Es geht ja immer weiter, ne?! Wir stehen grad bei einer Werkstatt in Neo Mamia (die neue Mama, wie passend) und während ich beinahe zusammenbreche hört der Chef zu:“this one?“ Und ich „yes, this one“. „“Nice“, sein kurzer Kommentar mit Lächeln. Dann legt er sich unters Zuhause. Er zeigt auf die Kurbelwelle des Keilriemens, „broke“. „War klar“,mein Kommentar und ich senkte den Kopf.
Papiere, warten,Kippen holen, dann „kostet 250 Euro, 200 das Teil und 50 der Einbau. Ist um fünf da“, so der versierte Blick, der anfangs bei der griechischen Übersetzung meines Problems auch nur Hieroglyphen sah.
„Geht klar“, musste ich antworten obwohl ich froh war, dass hier alles so unkompliziert ist. „Ich muss um halb acht arbeiten, schaffen wir das?“ Und nachdem ich ihm sagte, dass ich dafür nur einen Rechner brauche, lächelte er „Dann bleib hier steh’n. Wird nur ein bisschen heiẞ“.
„Kein Ding, dass kenn ich“ grinste ich über das ersparte Hotel in mich rein, Griff zum kalten Bier und geh jetzt erst einmal mit Silvana spazieren. Vielleicht zum Lidl, den es um die Ecke geben soll, oder zum Minimarkt mit einer Besitzerin aus Gütersloh, wie ich beim Kippen holen erfuhr, aber auf jeden Fall erleichtert.
Euer Ulf
In english
Still cheaper than another Jürmann
It goes on and on, doesn’t it? We’re standing at a workshop in Neo Mamia (the new Mama, how fitting) and while I almost collapse, the boss overhears: „this one?“ And I say „yes, this one“. „Nice“, his brief comment with a smile. Then he lies down under the house. He points to the crankshaft of the V-belt, „broken“. „That was obvious“, my comment and I lowered my head.
Papers, wait, get fags, then „costs 250 euros, 200 for the part and 50 for fitting. It’ll be there at five,“ said the knowledgeable man, who initially only saw hieroglyphics in the Greek translation of my problem.
„Sure,“ I had to reply, although I was glad that everything was so uncomplicated here. „I have to work at half past seven, can we make it?“ And after I told him that I only needed a computer for that, he smiled „Then stay here. It’ll just be a bit hot“.
„No problem, I know that,“ I grinned at the hotel I’d saved, grabbed a cold beer and went for a walk with Silvana. Maybe to Lidl, which is supposed to be around the corner, or to the mini-market with an owner from Gütersloh, as I found out when I went to get a fag, but in any case I was relieved.
Your Ulf
En Francaise
Toujours moins cher qu’un autre Jürmann
Ça va toujours plus loin, non ? Nous nous trouvons devant un garage à Neo Mamia (la nouvelle maman, comme c’est approprié) et pendant que je m’effondre presque, le patron m’écoute : „this one ?“. Et moi : „yes, this one“. „Nice“, son bref commentaire avec un sourire. Puis il se couche sous la maison. Il montre le vilebrequin de la courroie trapézoïdale, „broke“. „C’était évident“, mon commentaire et je baisse la tête.
Les papiers, l’attente, les cigarettes, puis „c’est 250 euros, 200 pour la pièce et 50 pour la pose. C’est là à cinq heures“, dit le regard averti qui, au début, ne voyait que des hiéroglyphes dans la traduction grecque de mon problème.
J’ai dû répondre : „Ça va“, même si j’étais content que tout soit si simple ici. „Je dois travailler à sept heures et demie, on va y arriver ?“. Et après que je lui ai dit que je n’avais besoin que d’un ordinateur pour cela, il a souri „Alors reste ici. Ça va juste être un peu chaud“.
„Pas de problème, je connais ça“, ai-je souri en pensant à l’hôtel que j’avais économisé, j’ai pris une bière fraîche et je suis parti me promener avec Silvana. Peut-être au Lidl qu’il y a au coin de la rue, ou à la supérette dont la propriétaire vient de Gütersloh, comme je l’ai appris en allant chercher des cigarettes, mais en tout cas soulagée.
