liegt, als würde da, wo jetzt unser Jürmann steht, ein Lidl beheimatet sein.

Aber hier sind Lidl und Co ganz weit weg. Statt dessen findet man in der benachbarten Gemeinde einen kleinen Supermarkt, der sie alle in Preis und Freundlichkeit in den Schatten stellt.

Hier wohnen ehrliche Leute mit ehrlichen Bedürfnissen. Kein Reisebüro oder kläffende Köter vor prunkvollen Villen. Nur ein kleiner Münsterländer mit Kuhglocke um den Hals begrüßte uns, um direkt danach wieder zwischen wildem Geäst zu verschwinden.

Dieses liebe Tier gierte nicht nach Lebensmitteln und Streicheleinheiten wie so viele andere freilaufende Haustiere hier, dieser Hund ist ein geliebtes und versorgtes Tier und sieht darüber hinaus noch aus wie der Liebling meiner Kindheit Aggy.

Hier kann ich endlich zu schreiben beginnen und die Arbeit genießen. Hier möchte Silvana nähen und Yoga machen. Hier möchte man ausruhen, denn das nächste Abenteuer kommt bestimmt; nur hoffentlich nicht gleich morgen.

Ob dem so ist, erfahrt ihr und erfahren Sie in 24 Stunden,

Euer Ulf

„The perspective is ready!“
Here, in an unspectacular wasteland, behind olive groves and orange trees, we finally seem to have arrived.

It’s not as if we’ll stay forever, but this place, as it is now, will remain in our hearts forever. No palm trees, no garbage containers and no tourists. Only a small shrine for believers reminds us that there are or were other people here too.

The force of the waves is so uniformly powerful that you can hardly bear the beauty and their roar seems almost louder than the low-flying planes that can be heard here in Greece as often now as when I was a little boy.

Here, nature sets the tone, assigns people their place and celebrates the tides as they once began.

On the way to this deserted wasteland, we passed miles of greenhouses with all the fruit and vegetables that are so commonplace on our shelves, even now in the depths of winter, in the snow and ice, as if a Lidl was located where our Jürmann is now.

But here, Lidl and Co are a long way away. Instead, there is a small supermarket in the neighboring community that puts them all in the shade in terms of price and friendliness.

Honest people with honest needs live here. No travel agencies or yapping dogs in front of magnificent villas. Only a small Münsterländer with a cowbell around his neck greeted us, only to disappear again immediately afterwards among the wild branches.

This dear animal was not craving food and cuddles like so many other free-roaming pets here, this dog is a loved and cared for animal and also looks like my childhood favorite Aggy.

Here I can finally start writing and enjoy the work. This is where Silvana wants to sew and do yoga. This is where you want to rest, because the next adventure is sure to come, but hopefully not tomorrow.

You will find out in 24 hours,

Your Ulf

Wie ein Korn Zucker in schwarzem Kaffee

Wie ein Korn Zucker in schwarzem Kaffee

Das Leben im Van ist aufregend. Man sieht ständig Neues und begegnet überall Menschen, die so verschieden sind und dennoch eines gemeinsam haben: Sehnsucht.

Ob Schweizer, Italiener, Russen, Grienchen Deutsche oder andere, es wechseln Alter, Haut und Sprache, aber die meisten sind auf der Suche nach dem Ich, das so begierig nach Ruhe und dennoch meist mit Abenteuern beschäftigt ist.

Egal ob im Wagen etwas nicht funktioniert, ein Supermarkt gesucht oder Enge kultiviert werden muss, das einsame Ich eines jeden, macht aus der Suche nach dem Glück eine individuelle Erfahrung.

Denn es ist das gleiche Ich, das zu Hause die Fernbedienung und unterwegs den Löffel nicht finden kann. Es flucht und freut sich in der gleichen Sprache, in der es immer Emotionen ausgedrückt hat. Es bleibt sich immer treu, auch wenn sich noch so vieles ändert.

Wie könnte es auch anders sein, denn es ist ja dieses Ich das flüchtet und diese Seele die begehrt. Man hofft täglich darauf, dass man es bändigt, es sich neu determiniert und alte Gewohnheiten ablegt, aber die Seele ist träge.

Jedes neue Ereignis wird mit der Erfahrung eines ganzen Lebens reflektiert. Und jeden Tag kommen bei mir beispielsweise nur 24 Stunden Neues zu 411720 Stunden Altlast hinzu. Das ist wie ein Korn Zucker in schwarzem Kaffee oder ein Sandkorn Westfalen an unendlich langen Strand.

Bis ich also statt beispielsweise „danke“, „echaristio“ denke und nicht nur sage, ist mein ganzer Körper wahrscheinlich schon selbst wieder zu Staub geworden.

So, wie mir von meiner Mutter die Freundlichkeit beigebracht wurde, so werde ich sie an jeden Platz der Welt zurückgeben. Jeden Tag wird in jedem Wort und Gedanken meine Wut auf das Leben seinen Tribut fordern.

