Geld kann ja jeder

(down below in english) Sie schläft noch, während ich einen kleinen Plausch mit der Sonne halte und daran denke, dass ich schon so lange nicht mehr über die Frau geschrieben habe, die das alles hier möglich macht. Mich trägt und erträgt, mir wie kein Mensch zuvor vertraut und darüber die Kraft gibt, an mich und uns zu glauben.

Meine Frau, Silvana, die den ganzen Laden zusammenhält. Kocht, putzt, den Jürmann inspiziert und repariert und mit ihrer liebenswürdigen Art Nachbarn animiert uns Plätzchen und Kuchen zu bringen sowie ganz nebenbei deren und meine Hosen näht und Kleider stopft.

Meine mutige, toughe, liebenswerte und tapfere Ehefrau, mehr als Fels in der Brandung, Lieblingsmensch oder angetraute. Denn ohne sie wären wir nicht hier und ich nicht so glücklich und motiviert wie noch nie in meinem Leben.

Ich mache Fehler, sie macht weiter. Ich bin krank und sie mir eine Wärmflasche. Ich verdiene ein paar Kröten, aber sie kauft für uns davon alles und mehr, was wir für ein schönes Leben brauchen.

Jeden Tag gehen wir bei Chez Silvana Essen und im Hotel SiLVANa schlafen. Sie bringt mich sogar dazu freiwillig zu Duschen, weil wir eine richtig geil komfortable Nasszelle mit heißem Wasser haben und wenn ich zu hibbelig bin für den technischen Aufbau meiner digitalen Lehrstunden, macht sie aus unserem Schlafzimmer mein Büro und geht anschließend am Strand Englisch lernen.

Was für ein Glück, was für ein Mensch, was für eine Frau? Das einzige was meiner Silvana noch fehlt ist, dass sie selbst begreift wie unbeschreiblich sie ist.

Ich liebe Dich und jeden Tag mehr, mit jeder Faser und allem was du hast und bist. Dein Gang, Dein Lächeln und meist sogar Deine schlechte Laune, wenn Du denn mal welche hast. Du würdest nie aufzählen, um mir Deine Liebe zeigen zu wollen.

Du kommst plötzlich irgendwann einfach lachend in meine Arme und küsst mich wie nur Du es kannst und wisperst, beinahe nebenbei ich liebe Dich.

Wenn ich es nicht schon getan hätte ich würde Dich jeden Tag wieder heiraten; aber Du schläfst ja noch,


Dein Ulf

Anyone can have money
She’s still asleep while I have a little chat with the sun and think about how it’s been so long since I’ve written about the woman who makes all of this possible. She carries me and puts up with me, trusts me like no other person before and gives me the strength to believe in myself and us.

My wife, Silvana, who holds the whole place together. She cooks, cleans, inspects and repairs the Jürmann and, with her kind nature, encourages neighbors to bring us cookies and cakes as well as sewing their and my pants and darning clothes.

My courageous, tough, lovable and brave wife, more than a rock in the surf, a favorite person or a loved one. Because without her, we wouldn’t be here and I wouldn’t be as happy and motivated as I’ve never been in my life.

I make mistakes, she carries on. I’m ill and she gives me a hot water bottle. I earn a few bucks, but she buys everything and more for us that we need for a good life.

Every day we eat at Chez Silvana and sleep at the Hotel SilSILVANa. She even makes me take a shower voluntarily because we have a really cool, comfortable wet room with hot water and when I’m too fidgety for the technical set-up of my digital lessons, she turns our bedroom into my office and then goes to learn English on the beach.

What luck, what a person, what a woman? The only thing missing from my Silvana is that she herself realizes how indescribable she is.

I love you more and more every day, with every fiber and everything you have and are. Your walk, your smile and usually even your bad mood, if you ever have one. You would never list to show me your love.

At some point, you suddenly just come into my arms laughing and kiss me as only you can and whisper, almost incidentally, that I love you.

If I hadn’t already done so, I would marry you again any day; but you’re still asleep,


Your Ulf

Happy Birthday lieber Jürmann

(down below in english) Du Ulf auf Rädern, der in kürzester Zeit vom Transporter zum Zuhause wurde. Du, wiedergeboren in Horstmar und in Dubrovnik von den Toten auferstanden bist, hast uns nicht nur in Dir, manche unruhige Nacht gekostet. Wir haben uns wie zu junge Eltern auf Dich gefreut, Dich mit jeder Kinderkrankheit lieber gewonnen und gegen alle Widerstände auf die Straßen gebracht, die unsere Welt bedeuten sollten.

In sechs Monaten wurde aus Dir, einem alten Transporter, nahe Düsseldorf ein meist beweglicher Lebensmittelpunkt für verlorene Seelen, die noch nicht wussten, was Du für eine Aufgabe sein wirst.

Unser letztes Geld haben wir auf über 4000 Kilometern in Dich gesteckt, und dabei nicht nur viel über uns, sondern auch über Dich gelernt. Wie groß du kleiner Transporter sein kannst und wie sensibel Deine Bremsen, Dein Getriebe, Turbo und Keilriemen ist.

An und in Dir würde Silvana zur Mechatronikerin und ich zum Lehrer.

Auf mikrigster Bodenfläche hast Du uns gelehrt, wie man sich bei schlechter Laune aus dem Weg gehen kann, ohne Dich zu verlassen und wie man mit einem langsamen Rechner Geld verdient.

Durch Östereich, Italien, Slowenien, Bosnien, Kroatien, Montenegro und Albanien hast du uns nach Griechenland gebracht und streckst die Schnauze schon wieder Richtung Türkei.