Votre Ulf
El Español
Sigue siendo más barato que otro Jürmann
Sigue y sigue, ¿verdad? Estamos parados en un taller de Neo Mamia (la nueva mamá, qué apropiado) y mientras yo casi me derrumbo, el jefe escucha: „¿ésta?“. Y yo le digo „sí, éste“. „Bonito“, su breve comentario con una sonrisa. Luego se tumba debajo de la casa. Señala el cigüeñal de la correa trapezoidal: „roto“. „Eso era obvio“, mi comentario y bajé la cabeza.
Papeles, espera, pitillos, luego „cuesta 250 euros, 200 por la pieza y 50 por el montaje. Estará allí a las cinco“, dijo el hombre entendido, que al principio sólo veía jeroglíficos en la traducción griega de mi problema.
„Claro“, tuve que responder, aunque me alegré de que aquí todo fuera tan sencillo. „Tengo que trabajar a las siete y media, ¿podemos llegar?“. Y después de decirle que sólo necesitaba un ordenador para eso, sonrió „Entonces quédate aquí. Sólo hará un poco de calor“.
„No hay problema, ya lo sé“, sonreí al hotel que me había guardado, cogí una cerveza fría y me fui a dar un paseo con Silvana. Tal vez al supermercado Lidl, a la vuelta de la esquina, o al minimercado con un dueño de Gütersloh, como descubrí mientras me fumaba un pitillo, pero definitivamente aliviado.
(Down below in english en français Incluido el español) … am rauschenden Bach, klip klap, klip klap, klip klap. Und es klingt so schlimm, dass wir morgen in die Werkstatt fahren. Wir befürchten das Schlimmste, aber bleiben gefasst, denn wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs und wollen weiter.
Vielleicht sind es nur Steine, aber wo? Vielleicht nur Schrauben, aber welche? Vielleicht, vielleicht, vielleicht.
Ich werde jetzt jedenfalls arbeiten, um für den worst case, was immer das heißt, gewappnet zu sein. Wie sagte Walther Ulbricht, der Statsratsvorsitzende der DDR so schön: vorwärts immer, rückwärts nimmer!
Und „seine“ Internationale, selten war sie so passend wie heute: Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zu-gewandt.
Bis morgen,
Euer Ulf
P.s. Spenden gerne an PayPal @Silvana379
In english
The mill rattles… …by the rushing brook, klip klap, klip klap, klip klap. And it sounds so bad that we’re going to the workshop tomorrow. We fear the worst, but remain calm, because we are on the Lord’s errand and want to keep going.
Maybe it’s just stones, but where? Maybe just screws, but which ones? Maybe, maybe, maybe.
In any case, I will work now to be prepared for the worst case scenario, whatever that means. As Walther Ulbricht, the Chairman of the GDR Council, said so beautifully: always forwards, never backwards!
And „his“ International has rarely been as fitting as it is today: rising from the ruins and facing the future.
See you tomorrow,
Your Ulf
P.s. Donations are welcome via PayPal @Silvana379
En Francaise
Le moulin fait du bruit… …au ruisseau qui murmure, klip klap, klip klap, klip klap. Et ça sonne si mal que nous irons demain à l’atelier. Nous craignons le pire, mais nous restons sereins, car nous sommes en route pour le Seigneur et nous voulons continuer.
Peut-être que ce ne sont que des pierres, mais où ? Peut-être juste des vis, mais lesquelles ? Peut-être, peut-être, peut-être.
En tout cas, je vais travailler maintenant pour être prêt à affronter le pire des cas, quoi que cela signifie. Comme le disait si bien Walther Ulbricht, le président du Conseil d’État de la RDA : en avant toujours, en arrière jamais !
Et „son“ Internationale, elle a rarement été aussi appropriée qu’aujourd’hui : renaître de ses ruines et se tourner vers l’avenir.
À demain,
Votre Ulf
P.s. Les dons sont les bienvenus sur PayPal @Silvana379
El Español
El molino traquetea… …junto al arroyo klip klap, klip klap, klip klap. Y suena tan mal que mañana iremos al taller. Nos tememos lo peor, pero mantenemos la calma, porque viajamos por el recado del Señor y queremos seguir adelante.
Quizá sólo sean piedras, pero ¿dónde? Quizá sólo tornillos, pero ¿cuáles? Puede que sí, puede que no.
En cualquier caso, trabajaré ahora para estar preparado para el peor de los casos, signifique eso lo que signifique. Como bien dijo Walther Ulbricht, Presidente del Consejo de Estado de la RDA: ¡hacia adelante siempre, hacia atrás nunca!