Das einzige was sich ändern kann, nicht muss, ist meine Perspektive darauf. Ich kann nur mich lieben lernen wie den Sonnenaufgang hier am Pelepones. Mein Ich zur friedlichen Woge vor mir machen, die manchmal plätschert und manchmal Kapriolen schlägt, aber am Ende das gleiche Wasser bleibt, das es seid Anbeginn der Zeit ist.

Es zählt nicht seine Wellen, um sich zu beruhigen wie ich meine Atemzüge.

Das Meer ist nur nicht sauer auf sich, weil die Welt grad nicht zu seiner Emotion passt. Es nimmt sich den Raum den es braucht und steht sich nicht selber im Weg. Es genügt sich, weil es sich nicht verändern will, sondern einfach ist. Jeden Tag wieder, jeden Tag anders und dennoch jeden Tag das selbe Wasser wie zuvor.

Aber das Meer ist auch nicht ohne mich so wie es ist. Denn gibt es diese Schönheit, wenn sie nicht erkannt wird?

So thank you for reading und danke, dass ich für Sie schreiben darf.

Bis morgen,

Euer Ulf

Like a grain of sugar in black coffee

Life in a van is exciting. You constantly see new things and meet people everywhere who are so different and yet have one thing in common: Longing

Whether Swiss, Italian, Russian, Grien, German or other, age, skin and language change, but most of them are in search of the self that is so eager for peace and yet mostly preoccupied with adventure.

Whether it’s something not working in the car, looking for a supermarket or cultivating confinement, everyone’s lonely self makes the search for happiness an individual experience.

Because it’s the same me that can’t find the remote control at home or the spoon on the road. It curses and rejoices in the same language in which it has always expressed emotions. It always remains true to itself, no matter how much changes.

How could it be otherwise, because it is this ego that flees and this soul that desires. You hope every day that you can tame it, that it will re-determine itself and discard old habits, but the soul is inert.

Every new event is reflected with the experience of a lifetime. And every day, for example, I only add 24 hours of new to 411720 hours of old. That’s like a grain of sugar in black coffee or a grain of Westphalian sand on an endlessly long beach.

So by the time I think „echaristio“ instead of just saying „thank you“, for example, my whole body has probably turned to dust again.

Just as I was taught kindness by my mother, I will return it in every place in the world. Every day, in every word and thought, my anger at life will take its toll.

The only thing that can change, not has to, is my perspective on it. I can only learn to love myself like the sunrise here on the Pelepones. To turn my self into a peaceful wave in front of me that sometimes ripples and sometimes capers, but in the end remains the same water it has been since the beginning of time.

It doesn’t count its waves to calm itself down like I count my breaths.

The mee is just not angry with itself because the world doesn’t match its emotions at the moment. It takes the space it needs and doesn’t stand in its own way. It suffices itself because it doesn’t want to change, it simply is. Every day again, every day different and yet every day the same water as before.

But the sea is not as it is without me. Because does this beauty exist if it is not recognized?

So thank you for reading and thank you for letting me write for you.

See you tomorrow,

Your Ulf


1. Advent in

(down below in english) Hier, am Übergang vom Festland zum Pelepones erblickt man eine gigantische Brücke über das Mittelmeer, die mich an die Köhlbrandbrücke in Hamburg erinnerte. Gut, Letztere ist etwas kürzer, dafür kostet die Überfahrt auch keine 21 Euro.

Mehr Bilder unter der englischen Version. Technik und Ulf,… . Es dauerte mir sonst einfach zu lange, sry.



Aber wir wollen weniger klagen, war unser Vorsatz und so tauchten wir wie ein eingetrockneter Pinsel in einen bunten Farbtopf Großstadt, die recht modern wirkt, aber dennoch wenig Liebenswürdigkeit ausstrahlt.

Unendlich viele mittelgroße Hochhäuser, die von so viel Grün bewuchert waren, dass man als Mitteleuropäer nur staunen kann. Orangen, die einem wie im Paradies von öffentlichen Wegen beinahe in den Mund fielen, aber auch Bauruinen, die ungesichert von „lost places“ kündeten und dennoch wie Mausefallen nur darauf warteten, dass Kinder darin ein Abenteuer suchen und den Tod finden.

Patras, von dem wir immer noch nicht wissen, ob es mit oder ohne „s“ geschrieben wird (man findet beide Schreibweisen überall) ist nicht schön, dass darf man wohl sagen, denn hier ist alles etwas zu nützlich und viel zu wenig Detail verliebt.

Es wirkt ein bisschen wie zum EU Eintritt aus dem Boden gestampft, ganz nach dem Motto: Wir können auch modern.Aber selbst Berlin wirkt dazu im Vergleich, zumindest für mich, wie Paris oder Florenz.

Der Brunnen mit einer enthaupteten Skulptur, bringt es für mich auf den Punkt: Patras wirkt wie eine kopflose Dame, ihr fehlt, trotz typisch griechischer Freundlichkeit, einfach ein freundliches Gesicht, die Seele, die aus irgendwas eine bewundernswerte Persönlichkeit macht.

