Opfer und Täter

(down below in english) Silvana und ich kommen eigentlich aus völlig verschiedenen Welten, aber wie sagt man über das Verhältnis von Hund und Herrchen: Man wird sich mit der Zeit immer ähnlicher.

Gut, ich werde nicht in ein paar Monaten zur Frau und Silvana nicht zum Männlein, aber es ist auch an uns zweifelsfrei erkennbar, wie wir uns einander annähern. Am stärksten merkt man das beim Humor.

Natürlich haben wir in mancherlei Hinsicht gemeinsam notwendigen Sarkasmus entwickelt, aber nicht nur das, wir spüren, wenn ein Lachen notwendig ist und setzten gezielt wie ein Chirurg sein Skalpell im Alltag Pointen, die dem Leben die richtige Würze geben.

Friktionen dafür gibt es genug und Anlässe auch, denn immerhin leben wir in einem antiken Van. Logisch, dass man sich da nicht selten auf die Füsse tritt, weshalb das beim Witz eigentlich nicht mehr passieren kann, denn jede Schwachstelle in, an und um uns musste zwangsläufig dabei schon einmal mit einem dreckigen Lacher geehrt werden.

Graue Haare, Falten, Brüste, ihre wie meine und Hygiene, meine fehlende und ihre leidenschaftliche.

„Weißt Du eigentlich wie sehr ich die Sonne vermisst habe“ wird von ihr mit einem “ die Dusche leider nicht“ gekontert und wenn ich einfach nicht in den Quark komme, weißt sie mich darauf hin, dass ich ihr bitte nicht zu ähnlich werden soll.

Und gestern, als ich hunderte Male von Nominativ und Subjekt sprach, meinte sie dass ich das Objekt zu oft vergessen, woraufhin ich meinte, dass sie kein Objekt, sondern mehr eine adverbiale Bestimmung sei.

Dann gibt es einen Lacher und im Anschluss eine Nackenschelle, oft auch umgekehrt, aber Ärger gibt es dann so gut wie nie, denn wir beide wissen, wie wichtig Lachen ist und wie sehr wir den anderen brauchen, nicht nur als Stichwortgeber.

Apropos, heute ist in Griechenland Weiberfastnacht, Mal schauen, wer unser Opfer wird, hier sieht man ja fast nur Männer.

Bis morgen,

Euer Ulf

Victim and perpetrator
Silvana and I actually come from completely different worlds, but as they say about the relationship between dog and master: We become more and more alike over time.

Well, I won’t become a woman in a few months and Silvana won’t become a man, but there’s no doubt that we’re getting closer to each other. This is most noticeable in our sense of humor.

Of course, we have developed the necessary sarcasm together in some respects, but not only that, we can sense when a laugh is needed and, like a surgeon using a scalpel, we make targeted puns in everyday life that add the right spice to life.

There are enough frictions and occasions for this, because after all, we live in an antique van. Logically, it’s not uncommon to step on each other’s toes, which is why this can’t really happen with jokes anymore, because every weak spot in, on and around us has inevitably had to be honored with a dirty laugh.

Grey hair, wrinkles, breasts, hers like mine and hygiene, my lack of it and her passionate one.

„Do you know how much I’ve missed the sun“ is countered by her with „unfortunately not the shower“ and when I just can’t get into the swing of things, she tells me not to be too much like her.

And yesterday, when I talked about nominative and subject hundreds of times, she said that I forget the object too often, whereupon I said that she is not an object, but more of an adverbial determination.

Then there’s a laugh and then a neck slap, often the other way round, but there’s hardly ever any trouble because we both know how important laughter is and how much we need each other, not just as a cue.

Speaking of which, today is Women’s Carnival in Greece, so let’s see who will be our victim, as you almost only see men here.

See you tomorrow,

Your Ulf

Guten Morgen, liebe Leute,

(down below in english) Ich bin heute etwas knautschig, weil irgendwie Sand im Getriebe ist.wir scheinen unterwegs zu sein, ohne voran zu kommen. Der Unterricht läuft, der Jürmann ist wieder frei geschaufelt und Silvana kann sogar was für Jannis nähen und dennoch überwiegt ein Gefühl der Unzufriedenheit.

Es scheint, als müssen wir weiter, aber vorher gilt es noch Dinge zu erledigen. Und ich hasse diese „aber vorher“s. Denn ich bin ein Mann der Tat, den man auch nicht unberechtigt Bollerkopf nennt.

Wenn es pressiert, wie der Bayer sagt, dann fühl ich mich wie ein Vogel im Käfig oder ein Hund an der Kette. Wir wollen dann nicht Sicherheit genießen, sondern Abenteuer erleben.

