Magie der Musik

(down below in english) Als der erste Mensch am Wasser stand und Musik statt Rauschen erklang, passierte ein Wunder. Jede Welle wurde zum rhythmischen Taktgeber und ihre weichen, sich überschlagenden Schaumkronen, zum Vehikel einer Emotion der Sehnsucht.

Vielleicht war es aber auch kein Wasser, sondern ein Bambusrohr, das vertrocknet und verlassen darauf wartete, geblasen zu werden. Plötzlich musste ein sensibles Ohr von Angriffswarnung auf Melancholie umgesprungen sein, und eine Lucy lauschte dem heiseren Ton nach, der sich aus dem Hohlrohr befreite und alles Sein in Erinnerungen tauchte.


Jeder sich bewegende Kiesel lachte ein sanftes Kinderlächeln und ein kleines Gebüsch mit dichtem Laub kündete von einer vergangenen romantischen Nacht. Alle bildlichen Eindrücke erwachen im Kopf als vergangenes Leben und erzählen der Phantasie eine Geschichte, die so berührt, dass einem die Tränen in die Augen schießen, ohne dass sich auch nur eine Wolke zu bewegen scheint

Die Sonne strahlt nicht mehr, sondern streichelt wie eine fürsorgliche Mutter über den Kopf und der Wind haucht einem das Lied der Freiheit ins Ohr.

Mein Gehirn entführte mich heute in einen dieser Momente und summte eine Melodie, deren vertraute Töne von der Bildgewalt einer Szene künden, an dessen Ende ein Mann und seine Frau glücklich in die dunkle Zukunft reiten.

Die Kerzenständer auf dem Tisch sind gefallen und ihre Dochte sind erloschen. Das Böse hat für einen Moment ausgedient und macht der Hoffnung Platz, die bei mir hier in einem Blick aus dem Jürmann in die Ferne ihren Zenit erreicht.


Bitte lass mich noch ein wenig verweilen, Muse der Sensiblen, denn ich bin noch nicht wieder bereit für Blätterrauschen und Wellenbrechen, mein Überich will noch ein wenig in Vergangenheiten weilen und sich auf die Zukunft freuen.

Bis morgen,

Euer Ulf

The magic of music


When the first person stood at the water’s edge and heard music instead of noise, a miracle happened. Each wave became a rhythmic beat and its soft, swirling whitecaps a vehicle for an emotion of longing.

Or maybe it wasn’t water, but a bamboo reed, dried up and abandoned, waiting to be blown. Suddenly, a sensitive ear must have switched from attack warning to melancholy, and a Lucy listened for the hoarse sound that broke free from the hollow tube, bathing all being in memories.

Every moving pebble laughed a gentle child’s smile and a small bush with dense foliage told of a romantic night gone by. All the visual impressions come to life in the mind as a past life and tell the imagination a story that is so moving that tears spring to the eyes without even a cloud seeming to move

The sun no longer shines, but caresses your head like a caring mother and the wind breathes the song of freedom into your ear.

My brain whisked me away to one of these moments today, humming a melody whose familiar tones tell of the imagery of a scene at the end of which a man and his wife ride happily into the dark future.

The candlesticks on the table have fallen and their wicks have gone out. Evil has had its day for a moment and makes way for hope, which reaches its zenith for me here in a look out of the Jürmann into the distance.

Please let me linger a little longer, muse of the sensitive, because I am not yet ready for the rustling of leaves and the breaking of waves, my superego wants to dwell a little longer on the past and look forward to the future.

See you tomorrow,

Your Ulf

Kein Grund zur Klage

(down below in english) Ich gebe zu, ein bisschen leichter habe ich mir das alles schon vorgestellt und auch ein bisschen wärmer, aber ich mache mir nicht vor, dass unsere Reise ein Fehler war, denn ich liebe das Leben derzeit so sehr wie selten.

Vielleicht vermisse ich manchmal ein wenig den Platz einer richtigen Wohnung oder eben die Sonne, wie jetzt, aber wann habe ich schon einmal das Privileg besessen, an einem Strand darüber nachzudenken? Wann habe ich zuvor in einen Blog über die Zukunft, ja Pläne sinniert?
Und wann nickte mir ein Grieche mit Zigarette zu, der wie ich das Meer zum Frühstück statt Nachrichten brauchte?

Wann erwachte in Deutschland der Morgen trotz aller wartenden Aufgaben so friedlich wie hier?