Gewiss haben wir haben nur sehr wenig von dieser Stadt gesehen. Wir wußten ja, dass es auch Kultur gibt, aber vieles hatte geschlossen und Lust zum Flanieren, bis wir beispielsweise das römische Amphitheater sahen, machte uns Patras leider auch nicht.

Deshalb beschlossen wir, um vier wieder zu fahren. Und auf dem Weg Richtung Strand dachten wir noch an Athen, wo wir eigentich Weihnachten feiern wollten.

Als jedoch die Natur einfach nicht wieder aufblühen wollte und alles den Pragmatismus von Straßen und Zivilisation behielt, drehten wir kurzerhand um und dachten: Nee, was wir brauchen sind Einsamkeit, Palmen und, wenn wir Peter glauben dürfen, Schildkröten, und keine Gyrosbuden oder italienische Restaurants mit Kunststoffblumen.


Aber das kann sich auch alles wieder ändern.
Bis morgen,

Euer Ulf

1st Advent in Patras(s)
Here, at the crossing from the mainland to the Pelepones, you can see a gigantic bridge over the Mediterranean, which reminded me of the Köhlbrand Bridge in Hamburg. Well, the latter is a little shorter, but the crossing doesn’t cost 21 euros.

But we wanted to complain less, was our resolution, and so we dived like a dried brush into the colorful paint pot of the big city, which looks quite modern, but still radiates little loveliness.

An endless number of medium-sized skyscrapers overgrown with so much greenery that Central Europeans can only marvel. Oranges that almost fell into our mouths from public paths, as if in paradise, but also ruined buildings that were unsecured „lost places“ and yet, like mousetraps, were just waiting for children to seek adventure and find death in them.

Patras, which we still don’t know whether it is spelled with or without an „s“ (you can find both spellings everywhere), is not pretty, it’s fair to say, because everything here is a little too utilitarian and far too lacking in detail.

It looks a bit like it was made for EU entry, according to the motto: We can also be modern, but even Berlin looks like Paris or Florence in comparison, at least to me.

The fountain with a decapitated sculpture sums it up for me: Patras looks like a headless lady, despite its typical Greek friendliness, it simply lacks a friendly face, the soul that makes something an admirable personality.

We have certainly seen very little of this city. We knew that there was also culture, but many things were closed and unfortunately Patras didn’t make us want to stroll around until we saw the Roman amphitheater, for example.

So we decided to leave again at four o’clock. On the way to the beach, we thought about Athens, where we actually wanted to celebrate Christmas.

But when nature just didn’t want to blossom again and everything kept the pragmatism of roads and civilization, we turned around without further ado and thought: Nah, what we need is solitude, palm trees and, if we can believe Peter, turtles and not gyro stalls or Italian restaurants with plastic flowers.


But that can all change again.
See you tomorrow,

Your Ulf

Plön unter Palmen

(Down below in english)Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man auch denken, dass wir grad in Plön an der Ostsee sind. Kleine Kurhotels, Rentner mit Walkingsticks auf gut geteerten Straßen und im Hintergrund eine leichte Brise aus Richtung Meer.

Gut, es scheint Grad Frühling und nicht Weihnachtszeit zu sein und die guten deutschen Eichen sind Palmen, aber sonst?

Mit 20 hätte ich gesagt, hier ist der Hund begraben, mit 30, endlich Strand und Meer, jetzt hat es ein bisschen was von “ Schon wieder nur schöner Strand“.

Gut, dass es in dieser griechischen Kleinstadt Idylle nicht nur Rentner gibt, sondern auch Jannis und seinen Waschsalon. Zugegeben, er ist weder Acropolis noch In-Club, aber dennoch ein echtes Highlight zwischen Rheumapatienten und eingefärbten Gehwegplatten für halbblinde Spaziergänger auf ihrem Weg zwischen Diesseits und Jenseits.

Ich glaube, dass ich sagen darf, dass Jannis unser griechischer Waschsalon Betreiber aus Dortmund auch ein wenig angeödet von Mytikas ist, denn zwischen Waschmaschine und Trockner träumt er nicht von Strand und Meer, sondern von Star Wars.

Eigentlich, wäre er damit für mich schon uninteressant gewesen, denn ich hasse nichts mehr als Science Fiction, ich bin ja eher der Pulp Fiction Typ, aber wie Jannis in bekanntem Ruhrpott Humor von Prinzessin Lea und Co schwärmte und ganz nebenbei unsere Socken reinigte, war ganz großes Kino.

Folgerichtig wurde aus unserem Zwischenstop ein Kurzaufenthalt, denn bei Kaffee und weißer Riese entdeckten wir ungeahnte Parallelen zwischen Goethe und George Lucas.

Danke Jannis, dass du uns genötigt hast hier zu rasten, wo sich nicht Hase und Igel, sondern Oma und Opa mit faltigen Lippen einen guten Nacht Kuss geben, denn ohne Dich, hätten wir erstens keine sauberen Sachen und zweitens nicht unseren so lang vermissten Humor wieder gefunden.