Y „su“ Internacional pocas veces ha estado tan a la altura como hoy: resurgiendo de las ruinas y encarando el futuro.
Ich glaube, dass ich vor einem Jahr Angst hatte. Die Wohnung war noch so gut wie voll, der Jürmann noch lange nicht fertig und ich saß mitten im Studium, verzweifelte an einer Hausarbeit über den Zauberberg und bangte davor, wie wir das alles hinbekommen sollen, denn das Ersparte schmolz bereits signifikant und die einzigen Einnahmen waren meine Buchverkäufe und die Überraschungseiersammlung eines Nachbarn.
Und dabei wussten wir noch gar nicht, welche Katastrophen noch alle auf uns warten würden.
Aber was ich auch nicht wusste, war, wie sehr mich mein Leben mit all seinen Erinnerungen und schlechten Erfahrungen im Würgegriff hielt. Es war so viel mehr als die Trennung von Frau und Kind und so, es war mein Geist, besessen von der Phobie, auf alles vorbereitet sein zu müssen, obwohl ich schon längst hätte gelernt haben müssen, dass man nicht auf alles vorbereitet sein kann.
Es gab kein Buch oder keine Zeitung, die ich nicht gierig verschlang und dennoch wollte mich mein Professor nicht bestehen lassen. Und als ich das begriff, immerhin hatte ich für seine Arbeit sämtliche Werke von Freud und vieles von Jung gelesen, übte ich nicht, dies zu akzeptieren, sondern steigerte mich in die Wut, es ihm dennoch zu beweisen. Vergeblich.
So vergeblich wie der Wunsch, die Welt verstehen zu können, all der Hass, Neid, die Missgunst und Zwietracht. Ich konnte und wollte nicht verstehen, was jetzt, ein Jahr später langsam meine neue Wahrheit wurde und wird.
In einer Welt, die angefüllt ist von Kaufkraft, wo Qualität aufgrund der Notwendigkeit, dass so gut wie nichts mehr natürlich ist, ausschlieślich skalare Bedeutung hat, kommt man nicht umhin, sich im Spinnennetz der Vergleiche zu verfangen.
Alles kann größer und besser sein und alle streben, gefangen in ihrer eigenen kleinen Welt nach mehr. Was man auch sieht und fühlt und hört und riecht, nichts ist gut, alles ist immer in einem Steigerungspotential verortet und deshalb ein omnipräsenter Motivator zur Selbstoptimierung und darüber zur Geisel der Seele.
Ich konnte einfach nicht mehr glücklich sein, weil überall die Fratze des Ungenügens meinen Ehrgeiz provozierte und mich in den Abgrund der bedingungslosen Kapitulation riss.
Kein einziges Ding oder Wesen ließ mich zur Ruhe kommen, entweder ich oder mein Gegenüber konfrontierte mich mit holen Phrasen des Neoliberalismus wie: „Sei fleißiger“ oder „Du schaffst das, wenn Du nur willst“.
Aber was sollte das denn sein, was ich schaffe? Mehr Geld um noch weniger zu spüren, was ich eigentlich will?! Hab ich ernsthaft geglaubt, die Welt zu verstehen oder gar ihre Probleme zu lösen, wenn ich nur genug Zeitung lese?
Warum nötigte mich irgendwas in mir und außer mir ständig, mir zu jedem Scheiss eine Meinung zu machen? Egal ob Lebensstil, Politik, Musik oder Poesie, ich hatte meine Position und weil ich mich für belesen hielt, war sie natürlich richtig, auch was sag ich richtiger, am richtigsten.
Und damit befand ich mich in guter Gesellschaft. Als ein Teil einer „ich-weiss-es-besser-Gesellschaft“, verstrich mein Leben in völlig unnützen Diskussionen über alles. Geld, Liebe, Politik und noch so viel mehr. Mein Geist machte vor nichts halt und merkte nicht, dass die Vorwürfe, die ihn zermürbten, nur deshalb wirken konnten, weil ich sie mir selber auch machte.
Man könnte sagen, dass ich mit Atomwaffen für Pazifismus kämpfte und mich wunderte, dass ich nicht voran kam.
Heute hab ich das alles immer noch nicht überwunden, aber ich zapple auch nicht mehr, wie eine Opferfliege vergeblich im Spinnennetz.