Ich weiss es: Nie.in Deutschland war ein heute wie jeder Tag, 24 Stunden eines Lebens, das es zu bewältigen gab. Nichts besonderes, sondern nur eine Aufgabe, die es zu bewältigen galt. Hier ist jetzt oft superschön, immer friedlich, manchmal kalt, aber nie ätzend. Hier ist der Unterricht gleich etwas, dass hinter einem schöneren Konjunktiv verschwindet, der morgen schon wahr werden kann. Hier ist jeder Morgen eine neue Chance und nie „wie immer“.

Wenn mir wie gestern Altlasten auf die Füße fallen oder auf der Seele liegen, geh ich spazieren, atme ein, Blicke in die Ferne und denk ganz schnell, „who care’s?!“ Statt *euch zeig ich’s!“

Hier ist mir das Leben zu wertvoll für Rache, weil ich stetig am Planen und umsetzen bin, weil mich das Umfeld nicht mit kultivierten Erinnerungen erdrückt, sondern zu Ideen inspiriert und hier habe ich auch erstmalig das Gefühl, nicht allein zu sein. Nie fühlte ich meine Mama mehr an meiner Seite, nie waren die Gespräche mit Zoé schöner und der Abend trotz Arbeit erfüllter von Tagwerk als auf dieser Reise.

Nie freute ich mich mehr auf ein Lächeln wie hier auf eines von Silvana, das nicht hin und wieder zufällig erhascht werden kann, sondern schwer ist zu übersehen, denn auch sie scheint mir hier trotz aller Probleme die glücklichste Silvana zu sein, die es je gab und gibt es etwas Schöneres, als derlei Gewissheiten?

Ich glaube nicht.

Bis morgen,

Euer Ulf

No reason to complain
I admit, I imagined it would be a little easier and a little warmer, but I’m not fooling myself that our trip was a mistake, because I’m loving life more than ever at the moment.

Maybe I sometimes miss the space of a real apartment or the sun, like now, but when have I ever had the privilege of thinking about it on a beach? When have I written a blog about future plans before?
And when did a Greek man with a cigarette nod to me who, like me, needed the sea for breakfast instead of the news?

When did the morning in Germany wake up as peacefully as here, despite all the waiting tasks?

I know: never in Germany was today like any other day, 24 hours of a life to be mastered. Nothing special, just a task that had to be accomplished. Here now is often super beautiful, always peaceful, sometimes cold, but never corrosive. Here, the lesson is something that disappears behind a more beautiful subjunctive that can come true tomorrow. Here, every morning is a new opportunity and never „the same as always“.

When old burdens fall on my feet or weigh on my mind like yesterday, I go for a walk, breathe in, look into the distance and quickly think „who cares?“. Instead of „I’ll show you!“

Here, life is too precious to me for revenge, because I am constantly planning and implementing, because my surroundings don’t overwhelm me with cultivated memories, but inspire me with ideas, and here, for the first time, I feel that I am not alone. I’ve never felt my mom by my side more, the conversations with Zoé have never been more beautiful and the evenings more full of day-to-day work despite my work than on this trip.

Never have I looked forward more to a smile like this one from Silvana, which can’t be caught by chance from time to time, but is hard to miss, because despite all her problems, she seems to me to be the happiest Silvana there ever was and is there anything more beautiful than such certainties?

I don’t think so.

See you tomorrow,

Your Ulf

Traumland Griechenland


(Down below in english) Hat sich einer schon mal richtig Gedanken über die Kraft der Gedanken gemacht? Also ich meine über die Imagination. Hier in Griechenland merke ich jedenfalls, wie viel Fantasie in so manchem geistigen Bild bei mir steckt, die mit der Realität nichts zu tun haben muss.

Ich sehe nämlich grad vor mir, natürlich, Strand. Christall klares Wasser inmitten von niedriger Berglandschaft, über der das dunkle Blau der Nacht von einem Orangerot abgelöst wird, dass sich in einem Wolkenweiss verflüchtigt.

Die Wellen sind ganz seicht und die ersten Vögel zwitschern und piepen, wie im Garten Eden. Eigentlich kann die behagliche Sinnigkeit nichts trüben, wenn ich nicht beim Schluck Kaffee den Arm in einem dicken Strickpullover mit darüberliegender Strickjacke samt Winterjacke bewegen müsste, denn es ist Arschkalt.

Es ist nicht ein bisschen frisch von nächtlicher Brise, sondern so frostig, dass ich die Finger beim Tippen dieser Zeilen regelmäßig in die Jackentaschen stecken muss, damit ich sie weiter bewegen kann; ach was sag ich: ich flüchte in den beheizten Jürmann, um nicht zu erfrieren.