Bis morgen,

Euer Ulf

Plön under palm trees

If you didn’t know any better, you’d think we were in Plön on the North Sea. Small spa hotels, pensioners with walking sticks on well-paved roads and a light breeze from the sea in the background.

Well, it seems to be spring and not Christmas time and the good German oaks are palm trees, but otherwise?

When I was 20, I would have said the dog was buried here, at 30, finally beach and sea, now it’s a bit like „just another beautiful beach“.

It’s a good thing that there are not only pensioners in this idyllic little Greek town, but also Jannis and his launderette. Admittedly, it’s neither Acropolis nor an in-club, but it’s still a real highlight among the rheumatism patients and colored paving slabs for half-blind walkers on their way between this world and the hereafter.

I think I can say that Jannis, our Greek laundromat operator from Dortmund, is also a little bored of Mytikas, because between the washing machine and dryer, he’s not dreaming of the beach and the sea, but of Star Wars.

Actually, that would have made him uninteresting for me, because I hate nothing more than science fiction, I’m more of a pulp fiction type, but the way Jannis raved about Princess Lea and co. in his familiar Ruhrpott humor and cleaned our socks on the side was great cinema.

Consequently, our stopover turned into a short stay, as we discovered unexpected parallels between Goethe and George Lucas over coffee and a white giant.

Thank you Jannis for forcing us to rest here, where not hare and hedgehog, but grandma and grandpa with wrinkled lips kiss each other goodnight, because without you, firstly we wouldn’t have clean clothes and secondly we wouldn’t have found our long-missed sense of humor again.

See you tomorrow,

Your Ulf

Oh black Lady

(Down below in english) Aufwachen an diesem Strand ist wie sich jeden Tag an einem anderen Platz zu befinden. Denn hier ist die Wassermasse des Mittelmeers immer wieder eine andere.

Als wir ankamen, war sie türkisblau und der Strand karibisch schön. Hell weiche Sandmassen so weit das Auge reichte und Wellen so freundlich schön, dass kein Foto die Einmaligkeit festhalten konnte.

Kurze Zeit später zeigte Poseidon, wie viel Kraft in ihm stecken kann. Gestein, in Massen, als hätten unzählige Radlader ihre Schaufeln nachts ununterbrochen mit Kieseln gefüllt, säumten den Strand und verliehen der Atmosphäre den Klang von Eiswürfeln in einem Whiskyglas. Gluckgluckgluckgluckgluck.Gluckgluckgluckgluckgluck.

Dann wurde es ruhig, die Wellen, wie glatt gebügelt, bildeten einen dunkelblauen Teppich aus Wasser, der nur die Sonne spiegeln sollte. Und der Strand bildete den Rahmen dieses Kunstwerks aus Milliarden kleiner Körnchen, die alle einst Kiesel oder gar Felsbrocken waren. Kein Plätschern, keine Schaumkrone, einfach nur Spiegel einer unendlichen Schönheit.

Und heute erstrahlt das Meer wie eine Königin der Nacht. Als habe sie die Schwärze der Dunkelheit in sich aufgenommen, um sich von ihr als Seetank zu befreien. Die black Lady spuckt Algen, als müsse sie sich davon wie bei Raucherkatharr befreien.

Jede Woge abertausende Kilo pechschwarzes Etwas, dass den Strand in beängstigender Schönheit erstrahlen lässt. Und die Wolken am Himmel verdunkeln die Sonne, damit sie nicht den düsteren Eindruck mit freundlichem Licht verwässern solle.

Ich weiss nicht, ob das alles eine Reminiszenz an den Klimawandel oder schlicht ein Abbild wechselnder Gezeiten ist, aber in mir ruft das Rauschen heute Warnrufe der Zeit ins Ohr: Pass auf mich auf.

Ich habe Dich gehört und gesehen habe ich die die düsteren Zeichen einer warnenden Natur.
Wir müssen aber gemeinsam Acht geben, dass die Schönheit der Welt nicht dauerhaft vom Ausfluss des Argwohns wütender Meere getrübt wird.

Bis morgen von anderer Stelle,

Euer Ulf

Oh black lady
Waking up on this beach is like standing in a different place every day. Because the waters of the Mediterranean here are always different.

When we arrived, it was turquoise blue and the beach was Caribbean in beauty. Bright, soft masses of sand as far as the eye could see and waves so friendly and beautiful that no photo could capture their uniqueness.

A short time later, Poseidon showed just how much power he can have. Rocks in masses, as if countless wheel loaders had continuously filled their shovels with pebbles at night, lined the beach and lent the atmosphere the sound of ice cubes in a whisky glass. Chortle chuddle chuddle chuddle chuddle chuddle chuddle.

Then it became calm, the waves, as if ironed smooth, formed a dark blue carpet of water that only reflected the sun. And the beach formed the frame of this work of art made of billions of small grains, all of which were once pebbles or even boulders. No ripples, no whitecaps, just a mirror of infinite beauty.