Oh Jürmann, Du französisches Problemkind gepaart mit Deutscher Improvisationskunst. Wie sehr lieben wir Dich, dank der von Silvana eingebauten Heizung, auch wenn Du uns in Kloster Andechs den Küchenschrank zu Füßen legtest und mit munterem Lichtspiel immer wieder gezeigt hast, wie sehr Du Dir unsere Aufmerksamkeit wünscht.

Nein, der TüV mag Dich nicht, aber mach Dir nichts daraus immer sagen Deine Leute Du siehst doch viel jünger aus. Mit Deinen schmuddeligen Knien, wenn Deine Holme Wasser ziehen, nehmen ich mir eine Zigarette wenn Abschleppseil legt Dich an Kette, ja Deine Beulen hier und da, waren vor einem Jahr noch gar nicht da.

Aber auch nicht das Wasser, warm, und im Becken Dein Spülhahn, die Batterien Lithium, brachten mein Schatzi beinahe um. Solaranlage viele Kabel alles liegt auf Deiner Gabel, die trotz wengen Pferdestärken uns Deine Willenskraft ließ merken.

An Hängen und im tiefstem Kiesbett träge, standest Du manchmal recht schräge. Wer will schon einen Hymer haben, wenn er sich kann an Jürmann laben?

So hoffen wir, trotz der Blessuren, das Du mit uns noch manche Spuren, in diese Welt gedenkst zu machen und immer wieder bringst zum lachen. Denn was wären, Sie und ich, ohne Rappelkiste Dich.

Dein Ulf

Happy Birthday dear Jürmann
You Ulf on wheels, who went from van to home in no time at all. You, reborn in Horstmar and resurrected from the dead in Dubrovnik, cost us many a restless night, and not only in you. We looked forward to you as if you were too young, we loved you more with every childhood illness and, against all odds, took you onto the streets that were to be our world.

In six months, you, an old van near Düsseldorf, became a mostly mobile center of life for lost souls who did not yet know what you would be.

We invested the last of our money in you, driving over 4000 kilometers, and learned a lot not only about ourselves, but also about you. How big you little transporter can be and how sensitive your brakes, gearbox, turbo and V-belt are.

On and in you, Silvana would become a mechatronics engineer and I would become a teacher.

You taught us how to get out of the way in a bad mood without leaving you and how to earn money with a slow computer.

Through Austria, Italy, Slovenia, Bosnia, Croatia, Montenegro and Albania, you brought us to Greece and are already stretching your snout towards Turkey again.

Oh Jürmann, you French problem child paired with German improvisational skills. How much we love you, thanks to the heating installed by Silvana, even though you laid the kitchen cupboard at our feet in Kloster Andechs and showed us again and again how much you wanted our attention with a lively play of light.

No, the TÜV doesn’t like you, but don’t worry, your people always say you look much younger. With your grubby knees, when your spars draw water, I take a cigarette when the tow rope puts you on a chain, yes, your dents here and there weren’t even there a year ago.

But neither was the water, warm, and your tap in the sink, the lithium batteries almost killed my sweetheart. Solar system, many cables, everything is on your fork, which, despite little horsepower, made us realize your willpower.

Sluggish on slopes and in the deepest gravel bed, you sometimes stood at quite an angle. Who wants a Hymer when they can enjoy Jürmann?

So we hope, despite your wounds, that you will continue to make your mark on this world with us and make us laugh again and again. Because what would you and I be without Rappelkiste?

Your Ulf

Frühlingserwachen

(down below in english) An unserer Wagenburg am Strand entsteht jeden Morgen die Welt. Man hört nur das Rauschen der Wellen, hin und wieder einen Jogger hecheln und die kleinen Vögel, die bald nach Deutschland fliegen.
Und alles vor einem Himmel, der auf einer kleinen Nebeldecke ruht, aus denen Berge erwachsen und die einen sanften übergang zu Wolken bilden, hinter denen gegen halb acht die Sonne erscheint.
Jeder hier, der Computerspezialist aus England, die Portugiesin, für die unsere Fluchtnacht nur ein Schauer war, sowie die ehemalige Bankkauffrau, die nicht aus ihrem Mercedes an in das neue Wohnmobil ihrer Freundes ziehen mag, ist still.
Man und Frau sitzen oder liegen im jeweiligen Bett und genießt das allmorgendlich Ritual der Weltentstehung.
Worte, so scheint es, sind zu gewöhnlich für so ungewöhnlich schöne Momente. Vielleicht werden sie auch wie von mir in einen Blog getippt, aber nicht gesprochen. Die Ruhe ist laut genug für den ersten Kaffee.
Hier haben die Augen noch Zeit, das sehen zu lernen, verfolgen die Möwen über dem Meer oder hängen an Morgentau von Pflanzen, die auf grünen Hälsen das Sonnenlicht inhalieren.
Griechenland hat Zeit, spürt man hier, wo man sich überflüssiger Zivilisation entzieht. Hier macht keiner das Radio an, um die Nachrichten zu hören, oder schimpft, dass man gleich arbeiten muss. Hier nickt man sich zu und nimmt sich die Zeit für unbeschreibliches Frühlingserwachen.
Hier ist kein Platz für Ablenkung, den hier will man das erleben was ist und alles, was nicht urwüchsig ist stört.
Hier bringt man sich Nussecken, flickt Kleider oder schreibt, nur damit alles so bleiben kann wie es ist.
2023, 24 und 25. Hier gibt es keine Zahlen, sondern nur ein Jetzt. Immer wieder und immer wieder einmalig und selbst das ist schon zu viel Schönheit für zwei Augen und eine Seele.

Man kann eben nicht alles haben. Aber mehr geht nicht.