So, das ist besser. Silvana mag zwar nicht von meinen beinahe erfrohrenen Händen gestreichelt werden, aber das Wasser kocht und die Standheizung wabert, ja, sie macht es wirklich, yeah.

In solchen Momenten fragt man sich schon manchmal, warum man losgefahren ist, aber denkt dann doch an meine hier verfasste zweite Strophe und denkt, aber wir sind am Strand, schließt die Augen und vertraut auf die Fantasie, die einen im Nuh wieder träumen lässt; nur Einschlafen ist verboten, denn wir wollen ja trotz Winters lieber hier als in Germany sein.

Bis morgen,

Euer Ulf

Dreamland Greece

Has anyone ever really thought about the power of thought? I mean about the imagination. Here in Greece, I realize how much fantasy there is in many a mental image that has nothing to do with reality.

I can just see a beach in front of me, of course. Crystal clear water in the middle of a low mountain landscape, above which the dark blue of the night is replaced by an orange-red that fades into a white cloud.

The waves are very shallow and the first birds chirp and peep, just like in the Garden of Eden. Actually, nothing could spoil the cozy sensuality if I didn’t have to move my arm in a thick knitted sweater with a cardigan and winter jacket over it as I sip my coffee, because it’s freezing cold.

It’s not a bit chilly from the night breeze, but so frosty that I regularly have to put my fingers in my jacket pockets while typing these lines so that I can keep them moving; oh what am I saying: I take refuge in the heated Jürmann so as not to freeze to death.

There, that’s better. Silvana doesn’t like to be stroked by my almost frozen hands, but the water is boiling and the parking heater is wafting, yes, she’s really doing it, yeah.

In moments like these, you sometimes wonder why you drove off, but then you think of the second verse I wrote here and think, but we’re on the beach, close your eyes and trust your imagination, which lets you dream again in Nuh; only falling asleep is forbidden, because we’d rather be here than in Germany despite the winter.

See you tomorrow,

Your Ulf

Ein Wetter zum Bäume ausreißen

Kein ernsthaftes Beispiel für heute Nacht

(down below in english) Mir ist entfallen, wie oft ich schon einen Blogbeitrag mit dem Wort „eigentlich“ begonnen habe, aber heute wäre wieder eine gute Gelegenheit gewesen, die ich nur aus literarischer Disziplin vermeide. Denn „eigentlich“ klingt so „irgendwie“. Und nicht so „wow“ wie es der vergangene Tag und das Naturphänomen verdient haben.

Denn gestern verbrachten Silvana, Irina und ich einen wunderbaren Tag miteinander. Er war nicht spektakulär schön, in dem Sinne, dass wir gemeinsam Achterbahn fuhren oder im teuersten Restaurant der Stadt das beste Steak aßen, sondern so, dass wir die Zeit miteinander genossen, während wir bei schönstem Sonnenschein zum Waschsalon spazierten und uns freuten, alte Bekannte wieder zu treffen. Denn im Oktober lernten wir uns am Strand von Sagiada, an der Grenze zu Albanien kennen.

Später, als die Klamotten trocken und die China Mall sowie Lidl geschlossen waren, wollten wir den Tag dann als gemütlichen Abend an unserem Lieblingsstrand beenden und fuhren also zum „Long beach“.

Dort angekommen fühlte es sich wie an der Nordsee an. Die Wellen wurden vom Wind so hoch gepeitscht, dass Silvana statt nur mit den Füßen gleich ganz von den Fluten gepackt wurde und vor Freude jauchzend in meine Arme fiel, während Irina und ihr Hund Lullu in ihrem Nugget Mücke dafür sorgten dass die Hundeleine nicht zur Drachenschnur wurde.

In der Bibel würde man wohl sagen „und Gott sah, dass es gut war. Nächster Tag“.

Aber wir sind ja in Griechenland und nicht in einem schriftlichen Kompromiss von Kaiser Konstantin, deshalb ist die Geschichte an dieser Stelle noch nicht zu Ende, sondern springt direkt weiter zur Sinnflut, denn im Internet erfuhren wir, dass es nicht bei Böhen bleiben sollte, sondern Stark“Winde“ mit bis zu 97 km/h erwartet wurden.

Wir täten also gut daran, die flatternde Wäsche und den Hund von den wehenden Leinen zu nehmen und uns in Sicherheit zu begeben, denn laut Universalgenie Dr. Google könnte das Lüftchen beim Tanzen in der Nacht durchaus Lust auf Bäume ausreißen bekommen.