And today the sea shines like a queen of the night. As if she had absorbed the blackness of darkness in order to free herself from it as a sea tank. The black lady spews algae as if she has to rid herself of it like a smoker’s catarrh.

Every wave is thousands of kilos of pitch-black something that makes the beach glow with frightening beauty. And the clouds in the sky darken the sun so that it doesn’t dilute the gloomy impression with friendly light.

I don’t know whether this is all a reminiscence of climate change or simply a reflection of the changing tides, but today the noise calls out to me as a warning of the times: Take care of me.

I have heard you and I have seen the gloomy signs of a warning nature.
But together we must take care that the beauty of the world is not permanently tarnished by the outpouring of the suspicion of angry seas.

See you tomorrow from another place,

Your Ulf

Mittendrin statt nur dabei

(down below in english) „Irgendwie vergeht die Zeit grad schneller als sonst“, stellte meine Liebste heute Morgen fest und ich musste ihr beipflichten, denn als ich in die Sonne schaute, war mir auch nicht so, als wenn seit gestern schon vier Tage vergangen waren.

Aber sich nicht auf schlechten Wetterbericht verlassen können, ist doch auch mal eine gute Nachricht zum Zigarettenfrühstück mit schwarzem Kaffee, sinnierte mein Kopf und wollte im gleichen Moment meinen Körper zum Strand tragen.

Bis uns dann meine klitschnassen Schuhe ins Auge fielen: „Ach ja, das hab ich ja ganz vergessen“. Es sind zwar keine 96 Stunden vergangen, aber ich war gestern Abend so nass, als hätte ich die besagten vier Tage im Regen gestanden, denn beim Nachtspaziergang weilte ich kurz am Pier, die wilden Wassermassen beobachtend, als sich mitten im meditativen Moment eine bestimmt  drei Meter Höhe Welle anschlich und mich, gemütlich mit einem Bier bewaffnet, grinsend unter sich begrub.

Überraschung! Eigentlich wollte ich doch nur Zuschauer dieses Neptunspektakels sein und nicht mittendrin weilen, wenn starke Böen das Mittelmeer wie ein Reiter aufpeitschen. Dennoch habe ich nur lachen können, weil ich mich so freute, dass ich mich an einem so faszinierenden Ort befinden darf.

Wann konnte ich das letzte Mal echtes Sauwetter so genießen? Wann  bin ich jemals freiwillig bei Starkregen spazieren gewesen? Und wann waren mir Zukunft und Vergangenheit so egal wie gestern, als die Palmen sich bogen und das Bier nach Salzwasser schmeckte?

Ich glaube, noch nie! Es scheint so, als bin ich meinem Ziel, alles loszulassen und einfach nur noch jeden Tag für sich als Wunder intensiv so zu erleben, als wäre er der Letzte, ein ganzes Stück näher gekommen.

Ganz ohne Schuhe und Navi, einfach nur dem inneren Kompass gefolgt, mit Silvana an der Hand und Liebe im Herzen.

Bis morgen Ihr da draußen, Jenseits der Fluten. Passt gut auf Euch auf.

Euer Ulf


In the thick of it

instead of just being there
„Somehow time is passing faster than usual“ my sweetheart said this morning and I had to agree with her, because when I looked at the sun, I didn’t feel as if four days had passed since yesterday.

But not being able to rely on bad weather reports is also good news for a cigarette breakfast with black coffee, my head mused and at the same time wanted to carry my body to the beach.

Until my soaking wet shoes caught our eye: „Oh yes, I forgot all about that. Not 96 hours have passed, but last night I was as wet as if I’d been standing in the rain for the four days in question, because I was out for a short walk at night on the pier, watching the wild masses of water, when in the middle of a meditative moment, a wave three meters high crept up and buried me under it, grinning and comfortably armed with a beer.

Surprise! Actually, I only wanted to be a spectator of this Neptune spectacle and not be in the middle of it when strong gusts whipped up the Mediterranean like a rider. Nevertheless, I could only laugh because I was so happy to be in such a fascinating place.

When was the last time I was able to enjoy really bad weather like this? When have I ever voluntarily gone for a walk in heavy rain? And when have I been so indifferent to the future and the past as I was yesterday, when the palm trees bent and the beer tasted of salt water?

I don’t think ever! It seems as if I’ve come a lot closer to my goal of letting go of everything and simply experiencing each day as a miracle in its own right, as if it were the last.

Without any shoes or GPS, just following my inner compass, with Silvana by my side and love in my heart.

See you out there tomorrow, beyond the floods. Take good care of yourselves.

Your Ulf

Vorübergehend geschlossen

(down below in english)

Ich bin heute faul. Es ist nicht so, dass es nichts zu erzählen gibt, im Gegenteil, aber ich bin Grad im Urlaubsmodus.

Die Sonne scheint. Der Himmel ist strahlend blau, die Temperaturen könnten ein wenig höher sein und ich bin, … Einfach müde.