Aber auf dieser Fahrt habe ich von Silvana gelernt zu warten, die Unruhe zu ertragen. Zumindest weniger zu fluchen und in einem wenig gemochten Jetzt die Perspektive zu wechseln. Meinen Fokus von „es ist kalt“ auf „die Sonne scheint (dennoch)“ zu wechseln. Durchzuatmen und neu mit allen Sinnen zu begreifen, dass nur ich für mein Lebensglück verantwortlich bin.

Ich muss glücklich sein wollen, um glücklich zu sein. Selbst das größte Übel hat eine interessante, ja lebenswerte Perspektive und somit liegt es immer nur an mir, sie einzunehmen.

Freilich ist mein Leben just bei Weitem alles andere als ein Übel. Wenn überhaupt bin ich es, der oder dem, hoffentlich nur ein wenig, übel ist. Und jetzt, da ich mir das in Erinnerung zurück gerufen habe, sehe ich auch schon wieder mehr Sonne, freue mich auf Ausflüge mit Silvana, Gespräche mit Jiannis und sogar wieder aufs Chatten. Und in zwei Wochen geht es ja dann auch endlich wieder weiter.

Bis morgen,

Euer

Ulf

copywrite.ulf@gmail.com

Good morning everyone,
I’m a bit crumpled today because somehow there’s sand in the gears.we seem to be on the move without making any progress. Classes are running, the Jürmann has been shoveled free again and Silvana can even sew something for Jannis and yet a feeling of dissatisfaction prevails.

It seems like we have to move on, but there are still things to do first. And I hate these „but first“ things. Because I’m a man of action, who is not unjustifiably called Bollerkopf.

When things get busy, as the Bavarian says, I feel like a bird in a cage or a dog on a chain. We don’t want to enjoy safety, we want to experience adventure.

But on this trip, Silvana taught me to wait, to put up with the restlessness. At least to swear less and to change my perspective in a now that I don’t like very much. To change my focus from „it’s cold“ to „the sun is shining (nevertheless)“. To take a deep breath and realize anew with all my senses that only I am responsible for my happiness in life.

I have to want to be happy in order to be happy. Even the greatest evil has an interesting, even worthwhile perspective and so it is always up to me to take it.

Of course, my life is anything but an evil. If anything, I am the one who is, hopefully only a little, evil. And now that I’ve reminded myself of this, I can see more sunshine again, I’m looking forward to outings with Silvana, conversations with Jiannis and even chatting again. And in two weeks‘ time, we’ll finally be back on the road again.

See you tomorrow,

Your

Ulf

Frieden braucht Nähe

(down below in english) Morgen sind wir nun schon ein halbes Jahr unterwegs und wir haben gestern Abend festgestellt, wie sehr wir uns verändert haben.

Wir sind zu einer unbeschreiblichen Einheit verschmolzen, die wie ein Uhrwerk funktionieren kann, denn auch wenn natürlich hin und wieder Ärger in der Luft liegt, streiten wir uns kaum. Wir spüren, dass das unmöglich ist, da wir beiden so aufeinander angewiesen sind. Der Eine braucht alle Qualitäten des anderen und umgekehrt. Was wäre ich nur ohne Silvanas Struktur und Ruhe und sie ohne meinen Humor?

Wenn was nicht läuft, dann lachen wir und manchmal gehen wir uns auch aus dem Weg, indem wir schweigen, uns böswillige Kommentare schenken und so die Eskalation im Keim ersticken. Dann sitz ich vorne und schreibe, während Silvana hinter mir schmollt oder am Strand spazieren geht und eine Stunde oder so später kommt meist Silvana zurück und überwindet sich zu einem Lächeln in meine Richtung, wofür ich mich nicht selten mit „danke, das hätte ich grad noch nicht geschafft“, bedanke.

Ich bin mir sicher, dass ich noch nie in meinem Leben so wenig gefrustet und wütend war. Meine Mama würde sich wundern, wie gut ich Still sein gelernt habe.

Silvana und ich kennen uns so genau, wissen in kleinsten Regungen, was die Stunde beim anderen geschlagen hat und reagieren, indem wir akzeptieren, manchmal tolerieren und selten schlucken, aber immer bemüht sind uns daran zu erinnern, das der jeweils andere nicht aus seiner Haut kann, weil seine Welt grad ist wie sie ist und der andere nicht schuld, sondern manchmal einfach nur auch da ist.

Zum Glück, denn ohne einander können wir uns das Leben nicht mehr vorstellen.

Wir sind zu Jürmann geworden, ohne unsere Individualität aufzugeben. Gibt es was Schöneres?

Bis morgen,

Euer

Ulf

Peace needs closeness

Tomorrow we will have been on the road for six months and last night we realized how much we have changed.

We have merged into an indescribable unit that can function like clockwork, because even though there is of course anger in the air from time to time, we hardly ever argue. We feel that this is impossible because we are so dependent on each other. One needs all the qualities of the other and vice versa. Where would I be without Silvana’s structure and calm and she without my humor?