So landeten wir schließlich an einem alten Sportplatz mit Blick auf die Brandung und genossen bei Bohnen mit Tomatensauce und glutenfreien Keksen Rotwein und Gespräche wie lange nicht mehr und vergaßen beinahe, dass es der Wind war, der alles zum Wackeln brachte und nicht nur der Rotwein.

Aber bevor wir den Abend beendeten, riskieren wir noch einen Blick auf die Naturgewalten, die sich in fünf bis sechs Meter hohen Wellen die am Pier wie in einem Bild von William Turner selbst zelebrierten. Spektakulär.

Bis morgen,

Euer Ulf

Weather to tear out trees
I can’t remember how many times I’ve started a blog post with the word „actually“, but today would have been another good opportunity, which I only avoid out of literary discipline. Because „actually“ sounds so „kind of“. And not as „wow“ as the past day and the natural phenomenon deserved.

Because yesterday Silvana, Irina and I spent a wonderful day together. It wasn’t spectacularly beautiful in the sense that we rode a rollercoaster together or ate the best steak in the most expensive restaurant in town, but rather that we enjoyed our time together while we walked to the laundrette in the most beautiful sunshine and were happy to meet up with old friends again. Because in October we met on the beach in Sagiada, on the border with Albania.

Later, when our clothes were dry and the China Mall and Lidl were closed, we wanted to end the day with a relaxing evening on our favorite beach, so we drove to „Long beach“.

Once there, it felt like being on the North Sea. The waves were whipped so high by the wind that Silvana was grabbed by the waves instead of just her feet and fell into my arms, whooping with joy, while Irina and her dog Lullu in their nugget mosquito made sure that the dog leash didn’t turn into a kite string.

In the Bible we would probably say „and God saw that it was good. Next day“.

But we are in Greece and not in a written compromise by Emperor Constantine, so the story doesn’t end here, but jumps straight on to the Sinnflut, because we found out on the internet that it wasn’t going to stay with gusts, but that strong „winds“ of up to 97 km/h were expected.

We would therefore be well advised to take the flapping laundry and the dog off the blowing leashes and head for safety, because according to universal genius Dr. Google, the breeze might well feel like ripping out trees while dancing in the night.

So we ended up at an old sports field overlooking the surf, enjoying red wine and conversation over beans with tomato sauce and gluten-free cookies like we hadn’t in a long time, almost forgetting that it was the wind that was making everything shake and not just the red wine.

But before we ended the evening, we risked a look at the forces of nature, which celebrated themselves in five to six meter high waves on the pier like in a painting by William Turner. Spectacular.

See you tomorrow,

Your Ulf

Erwachsen werden

(Down below in Englisch) Heute könnte der Strand nicht einsamer sein. Eine graue Suppe hat sich über uns ergossen, so dick und zähflüssig, dass die Sonne wie mit grobschlächtigen Händen mühsam ein kleines Loch hinein reissen musste, sodass man wenigstens die Hand vor Augen sieht.

Und das Meer vor mir plätschert so leise, als habe es Angst vor diesem faden Nichts. Und beim Stapfen durch den weichen und feuchten Sand rieseln einem kleinen Kiesel in die Socken, als dürfte kein fröhlicher Gedanke aufkommen.

Ich fühle mich wie ein ungebetener Zuschauer, der verbotenerweise durch den Türschlitz des Kinderzimmers den Eltern beim Weihnachtsgeschenke aufbauen zuschaut. Als würde ich etwas sehen, das nicht für meine Augen bestimmt ist. Es ist, als würde auch ich ganz plötzlich erwachsen werden,indem ich eine Wahrheit sehe, die ich lieber nicht gewusst hätte

Auch ich weiss, dass gleich alles wieder gut und freundlich ist. Die Sonne scheint und alles wieder genauso erstrahlt wie im Bilderbuch. Aber ab jetzt weiss ich eben mehr. Ich weiss quasi seit jetzt und für immer, dass es kein Christkind gibt. Und wie der kleine Junge in meiner Metapher, fühle auch ich mich irgendwie betrogen.

Ich sehe nicht den guten Willen, mir ein Freude zu machen. Den Wunsch hinter der Mühe, mich glücklich zu machen, sondern erfahre einzig die bittere Tatsache, dass ich klein und unwissend bin. Noch unendlich viel lernen muss und dass es keine Wunder gibt.

