Der Unterschied zwischen Furcht und Angst

Das Beste kommt noch

(down below in english) Ich habe auf dieser Reise bemerken müssen, dass mir meine Unbeschwertheit abhanden gekommen ist.  Früher konnte mich nichts erschrecken und jede Hürde hat mich stärker motiviert, über mich hinaus zu wachsen. Das kann ich heute nicht mehr von mir behaupten und  nicht mehr als Stärke ins Feld führen, wenn Mut gefragt ist.

Es war nicht so, als gab es früher keinen Grund zur Sorge, ganz im Gegenteil. Omnipräsente schlechte Noten, Stress mit meinen Eltern sowie unzählige Probleme die ich mir selbst zuzuschreiben hatten, pflasterten meinen Weg. Das hat mich auch immer schon sehr belastet und hing wie eine Hantel an meiner Seele, aber seit einigen Jahren wurde daraus eine tiefsitzende Angst, die mich massiv einschränkt.

Während ich noch vor gar nicht so langer Zeit nach jeder gemeisterten Herausforderung sorgloser die nächste kaum erwarten könnte, denke ich heute: Besser nicht noch einmal.

Ich hasse das! Ich will so nicht sein! Ich will nicht, dass die Angst mein Leben beherrscht, aber ich merke, dass sie es macht und ich bin ratlos, wie ich diese Ohnmacht in den Griff bekommen soll.

An welchem Punkt wurde aus konkreter Furcht omnipräsente Angst und wie kann ich sie besiegen?

Oft denke ich, das liegt am Alter und dass es die Masse Furcht einflössender Momente ist, die aus einer zarten Pflanze einen stattlichen Baum Angst mit langen Schatten in meinem Inneren gemacht hat.

Und noch öfter denke ich an bestimmte Personen, die mich mit omnipräsenten Drohungen zu nackter, immer währender Konfrontation mit der Nichtigkeit meiner Selbst in einer Welt drängt, dessen Werte ich nicht, oder zumindest nicht mehr teile.

Ich komme aus privilegiertem Elternhaus, aber Geld war für mich immer nur Mittel zum Zweck. Ich hatte nie den Wunsch, viel zu haben, sondern immer nur das Verlangen nach genug und ich war nie zu faul zum Arbeiten, aber auch nie bereit, für den Reichtum anderer mein Leben zu opfern.

Es sollte reichen um das Leben mit beiden Händen zu packen und genießen zu können. Es ging mir nie, um mehr als andere, denn teilen war nie ein Problem für mich. Wenn ich hatte gab ich und wenn es half, machte das nicht nur mein Gegenüber, sondern auch mich glücklich.

Aber irgendwie darf man so nicht leben. Die oberste Priorität muss sein zu haben, weshalb man besser nie aufhören sollte anzuhäufen. Man weiss ja nie, wann man es gebrauchen könnte.

Kein Vertrauen in Solidarität oder Gemeinsamkeit a la, die eine Hand wäscht die andere. Wenn es gut werden muss, mach es allein. Verlass Dich auf keinen sondern nur auf Geld, denn nur Geld kann alles. Fürs Jugendamt ist es sogar wichtiger als Liebe: „Man hat sie nicht gebeten ihre Tochter zu besuchen. Sie müssen zuvorderst zahlen“.

Seit ich Vater des schönsten, klügsten und besten Menschen der Welt bin, wird mir von derlei Stellen das Leben omnipräsent schlecht geredet und systematisch zur Hölle gemacht. Ich hatte nur die Wahl zwischen unterzuordnen und mich aufzugeben, oder zu kämpfen. Ein Kampf den ich nie gewinnen konnte. Ein Kampf der mich mürbe gemacht hat.

Ein die letzten Kräfte raubender Wettkampf zwischen Gut und Böse, wobei jede Seite sich des Etiketts „gut“ sicher wähnte.

Ich will nicht bestreiten, dass ich auch finanziell besser hätte für mein Kind sorgen müssen, aber meine Bemühungen reichten nicht. Und man darf mir glauben, dass ich am meisten darunter litt.