Bis morgen,

Euer Ulf

Early morning awakening
Every morning, the world begins at our wagon castle on the beach. All you can hear is the sound of the waves, the occasional jogger panting and the little birds that will soon be flying off to Germany.
And all against a sky that rests on a small blanket of mist, from which mountains emerge and form a gentle transition to clouds, behind which the sun appears around half past seven.
Everyone here, the computer specialist from England, the Portuguese woman for whom our night of escape was just a shower, and the former bank clerk who doesn’t want to move out of her Mercedes and into her friend’s new camper van, is quiet.
Man and woman sit or lie in their respective beds and enjoy the morning ritual of the world coming to life.
Words, it seems, are too common for such unusually beautiful moments. Perhaps they are typed into a blog, as I did, but not spoken. The silence is loud enough for the first coffee.
Here, the eyes still have time to learn to see, following the seagulls over the sea or hanging on to morning dew from plants that inhale the sunlight on green necks.
You can sense that Greece has time here, where you can escape superfluous civilization. Here, nobody turns on the radio to listen to the news or complains that they have to go to work straight away. Here, people nod to each other and take the time for an indescribable spring awakening.
There is no room for distraction here, because here you want to experience what is, and everything that is not natural disturbs you.
Here you bring yourself nut corners, mend clothes or write, just so that everything can stay as it is.
2023, 24 and 25 – there are no numbers here, just a now. Again and again and again unique and even that is too much beauty for two eyes and one soul.

You can’t have everything. But more is not possible.

See you tomorrow,

Your Ulf

Geschüttelt, nicht gerührt

Geschüttelt nicht gerührt
Der Wind, der Wind, das himmlische Kind scheint in die Pubertät gekommen zu sein, denn schon die ganze Nacht rüttelt er am Jürmann, als seien wir auf hoher See.

Gut, dass Udo Lindenberg mit einigen Zeilen vorgesorgt hat, denn zur Melodie von Andrea Andoria und Co schunkeln Silvana und ich in unserer Kajüte und hoffen, dass die Böen nicht noch stärker werden.

Silvan hört schon die Flöhe husten, denn irgendwas unter uns rumpelt und pumpelt wohl, während ich „keine Panik auf der Titanic“ summe und nur das Pfeifen in den Ritzen höre und dem Mobiliar beim Wackeln zuschaue.

Aber ehrlich gesagt finde ich das Wetter gar nicht schlecht, sondern richtig spannend. Ich bin sogar bei der Frühstückszigarette wieder in nordischen „Släng“ verfallen und begrüßte den Morgen mit einem fröhlichen “ Na du Olle Spinatwachtel, tut das Not, dass du hier so’n Stress machen tust?““
„Nej“, pfiff es durch irgendeine undichte Stelle hinten, während die schneebedeckten Bergspitzen im kalten Sonnenlicht erstrahlen, die den Himmel in heroischem Licht einer Schneekönigin eine wahrhaft imposante Würde verleihen.
Im wahrsten Sinne des Wortes „Nordisch bei Nature“ nur hier bei sanften 14 Grad. Wenn wir nicht wüssten, dass heute Nacht das bockige Kind sogar wieder Lust auf Bäume ausreißen bekommen könnte, würden wir bleiben und es nur genießen, aber da unser Jürmann weder Segel noch Flügel hat, riskieren wir das lieber nicht und werden uns wohl nachher ein stilleres Örtchen suchen, damit Mutti sich in Westfalen keine Sorgen machen muss.
In diesem Sinne verkneifen wir uns jetzt einen schönen Rum mit Tee und gönnen uns einen heißen Kaffee mitm büschn Milch, geschüttelt, nicht gerührt, versteht sich.

Bis morgen,

Euer Ulf


Shaken, not stirred


The wind, the wind, the heavenly child seems to have hit puberty, because it shakes the Jürmann all night long as if we were at sea.

It’s a good thing that Udo Lindenberg contributed a few lines, because Silvana and I sway in our cabin to the sounds of Andrea Andoria and co. and hope that the gusts don’t get any louder.

Silvana can already hear the fleas coughing because something must be purring and pumping underneath us, while I hum „no panic on the Titanic“ and only hear the hissing in the cracks and see the furniture shaking.

But to be honest, I don’t think the weather is that bad, I actually find it really exciting. I even returned to my Scandinavian „Släng“ over my morning cigarette and greeted the morning with a cheery „Well, you old spinach quail, is it necessary to make such a fuss here?“.
„Nej,“ he hissed through a leak in the back, while the snowy mountain peaks glowed in the cold sunlight, giving the sky the heroic light of a snow queen with truly imposing dignity.
Literally „Scandinavian by nature“, except that it was a balmy 14 degrees here. If we hadn’t known that the stubborn child might have the urge to uproot trees again tonight, we would have stayed and just enjoyed it, but as our Jürmann has neither sails nor wings, we’d rather not take the risk and will probably look for a quieter spot later so that mom doesn’t have to worry in Westphalia.
With this in mind, we’ll forgo a nice rum and tea and enjoy a hot coffee with a little milk – shaken, not stirred, of course.

See you tomorrow,

Your Ulf

Unkraut vergeht nicht

(down below in english) Das kleine Paradies, was wir aktuell ohne Übertreibung unser Zuhause nennen können, wird von einem kleinen Bambusstrauch markiert.
Jedesmal, wenn wir aus der Stadt oder bis letzte Woche aus unserer Aussenstelle an diesen Strand zurückkehren oder kehrten, ist und war dieses beinahe vertrocknete Etwas unser Orientierungspunkt.