When things go wrong, we laugh and sometimes we avoid each other by keeping quiet, making malicious comments and nipping escalation in the bud. Then I sit at the front and write while Silvana sulks behind me or goes for a walk on the beach and an hour or so later Silvana usually comes back and manages to smile in my direction, for which I often say „thank you, I couldn’t have done that just yet“.

I’m sure I’ve never been so frustrated and angry in my life. My mom would be amazed at how well I’ve learned to be quiet.

Silvana and I know each other so well, we know in the smallest of ways what the other’s mood is and react by accepting, sometimes tolerating and rarely swallowing, but always trying to remember that the other can’t get out of their own skin because their world is just the way it is and the other is not to blame, but sometimes just there too.

Fortunately, because we can no longer imagine life without each other.

We have become Jürmann without giving up our individuality. Is there anything more beautiful?

See you tomorrow,

Your

Ulf

Bauer sucht Frau

(down below in english) und jetzt das Wetter. Es ist bewölkt und diesig bei fiesen Nieselregen und gefühlten 12 Grad. Man könnte auch sagen “ Hallo Niedersachsen“. Deshalb geben wir jetzt auch direkt ab zu Inka Bause. „Hall Inka“ -„Hallo Gerd. Ich bin hier heute in Griechenland in der Nähe von Kalamata, wo man wie immer schon seit sieben auf den Beinen ist, denn so ein Vanleben auf dem Acker nimmt keine Rücksicht auf „Schietwetter“ sagt man hier, nicht wahr?“ – „Jo“. Das neben mir ist übrigens der ungemütliche Ulf, der Tag ein Tag aus mit 100 Pferdestärken dafür sorgt, dass man in der gesamten Republik mit Texten versorgt wird.
Hallo Gerd“ -„Calimera Inka“.
„Calimera, das ist hier die Landessprache und heißt sowas wie Moin, Moin. Ich sag dann auch mal Calimera uriger Ulf. Du suchst also eine Frau, die mit dir an diesem tollen Strand mit echt nordischen Temperaturen morgens Müsli und Kaffee teilt um im Anschluss die Camper zu verscheuchen, stimmt das?“
(Nicken)
„Wie sollte diese Traumfrau denn sein?“
„No jo, sie muss morgens vor mir aufsteh’n, Kaffee machen, mein Büro aufbau’n un nicht so viel snacken, nicht?!“
„Das klingt nach einem echten Aschenputtel das der ungeduldige Ulf sucht. Aber wir wollen an dieser Stelle auch nicht zu viel verraten. Nur soviel, das die sympathische Silvana, eine frohgemute Bäckereiverkäuferin aus Horstmar sich mit dem Jürmann auf den Weg zu unserem Ulf gemacht hat und die beiden gleich hier.auf vier Quadratmetern so manchen Frust ohne Schnaps runter schlucken muss. Bleiben Sie also dran. Ich geb zurück ins Studio.

Bis morgen

Eure Labertasche des Vertrauens

Farmer seeks wife


„And now the weather. It’s cloudy and hazy with a nasty drizzle and what feels like 12 degrees. You could also say „Hello Lower Saxony“. That’s why we’re going straight to Inka Bause. „Hello Inka“ – „Hello Gerd. I’m here today in Greece near Kalamata, where, as always, people have been on their feet since seven, because such a van life in the field doesn’t take „bad weather“ into account, don’t they say here?“ – „Yes.“ By the way, the guy next to me is the uncomfortable Ulf, who works day in, day out with 100 horsepower to ensure that you are supplied with texts all over Germany.
Hello Gerd“ – „Calimera Inka“.
„Calimera, that’s the local language here and means something like Moin, Moin. I’ll say Calimera quaint Ulf. So you’re looking for a woman to share muesli and coffee with you on this great beach with really Nordic temperatures in the morning and then scare the campers away, is that right?“
(Nodding)
„What would this dream woman be like?“
„No yo, she has to get up before me in the morning, make coffee, set up my office and not snack so much, right?“
„That sounds like a real Cinderella that impatient Ulf is looking for. But we don’t want to give too much away at this point. Just so much that the likeable Silvana, a cheerful bakery saleswoman from Horstmar, has made her way to our Ulf with Jürmann and the two of them have to swallow a lot of frustration right here on four square meters without a schnapps. So stay tuned. I’ll return to the studio.

See you tomorrow

Your trusted chatterbox

Sonne, Strand und Küsschen

(down below in english) Ich weiss, es ist schon beinahe ekelig, wie glücklich wir sind. Jeden Morgen dieses “ die unfassbar schöne Sonne am traumhaften Strand“, ich hätte schon aufgehört, mich zu lesen, weil ich uns wie eines dieser Youtubepaare gesehen hätte.