Ich wollte ein guter Vater sein und habe alles gemacht, was ich in diesem Zusammenhang für notwendig hielt, aber es war und ist seit 18 Jahren zu wenig und man bindet mir das seit 18 Jahren täglich unter die Nase.

Ich habe mir einen guten Job in der Werbung gesucht und bin alle zwei Wochen von München, Hamburg, Berlin und anderen Städten für den letzten Cent nach Münster gefahren, um meinem Kind ein guter und sichtbarer Papa zu sein und alles was dabei rauskam war ein Häufchen Elend, das derzeit in Griechenland weilt und seine Angst nicht mehr in den Griff bekommt.

Aus meiner Tochter wurde in der Zwischenzeit eine stolze und selbstbewusste Frau.  Alles,was ich ihr immer gewünscht habe. Und aus ihrem Vater ein Gejagter, der wie Francois Villion auf der Flucht ist, obwohl er keiner Fliege was zu Leide tat.

Das Beste an dieser Tour, dem Ritt auf der Waiküre, der Kunst zu überleben ist, dass ich vor dieser tief sitzenden, destruktiven Angst, nicht mehr weglaufen kann. Denn sie sitzt tief in mir und will jeden Tag aufs neue bezwungen werden. An Anfahrten und bei Umbauten. Im Zusammen mit Silvana und bei der Suche nach Jobs.

Vielleicht bin zumindest ich nur deshalb unterwegs, um endlich diesen Gegner zu bezwingen. Denn mit diesem Gefährten im Nacken kann ich nicht weiterleben und auch Silvana kein guter Partner und Zoé kein guter Vater sein.

Diesen Kampf muss ich noch führen und ich muss ihn gewinnen. Für Zoé und Silvana, aber am meisten für mich.

Denn Angst ist nie ein guter Berater und wenn sie aufgrund der Masse ihrer Erscheinungen ihre Größe erlangte, kann nur eines sie besiegen: mehr Positives.

In diesem Sinne erklimmen wir gleich mit dem Jürmann den Berg und morgen wieder, bis aus Angst wieder Furcht und aus Furcht wieder Herausforderung wird. Denn damit kann ich gut leben, das weiss ich ja aus Erfahrung.

Bis morgen,

Euer Ulf

The difference between fear and anxiety

On this journey, I have realized that I have lost my light-heartedness.  In the past, nothing could scare me and every hurdle motivated me more to surpass myself. Today, I can no longer say that about myself and can no longer cite it as a strength when courage is required.

It wasn’t as if there was nothing to worry about in the past, quite the opposite. Omnipresent bad grades, stress with my parents and countless problems that I had to blame on myself paved my path. This has always weighed heavily on me and hung like a barbell on my soul, but in recent years it has become a deep-seated fear that restricts me massively.

Whereas not so long ago, I could hardly wait for the next challenge without a care in the world, I now think: better not again.

I hate this! I don’t want to be like this! I don’t want fear to rule my life, but I realize that it does and I’m at a loss as to how to get a grip on this powerlessness.

At what point did concrete fear become omnipresent fear and how can I conquer it?

I often think it’s down to age and that it’s the mass of fear-inducing moments that have turned a tender plant into a stately tree of fear with long shadows inside me.

And even more often I think of certain people who urge me with omnipresent threats to naked, perpetual confrontation with the nothingness of myself in a world whose values I do not share, or at least no longer share.

I come from a privileged background, but money was always just a means to an end for me. I never had the desire to have a lot, only the desire for enough.and I was never too lazy to work, but also never willing to sacrifice my life for the wealth of others.

It should be enough to be able to grab life with both hands and enjoy it. I was never interested in having more than others, because sharing was never a problem for me. If I had, I gave and if it helped, it not only made the other person happy, but also me.

But somehow you can’t live like that. The top priority must be to have, which is why you should never stop accumulating. You never know when you might need it.

No trust in solidarity or togetherness a la, one hand washes the other. If it has to be good, do it alone. Don’t rely on anyone but money, because only money can do everything. For the youth welfare office, it’s even more important than love: „You weren’t asked to visit your daughter. You have to pay first“.