Hier funktioniert das Internet am besten und hier können wir so stehen, dass beim Wasser oder andere Dinge zubereiten, der Gaskocher nicht umfällt und wir nicht in Schräglage einschlafen müssen.
Unser Fixpunkt ist also dadurch gekennzeichnet, was man in Griechenland wohl Unkraut nennt. Etwas das gegen alle Widerstände wohl nicht kaputt zu kriegen scheint. Gestern sagte Silvana sogar, dass ihr düngt, der Bambus erhole sich wieder, da links und rechts neue Triebe wachsen.

Hier am Strand, in trockener, Nährstoff ärmster Erde kämpft eine Pflanze wie die Gallier in Frankreich um sein Leben.

Aber ist kämpfen an dieser Stelle das richtige Wort, wenn nichts und niemand einen töten kann? Wäre nicht wenn überhaupt der Mensch derjenige, der seinem Problem Bambusstrauch Herr werden will, indem er es auszugraben versucht? Also er derjenige wäre, der einen endlosen Kampf gegen den Strauch führt, der nur ein kleines Stück funktionstüchtiger Wurzel braucht, um wieder wachsen zu können?
Wie Distel, Brennessel oder Löwenzahn in Deutschland, findet man hier am Strand Bambus und eine hell lilafarbene Alpenrose, wie ich sie nennen möchte, da die so schön ist.

Ob Starkregen oder Trockenperiode, diese beiden Pflanzenarten widersetzen sich allem, das ihre Daseinsberechtigung bedroht. Kein noch so intensives Jäten macht diesen Gewächsen den Gar aus.

Die Frage ist doch dann, warum sind also Rosen, Tulpen und Nelken die Zier und sogenanntes Unkraut die Pest? Ist es nicht so, dass Mutter Natur der Meinung scheint, als könne man auf jedwede Zierpflanze durchaus verzichten, aber auf Bambus und Distel nicht?
Wenn alles auf der Erde Teil eines Ganzen ist, muss offensichtlich diese Einheit auf Rosen verzichten können, aber auf meine lila Alpenrosen nicht.

Diese Gewächse, hier Nahrungsquelle für unzählige Vögel und Boxio für Hunde sind also mehr als in Japan Baugerüste aus Bambus. Ohne sie würde wohl der ganze Naturkreislauf zusammenbrechen und damit auch der Mensch, als Teil davon, zugrunde gehen.

Kurz bevor meine Oma mit 102 Jahren starb, sagte ich zu ihr “ Oma, wir beide sind wie Unkraut, wir vergehen nicht“ und ich wusste damals nicht, dass das ein Kompliment war, denn zeigen wir dich, als nervige alte Schachtel oder renitenter Giftzwerg der Menschheit nicht, was Unkraut dem Ziergarten beweist: Ihr seid schön, aber wir sind wichtig.

Denn wenn wir nur Pest wären, würde es doch Menschen wie uns schon lange nicht mehr geben. Wir brauchen keinen Spezialdünger, uns reicht ein kleines bisschen lebendige Wurzel, um ewig zu leben. Nicht als die Pflanze, sondern als Art.

Ich erwuchs aus dem Rest meiner Oma und glücklicherweise ist meine Tochter, trotz all ihrer Rosentalente, auch ein kleines bisschen Distel. Kein Grund zur Klage also, sondern zur Freude, oder?

Bis morgen,

Euer Ulf
Weeds never die
The little paradise that we can currently call home without exaggeration is marked by a small bamboo bush.
Every time we return or returned to this beach from the city or, until last week, from our outpost, this almost withered something is and was our point of reference.

This is where the internet works best and where we can stand so that the gas stove doesn’t fall over while we’re preparing water or other things and we don’t have to fall asleep at an angle.
Our fixed point is therefore characterized by what is probably called a weed in Greece. Something that seems to be unbreakable against all odds. Yesterday, Silvana even said that she was fertilizing the bamboo and that it was recovering as new shoots were growing to the left and right.

Here on the beach, in dry, nutrient-poor soil, a plant is fighting for its life like the Gauls in France.

But is fighting the right word here, when nothing and nobody can kill you? If anything, wouldn’t the human being be the one who wants to get to grips with his bamboo bush problem by trying to dig it up? So he would be the one fighting an endless battle against the shrub that only needs a small piece of functioning root to be able to grow again?
Like thistle, stinging nettle or dandelion in Germany, here on the beach you can find bamboo and a bright purple alpine rose, as I like to call it, because it is so beautiful.

Whether it’s heavy rain or a dry spell, these two plant species resist anything that threatens their raison d’être. No amount of intensive weeding will put an end to these plants.

The question then is, why are roses, tulips and carnations the ornamental plants and so-called weeds the plague? Isn’t it the case that Mother Nature seems to think that you can do without any ornamental plant, but not bamboo and thistle?
If everything on earth is part of a whole, this entity must obviously be able to do without roses, but not my purple alpine roses.

These plants, a source of food for countless birds and boxio for dogs, are more than bamboo scaffolding in Japan. Without them, the entire natural cycle would probably collapse and humans, as part of it, would also perish.

Shortly before my grandma died at the age of 102, I said to her, „Grandma, you and I are like weeds, we don’t die“ and I didn’t realize at the time that it was a compliment, because let’s not show you, as an annoying old hag or a recalcitrant poisonous dwarf, what weeds prove to the ornamental garden: You are beautiful, but we are important.

Because if we were just pests, people like us would have ceased to exist a long time ago. We don’t need special fertilizer, a little bit of living root is enough for us to live forever. Not as a plant, but as a species.

I grew from the rest of my grandmother and fortunately my daughter, despite all her rose talents, is also a little bit of thistle. So no reason to complain, but to rejoice, right?