Aber deshalb schreibe ich auch von anderen Dingen, denn natürlich ist hier nicht nur eitler Sonnenschein, oder anders gesagt: Hier finden auch Friktionen statt, aber eben meist zu Sonnenschein, der es der Seele einfach unmöglich macht, lange zu granteln.

Das Schönste ist aber, dass man hier unter Gleichgesinnten ist: Punks, Weltreisender Frauen mit geheimnisvollen Tattoos, Bankkauffrauen, die auf modernste Weise Liebe und Autonomie in ihrem Mercedes Sprinter verbinden, Lebenstrainer aus Polen, die unter britischer Flagge ihre Einsamkeit suchen und eine Portugisin, die 500 Meter weiter ihre Einsamkeit sucht ohne das andere Gleichgesinnte dabei im Weg sind

Man sieht sich beim spazieren, plauscht mal kürzer, mal länger bei Frühstück oder Kaffee, tauscht Erfahrungen aus und lauscht ganz ohne Vorbehalte, was andere motiviert hat, diesen oder einen ähnlichen Lebensweg zu beschreiten.

Man kennt sich kaum und spricht dennoch über Probleme oder Steuern, als sei man gemeinsam aufgewachsen.
Schaut morgens kurz, was der ein oder andere Wegabschnittsgefährte grad erlebt und freut sich ganz neidfrei über fremdes Glück oder leidet mit denen, denen es nicht so gut geht. Meist kann man nichts tun, außer das Gefühl zu geben oder anzunehmen, auf dieser Art von Lebensweg nicht allein zu sein.

Mut zusprechen, Wärme teilen und helfen wo man kann. So einfach kann es sein, wenn man sich einfach von Pseudopflichten im Kopf befreit.
Klar, auch hier müssen die Menschen Geld verdienen, aber weit weniger als in der jeweiligen Heimat. Hier wird der Job nicht zu einer skalaren Orientierung, in die man sich einzuordnen hat, sondern zu einem spannenden Gesprächsthema und manchmal gar zur Inspiration. Interessant, wie oder was Du machst.

Und dazu Sonne, Strand und Küsschen. Was will man mehr?

Bis morgen,

Euer Ulf

Sun, beach and kisses
I know, it’s almost disgusting how happy we are. Every morning this „the unbelievably beautiful sun on the gorgeous beach“, I would have stopped reading myself already because I would have seen us like one of those Youtube couples.

But that’s why I write about other things, because of course it’s not all vain sunshine here, or to put it another way: there’s friction here too, but mostly sunshine that simply makes it impossible for the soul to grumble for long.

But the best thing is that you are among like-minded people here: punks, globetrotting women with mysterious tattoos, bank clerks who combine love and autonomy in their Mercedes Sprinter in the most modern way, life coaches from Poland looking for solitude under the British flag and a Portuguese woman looking for solitude 500 meters away without other like-minded people in the way

You see each other on a walk, chat sometimes for a short time, sometimes longer over breakfast or coffee, share experiences and listen without reservations to what motivated others to take this or a similar path in life.

You hardly know each other and yet you talk about problems or taxes as if you had grown up together.
You take a quick look in the morning to see what one or the other fellow traveler is currently experiencing and, without envy, rejoice in other people’s happiness or suffer with those who are not doing so well. In most cases, there is nothing you can do except give or accept the feeling that you are not alone on this kind of life journey.

Encourage, share warmth and help where you can. It can be that simple if you just free yourself from pseudo obligations in your head.
Sure, people have to earn money here too, but far less than in their home country. Here, the job doesn’t become a scalar orientation that you have to fit into, but an exciting topic of conversation and sometimes even an inspiration. It’s interesting how or what you do.

Plus sun, beach and kisses. What more could you want?

See you tomorrow,

Your Ulf

Geld kann ja jeder

(down below in english) Sie schläft noch, während ich einen kleinen Plausch mit der Sonne halte und daran denke, dass ich schon so lange nicht mehr über die Frau geschrieben habe, die das alles hier möglich macht. Mich trägt und erträgt, mir wie kein Mensch zuvor vertraut und darüber die Kraft gibt, an mich und uns zu glauben.

Meine Frau, Silvana, die den ganzen Laden zusammenhält. Kocht, putzt, den Jürmann inspiziert und repariert und mit ihrer liebenswürdigen Art Nachbarn animiert uns Plätzchen und Kuchen zu bringen sowie ganz nebenbei deren und meine Hosen näht und Kleider stopft.

Meine mutige, toughe, liebenswerte und tapfere Ehefrau, mehr als Fels in der Brandung, Lieblingsmensch oder angetraute. Denn ohne sie wären wir nicht hier und ich nicht so glücklich und motiviert wie noch nie in meinem Leben.