Ich schneide mich täglich mit einer friedlichen Erfahrung Stück für Stück frei. Ich freue mich jeden Tag über das Gefühl, endlich wieder etwas bewegen zu können, was schon verloren schien. Natürlich wird mich die Spinne am Ende dennoch fressen, aber weil ich aufhöre, die ganze Lebensqualität an der Utopie zu messen, diesen Kampf zu gewinnen wird ein Zeh bewegen wieder zum Glücksmoment und mittlerweile, kann ich schon wieder den ganzen linken Fuss bewegen, zumindest ein bissen.
Euer Ulf
In english
Born stupid and getting dumber by the day
I think I was scared a year ago. The apartment was still as good as full, the Jürmann was far from finished and I was in the middle of my studies, desperately working on a term paper about The Magic Mountain and worried about how we were going to manage it all, because our savings were already melting significantly and the only income was my book sales and a neighbor’s surprise egg collection.
And we didn’t even know what disasters were still waiting for us.
But what I also didn’t know was how much my life had a stranglehold on me with all its memories and bad experiences. It was so much more than being separated from my wife and child and such, it was my mind obsessed with the phobia of having to be prepared for everything, even though I should have learned long ago that you can’t be prepared for everything.
There wasn’t a book or newspaper that I didn’t devour voraciously and yet my professor wouldn’t let me pass. And when I realized this – after all, I had read all of Freud’s works and much of Jung’s for his paper – I didn’t practice accepting this, but instead worked myself up into a rage to prove it to him anyway. In vain.
As futile as the desire to understand the world, all the hatred, envy, resentment and discord. I could not and would not understand what now, a year later, was and is slowly becoming my new truth.
In a world filled with purchasing power, where quality has an exclusively scalar meaning due to the necessity that almost nothing is natural anymore, you can’t help but get caught up in the spider’s web of comparisons.
Everything can be bigger and better and everyone, trapped in their own little world, strives for more. Whatever you see and feel and hear and smell, nothing is good, everything is always located in a potential for improvement and is therefore an omnipresent motivator for self-optimization and therefore a hostage to the soul.
I simply couldn’t be happy anymore because the grimace of inadequacy provoked my ambition everywhere and dragged me into the abyss of unconditional surrender.
Not a single thing or being allowed me to rest, either I or my counterpart confronted me with neoliberalism’s catchphrases such as: „Be more diligent“ or „You can do it if you only want to“.
But what was I supposed to achieve? More money to feel even less of what I actually want? Did I seriously believe that I could understand the world or even solve its problems if I just read enough newspapers?
Why was something inside and outside of me constantly forcing me to form an opinion on every piece of shit? Whether it was lifestyle, politics, music or poetry, I had my position and because I considered myself well-read, it was of course the right one, or what do I call the most right?
And that put me in good company. As part of an „I-know-better society“, my life was spent in completely useless discussions about everything. Money, love, politics and so much more. My mind stopped at nothing and didn’t realize that the accusations that were wearing it down could only work because I was doing them to myself.
You could say that I fought for pacifism with nuclear weapons and wondered why I wasn’t getting anywhere.
Today I still haven’t got over all that, but I’m no longer floundering in vain like a sacrificial fly in a spider’s web.
I cut myself free bit by bit every day with a peaceful experience. Every day I rejoice in the feeling of finally being able to move something again that seemed lost. Of course, the spider will still eat me in the end, but because I stop measuring the whole quality of life against the utopia of winning this battle, moving a toe becomes a moment of happiness again and in the meantime, I can already move my whole left foot again, at least a bit.
Your Ulf
En Francaise
Né stupide et devenu plus stupide chaque jour
Je crois que j’avais peur il y a un an. L’appartement était encore quasiment plein, le Jürmann loin d’être terminé et j’étais en pleines études, désespérant de faire un devoir sur la Montagne magique et craignant de savoir comment nous allions nous en sortir, car les économies fondaient déjà de manière significative et les seuls revenus étaient mes ventes de livres et la collection d’œufs surprise d’un voisin.
Et nous ne savions pas encore quelles catastrophes nous attendaient encore.
Mais ce que je ne savais pas non plus, c’est à quel point ma vie me tenait en haleine avec tous ses souvenirs et ses mauvaises expériences. C’était tellement plus que la séparation de ma femme et de mon enfant et tout ça, c’était mon esprit, obsédé par la phobie de devoir être prêt à tout, alors que j’aurais dû apprendre depuis longtemps qu’on ne peut pas être prêt à tout.