Geschenke, egal ob unterm Weihnachtsbaum oder als paradiesisch gestalteter Strand, sind auch nur ein Produkt aus Ursache und Wirkung.
Kein Sonnenstrahl ist sichtbar, wenn nicht Milliarden und mehr Wassertropfen als Wolken sie zum Strahlen bringen.

Ich vermisse meine Unwissenheit schon jetzt und hätte mir gewünscht, heute etwas länger geschlafen zu haben, denn für diese Wahrheit bin ich einfach noch nicht erwachsen genug.

Bis morgen,

Euer Ulf

Growing up
The beach couldn’t be lonelier today. A gray soup has poured over us, so thick and viscous that the sun had to laboriously tear a small hole in it, as if with rough hands, so that you can at least see your hand in front of your eyes.

And the sea in front of me ripples so quietly, as if it were afraid of this bland nothingness, and as I trudge through the soft, damp sand, small pebbles trickle into my socks as if no cheerful thoughts were allowed to arise.

I feel like an uninvited spectator, watching my parents assembling Christmas presents through the door slit of the children’s room. As if I am seeing something that is not meant for my eyes. It’s as if I too am suddenly growing up, seeing a truth that I would rather not have known

I also know that everything will soon be good and friendly again. The sun is shining and everything is as bright as in a picture book. But from now on I know more. I know now and forever that there is no Christ Child. And like the little boy in my metaphor, I also feel somehow cheated.

I don’t see the good will to make me happy. The desire behind the effort to make me happy, but only the bitter fact that I am small and ignorant. I still have so much to learn and that there are no miracles.

Presents, whether under the Christmas tree or as a paradise-like beach, are also just a product of cause and effect.
No ray of sunshine is visible unless billions more drops of water than clouds make it shine.

I already miss my ignorance and wish I had slept a little longer today, because I’m just not grown up enough for this truth.

See you tomorrow,

Your Ulf

Sechs Menschen, ein Ziel

(down below in english) In dem Weihnachtslied „leise rieselt der Schnee“ lautet die zweite Zeile „still und starr ruht der See“ und genauso erstrahlt jener, der vor uns liegt. Nicht vereist und der Wald um uns glänzt auch nicht weihnachtlich, aber friedlich, so friedlich wie einer im Wunderland von Alice.

Umrandet von Schilf, Bambus und anderen Gewächsarten strahlt der Frieden mit einer unaufdringlichen Ruhe uns an.

Silvana meinte gestern“ das Meer schreit immer förmlich „los Guck mich an. Ich bin schön!“ Der See flüstert nur „schön, dass ihr da seid“.

Aber er heißt nicht nur uns willkommen, sondern auch ein Schweizer Pärchen, mit dem wir gestern beim Tee über Reiseerfahrungen sprachen. Es war so angenehm schön, endlich Gleichgesinnte zu treffen, die mit noch weniger Komfort als wir den gleichen Schritt gewagt haben.

In einem T3 sind Larissa und Lou seit September unterwegs und entdecken mit gleicher Neugierde wie wir, die gleichen Stellen mit anderen Augen. Sie haben ebenfalls alles aufgegeben und sich auf den Weg gemacht, um Menschen wie uns zu begegnen, obwohl wir jeweils nicht vorher voneinander wissen konnten.

Es war schön, mit Lou in der naheliegenden Therme Wasser zu holen, während Silvana sich mit Larissa unterhielt. Und als die beiden weiter fuhren gen Süden, winkten wir uns zum Abschied wie Freunde, die schon einmal vorfahren „Wir sehen uns auf Kreta“.

Dann erkundeten Silvana und ich noch die bereits geschlossene Therme mit heißen Quellen mitten im Felsen und Eisvögeln über der Wasseroberfläche. Erneut ein „lost place“ der die Fantasie beflügelte und uns Händchen haltend ein behagliches Schweigen genießen ließ.

Auf dem Rückweg trafen wir dann auf zwei junge Frauen aus Freiburg, die auf dem Rad dieses versteckte Kleinod erreichten. Bis tief in die Nacht saßen wir beisammen und sprachen über alles, was uns im Leben begegnete und so irgendwie zur jeweiligen Weggabelung führte, die, kurz vor Olympia ein Kennenlernen provozierte.

Zwei junge Frauen um die 30, allein mit dem Rad in Griechenland da sage noch einer, dass Silvana und ich mutig seien. Wir waren tief beeindruckt von ihrem Mut und ihrer Lebensfreude und sie wissbegierige Zuhörer unserer Geschichten, die zugegeben meist von mir vorgetragen wurden.