Ich mache Fehler, sie macht weiter. Ich bin krank und sie mir eine Wärmflasche. Ich verdiene ein paar Kröten, aber sie kauft für uns davon alles und mehr, was wir für ein schönes Leben brauchen.

Jeden Tag gehen wir bei Chez Silvana Essen und im Hotel SiLVANa schlafen. Sie bringt mich sogar dazu freiwillig zu Duschen, weil wir eine richtig geil komfortable Nasszelle mit heißem Wasser haben und wenn ich zu hibbelig bin für den technischen Aufbau meiner digitalen Lehrstunden, macht sie aus unserem Schlafzimmer mein Büro und geht anschließend am Strand Englisch lernen.

Was für ein Glück, was für ein Mensch, was für eine Frau? Das einzige was meiner Silvana noch fehlt ist, dass sie selbst begreift wie unbeschreiblich sie ist.

Ich liebe Dich und jeden Tag mehr, mit jeder Faser und allem was du hast und bist. Dein Gang, Dein Lächeln und meist sogar Deine schlechte Laune, wenn Du denn mal welche hast. Du würdest nie aufzählen, um mir Deine Liebe zeigen zu wollen.

Du kommst plötzlich irgendwann einfach lachend in meine Arme und küsst mich wie nur Du es kannst und wisperst, beinahe nebenbei ich liebe Dich.

Wenn ich es nicht schon getan hätte ich würde Dich jeden Tag wieder heiraten; aber Du schläfst ja noch,


Dein Ulf

Anyone can have money
She’s still asleep while I have a little chat with the sun and think about how it’s been so long since I’ve written about the woman who makes all of this possible. She carries me and puts up with me, trusts me like no other person before and gives me the strength to believe in myself and us.

My wife, Silvana, who holds the whole place together. She cooks, cleans, inspects and repairs the Jürmann and, with her kind nature, encourages neighbors to bring us cookies and cakes as well as sewing their and my pants and darning clothes.

My courageous, tough, lovable and brave wife, more than a rock in the surf, a favorite person or a loved one. Because without her, we wouldn’t be here and I wouldn’t be as happy and motivated as I’ve never been in my life.

I make mistakes, she carries on. I’m ill and she gives me a hot water bottle. I earn a few bucks, but she buys everything and more for us that we need for a good life.

Every day we eat at Chez Silvana and sleep at the Hotel SilSILVANa. She even makes me take a shower voluntarily because we have a really cool, comfortable wet room with hot water and when I’m too fidgety for the technical set-up of my digital lessons, she turns our bedroom into my office and then goes to learn English on the beach.

What luck, what a person, what a woman? The only thing missing from my Silvana is that she herself realizes how indescribable she is.

I love you more and more every day, with every fiber and everything you have and are. Your walk, your smile and usually even your bad mood, if you ever have one. You would never list to show me your love.

At some point, you suddenly just come into my arms laughing and kiss me as only you can and whisper, almost incidentally, that I love you.

If I hadn’t already done so, I would marry you again any day; but you’re still asleep,


Your Ulf

Happy Birthday lieber Jürmann

(down below in english) Du Ulf auf Rädern, der in kürzester Zeit vom Transporter zum Zuhause wurde. Du, wiedergeboren in Horstmar und in Dubrovnik von den Toten auferstanden bist, hast uns nicht nur in Dir, manche unruhige Nacht gekostet. Wir haben uns wie zu junge Eltern auf Dich gefreut, Dich mit jeder Kinderkrankheit lieber gewonnen und gegen alle Widerstände auf die Straßen gebracht, die unsere Welt bedeuten sollten.

In sechs Monaten wurde aus Dir, einem alten Transporter, nahe Düsseldorf ein meist beweglicher Lebensmittelpunkt für verlorene Seelen, die noch nicht wussten, was Du für eine Aufgabe sein wirst.

Unser letztes Geld haben wir auf über 4000 Kilometern in Dich gesteckt, und dabei nicht nur viel über uns, sondern auch über Dich gelernt. Wie groß du kleiner Transporter sein kannst und wie sensibel Deine Bremsen, Dein Getriebe, Turbo und Keilriemen ist.

An und in Dir würde Silvana zur Mechatronikerin und ich zum Lehrer.

Auf mikrigster Bodenfläche hast Du uns gelehrt, wie man sich bei schlechter Laune aus dem Weg gehen kann, ohne Dich zu verlassen und wie man mit einem langsamen Rechner Geld verdient.

Durch Östereich, Italien, Slowenien, Bosnien, Kroatien, Montenegro und Albanien hast du uns nach Griechenland gebracht und streckst die Schnauze schon wieder Richtung Türkei.

Oh Jürmann, Du französisches Problemkind gepaart mit Deutscher Improvisationskunst. Wie sehr lieben wir Dich, dank der von Silvana eingebauten Heizung, auch wenn Du uns in Kloster Andechs den Küchenschrank zu Füßen legtest und mit munterem Lichtspiel immer wieder gezeigt hast, wie sehr Du Dir unsere Aufmerksamkeit wünscht.