Il n’y avait pas un livre ou un journal que je ne dévorais pas avidement, et pourtant mon professeur ne voulait pas me laisser réussir. Et quand je l’ai compris, après tout, j’avais lu pour son travail tous les ouvrages de Freud et beaucoup de ceux de Jung, je ne me suis pas entraîné à l’accepter, mais je me suis mis en colère pour le lui prouver quand même. En vain.
Aussi vaine que la volonté de comprendre le monde, toute la haine, l’envie, la jalousie et la discorde. Je ne pouvais et ne voulais pas comprendre ce qui, un an plus tard, est devenu et deviendra lentement ma nouvelle vérité.
Dans un monde rempli de pouvoir d’achat, où la qualité a une signification exclusivement scalaire en raison de la nécessité de ne plus rien avoir de naturel, on ne peut pas éviter de se faire prendre dans la toile d’araignée des comparaisons.
Tout peut être plus grand et meilleur, et tous aspirent à plus, prisonniers de leur propre petit monde. Quoi que l’on voie, que l’on ressente, que l’on entende ou que l’on sente, rien n’est bon, tout est toujours situé dans un potentiel d’amélioration et donc un motivateur omniprésent pour l’optimisation de soi et, par là même, un otage de l’âme.
Je ne pouvais tout simplement plus être heureux, car partout le visage de l’insuffisance provoquait mon ambition et m’entraînait dans l’abîme de la capitulation inconditionnelle.
Pas une seule chose ou un seul être ne me permettait de trouver le repos, soit moi, soit mon interlocuteur me confrontait à des phrases récupérées du néolibéralisme telles que : „Sois plus assidu“ ou „Tu peux y arriver si tu le veux“.
Mais qu’est-ce que je devrais réussir ? Plus d’argent pour sentir encore moins ce que je veux vraiment ?! Pensais-je sérieusement comprendre le monde ou même résoudre ses problèmes en lisant suffisamment les journaux ?
Pourquoi quelque chose en moi et en dehors de moi m’obligeait-il constamment à me faire une opinion sur n’importe quelle connerie ? Qu’il s’agisse de style de vie, de politique, de musique ou de poésie, j’avais ma position et comme je me considérais comme lettré, elle était bien sûr la plus juste, et même la plus juste.
Et en cela, je me trouvais en bonne compagnie. En tant que membre d’une société du „je sais mieux“, ma vie s’est écoulée en discussions totalement inutiles sur tout. L’argent, l’amour, la politique et tant d’autres choses encore. Mon esprit ne s’arrêtait devant rien et ne se rendait pas compte que les reproches qui le minaient ne pouvaient avoir d’effet que parce que je me les faisais aussi à moi-même.
On pourrait dire que je me battais pour le pacifisme avec des armes nucléaires et que je m’étonnais de ne pas avancer.
Aujourd’hui, je n’ai toujours pas surmonté tout cela, mais je ne me débats plus non plus, comme une mouche sacrifiée, en vain dans une toile d’araignée.
Chaque jour, je me libère petit à petit grâce à une expérience paisible. Je me réjouis chaque jour du sentiment de pouvoir enfin faire bouger quelque chose qui semblait perdu. Bien sûr, l’araignée finira quand même par me manger, mais comme je cesse de mesurer toute la qualité de ma vie à l’utopie de gagner ce combat, bouger un orteil redevient un moment de bonheur et, entre-temps, je peux à nouveau bouger tout le pied gauche, du moins une partie. au moins un peu.
Votre Ulf
El Español
Nacido estúpido y cada día más tonto
Creo que hace un año tenía miedo. El piso aún estaba como lleno, el Jürmann estaba lejos de terminarse y yo estaba en mitad de mis estudios, desesperada por un trabajo trimestral sobre La montaña mágica y preocupada por cómo íbamos a arreglárnoslas con todo, porque nuestros ahorros ya se estaban derritiendo considerablemente y los únicos ingresos eran mis ventas de libros y la colección sorpresa de huevos de un vecino.
Y ni siquiera sabíamos qué desastres nos esperaban todavía.