Ever since I became the father of the most beautiful, smartest and best person in the world, I’ve had my life systematically made a living hell by such authorities. I only had the choice between submitting and giving up, or fighting. A fight that I could never win. A fight that wore me down.

A contest between good and evil that sapped the last of my strength, with each side believing itself safe from the label „good“.

I won’t deny that I should have done better financially for my child, but my efforts weren’t enough. And you can believe me that I suffered the most.

I wanted to be a good father and did everything I thought was necessary in this context, but it was and has been too little for 18 years and I have been told this every day for 18 years.

I looked for a good job in advertising and drove every two weeks from Munich, Hamburg, Berlin and other cities to Münster for the last penny to be a good and visible dad to my child and all that came out of it was a pile of misery that is currently in Greece and can no longer get a grip on its anxiety.

In the meantime, my daughter has become a proud and self-confident woman.  Everything I always wanted her to be. And her father has become a hunted man who, like Francois Villion, is on the run, even though he wouldn’t hurt a fly.

The best thing about this tour, the ride on the Waiküre, the art of survival, is that I can no longer run away from this deep-seated, destructive fear. Because it sits deep inside me and wants to be conquered anew every day. On journeys and during renovations. Together with Silvana and when looking for jobs.

Perhaps I, at least, am only on my way to finally defeat this opponent. Because I can’t go on living with this companion breathing down my neck, nor can I be a good partner to Silvana or a good father to Zoé.

I still have to fight this battle and I have to win it. For Zoé and Silvana, but most of all for me.

Because fear is never a good advisor and when it has reached its greatness due to the mass of its manifestations, only one thing can defeat it. more positivity.

With this in mind, let’s climb the mountain with Jürmann right now and again tomorrow, until fear becomes fear again and fear becomes a challenge again. Because I can live with that, I know that from experience.

See you tomorrow,

Your Ulf


Wir sind ja nicht in Horstmar

(down below in english) Am 1. Oktober vergangenen Jahres, stand für uns fest, dass es so wie es war, nicht weiter gehen kann. Zu viel Routinen und zu viel Tristesse macht ein Leben zwar nicht unerträglich, aber unmöglich zu genießen. Uns fehlte die Lebensfreude.

Also beschlossen wir, uns zu verändern. Es sollte radikal sein, also mindestens aus Stadt und Land. Aber wenn man von Horstmar nach, wie wir erst dachten, nach Madeira auswanderte, würde sich doch auch unweigerlich irgendwann wieder ein Alltag einschleichen und man würde, so unsere Befürchtung, erneut im Tagesgeschäft überleben stranden.

„Wie wäre es mit Vanlife?“ Schlug ich vor und Silvana war gleich Feuer und Flamme. Jeden Tag woanders, täglich Sonne und Meer, Meer, Meer.

Wir waren uns bewusst, dass wir nicht viel Geld hatten und auch, dass uns keinerlei Ahnung von dem was uns erwarten würde, als Erfahrung helfen würde. Und selbst unsere optimistische Naivität, war kein unbekanntes Geheimnis, sondern Teil des Plans. Nicht zu viele Probleme kennen, die auf uns zukommen würden, könnte helfen, nicht aufzugeben, bevor wir losgefahren sind.

Und wahrlich, hätten wir eine Ahnung davon gehabt, was uns bisher bereits alles passiert ist, wir wären jetzt noch in Horstmar und nicht an dem Traumstrand, dessen Aussicht uns heute zum Frühstück geschenkt ist.

Was wir aber nicht wussten, war ein Ziel. Nur eine Ahnung von Abenteuer und Selbstfindungserfahrungen motivierte uns von 100 in vier Quadratmeter zu ziehen und die Vergangenheit hinter uns zu lassen. Der unbedingte Wille, es nicht nur bei honorigen Wünschen zu belassen, gab uns Kraft, viel zu verkaufen, noch mehr wegzuwerfen, alles zu kündigen und uns mit dem Jürmann, den es freilich damals noch nicht gab, aufzumachen, die Welt zu entdecken.

Heute, 13. Monate und ein paar Wochen später, sind wir bereits durch zehn Länder gereist und haben das Schicksal bei den Hörnern gefasst.