Nein, der TüV mag Dich nicht, aber mach Dir nichts daraus immer sagen Deine Leute Du siehst doch viel jünger aus. Mit Deinen schmuddeligen Knien, wenn Deine Holme Wasser ziehen, nehmen ich mir eine Zigarette wenn Abschleppseil legt Dich an Kette, ja Deine Beulen hier und da, waren vor einem Jahr noch gar nicht da.

Aber auch nicht das Wasser, warm, und im Becken Dein Spülhahn, die Batterien Lithium, brachten mein Schatzi beinahe um. Solaranlage viele Kabel alles liegt auf Deiner Gabel, die trotz wengen Pferdestärken uns Deine Willenskraft ließ merken.

An Hängen und im tiefstem Kiesbett träge, standest Du manchmal recht schräge. Wer will schon einen Hymer haben, wenn er sich kann an Jürmann laben?

So hoffen wir, trotz der Blessuren, das Du mit uns noch manche Spuren, in diese Welt gedenkst zu machen und immer wieder bringst zum lachen. Denn was wären, Sie und ich, ohne Rappelkiste Dich.

Dein Ulf

Happy Birthday dear Jürmann
You Ulf on wheels, who went from van to home in no time at all. You, reborn in Horstmar and resurrected from the dead in Dubrovnik, cost us many a restless night, and not only in you. We looked forward to you as if you were too young, we loved you more with every childhood illness and, against all odds, took you onto the streets that were to be our world.

In six months, you, an old van near Düsseldorf, became a mostly mobile center of life for lost souls who did not yet know what you would be.

We invested the last of our money in you, driving over 4000 kilometers, and learned a lot not only about ourselves, but also about you. How big you little transporter can be and how sensitive your brakes, gearbox, turbo and V-belt are.

On and in you, Silvana would become a mechatronics engineer and I would become a teacher.

You taught us how to get out of the way in a bad mood without leaving you and how to earn money with a slow computer.

Through Austria, Italy, Slovenia, Bosnia, Croatia, Montenegro and Albania, you brought us to Greece and are already stretching your snout towards Turkey again.

Oh Jürmann, you French problem child paired with German improvisational skills. How much we love you, thanks to the heating installed by Silvana, even though you laid the kitchen cupboard at our feet in Kloster Andechs and showed us again and again how much you wanted our attention with a lively play of light.

No, the TÜV doesn’t like you, but don’t worry, your people always say you look much younger. With your grubby knees, when your spars draw water, I take a cigarette when the tow rope puts you on a chain, yes, your dents here and there weren’t even there a year ago.

But neither was the water, warm, and your tap in the sink, the lithium batteries almost killed my sweetheart. Solar system, many cables, everything is on your fork, which, despite little horsepower, made us realize your willpower.

Sluggish on slopes and in the deepest gravel bed, you sometimes stood at quite an angle. Who wants a Hymer when they can enjoy Jürmann?

So we hope, despite your wounds, that you will continue to make your mark on this world with us and make us laugh again and again. Because what would you and I be without Rappelkiste?

Your Ulf

Endlich ich

Auch eine sehr erzählenswerte Geschichte

(down below in english) Vor einigen Tagen bekam ich eine Reaktion auf meinen Blog. „Immer“, so der Schreiber, “ wenn man denkt, jetzt geht es tiefer und würde es interessant, wäre meine kleine Geschichte zu Ende.
„Ich habe das Gefühl, dass Du viel mehr zu sagen und zu erzählen hast“, so die griechische Stimme, „aber du hörst meist an der Oberfläche auf.“
Diese wenigen Sätze meines neuen Freundes haben mich tief bewegt, denn in der Tat habe ich viel mehr zu erzählen, als ich im Blog preisgebe. Ich kann sogar sagen, dass dieser Wunsch zu schreiben ein wesentlicher Grund war, mich auf den Weg zu machen; ich wollte endlich erzählen. Zeit haben, mich dem geschriebenen Wort zu widmen, den Mut aufbringen, die Prioritäten zu wechseln; hauptsächlich schreiben und notwendig viel arbeiten.
Und hätte sich nicht Jannis gemeldet, wäre ich wohl wieder in den alten Trott verfallen. Ja, ich verdiene jetzt unser Geld wieder mit Sprache wie einst als Werbetexter oder Schauspieler, aber bis letzte Woche habe ich mich wieder in erster Linie mit den Worten und Geschichten anderer beschäftigt und nicht mit meinen.

Aber seit fünf Tagen befasse ich mich endlich wieder mit meiner Leidenschaft, schreibe, was mein Geist mir aufgibt und formuliere, was das Leben mir erzählt hat.