Pero de lo que tampoco me había dado cuenta era de hasta qué punto mi vida me atenazaba con todos sus recuerdos y malas experiencias. Era mucho más que la separación de mi mujer y mi hijo y cosas así, era mi mente, obsesionada con la fobia de tener que estar preparado para todo, aunque debería haber aprendido hace mucho tiempo que no se puede estar preparado para todo.
No había libro ni periódico que no devorara con voracidad y, sin embargo, mi profesor no me dejaba aprobar. Y cuando me di cuenta de ello -al fin y al cabo, había leído todas las obras de Freud y gran parte de las de Jung para su tesis- no me ejercité en aceptarlo, sino que monté en cólera para demostrárselo de todos modos. En vano.
Tan inútil como el deseo de comprender el mundo, todo el odio, la envidia, el resentimiento y la discordia. No podía ni quería entender lo que ahora, un año después, se estaba convirtiendo poco a poco en mi nueva verdad.
En un mundo lleno de poder adquisitivo, donde la calidad tiene un significado exclusivamente escalar debido a la necesidad de que casi nada sea ya natural, no puedes evitar quedar atrapado en la tela de araña de las comparaciones.
Todo puede ser más grande y mejor y cada uno, atrapado en su pequeño mundo, se esfuerza por conseguir más. Veas lo que veas, sientas lo que sientas, escuches lo que escuches y huelas lo que huelas, nada es bueno, todo está siempre situado en un potencial de mejora y, por tanto, es un motivador omnipresente de la autooptimización y, por tanto, un rehén del alma.
Simplemente ya no podía ser feliz porque la mueca de insuficiencia provocaba mi ambición por todas partes y me arrastraba al abismo de la rendición incondicional.
Ni una sola cosa o ser me permitía descansar, ni yo ni mi contraparte me enfrentábamos a latiguillos del neoliberalismo como: „Sé más diligente“ o „Puedes hacerlo si sólo quieres“.
Pero, ¿qué se suponía que debía conseguir? ¿Más dinero para sentir aún menos lo que realmente quiero? ¿Creía seriamente que podría entender el mundo o incluso resolver sus problemas con sólo leer suficientes periódicos?
¿Por qué algo dentro y fuera de mí me obligaba constantemente a formarme una opinión sobre cada mierda? Ya se tratara de estilo de vida, política, música o poesía, yo tenía mi postura y, como me consideraba una persona culta, por supuesto era la correcta, o como yo la llamo, la más correcta.
Y eso me colocaba en buena compañía. Como parte de una „sociedad del yo sé más“, mi vida transcurría en discusiones completamente inútiles sobre todo. Dinero, amor, política y mucho más. Mi mente no se detenía ante nada y no se daba cuenta de que las acusaciones que la desgastaban sólo podían funcionar porque me las hacía a mí mismo.
Se podría decir que luchaba por el pacifismo con armas nucleares y me preguntaba por qué no llegaba a ninguna parte.
Hoy todavía no he superado todo eso, pero ya no revoloteo en vano como una mosca sacrificada en una tela de araña.
Cada día me libero poco a poco con una experiencia de paz. Cada día me regocijo en la sensación de ser capaz por fin de volver a mover algo que parecía perdido. Por supuesto, al final la araña seguirá comiéndome, pero como dejo de medir toda la calidad de vida en función de la utopía de ganar esta batalla, mover un dedo del pie vuelve a ser un momento de felicidad y, mientras tanto, ya puedo volver a mover todo el pie izquierdo, al menos un poco.
Heute hat mir Jiannis eine furchteinflößende Cover Version von „let IT be“ gesendet und ich wollte direkt mit „wer hört schon Coverversionen?!“ antworten, als ich mich eines Besseren besann und an ein Cover dachte, dass ich wirklich zum Niederknien finde: toxic von Axel Naim.
Das Original ist von Britney Spears, was nichts Gutes vermuten läßt, aber nicht nur das Cover allein ist, wie ich finde atemberaubend, sondern auch der Song selbst.
Hier wurde aus einem schnöden und ordinären Song ein wahrhaftes Gift komponiert, dass wir mit einer Spritze intravenös in die Blutbahnen zu geraten scheint.
Es geht auch hier um die süchtig machenden Küsse, aber in diesem Falle würde der Giftcharakter musikalisch adaptiert, als ehemaliger Werber sage ich, das Medium wurde nicht nur bespielt, sondern inszeniert und mit Hintergrundakordeon und ausklingen der Blockflöte beispiellos in Szene gesetzt.