Wir lachten und sinnierten bei heißem Kakao über Kosovo, Bosnien, Montenegro, den Schwarzwald und Münster, während ein malerischer Sternenhimmel uns zu beschützen schien. Gleich treffen wir uns in Olympia, vielleicht. Vielleicht auch nicht, aber vergessen werden wir alle Vier ganz bestimmt nicht.

Bis morgen,

Euer Ulf

Six people, one goal
In the Christmas carol „the snow is falling softly“, the second line reads „still and frozen the lake rests“ and that is exactly how the one in front of us shines. Not icy and the forest around us doesn’t shine like Christmas either, but peaceful, as peaceful as one in Alice’s Wonderland.

Surrounded by reeds, bamboo and other plants, the peace radiates towards us with an unobtrusive calm.

Silvana said yesterday“ the sea always literally screams „Look at me. I am beautiful!“ The lake only whispers „it’s nice that you’re here“.

But it doesn’t just welcome us, but also a Swiss couple with whom we talked about our travel experiences over tea yesterday. It was so nice to finally meet like-minded people who had dared to take the same step with even less comfort than us.

Larissa and Lou have been traveling in a T3 since September and are discovering the same places with the same curiosity as us, but with different eyes. They have also given up everything and set off to meet people like us, even though we couldn’t have known about each other beforehand.

It was nice to get water with Lou in the nearby thermal baths while Silvana chatted with Larissa. And as the two of them drove on south, we waved goodbye like friends who had already driven up to say „See you in Crete“.

Silvana and I then explored the already closed thermal baths with hot springs in the middle of the rock and kingfishers above the surface of the water. Another „lost place“ that fired the imagination and allowed us to hold hands and enjoy a cozy silence.

On the way back, we met two young women from Freiburg who had reached this hidden gem on their bikes. We sat together until late into the night and talked about everything we encountered in life that somehow led us to the fork in the road that provoked us to get to know each other shortly before Olympia.

Two young women in their 30s, alone on their bikes in Greece – someone else said that Silvana and I were brave. We were deeply impressed by their courage and zest for life and they were eager listeners to our stories, which were admittedly mostly told by me.

We laughed and mused over hot cocoa about Kosovo, Bosnia, Montenegro, the Black Forest and Münster, while a picturesque starry sky seemed to protect us. We’ll meet in Olympia soon, maybe. Maybe not, but all four of us will definitely not forget.

See you tomorrow,

Your Ulf

Wie ein Korn Zucker in schwarzem Kaffee

Wie ein Korn Zucker in schwarzem Kaffee

Das Leben im Van ist aufregend. Man sieht ständig Neues und begegnet überall Menschen, die so verschieden sind und dennoch eines gemeinsam haben: Sehnsucht.

Ob Schweizer, Italiener, Russen, Grienchen Deutsche oder andere, es wechseln Alter, Haut und Sprache, aber die meisten sind auf der Suche nach dem Ich, das so begierig nach Ruhe und dennoch meist mit Abenteuern beschäftigt ist.

Egal ob im Wagen etwas nicht funktioniert, ein Supermarkt gesucht oder Enge kultiviert werden muss, das einsame Ich eines jeden, macht aus der Suche nach dem Glück eine individuelle Erfahrung.

Denn es ist das gleiche Ich, das zu Hause die Fernbedienung und unterwegs den Löffel nicht finden kann. Es flucht und freut sich in der gleichen Sprache, in der es immer Emotionen ausgedrückt hat. Es bleibt sich immer treu, auch wenn sich noch so vieles ändert.

Wie könnte es auch anders sein, denn es ist ja dieses Ich das flüchtet und diese Seele die begehrt. Man hofft täglich darauf, dass man es bändigt, es sich neu determiniert und alte Gewohnheiten ablegt, aber die Seele ist träge.

Jedes neue Ereignis wird mit der Erfahrung eines ganzen Lebens reflektiert. Und jeden Tag kommen bei mir beispielsweise nur 24 Stunden Neues zu 411720 Stunden Altlast hinzu. Das ist wie ein Korn Zucker in schwarzem Kaffee oder ein Sandkorn Westfalen an unendlich langen Strand.

Bis ich also statt beispielsweise „danke“, „echaristio“ denke und nicht nur sage, ist mein ganzer Körper wahrscheinlich schon selbst wieder zu Staub geworden.

So, wie mir von meiner Mutter die Freundlichkeit beigebracht wurde, so werde ich sie an jeden Platz der Welt zurückgeben. Jeden Tag wird in jedem Wort und Gedanken meine Wut auf das Leben seinen Tribut fordern.