Da ich die halbe Nacht nicht geschlafen habe und die andere gearbeitet habe, fehlt mir einfach der Antrieb. Die letzten Wochen haben einfach so viel Energie gekostet, dass ich einfach nur Lust auf Nichtstun habe. So wie jetzt im Bett liegen, den Tag genießen und zwischendurch die Augen schließen.

Und da wir grad an einem wunderschönen Ort weilen, wo es Strom für drei Euro und gutes Wetter zumindest heute gratis gibt, lass ich mich auch nicht von meinem schlechten Gewissen beirren. Denn das hat heute Hausverbot in meinem Kopf. Vorübergehend geschlossen quasi.

Irgendwie fühlt es sich heute erstmalig an wie Urlaub, auch wenn in diesem Moment ein lauter Trecker vorbei fährt. Egal, wir machen einfach da weiter, wo wir gestern aufgehört haben, beim Knutschen. Danach vielleicht wieder ein bisschen Spazieren gehen. Wellen zählen und es genießen, dass der Kopf einfach nicht  darf.

Morgen, ja morgen, da wollen wir schaffen, sieben Tage lang ja für ein Leben oder zwei. Aber heute heute nicht. Heute lassen wir andere Arbeiten. Den Bauern mit seinem Trecker, den Mann mit dem Handy und die Besitzerin des kleinen Restaurants in dem wir gestern zwei Stunden auf Burger und Pommes gewartet haben. Für sie und alle anderen darf heut Montag sein. Aber wir haben Ruhetag.

Ich finde das einen guten Plan und werde deshalb dieses kleine Poem beenden und mich noch einmal umdrehen.

Bis morgen,

Euer Ulf

I’m lazy today.

It’s not that there’s nothing to tell, on the contrary, but I’m in vacation mode.

The sun is shining. The sky is bright blue, the temperatures could be a little higher and I’m… Just tired.

Since I didn’t sleep half the night and worked the other half, I just don’t have the drive. The last few weeks have simply taken so much energy that I just feel like doing nothing. Like lying in bed now, enjoying the day and closing my eyes from time to time.

And as we’re in a beautiful place where electricity is three euros and the weather is free, at least today, I’m not letting my guilty conscience get in the way. Because it’s banned from my head today. Temporarily closed, so to speak.

Somehow it feels like a vacation for the first time today, even though a loud tractor is driving past at the moment. Anyway, we’ll just pick up where we left off yesterday, making out. Then maybe go for a little walk again. Counting waves and enjoying the fact that our heads just can’t.

Tomorrow, yes tomorrow, we want to make it, seven days for a lifetime or two. But not today. Today we let others do the work. The farmer with his tractor, the man with his cell phone and the owner of the little restaurant where we waited two hours for burgers and fries yesterday. For them and everyone else, today can be Monday. But we have a day off.

I think that’s a good plan, so I’ll finish this little poem and turn around again.

See you tomorrow,

Your Ulf

Prometheus

(down below in english) Bedecke deinen Himmel Zeus,
mit Wolkendunst.
Und übe, dem Knaben gleich, der Disteln köpft.

So beginnt der junge Goethe seiner Wut auf Gottheiten Luft zu machen und mir klingen seine Worte wie Donnerhall in den Ohren, wenn der Wind wie auf Helgoland wütet und dazu Blitze aus den Bergen auf uns nieder preschen.

Urgewalten bahnen sich hier ihren Weg, ohne Rücksicht auf Verluste. Wer sich nicht in Sicherheit gebracht hat, wird von orkanartigen Regenfällen wie von einem Lasso umschlungen und vom. Wind in die wilden Fluten gestoßen.

Der Schall aufeinanderprallender Luftmassen direkt über uns, läßt den Jürmann erzittern und unsere Blicke stieren ergriffen durch die Fenster in ein Spektakel, das Wagner nicht besser hätte inszenieren können.

Hier in Griechenland beginnt der Winter nicht sanft mit hinabfallenden Blättern als Herbst. Hier folgt er auf Frühling oder Sommer. Am gleichen Tag, bleibt dann manchmal nur 20 Minuten und verschwindet genauso schnell wieder.

Aber wenn er so plötzlich auftaucht, wie ein ungebetener Gast an Weihnachten, dann werden kleine Hunde an der Leine ihres Herrchens zu Drachen und vier Quadratmeter zu einem Liebesnest, dass nie wieder verlassen werden möchte. Es sei denn, es wird gleich wieder Sommer.

Bis morgen,

Euer Ulf

Cover your sky Zeus,

with cloudy haze.
And practice like the boy who beheads thistles.

This is how the young Goethe begins to vent his anger at deities and his words ring in my ears like thunder when the wind rages as if on Heligoland and lightning flashes down on us from the mountains.

Elemental forces make their way here, regardless of the consequences. Those who have not taken shelter are lassoed by hurricane-like downpours and thrown into the wild waters by the wind. wind into the wild floods.