Die Sonne und die stickige Luft hier, die einer mexikanische Wüstenathmosphäre gleichkommen, haben ähnlich lähmende Eigenschaften.
Genießt es,
Euer Ulf
In english
Toxic Today Jiannis sent me a terrifying cover version of „let IT be“ and I was about to reply with „who listens to cover versions?“ when I thought better of it and thought of a cover that I really think is to die for: toxic by Axel Naim.
The original is by Britney Spears, which doesn’t bode well, but it’s not just the cover alone that I think is breathtaking, but also the song itself.
Here, a truly poisonous song has been composed from a simple and ordinary song that seems to be injected intravenously into the bloodstream.
This is also about addictive kisses, but in this case the poisonous character has been adapted musically. As a former advertiser, I would say that the medium has not only been played with, but also staged and staged in an unprecedented way with background accordion and the fading out of the recorder.
The sun and the stuffy air here, which resemble a Mexican desert atmosphere, have similarly paralyzing properties.
Enjoy it,
Your Ulf
En Francaise
Toxic Aujourd’hui, Jiannis m’a envoyé une redoutable reprise de „let IT be“ et j’allais directement répondre „qui écoute des reprises ?!“ quand je me suis ravisé et j’ai pensé à une reprise que je trouve vraiment à tomber par terre : toxic d’Axel Naim.
L’original est de Britney Spears, ce qui ne laisse rien présager de bon, mais ce n’est pas seulement la reprise qui est, à mon avis, époustouflante, mais aussi la chanson elle-même.
Ici, on a composé un véritable poison à partir d’une chanson vulgaire et vulgaire, qui semble être injecté dans le sang par une seringue.
Il s’agit ici aussi de baisers qui créent une dépendance, mais dans ce cas, le caractère toxique serait adapté musicalement, en tant qu’ancien publicitaire, je dis que le média n’a pas seulement été joué, mais mis en scène et que l’accordéon de fond et la fin de la flûte à bec le mettent en valeur de manière inégalée.
Le soleil et l’air étouffant qui règnent ici, dignes d’une atmosphère de désert mexicain, ont des propriétés paralysantes similaires.
Profitez-en bien,
Votre Ulf
El Español
Tóxico Hoy Jiannis me ha mandado una versión terrorífica de „let IT be“ y estaba a punto de contestarle con un „¿quién escucha versiones?“ cuando he cambiado de opinión y he pensado en una versión que realmente me parece para morirse: toxic de Axel Naim.
La original es de Britney Spears, lo que no augura nada bueno, pero no es sólo la versión en sí lo que me parece impresionante, sino también la canción en sí.
Aquí se ha compuesto una canción verdaderamente venenosa a partir de una canción sencilla y ordinaria que parece inyectada por vía intravenosa en el torrente sanguíneo.
También se trata de besos adictivos, pero en este caso el carácter venenoso se ha adaptado musicalmente. Como antiguo publicista, diría que no sólo se ha jugado con el medio, sino que se ha escenificado y puesto en escena de una forma sin precedentes con el acordeón de fondo y el fundido de la flauta dulce.
El sol y el aire cargado de aquí, que recuerdan a la atmósfera de un desierto mexicano, tienen propiedades paralizantes similares.
Eigentlich wollten wir heute zum IKEA, abdunkelnde Vorhänge und Teller besorgen. Und eigentlich wollte ich auf dem Parkplatz arbeiten, während Silvana shoppen geht. Eigentlich sind wir deshalb gestern gefahren.
Aber mein Ohr sagt nein, wie immer, wenn ich gestresst bin. Ich kann mich hundertprozent darauf verlassen, dass wenn mein Ohr zuspitzt, ich einen Gang runter schalten muss, meist hilft schon nur der Gedanke an Ruhe und ich kann wieder hören.
Heute Morgen musste ich mit Olivenöl nachhelfen, so geplagt war mein Geist von den hinter mir liegenden Aufgaben. Er hat einfach „Nein“ gesagt und ich höre auf ihn, denn mein Geist weiss viel mehr als mir bewusst ist.
Und er belohnt mich, wenn ich ihm folge. Jetzt grad mit lieblichen Vogelgezwitscher vor dem Hintergrund eines Wellenrauschens.