Der Stoff den ich zu Papier bringe, wird dabei nicht erstmalig angegangen, aber erstmalig konstruktiv. Der rote Faden steht, die Inspiration ist da und all meine Leser hier, in diesem Blog, geben mir das notwendig gute Gefühl, das Richtige zu tun.
Jedes Like und jeder Kommentar beflügelt meine Seele und sagt: Du kannst das, trau Dich.

Dafür danke ich jedem einzelnen und ganz besonders Jannis, denn ich fühle mich endlich wie der Mensch der ich immer sein wollte.

Plötzlich kann ich sagen „ich muss schreiben“, ob ich davon leben kann oder nicht und bin endlich auch von meiner deterministischen Geiselhaft befreit, dass ich ja schreiben könne, wenn ich frei habe.

Nein jetzt ist es endlich richtig herum, Arbeiten kann ich, wenn ich nicht schreibe; und es gibt viel zu erzählen.

Bis morgen,

Euer Ulf

Me at last
A few days ago, I received a response to my blog. „Whenever,“ said the writer, „you think now it’s going to go deeper and get interesting, my little story would be over.
„I have the feeling that you have a lot more to say and tell,“ said the Greek voice, „but you usually stop at the surface.“
I was deeply moved by these few sentences from my new friend, because I do indeed have much more to tell than I reveal on the blog. I can even say that this desire to write was a major reason for setting out on my journey; I wanted to finally tell my story. To have the time to dedicate to the written word, to have the courage to change priorities; to write mainly and to work a lot if necessary.
And if it hadn’t been for Jannis getting in touch, I would probably have fallen back into the old rut. Yes, I’m now earning our living with language again, as I once did as a copywriter or actor, but until last week I was again primarily concerned with other people’s words and stories rather than my own.

But for the past five days, I’ve finally gotten back to my passion, writing what my mind tells me and putting into words what life has told me.

The material I am putting down on paper is not being tackled for the first time, but it is being tackled constructively for the first time. The central theme is there, the inspiration is there and all my readers here, on this blog, give me the necessary good feeling of doing the right thing.
Every like and every comment inspires my soul and says: you can do it, dare to do it.

I thank every single one of them and especially Jannis, because I finally feel like the person I always wanted to be.

Suddenly I can say „I have to write, whether I can make a living from it or not and I am finally free from my deterministic hostage that I can write when I have time off.

No, now it’s finally the right way round, I can work when I’m not writing; and there’s a lot to tell.

See you tomorrow,

Your Ulf

15 Minuten Ruhm

15 Minuten Ruhm
Die Fenster sind beschlagen wie in einem Altbau, wenn morgens der Wecker klingelt und es kostet ein wenig Überwindung, sich aus der kuscheligen Decke herauszupellen, wenn es Zeit zum Aufstehen ist.
Aber im Gegensatz zu früher, bin ich nicht schlecht gelaunt, sondern fühle mich beinahe täglich wie der kleine Junge vor vielen Jahren, der kurz vor der Bescherung in der Küche meines Opas auf das Glöckchen wartet, dass mir signalisiert: Jetzt geht es los.

Mein Blick wandert noch etwas tapsig umher, nervös, da ich nur weiss, dass mich etwas besonders schönes, ein Glücksgefühl erwartet.

Damals habe ich dann häufig das ewige Licht über der Wohnzimmertür beobachtet. Dieses kleine intensiv rote Flackern unter einem Ikonenimitat. Heute habe ich dafür eine Gasflamme, die unter dem Kaffeewasser bläuchlich seinen Dienst verrichtet.
Auch sie meckert nicht, sondern macht, was sie machen muss, denn was anderes kann und soll sie nicht und dann kommt der einzige Moment im Leben, an dem ich froh bin, Raucher zu sein.
Die Lust auf eine Zigarette drängt mich zur Jürmanntür wie den kleinen Jungen ans Schlüsselloch und mit ein wenig Herzklopfen wage ich es, als hätte ich es Leuten gehört.

Ich reiße sie auf und alles strahlt, als läge vor mir das Kind in Windeln gewickelt.
Und wâhrend mein Weihrauch dampft und das Kaffeearoma im Hintergrund wie Mürrebslsam den kleinen Raum erfüllt bestaune ich 15 Minuten die Geburt des Goldes, das aller Leben Ursprung ist.

Bis morgen,

Euer Ulf

(Man muss es eben einfach erleben. Kein Wort der Welt kann dieses Wunder adäquat beschreiben)

15 minutes of fame
The windows are fogged up like in an old building when the alarm clock rings in the morning and it takes a little effort to peel myself out of the cozy blanket when it’s time to get up.
But unlike in the past, I’m not in a bad mood, instead I feel almost every day like the little boy many years ago who waits in my grandpa’s kitchen for the little bell to signal me just before the presents: Here we go.