Das einzige was sich ändern kann, nicht muss, ist meine Perspektive darauf. Ich kann nur mich lieben lernen wie den Sonnenaufgang hier am Pelepones. Mein Ich zur friedlichen Woge vor mir machen, die manchmal plätschert und manchmal Kapriolen schlägt, aber am Ende das gleiche Wasser bleibt, das es seid Anbeginn der Zeit ist.

Es zählt nicht seine Wellen, um sich zu beruhigen wie ich meine Atemzüge.

Das Meer ist nur nicht sauer auf sich, weil die Welt grad nicht zu seiner Emotion passt. Es nimmt sich den Raum den es braucht und steht sich nicht selber im Weg. Es genügt sich, weil es sich nicht verändern will, sondern einfach ist. Jeden Tag wieder, jeden Tag anders und dennoch jeden Tag das selbe Wasser wie zuvor.

Aber das Meer ist auch nicht ohne mich so wie es ist. Denn gibt es diese Schönheit, wenn sie nicht erkannt wird?

So thank you for reading und danke, dass ich für Sie schreiben darf.

Bis morgen,

Euer Ulf

Like a grain of sugar in black coffee

Life in a van is exciting. You constantly see new things and meet people everywhere who are so different and yet have one thing in common: Longing

Whether Swiss, Italian, Russian, Grien, German or other, age, skin and language change, but most of them are in search of the self that is so eager for peace and yet mostly preoccupied with adventure.

Whether it’s something not working in the car, looking for a supermarket or cultivating confinement, everyone’s lonely self makes the search for happiness an individual experience.

Because it’s the same me that can’t find the remote control at home or the spoon on the road. It curses and rejoices in the same language in which it has always expressed emotions. It always remains true to itself, no matter how much changes.

How could it be otherwise, because it is this ego that flees and this soul that desires. You hope every day that you can tame it, that it will re-determine itself and discard old habits, but the soul is inert.

Every new event is reflected with the experience of a lifetime. And every day, for example, I only add 24 hours of new to 411720 hours of old. That’s like a grain of sugar in black coffee or a grain of Westphalian sand on an endlessly long beach.

So by the time I think „echaristio“ instead of just saying „thank you“, for example, my whole body has probably turned to dust again.

Just as I was taught kindness by my mother, I will return it in every place in the world. Every day, in every word and thought, my anger at life will take its toll.

The only thing that can change, not has to, is my perspective on it. I can only learn to love myself like the sunrise here on the Pelepones. To turn my self into a peaceful wave in front of me that sometimes ripples and sometimes capers, but in the end remains the same water it has been since the beginning of time.

It doesn’t count its waves to calm itself down like I count my breaths.

The mee is just not angry with itself because the world doesn’t match its emotions at the moment. It takes the space it needs and doesn’t stand in its own way. It suffices itself because it doesn’t want to change, it simply is. Every day again, every day different and yet every day the same water as before.

But the sea is not as it is without me. Because does this beauty exist if it is not recognized?

So thank you for reading and thank you for letting me write for you.

See you tomorrow,

Your Ulf


Plön unter Palmen

(Down below in english)Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man auch denken, dass wir grad in Plön an der Ostsee sind. Kleine Kurhotels, Rentner mit Walkingsticks auf gut geteerten Straßen und im Hintergrund eine leichte Brise aus Richtung Meer.

Gut, es scheint Grad Frühling und nicht Weihnachtszeit zu sein und die guten deutschen Eichen sind Palmen, aber sonst?

Mit 20 hätte ich gesagt, hier ist der Hund begraben, mit 30, endlich Strand und Meer, jetzt hat es ein bisschen was von “ Schon wieder nur schöner Strand“.

Gut, dass es in dieser griechischen Kleinstadt Idylle nicht nur Rentner gibt, sondern auch Jannis und seinen Waschsalon. Zugegeben, er ist weder Acropolis noch In-Club, aber dennoch ein echtes Highlight zwischen Rheumapatienten und eingefärbten Gehwegplatten für halbblinde Spaziergänger auf ihrem Weg zwischen Diesseits und Jenseits.

Ich glaube, dass ich sagen darf, dass Jannis unser griechischer Waschsalon Betreiber aus Dortmund auch ein wenig angeödet von Mytikas ist, denn zwischen Waschmaschine und Trockner träumt er nicht von Strand und Meer, sondern von Star Wars.