See you tomorrow,

Your Ulf

15 Minuten Ruhm

15 Minuten Ruhm
Die Fenster sind beschlagen wie in einem Altbau, wenn morgens der Wecker klingelt und es kostet ein wenig Überwindung, sich aus der kuscheligen Decke herauszupellen, wenn es Zeit zum Aufstehen ist.
Aber im Gegensatz zu früher, bin ich nicht schlecht gelaunt, sondern fühle mich beinahe täglich wie der kleine Junge vor vielen Jahren, der kurz vor der Bescherung in der Küche meines Opas auf das Glöckchen wartet, dass mir signalisiert: Jetzt geht es los.

Mein Blick wandert noch etwas tapsig umher, nervös, da ich nur weiss, dass mich etwas besonders schönes, ein Glücksgefühl erwartet.

Damals habe ich dann häufig das ewige Licht über der Wohnzimmertür beobachtet. Dieses kleine intensiv rote Flackern unter einem Ikonenimitat. Heute habe ich dafür eine Gasflamme, die unter dem Kaffeewasser bläuchlich seinen Dienst verrichtet.
Auch sie meckert nicht, sondern macht, was sie machen muss, denn was anderes kann und soll sie nicht und dann kommt der einzige Moment im Leben, an dem ich froh bin, Raucher zu sein.
Die Lust auf eine Zigarette drängt mich zur Jürmanntür wie den kleinen Jungen ans Schlüsselloch und mit ein wenig Herzklopfen wage ich es, als hätte ich es Leuten gehört.

Ich reiße sie auf und alles strahlt, als läge vor mir das Kind in Windeln gewickelt.
Und wâhrend mein Weihrauch dampft und das Kaffeearoma im Hintergrund wie Mürrebslsam den kleinen Raum erfüllt bestaune ich 15 Minuten die Geburt des Goldes, das aller Leben Ursprung ist.

Bis morgen,

Euer Ulf

(Man muss es eben einfach erleben. Kein Wort der Welt kann dieses Wunder adäquat beschreiben)

15 minutes of fame
The windows are fogged up like in an old building when the alarm clock rings in the morning and it takes a little effort to peel myself out of the cozy blanket when it’s time to get up.
But unlike in the past, I’m not in a bad mood, instead I feel almost every day like the little boy many years ago who waits in my grandpa’s kitchen for the little bell to signal me just before the presents: Here we go.

My eyes still wander around a bit clumsily, nervously, because I only know that something particularly nice, a feeling of happiness, awaits me.

Back then, I often watched the eternal light above the living room door. This small, intense red flicker under an imitation icon. Today I have a gas flame instead, which does its job under the coffee water with a bluish glow.
It doesn’t grumble either, but does what it has to do, because it can’t and shouldn’t do anything else, and then comes the only moment in my life when I’m glad to be a smoker.
The desire for a cigarette pushes me towards the door like a little boy towards the keyhole and with a little palpitation I dare to do it, as if I had heard people say it.

I pull it open and everything shines as if the child were wrapped in diapers in front of me.
And while my incense steams and the coffee aroma in the background fills the small room like the aroma of shortbread, I marvel for 15 minutes at the birth of the gold that is the source of all life.

See you tomorrow,

Your Ulf

(You just have to experience it. No word in the world can adequately describe this miracle)

Tabula rasa

(down below in english) Wir mussten gestern umziehen, weg vom Strand mit dem idealen Internet zu dem, der durch seine Ruhe besticht.

Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. Denn hier ist es traumhaft. Vereinzelte Vögel am Horizont, Wellenrauschen und eine Sonne, die es nur gut mit einem meint. Kein verlogenes „na wie geht es Dir?“ Keine Nachricht, in der steht, dass man leider umdisponieren muss, weil, keine identitäre Profilierungssucht, die, wenn man selbst ein Problem hat zum Yoga muss und echauffiert ist, wenn der Knecht grad seinen Schreibtisch ordnet.

Eine kleine Wolke aus dem Mund, weil die Nacht noch Spuren der Kälte für den Tag hinterlassen hat und Frieden in der Sprache die jeder versteht und verstehen will: Sonnenstrahlen auf Morgentau.

Hier, in diesem, unserem kleinen Paradies, gibt es keine Wochentage oder Rechnungen, nur andere Reisende, die selbst auf der Suche nach dieser Ruhe sind und in der Ferne ein Schiff, dass symbolisiert, dass irgendwo in der eigenen Seele auch mal eine Sehnsucht nach mehr steckte.

Aber diese Sehnsucht ist in mir gestillt, wie Durst nach einem Kaltgetränk. Nichts weiter als eine Erinnerung an ein Imperfekt, mit dem sich jetzt andere rumzuschlagen haben.

Nie wieder Angst, egal vor was, nie wieder Selbstzweifel, weil andere an einem zweifeln könnten. Ich bin zufrieden mit mir, mit mir im Reinen, wie ich es noch nie war und dieses Glück lasse ich mir von keinem mehr kaputt machen.

Nie wieder.

Lieber gern wenig gezahlt bekommen als ungern viel. Nie wieder Bringschuld. Ich habe immer getan was ich konnte, mehr geht nicht und ich weiss das, und hier, kann ich mich auch endlich damit versöhnen, dass ich damit zufrieden bin.

Und Silvana? Sie fragt mich nur, ob ich auch einen Kaffee will, grüsst im Vorbeigehen kurz unsere gemeinsame Freundin, kuschelt sich wieder in die Decke und haucht sanft: Ist das schön hier.

Mehr geht nicht.

Bis morgen,

Euer Ulf

Tabula rasa
We had to move yesterday, away from the beach with the ideal internet to the one that impresses with its tranquillity.

Sometimes you have to be forced to be happy. Because it’s a dream here. A few birds on the horizon, the sound of the waves and a sun that only means well with you. No mendacious „how are you?“ No messages telling you that you unfortunately have to change your plans because you have to go to yoga when you have a problem and you’re so upset when your servant is tidying his desk.