Wir haben erleben dürfen und müssen, wie befreiend loslassen ist und reduzieren nicht einschränkt, sondern Möglichkeiten für Neues schafft.

Heute haben wir Bilder im Kopf, statt Schränken voller Plänen. Und heute, wo neben unfassbar einmaligen Erlebnissen und so manchem Unglück ein erstes Fazit gezogen werden darf, können wir nur sagen: Genau richtig, dass wir gefahren sind, auch wenn wir nicht, wie ich gern schreibe, alles richtig gemacht haben.

Denn heute, oder besser gestern, als wir den ersten Tag nur genossen und nicht gearbeitet haben, spüren wir, was wir vor gut einem Jahr nur geahnt haben.

Wir haben uns verändert. Silvana ist die, auf dessen Selbstvertrauen unsere Zukunft ruht und ich musste lernen, das Schwäche als Stärke zu akzeptieren, ein wesentlicher Baustein zur Selbstzufriedenheit ist. Heute habe ich auch noch nicht den Job oder das Leben, aber heute weiß ich zumindest schon einmal viel genauer, was ich will und nicht will und wie ich zukünftige Aufgaben im Kopf vorbereiten muss. Mit Ruhe und Fokussierung und vor allem ohne Angst.

Und ich weiss jetzt, mit Silvana an einem Traumstrand im Griechenland im Arm, was ich nie wieder möchte und das ich ohne die Erlebnisse des letzten Jahres wohl nie erfahren hätte:

Ich will mich nie wieder über Dinge ärgern, die ich mache, obwohl ich sie nicht machen will, deshalb lasse ich das Ungeliebte und erwarte mit Freude das Unvermeidliche immer wieder neue Jetzt, auch wenn das morgen vielleicht bedeuten kann, dass der Jürman die Steigung aus dieser Lagune nicht schafft.

Dann bleiben wir eben noch ein Weilchen, wir sind ja schließlich nicht in Horstmar!

Bis morgen,

Euer Ulf

We are not in Horstmar On October 1 last year, we realized that things could not go on as they were. Too many routines and too much dreariness made life not unbearable, but impossible to enjoy. We lacked joie de vivre.

So we decided to change. It had to be radical, so at least out of the city and out of the country. But if we emigrated from Horstmar to Madeira, as we initially thought, everyday life would inevitably creep back in at some point and, we feared, we would once again be stranded in the daily grind.

„How about vanlife?“ I suggested and Silvana was immediately hooked. Every day somewhere new, every day sun and sea, sea, sea.

We were aware that we didn’t have much money and that no idea of what to expect would help us as an experience. And even our optimistic naivety was not an unknown secret, but part of the plan. Not knowing too many problems that would come our way could help us not to give up before we set off.

And truly, if we’d had any idea what had happened to us so far, we’d still be in Horstmar and not on the dream beach whose view we’ve been given for breakfast today.

But what we didn’t know was a destination. Only an inkling of adventure and the experience of self-discovery motivated us to move from 100 to four square meters and leave the past behind us. The unconditional will to not just leave it at honorable wishes gave us the strength to sell a lot, throw away even more, quit everything and set off to discover the world with Jürmann, who admittedly didn’t exist back then.

Today, 13 months and a few weeks later, we have already traveled through ten countries and taken fate by the horns.

We have experienced and had to experience how liberating it is to let go and not to reduce, but to create opportunities for something new.

Today we have pictures in our heads instead of cupboards full of plans. And today, when we can draw a first conclusion from our unbelievably unique experiences and many a misfortune, we can only say that we were right to go, even if, as I like to write, we didn’t do everything right.

Because today, or rather yesterday, when we were just enjoying the first day and not working, we feel what we only suspected a good year ago.

We have changed. Silvana is the one on whose self-confidence our future lies and I had to learn that accepting weakness as strength is an essential building block for self-satisfaction. Today, I still don’t have the job or the life, but at least today I know much more precisely what I want and don’t want and how I need to prepare future tasks in my head. With calm and focus and, above all, without fear.