Wir haben viel geschafft in letzter Zeit, mein Geist und ich und schon morgen, werde ich ihn wieder bemühen müssen, denn vier Gruppen mehr oder weniger motivierte Schüler erwarten, dass ich Ihnen Deutsch beibringe.
Gönne ich ihm eine Pause. Er hat es verdient und ich kann sie gebrauchen. Mit Tauben Ohren könnte man zwar tippen, aber was die Notbremse meines Hirn wäre, möchte ich nicht erfahren.
Also geh ich gleich schwimmen und werde danach ein bisschen schlafen.
Euer Ulf
In english
The clever „Ohrgan“ We actually wanted to go to IKEA today to buy blackout curtains and plates. And I actually wanted to work in the parking lot while Silvana went shopping. That’s actually why we drove yesterday.
But my ear says no, as it always does when I’m stressed. I can rely one hundred percent on the fact that if my ear gets congested, I have to shift down a gear, usually just the thought of rest helps and I can hear again.
This morning I had to help myself with olive oil, my mind was so troubled by the tasks behind me. It simply said „no“ and I listen to it, because my mind knows much more than I realize.
And it rewards me when I follow it. Right now, with the lovely sound of birds chirping against the background of a crashing wave.
We’ve done a lot lately, my mind and I, and tomorrow I’ll have to put it to work again, because four groups of more or less motivated students are expecting me to teach them German.
I’ll give him a break. He deserves it and I can use it. You could type with deaf ears, but I don’t want to find out what the emergency brake on my brain would be.
So I’m going for a swim and then I’ll get some sleep.
Your Ulf
En Francaise
L'“oreillegan“ intelligent En fait, aujourd’hui, nous voulions aller chez IKEA, acheter des rideaux occultants et des assiettes. Et en fait, je voulais travailler sur le parking pendant que Silvana faisait du shopping. En fait, c’est pour ça que nous sommes partis hier.
Mais mon oreille dit non, comme toujours lorsque je suis stressée. Je peux compter à cent pour cent sur le fait que lorsque mon oreille s’agite, je dois ralentir, la plupart du temps, il suffit de penser au calme pour que j’entende à nouveau.
Ce matin, j’ai dû utiliser de l’huile d’olive pour m’aider, tant mon esprit était tourmenté par les tâches que j’avais derrière moi. Il a simplement dit „non“ et je l’écoute, car mon esprit en sait beaucoup plus que je ne le pense.
Et il me récompense quand je le suis. En ce moment, avec le doux gazouillis des oiseaux sur fond de bruit de vagues.
Nous avons beaucoup travaillé ces derniers temps, mon esprit et moi, et dès demain, je vais devoir le solliciter à nouveau, car quatre groupes d’élèves plus ou moins motivés attendent que je leur apprenne l’allemand.
Je lui accorde une pause. Il l’a bien mérité et j’en ai bien besoin. Avec des oreilles de sourd, on pourrait certes taper, mais ce que serait le frein d’urgence de mon cerveau, je ne veux pas le savoir.
Je vais donc aller nager et je dormirai un peu après.
Votre Ulf
El Español
El ingenioso „Ohrgan“ Hoy queríamos ir a IKEA a comprar cortinas opacas y platos. Y yo quería trabajar en el aparcamiento mientras Silvana iba de compras. De hecho, por eso fuimos ayer en coche.
Pero mi oído dice que no, como siempre que estoy estresado. Puedo confiar al cien por cien en que si mi oído se congestiona, tengo que bajar una marcha, normalmente sólo el pensamiento de descansar ayuda y puedo oír de nuevo.
Esta mañana tuve que ayudarme con aceite de oliva, mi mente estaba tan preocupada por las tareas que tenía detrás. Me ha dicho simplemente „no“ y la he escuchado, porque mi mente sabe mucho más de lo que yo creo.
Y me recompensa cuando la sigo. Ahora mismo, con el dulce sonido de los pájaros gorjeando sobre el fondo de las olas rompiendo.
Hemos hecho mucho últimamente, mi mente y yo, y mañana tendré que ponerla a trabajar de nuevo porque cuatro grupos de alumnos más o menos motivados esperan que les enseñe alemán.
Le daré un respiro. Se lo merece y a mí me viene bien. Podría teclear con oídos sordos, pero no quiero descubrir cuál sería el freno de emergencia de mi cerebro.
Así que me voy a dar un baño y luego dormiré un poco.