The sound of colliding air masses directly above us makes the Jürmann tremble and our gazes stare through the windows into a spectacle that Wagner could not have staged better.

Here in Greece, winter does not begin gently as autumn with falling leaves. Here it follows spring or summer. On the same day, it sometimes lasts only 20 minutes and disappears just as quickly.

But when it appears as suddenly as an uninvited guest at Christmas, small dogs on their master’s leash become dragons and four square meters become a love nest that never wants to be left again. Unless it’s about to be summer again.

See you tomorrow,

Your Ulf

Willkommen und Abschied

(Down below in english) Gestern war es soweit, wir sind wieder gestartet. Raus aus der Comfort Zone Igoumenitsa zurück ins Abenteuer. Ein letztes Gyros mit unseren neuen Freunden Andrea und Nikita in der Stadt und dann los Richtung Süden.

Und beide überkam ein wenig Wehmut, man könnte fast sagen Heimweh, als wir um die Ecke Richtung Parga bogen. Das kleine örtchen an der Grenze zu Albanien war uns mit seiner unscheinbaren Schönheit und ihren freundlichen Bewohnern wie Gästen ans Herz gewachsen.

Aber wir hatten den Jürmann ja als mobiles Heim gedacht und so freuten wir uns auch auf das, was uns jetzt erwarten würde.

Und wir würden wahrlich nicht enttäuscht. Traumstrände, so weit das Auge reicht und jeder einzelne war ein Erlebnis. Dennoch, wir spürten, das uns die letzten Wochen verändert haben. Ein Traumstrand ist ein Traumstrand, aber wir bekamen Lust auf Menschen. Es muss ja nicht gleich Istanbul sein.

Also verließen wir eine einsame Lagune, schön wie in „the beach“ nur, weil wir den Kaffee vergessen haben und fuhren weiter. Diesmal ohne Navi, nur die Nase im Wind und den Blick in die Ferne, bis wir Parga erreichten.

Unbeschreiblich schön, wie die niederländischen Antillen. Einsame kleine Inseln, bewohnt wie von Jim Knopf, vor einer kleinen Bucht, die von den Menschen liebevoll gestaltet wurde. Nur ein paar Hotels, dessen Auffahrten für uns jedoch wirklich unpassierbar waren. Natürlich der einzige Grund, warum wir nicht einkehren.

Wir genossen also den Sonnenuntergang, auch wenn es ein wenig wolkig war und fuhren später glückselig in einen weiteren, noch kleineren Ort, wo wir heute erwachten. Hier, wo wir endlich an unseren Kaffee dachten und genau zwischen vereinzelten Häusern und einem Strand, an dem die Wellen 50 Meter lang auslaufen, werden wir bleiben, sagten wir uns und lächelten in den Regenbogen

Nur für ein paar Tage versteht sich. Wie immer.

Bis morgen,

Euer Ulf

Welcome and farewell

Yesterday was the day, we took off again. Out of the comfort zone of Igoumenitsa and back into adventure. One last gyros with our new friends Andrea and Nikita in the city and then off south.

And both of us were a little nostalgic, you could almost say homesick, as we turned the corner towards Paga. We had grown fond of the small village on the border with Albania with its unassuming beauty and friendly inhabitants and guests.

But we had thought of the Jürmann as a mobile home and so we were looking forward to what awaited us.

And we were not disappointed. Dream beaches as far as the eye could see and every single one was an experience. Nevertheless, we felt that the last few weeks had changed us. A dream beach is a dream beach, but we were in the mood for people. It doesn’t have to be Istanbul.

So we left a lonely lagoon, beautiful as in „the beach“ only because we forgot the coffee and drove on. This time without a satnav, just our noses in the wind and a view into the distance until we reached Paga.

Indescribably beautiful, like the Dutch Antilles. Lonely little islands, inhabited as if by Jim Knopf, in front of a small bay that has been lovingly landscaped by the people. There were only a few hotels, but their driveways were really impassable for us. The only reason why we didn’t stop off, of course.

So we enjoyed the sunset, even if it was a little cloudy, and later drove blissfully to another, even smaller town, where we woke up today. Here, where we finally thought of our coffee and right between scattered houses and a beach where the waves run out for 50 meters, we will stay, we said to ourselves and smiled into the rainbow

Just for a few days, of course. As always.

See you tomorrow,

Your Ulf

Lieber Papa,

(Down beloe in english) heute vor 81 Jahren, wurdest Du geboren und dennoch gibt es Dich schon seit sechs Jahren nicht mehr.

Ich weiss noch genau, wie ich damals, Mitten im Abiturstress zu Dir in die Klinik gefahren bin und Dich besuchte. Gesprochen haben wir beiden aber nicht mehr miteinander.

Du lagst im Bett, nach der OP, vollgepumpt mit Propophol und aufgedunsen von all den anderen Medikamenten die man Dir verabreichte auf dem Bauch, mit dem Gesicht nach unten und ich stand hilflos an Deiner Seite.