A small cloud from the mouth, because the night has left traces of the cold for the day, and peace in the language that everyone understands and wants to understand: sunbeams on morning dew.

Here, in this, our little paradise, there are no weekdays or bills, only other travellers who are themselves in search of this peace and a ship in the distance that symbolizes that somewhere in your own soul there was once a longing for more.

But this longing is quenched in me, like a thirst for a cold drink. Nothing more than a reminder of an imperfection that others now have to deal with.

No more fear, no matter what, no more self-doubt because others might doubt you. I’m happy with myself, at peace with myself like I’ve never been before and I won’t let anyone ruin this happiness.

Never again.

I’d rather be paid a little than a lot. No more debt. I’ve always done what I could, I can’t do more and I know that, and here I can finally reconcile myself to the fact that I’m happy with that.

And Silvana? She just asks me if I want a coffee too, says a quick hello to our mutual friend as we walk past, snuggles back into the blanket and breathes softly: „It’s lovely here.

That’s all I can do.

See you tomorrow,

Your Ulf

Jeden Tag eine neue Welt

(Down below in english)

(Weibliche Stimme mit sanftem Tembre:) „Herzlich willkommen zur ersten Folge von „entspannen mit Ulf“ – um das ganze Potential dieses extra für moderne Menschen wie Sie entwickelten Braincustomizing excellerator Kurses aktivieren zu können, empfehlen wir diese aus zarten Polyesterfäden gesponnene „keep calm pans“, die Professor Dr. Ulf Münstermann in einem Meditationskurs von seinem Zen Meister Ying Yang als bester Schüler auf einem einsamen Berg in den Anden kurz vor dessen Ableben überlassen wurde.

Dieses thermostatisch aufgeladene und mit Liebespigmenten besetzte Kleidungsstück besticht nicht nur durch sein exotisches Muster aus zarten Weinrot mit kontrastieren Nachtblau zur dunklen Stunde, sondern schmiegt sich auch wie eine zweite Skinrole an gestresste Körper, wo sie allein durch Berührung die inneren Nervenbahnen aktiviert und dabei einen verjüngenden Aloeveraeffekt auf das größte Organ ihres Trägers, die Haut, hervorprüft.

Und für nur 499 Euro inklusive Versand bekommen Sie den passenden Meditationsfaden aus reiner Baumwolle, gesponnen nach dem Vorbild einsiedelnder Bergapte aus einem Kloster am Fuße des Peleponnes gratis hinzu“.

(Sanfte Töne einer voluminösen Klangschale erklingen)

(Ein tiefer Bariton kriecht in das Trommelfell der Hörer:) „Haben Sie eine wohlig, entspannte Sitzposition eingenommen? Dann schließen Sie ihre Augen und atmen Sie tief ein. Ist es nicht herrlich, wie die frische Luft aus Nikotion und Kondensat die jungen Lungenbläschen verklebt?

Und ausatmen“.

(Es erklingt erneut die weibliche Stimme mit dem sanftem Tembre:)“Die extra für solche Momente, die nur Ihnen gehören, in liebevoller Handarbeit gedrehten Glücksstäbchen mit Vanillearoma, kann man übrigens ebenfalls über Professor Doktor Ulf Münstermanns Wohlfühloase im Internet ordern“.

Unter http://www.bis-morgen.com

Euer Glücksguru des Vertrauens

A new world every day

(Female voice with a gentle tembre:) „Welcome to the first episode of „relax with Ulf“ – to activate the full potential of this brain-customizing excellerator course developed especially for modern people like you, we recommend these „keep calm pans“ spun from delicate polyester threads, which were given to Professor Dr. Ulf Münstermann in a meditation course by his Zen master Ying Yang as his best student on a lonely mountain in the Andes shortly before he passed away.

This thermostatically charged garment, studded with love pigments, not only captivates with its exotic pattern of delicate wine red with contrasting midnight blue in the dark hours, but also clings to stressed bodies like a second skinrole, where it activates the inner nerve pathways through touch alone, producing a rejuvenating aloe vera effect on the wearer’s largest organ, the skin.

And for only 499 euros including shipping, you get the matching meditation thread made of pure cotton, spun according to the model of hermitic mountain apts from a monastery at the foot of the Peloponnese, for free“.

(Soft tones of a voluminous singing bowl sound)

(A deep baritone creeps into the eardrums of the listeners:) „Have you taken a comfortable, relaxed sitting position? Then close your eyes and take a deep breath. Isn’t it wonderful how the fresh air of nicotine and condensation clogs the young alveoli?

And breathe out“.

(The female voice with the gentle tembre is heard again:) „By the way, you can also order the vanilla-flavored bliss sticks, lovingly handmade especially for such moments that belong only to you, from Professor Doctor Ulf Münstermann’s feel-good oasis on the Internet“.

At http://www.bis-morgen.com

Your trusted happiness guru



War was?!

(down below in english) Laut ADAC sind wir gerade einmal 2876 Kilometer von Münster entfernt, oder wie man im Netz sagt one day four hours and 40 Minutes. Ein Katzensprung quasi. Da fragt man sich natürlich auch, wo die rund 2000 Kilometer mehr auf der Uhr des Jürmanns kommen, denn gefühlt standen wir ja hauptsächlich in Igoumenitsa und hier in Kalamata.

Ach ja, da war ja noch die Sache mit Brüssel und, ach ja, der Friedhof mit den freundlichen alten Ladies in Arlon, die Tanke mit dem Motorradfahrer dem ich beinahe die Maschine umgefahren habe in Luxemburg und Billard mit Dylan in Saarburg habe ich noch vergessen.