And I now know, with Silvana on a dream beach in Greece in my arms, what I never want again and what I would probably never have known without the experiences of the past year:

I never want to get angry again about things I do, even though I don’t want to do them, so I leave the unloved and happily await the inevitable New nows again and again, even if tomorrow that might mean that the Jürman doesn’t make the climb out of this lagoon.

Then we’ll just stay a while longer, we’re not in Horstmar after all!

See you tomorrow,

Your Ulf

Es hat nicht sollen sein

(down below in english) Manchmal helfen leider weder Schraubenzieher noch Geld, um gewisse Hürden meistern und leider sahen wir uns gestern mit einer solchen konfrontiert.

Beim Tierarzt stellte sich raus, dass der kleine Jeffrey einen Herzfehler hat und unser Leben nicht meistern könnte.

Hier kann man spenden!

Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns, wenn Ihnen unser Block gefällt und Sie uns vielleicht mit einer kleinen Spende unterstützen. Vielen Dank

1,00 €

Natürlich hätten wir es mit Medikamenten und viel Hoffnung versuchen können, aber das wollten wir dem kleinen Lebowski nicht antun. Bei Andrea bekommt er alles was er braucht und muss nicht im Jürmann seine letzten Kräfte für Stress vergeuden, der sich vermeiden läßt.

Wir haben uns ja gewünscht, dass es auch für ihn ein freudiges Abenteuer und keine unnötige Belastung wird, deshalb haben wir ihn ganz schweren Menschenherzens in seiner alten Heimat gelassen. Hier wird es ihm am ehesten lange gut gehen, auch wenn Silvana und mir dieser Schritt sehr schwer fällt.

Man mag gar nicht dran denken, wenn plötzlich unser kleiner Freund leblos im Wagen läge. Ich wüßte nicht, wie ich Silvana dann auffangen sollte und von dem, wie Jeff gelitten haben möge, will ich gar nicht reden.

Also trennten sich gestern unsere Wege sehr tränenreich bevor wir uns gegenseitig noch lieber gewinnen und ein wenn auch ein wenig fauler Kompromiss wie jetzt nicht mehr möglich ist.

Der Himmel zeigt sich sogar solidarisch und verzieht keine Miene. Grau in Grau liegt er auf dem Tag und die Sonne hält sich dezent im Hintergrund.

Danke, liebe Freundin, dass Du uns heute nicht mit vielen fröhlichen Strahlen den gestrigen Abschied noch schwerer machst. Wir werden heute versuchen, uns mit kleinen Reparaturen abzulenken und dabei den kleinen Jeffrey, jeder für sich, ganz doll vermissen.

Bis morgen mit besseren Nachrichten,

Euer Ulf

Wir werden Dich sehr vermissen

It was not meant to be


Sometimes, unfortunately, neither screwdrivers nor money help to overcome certain hurdless and unfortunately we were confronted with one of these yesterday.

At the vet it turned out that little Jeffrey has a heart defect and would not be able to cope with our lives.

Of course we could have tried with medication and a lot of hope, but we didn’t want to do that to little Lebowski. At Andrea’s he gets everything he needs and doesn’t have to waste the last of his energy at Jürmann’s on stress that can be avoided.

We wanted it to be a happy adventure for him too and not an unnecessary burden, so we left him in his old home with a heavy human heart. He is most likely to do well here for a long time, even if Silvana and I find this step very difficult.

It’s hard to imagine our little friend suddenly lying lifeless in the car. I wouldn’t know how to pick Silvana up then and I don’t even want to talk about how Jeff might have suffered.

So we parted ways very tearfully yesterday before we could win each other over and a compromise, even if it was a bit lazy, was no longer possible.

The sky even shows solidarity and doesn’t make a face. The day is gray in gray and the sun stays discreetly in the background.

Thank you, dear friend, for not making yesterday’s farewell even harder for us today with so many cheerful rays. Today we will try to distract ourselves with small repairs and miss little Jeffrey, each one of us, very much.

See you tomorrow with better news,

Your Ulf

Der kleine Jeffrey Lebowski

(down below in english) Wie sagt man in der Religion so schön „wie die Jungfrau zum Kind“‚, kamen wir zu Jeff, einer klitzekleinen weißbraunen Miezekatze. Pause für meine Mutter, die jetzt wohl den Kaffee verschüttet hat.