Ich hab mir so gewünscht, mich noch mit Dir zu versöhnen, aber die Gelegenheit gab es leider nicht mehr, Du musstest gehen. Und ich es akzeptieren.

Zoé war damals 12 und fragte mich, ob Du wieder gesund würdest und ich konnte nicht lügen und meinte “ ich fürchte nicht. Und ich glaube auch, dass es wohl besser ist, denn man müsste Dir sonst die Beine abnehmen und das würde Opa geistig wohl nicht verkraften“.

Dann kamen mir wie jetzt die Tränen und sie, das kleine Mädchen, nahm mich in den Arm und sagte “ ich bin ja bei Dir Papa“.

In diesem Moment habe ich zum ersten Mal wirklich gespürt, was Zeit ist, dass sie unaufhörlich voranschreitet und alle mitnimmt. Auch mich. Dass ich jetzt der Generation angehöre, die als nächstes zu gehen hat. Nicht zwingend morgen oder übermorgen, aber eben als nächstes.

Für die Ewigkeit bin ich jetzt dran und dann wird vielleicht Zoé als Mama weinend von ihren Sohn in den Arm genommen und getröstet.

Mittlerweile ist das alles schon wieder sehr lange her. Zoé studiert in Wiesbaden und ich sitze in Griechenland am Strand mit einer Frau, meiner Frau, die du leider nicht mehr kennen lernen konntest.

Und Du? Du bist wahrscheinlich Teil des Himmels über mir. Unendlich viele Teilchen, die zurück in den ewigen Kreislauf gekehrt sind.

Für viele mag das unbefriedigend sein, denn sie wünschen sich Flügel zu bekommen und in einem Jenseits auf ihre Lieben geduldig zu warten. Ich finde die Teilchen Idee nicht nur realistischer, sondern auch versöhnlicher.

Es ist beruhigend zu wissen, dass Du nicht über mir, sondern bei mir bist, im Sand, in den Palmen, den Wellen und der Luft um mich herum.

Aufpassen konnte man eh nie auf mich, dafür war ich schon von Kindesbeinen an zu eigensinnig, aber es ist ein schönes Gefühl, nicht allein zu sein. Du liegst nicht in einem 3500 Kilometer entfernten Grab und erwartest meinen Besuch, sondern bist omnipräsent, für Mama in Heek, Marén in Herrsching und mich hier im Süden.

Du bist das, was Du eigentlich fast immer für mich warst, ein Ideal im Kopf, das mich begleitet wo immer ich bin. Zu weit weg, um mich mit Dir zu streiten, aber nah genug, um Adressat all meiner Sorgen und Sehnsüchte zu sein. Ansprechpartner in Selbstgesprächen, die mich in dunklen Stunden wieder aufrichten und in hellen zum lächeln bringen.

Und so, auch ganz ohne Physik, immer ein Teil von mir.

Dein Ulf

Dear Dad,

81 years ago today, you were born and yet you have not been around for six years.

I still remember exactly how I drove to the clinic to visit you in the middle of the stress of my A-levels. But we never spoke to each other again.

You were lying in bed after the operation, pumped full of Propophol and bloated from all the other medication you had been given, on your stomach, face down, and I stood helplessly by your side.

I wanted so much to make up with you, but unfortunately I didn’t get the chance, you had to go. And I had to accept it.

Zoé was 12 at the time and asked me if you would get better and I couldn’t lie and said „I’m afraid not. And I also think it’s probably better, because otherwise your legs would have to be taken off and Grandpa wouldn’t be able to cope with that mentally“.

Then I started to cry, just like now, and she, the little girl, took me in her arms and said „I’m with you, Dad“.

At that moment, I really felt for the first time what time is, that it is constantly progressing and taking everyone with it. Including me. That I now belong to the generation that has to go next. Not necessarily tomorrow or the day after tomorrow, but next.

For eternity, it’s my turn now and then maybe Zoé, as mom, will be taken in her son’s arms and comforted while he cries.

In the meantime, it’s all been a very long time. Zoé is studying in Wiesbaden and I’m sitting on the beach in Greece with a woman, my wife, who you unfortunately never got to meet.

And you? You are probably part of the sky above me. An infinite number of particles that have returned to the eternal cycle.

For many, this may be unsatisfactory, as they wish to take wings and wait patiently for their loved ones in an afterlife. I find the particle idea not only more realistic, but also more conciliatory.

It is comforting to know that you are not above me, but with me, in the sand, in the palm trees, the waves and the air around me.

You could never take care of me anyway, I was too headstrong for that from an early age, but it’s a nice feeling not to be alone. You’re not lying in a grave 3500 kilometers away awaiting my visit, you’re omnipresent, for mom in Heek, Marén in Herrsching and me here in the south.

You are what you have almost always been for me, an ideal in my head that accompanies me wherever I go. Too far away to argue with you, but close enough to be the addressee of all my worries and longings. Someone to talk to when I’m talking to myself, someone who lifts me up in dark hours and makes me smile in bright ones.

And so, even without physics, always a part of me.

Your Ulf