My eyes still wander around a bit clumsily, nervously, because I only know that something particularly nice, a feeling of happiness, awaits me.

Back then, I often watched the eternal light above the living room door. This small, intense red flicker under an imitation icon. Today I have a gas flame instead, which does its job under the coffee water with a bluish glow.
It doesn’t grumble either, but does what it has to do, because it can’t and shouldn’t do anything else, and then comes the only moment in my life when I’m glad to be a smoker.
The desire for a cigarette pushes me towards the door like a little boy towards the keyhole and with a little palpitation I dare to do it, as if I had heard people say it.

I pull it open and everything shines as if the child were wrapped in diapers in front of me.
And while my incense steams and the coffee aroma in the background fills the small room like the aroma of shortbread, I marvel for 15 minutes at the birth of the gold that is the source of all life.

See you tomorrow,

Your Ulf

(You just have to experience it. No word in the world can adequately describe this miracle)

Jeden Tag eine neue Welt

(Down below in english)

(Weibliche Stimme mit sanftem Tembre:) „Herzlich willkommen zur ersten Folge von „entspannen mit Ulf“ – um das ganze Potential dieses extra für moderne Menschen wie Sie entwickelten Braincustomizing excellerator Kurses aktivieren zu können, empfehlen wir diese aus zarten Polyesterfäden gesponnene „keep calm pans“, die Professor Dr. Ulf Münstermann in einem Meditationskurs von seinem Zen Meister Ying Yang als bester Schüler auf einem einsamen Berg in den Anden kurz vor dessen Ableben überlassen wurde.

Dieses thermostatisch aufgeladene und mit Liebespigmenten besetzte Kleidungsstück besticht nicht nur durch sein exotisches Muster aus zarten Weinrot mit kontrastieren Nachtblau zur dunklen Stunde, sondern schmiegt sich auch wie eine zweite Skinrole an gestresste Körper, wo sie allein durch Berührung die inneren Nervenbahnen aktiviert und dabei einen verjüngenden Aloeveraeffekt auf das größte Organ ihres Trägers, die Haut, hervorprüft.

Und für nur 499 Euro inklusive Versand bekommen Sie den passenden Meditationsfaden aus reiner Baumwolle, gesponnen nach dem Vorbild einsiedelnder Bergapte aus einem Kloster am Fuße des Peleponnes gratis hinzu“.

(Sanfte Töne einer voluminösen Klangschale erklingen)

(Ein tiefer Bariton kriecht in das Trommelfell der Hörer:) „Haben Sie eine wohlig, entspannte Sitzposition eingenommen? Dann schließen Sie ihre Augen und atmen Sie tief ein. Ist es nicht herrlich, wie die frische Luft aus Nikotion und Kondensat die jungen Lungenbläschen verklebt?

Und ausatmen“.

(Es erklingt erneut die weibliche Stimme mit dem sanftem Tembre:)“Die extra für solche Momente, die nur Ihnen gehören, in liebevoller Handarbeit gedrehten Glücksstäbchen mit Vanillearoma, kann man übrigens ebenfalls über Professor Doktor Ulf Münstermanns Wohlfühloase im Internet ordern“.

Unter http://www.bis-morgen.com

Euer Glücksguru des Vertrauens

A new world every day

(Female voice with a gentle tembre:) „Welcome to the first episode of „relax with Ulf“ – to activate the full potential of this brain-customizing excellerator course developed especially for modern people like you, we recommend these „keep calm pans“ spun from delicate polyester threads, which were given to Professor Dr. Ulf Münstermann in a meditation course by his Zen master Ying Yang as his best student on a lonely mountain in the Andes shortly before he passed away.

This thermostatically charged garment, studded with love pigments, not only captivates with its exotic pattern of delicate wine red with contrasting midnight blue in the dark hours, but also clings to stressed bodies like a second skinrole, where it activates the inner nerve pathways through touch alone, producing a rejuvenating aloe vera effect on the wearer’s largest organ, the skin.

And for only 499 euros including shipping, you get the matching meditation thread made of pure cotton, spun according to the model of hermitic mountain apts from a monastery at the foot of the Peloponnese, for free“.

(Soft tones of a voluminous singing bowl sound)

(A deep baritone creeps into the eardrums of the listeners:) „Have you taken a comfortable, relaxed sitting position? Then close your eyes and take a deep breath. Isn’t it wonderful how the fresh air of nicotine and condensation clogs the young alveoli?

And breathe out“.

(The female voice with the gentle tembre is heard again:) „By the way, you can also order the vanilla-flavored bliss sticks, lovingly handmade especially for such moments that belong only to you, from Professor Doctor Ulf Münstermann’s feel-good oasis on the Internet“.

At http://www.bis-morgen.com

Your trusted happiness guru