Und Herrsching, Salzburg, Florenz, das Tichuana von Slowenien, unser erster richtiger Strand in Krk und Dubrovnik. Oh Dubrovnik, da fällt mir ein, dass die abgeschleppten Kilometer gar nicht mitgezählt wurden.

Ups, das wunderschöne Bosnien und Herzegowina mit Anton und Slatan ist mir da wohl durchgerutscht und die unfassbar schöne Flusströmung mit dem Obdachlosen Penthouse, der uns sogar die Pornos da gelassen hat. Zum Glück ging unser kleiner Streit dort nicht ganz so weit, dass ich das Angebot annehmen musste.

Und während ich hier so liege und gedanklich durch unser Zuhause streife, denke ich natürlich an die blaue Beule am Jürmann hinten rechts, die wir uns auf dem Parkplatz in Bosna zugezogen haben. Gut, dass Montenegro auch noch Kotar und den Long Beach zu bieten hatte, sonst würde ich bei dieser Region wohl nur noch an den Golffahrer mit Flachmann auf der Schnellstraße denken, oder an die Panik die ich hatte, als ich Silvana Nachts nicht wieder fand.

Aber alles vergeben und vergessen. Auch der wahrscheinlich überflüssige Werkstattaufenthalt in Albanien bei Antonio, der so nett war und unser Pfeifproblem doch nicht lösen konnte. Aber den Turbo zu checken, war bestimmt eine gute Prophylaxe für später.

Und dann waren wir ja auch schon in Igoumenitsa, wo wir uns endlich den wahren Problemen wie beinahe Absaufen und unsere Heizung Petra kümmern konnten, ach ne, das kam ja erst später, nach Peter, Andrea und Nikita und TJ aus Hannover.

Wann war eigentlich das mit der Miliz? Ach ja, da, kurz vor dem Campingplatz von Andrea, wo wir unseren Jeffrey Lebowski zurück lassen mussten.

Unvergesslich auch das Treffen mit Peter am Meer, das jeden Tag die Farbe wechselte, und seinem Wohnmobil, dass in Italien Jürmannattitüden annahm. Gut, dass ihm nichts passiert ist.

Oder das Münster von Griechenland, Patras, von dem wir immer noch nicht wissen, ob es mit oder ohne „s“ geschrieben wird aber dessen Brückenkosten unvergesslich bleiben.

Und natürlich Jannis, unser Freund aus Inglewood, würde man in Pulp Fiction wohl sagen. Der griechische Ulf mit Dortmunder Wurzeln, dessen Waschsalon unser Ziel war, aber dessen Freundschaft wir gewinnen konnten. Zwar kurz vor Patras, aber wen stört das schon?

Irina fragt sich bestimmt grad, ob ich sie vergessen habe. Nein hab ich nicht und Mareike mit ihrem Mann Chris sowie das schnuckeligen Haus in den Bergen natürlich auch nicht.

Und dann sind auch schon fünf Monate um und ein waschechter Sokratis repariert den Wagen eines Philosophen. Was will man mehr?

Nie wieder zurück!

Bis morgen,

Euer Ulf

Something Missing?!
According to the ADAC, we are just 2876 kilometers away from Münster, or as they say on the net, one day four hours and 40 minutes. A stone’s throw, so to speak. Of course, this also makes you wonder where the extra 2000 kilometers on the Jürmann’s clock came from, because we felt like we were mainly in Igoumenitsa and here in Kalamata.

Oh yes, there was also the thing with Brussels and, oh yes, the cemetery with the friendly old ladies in Arlon, the petrol station with the motorcyclist I nearly knocked over in Luxembourg and billiards with Dylan in Saarburg.

And Herrsching, Salzburg, Florence, the Tichana in Slovenia, our first real beach in Krk and Dubrovnik. Oh Dubrovnik, I just remembered that I didn’t count the kilometers we towed.

Oops, I must have slipped through the beautiful Bosnia and Herzegovina with Anton and Slatan and the incredibly beautiful river current with the homeless penthouse, who even left us the porn. Fortunately, our little argument there didn’t go quite so far that I didn’t have to accept the offer.

And while I’m lying here, mentally wandering around our home, I’m of course thinking about the blue bruise on Jürmann’s back right that we got in the parking lot in Bosna. It’s a good thing that Montenegro also had Kotar and Long Beach to offer, otherwise I would probably only think of the golf driver with a hip flask on the highway, or the panic I had when I couldn’t find Silvana again at night.

But all is forgiven and forgotten. Even the probably superfluous workshop visit in Albania with Antonio, who was so nice and couldn’t solve our whistle problem after all. But checking the turbo was certainly a good preventative measure for later.

And then we were already in Igoumenitsa and could finally deal with the real problems like almost sinking and heating, oh no, that only came later, after Peter, Andrea and Nikita and TJ from Hanover.

When was it with the militia? Oh yes, just before Andrea’s campsite, where we had to leave our Jeffrey Lebowski behind.

The meeting with Peter by the sea, which changed color every day and whose motorhome in Italy took on Jürmannatti characteristics, was also unforgettable. It’s a good thing nothing happened to him.

Or the cathedral of Greece, Patras, which we still don’t know whether it is spelled with or without an „s“ but whose bridge costs remain unforgettable.

And of course Jannis, our friend from Inglewood, as they would say in Pulp Fiction. The Greek Ulf with roots in Dortmund, whose launderette was our destination, but whose friendship we managed to win. Just before Patras, but who cares?

Irina must be wondering if I’ve forgotten her. No, I haven’t and of course neither have Mareike and her husband Chris, nor the cosy house in the mountains.

And then it’s already five months later and a real Sokratis is repairing a philosopher’s car. What more could you want?