Also, … Gestern sind wir zum Waschen als auch seelischen wie Litiumakkus aufladen, bei einem Campingplatz gelandet, wo wir bereits von Andrea aus Stade so begrüßt wurden, als kennen wir uns schon ewig.

Bei strömendem Regen dachte sie sogar an Klopapier, während ich schon vergessen hatte, welche Notdurft für mich am dringendsten war.

Als es mir dann wieder ein und ordnungsgemäß in den Abfluß fiel, war der Kaffee bereits fertig und Silvana auf ihrem Platz an der Sonne, denn das Wetter wechselt hier schneller als oftmals meine Launen.

Dann begann auch schon Andrea ungefragt und wie der Regen zuvor von süßen kleinen Kätzchen und deren Kastration zu plaudern. Und während mich beinahe solidarisch Phantomschmerzen plagten, begann Silvana das jetzt zeugungsunfähige Würmchen Jeffrey zu kraulen.

Jeder Widerstand meinerseits wäre zwar nicht zweck- aber herzlos gewesen. Denn dieses kleine Wesen schenkt Silvana genau die Zuneigung, zu der ich in der Hektik unseres aufregenden Lebens derzeit oft nicht fähig bin. Deshalb musste ich sie auch beinahe dazu überreden, den kleinen Jeffrey zu adoptieren.

Als ich nämlich gen Abend vom Wäschwaschen zurückkam, saß sie mit Tränen in den Augen auf der Couch und wollte sich selbst davon überzeugen, den kleinen Kater nicht zu lieben, während dieser durch einen kleinen Winkel in der Armbeuge auf ihren Schoß krabbelte.

Mit der Gewissheit im Rücken, dass Jeffrey zeugungsunfähig und geimpft war, könnten folglich 10 Euro für Katzenfutter im Monat kein ausreichendes Argument gegen einen Stubentiger sein und der Egoismus Vorwurf von Silvana ist so absurd, dass wir logischerweise und unumkehrbar beschlossen, von nun an zu Dritt weiter zu reisen.

Und während ich diese Zeilen schreibe, schiebt bereits Donny sein winziges Köpfchen in meine Armbeuge und schläft, aber zwei Haustiere haben in unserem Jürmann nun wirklich keinen Platz; auch wenn es mir jetzt Grad beinah das Herz bricht.

Bis morgen,

Euer Ulf

Und mich mag er auch noch, …

The little Jeffrey Lebowski


As they say in religion, „like a virgin to a child“, we came across Jeff, a tiny little white and brown pussycat. A break for my mother, who must have spilled her coffee.

So… yesterday we ended up at a campsite to wash and recharge our batteries, of soul and litium, where we were greeted by Andrea from Stade as if we had known each other forever.

In the pouring rain, she even thought of toilet paper, while I had already forgotten which emergency need was the most urgent for me.

By the time I’d got it back in and properly down the drain, the coffee was already ready and Silvana was in her place in the sun, because the weather here changes faster than my moods often do.

Then Andrea started chatting about cute little kittens and their neutering, unasked and like the rain before. And while I was suffering from phantom pains almost in solidarity, Silvana began to cuddle Jeffrey, who was now unable to conceive.

Any resistance on my part would have been futile but heartless. Because this little creature gives Silvana exactly the affection that I am often incapable of in the hectic pace of our exciting lives at the moment. That’s why I almost had to persuade her to adopt little Jeffrey.

When I came back from doing the laundry in the evening, she was sitting on the couch with tears in her eyes, trying to convince herself that she didn’t love the little cat, while he crawled onto her lap through a little nook in the crook of her arm.

With the certainty behind us that Jeffrey was unable to conceive and had been vaccinated, 10 euros a month for cat food could not be a sufficient argument against a house cat and Silvana’s accusation of selfishness was so absurd that we logically and irreversibly decided to continue traveling as a threesome from now on.

And as I write these lines, Donny is already pushing his tiny head into the crook of my arm and sleeping, but two pets really have no place in our Jürmann; even if it almost breaks my heart now.

See you tomorrow,

Your Ulf