Never go back!

See you tomorrow,

Your Ulf

I had a dream

(down below in english) Puuuh, hab ich einen Scheiss geträumt. Wir waren in New York und wie früher lief erst alles gut bis es plötzlich ins Gegenteil umschlug. Ich kämpfte nach Leibeskräften um gesellschaftliche Akzeptanz, die mir einfach nicht zu Teil werden wollte,weil ich die Dinge zu individuell betrachtete und dementsprechend auch anging.

Und wie kurz vor Beginn unserer Reise, bekam ich es mit der Angst zu tun, dass ich den Ausweg nicht fänd. Ich wusste, dass wir zum Flughafen mussten, aber fürchtete mich, dass ich den Weg nicht finden würde. Ich haderte an meinen Sprachkenntnissen und strampelte in meiner Traumwelt wie eine Fliege in Milch ums überleben.

Dann wurde ich wach und war noch ganz benommen von diesem comicartig pituresken Eindrücken in meinem Kopf und verstand gar nicht, was ich wohl damit verarbeitet habe, denn die Reise auf der ich mich mit Silvana befinde, läuft ausgesprochen gut. Wir finden, was wir suchen und haben keinerlei Sozialisationsprobleme. Im Gegenteil, nie hat man uns mit offenen Armen empfangen als auf unserem Ritt auf der Waiküre und nie war ich mir sicherer, auf dem richtigen Weg zu sein.

Vielleicht muss ich einfach mein Gestern mit dem heute versöhnen und begreifen, in was für einem Leben ich mich befand. Ein hilflos Suchender, der alles für einen Hinweis auf den richtigen Weg gegeben hätte, aber nie bekam.

Mein Fehler war wahrscheinlich, dass ich tief in mir drin, meiner Intention nicht traute, obwohl ich dieser Alternativlösung ausgeliefert war und bin. Mein Weg ist nicht der von vielen anderen, ja ich lebe nicht einmal in der gleichen Welt wie die meisten, nicht zwingend wegen der scheinbar objektiv gleichen Welt, die uns allen gegeben ist, sondern allein schon, wie ich sie sehe.

Andere mögen im Chaos einen Flughafen brauchen, weshalb auch ich mich nach diesem auf den Weg machte, aber mein Platz ist nicht in einer Boing von Lufthansa und Co mit Nahmen Landsberg oder Heidelberg, meine Arche Noah ist ein alter Transporter aus Frankreich mit dem Namen Jürmann.

Und diesen Renault Master fliegt kein Kapitän und ich bin kein Passagier, sondern ich sitze im Cockpit und Silvana ist mein Copilot. Und wir verschwinden nicht mit 1000 Kilometer pro Stunde auf Flügeln über den Wolken, sondern wir fahren mit 80 km/h mitten durchs Leben.

Und während andere in einem New York ankommen und dort zwei oder drei Wochen verweilen, quälen wir uns durch Bosnien, Slowenien und Griechenland, um an Orten wie diesen den ganzen Winter zu verweilen.

Wir reisen nicht um vieles zu sehen, sondern uns zu finden. Und unser Ziel ist die Weite und das Meer, statt verstopfte Straßen. Wo es in New York Gucci gibt haben wir Palmen und wo in der Zivilisation das Leben unruhig pulsiert, plätschern hier sanft die Wellen.

Und während alle fürchten, dass der Urlaub bald vorbei ist, warten wir nur auf den richtigen Moment an dem die Sonne und weiter führt, wohin auch immer.

Bis morgen,

Euer Ulf

I had a dream

Phew, I had a dream. We were in New York and, just like before, everything was going well until it suddenly turned into the opposite. I fought as hard as I could for social acceptance, which I simply didn’t want because I looked at things too individually and approached them accordingly.

And just like just before we started our trip, I was afraid that I wouldn’t find a way out. I knew that we had to get to the airport, but I was afraid that I wouldn’t be able to find the way. I struggled with my language skills and struggled to survive in my dream world like a fly in milk.

Then I woke up and was still in a daze from these comic-like pituresque impressions in my head and didn’t even understand what I was dealing with, because the journey I’m on with Silvana is going really well. We find what we are looking for and have no socialization problems whatsoever. On the contrary, people have never welcomed us with more open arms than on our ride on the Waiküre and I’ve never been more sure that I’m on the right track.

Maybe I just need to reconcile my yesterday with today and realize what kind of life I found myself in. A helpless seeker who would have given anything for a clue to the right path, but never got it.

My mistake was probably that deep down I didn’t trust my intention, even though I was and still am at the mercy of this alternative solution. My path is not that of many others, indeed I don’t even live in the same world as most, not necessarily because of the seemingly objectively identical world that we are all given, but simply because of how I see it.

Others may need an airport in the chaos, which is why I also set off for one, but my place is not in a Boeing from Lufthansa and Co called Landsberg or Heidelberg, my Noah’s Ark is an old van from France called Jürmann.

And this Renault Master is not driven by a captain and I am not a passenger, I sit in the cockpit and Silvana is my co-pilot. And we don’t disappear at 1000 kilometers per hour with wings above the clouds, but we drive right through life at 80 kilometers per hour.

And while others arrive in a New York and stay there for two or three weeks, we torture ourselves through Bosnia, Slovenia and Greece to spend the whole winter in places like these.

We don’t travel to see many things, but to find ourselves. And our destination is the vastness and the sea, rather than congested streets. Where there is Gucci in New York, we have palm trees and where life pulsates restlessly in civilization, the waves lapping gently here.

And while everyone fears that the vacation will soon be over, we’re just waiting for the right moment for the sun to take us onwards, wherever that may be.


See you tomorrow,

Your Ulf