Eigentlich, wäre er damit für mich schon uninteressant gewesen, denn ich hasse nichts mehr als Science Fiction, ich bin ja eher der Pulp Fiction Typ, aber wie Jannis in bekanntem Ruhrpott Humor von Prinzessin Lea und Co schwärmte und ganz nebenbei unsere Socken reinigte, war ganz großes Kino.

Folgerichtig wurde aus unserem Zwischenstop ein Kurzaufenthalt, denn bei Kaffee und weißer Riese entdeckten wir ungeahnte Parallelen zwischen Goethe und George Lucas.

Danke Jannis, dass du uns genötigt hast hier zu rasten, wo sich nicht Hase und Igel, sondern Oma und Opa mit faltigen Lippen einen guten Nacht Kuss geben, denn ohne Dich, hätten wir erstens keine sauberen Sachen und zweitens nicht unseren so lang vermissten Humor wieder gefunden.

Bis morgen,

Euer Ulf

Plön under palm trees

If you didn’t know any better, you’d think we were in Plön on the North Sea. Small spa hotels, pensioners with walking sticks on well-paved roads and a light breeze from the sea in the background.

Well, it seems to be spring and not Christmas time and the good German oaks are palm trees, but otherwise?

When I was 20, I would have said the dog was buried here, at 30, finally beach and sea, now it’s a bit like „just another beautiful beach“.

It’s a good thing that there are not only pensioners in this idyllic little Greek town, but also Jannis and his launderette. Admittedly, it’s neither Acropolis nor an in-club, but it’s still a real highlight among the rheumatism patients and colored paving slabs for half-blind walkers on their way between this world and the hereafter.

I think I can say that Jannis, our Greek laundromat operator from Dortmund, is also a little bored of Mytikas, because between the washing machine and dryer, he’s not dreaming of the beach and the sea, but of Star Wars.

Actually, that would have made him uninteresting for me, because I hate nothing more than science fiction, I’m more of a pulp fiction type, but the way Jannis raved about Princess Lea and co. in his familiar Ruhrpott humor and cleaned our socks on the side was great cinema.

Consequently, our stopover turned into a short stay, as we discovered unexpected parallels between Goethe and George Lucas over coffee and a white giant.

Thank you Jannis for forcing us to rest here, where not hare and hedgehog, but grandma and grandpa with wrinkled lips kiss each other goodnight, because without you, firstly we wouldn’t have clean clothes and secondly we wouldn’t have found our long-missed sense of humor again.

See you tomorrow,

Your Ulf

Oh black Lady

(Down below in english) Aufwachen an diesem Strand ist wie sich jeden Tag an einem anderen Platz zu befinden. Denn hier ist die Wassermasse des Mittelmeers immer wieder eine andere.

Als wir ankamen, war sie türkisblau und der Strand karibisch schön. Hell weiche Sandmassen so weit das Auge reichte und Wellen so freundlich schön, dass kein Foto die Einmaligkeit festhalten konnte.

Kurze Zeit später zeigte Poseidon, wie viel Kraft in ihm stecken kann. Gestein, in Massen, als hätten unzählige Radlader ihre Schaufeln nachts ununterbrochen mit Kieseln gefüllt, säumten den Strand und verliehen der Atmosphäre den Klang von Eiswürfeln in einem Whiskyglas. Gluckgluckgluckgluckgluck.Gluckgluckgluckgluckgluck.

Dann wurde es ruhig, die Wellen, wie glatt gebügelt, bildeten einen dunkelblauen Teppich aus Wasser, der nur die Sonne spiegeln sollte. Und der Strand bildete den Rahmen dieses Kunstwerks aus Milliarden kleiner Körnchen, die alle einst Kiesel oder gar Felsbrocken waren. Kein Plätschern, keine Schaumkrone, einfach nur Spiegel einer unendlichen Schönheit.

Und heute erstrahlt das Meer wie eine Königin der Nacht. Als habe sie die Schwärze der Dunkelheit in sich aufgenommen, um sich von ihr als Seetank zu befreien. Die black Lady spuckt Algen, als müsse sie sich davon wie bei Raucherkatharr befreien.

Jede Woge abertausende Kilo pechschwarzes Etwas, dass den Strand in beängstigender Schönheit erstrahlen lässt. Und die Wolken am Himmel verdunkeln die Sonne, damit sie nicht den düsteren Eindruck mit freundlichem Licht verwässern solle.

Ich weiss nicht, ob das alles eine Reminiszenz an den Klimawandel oder schlicht ein Abbild wechselnder Gezeiten ist, aber in mir ruft das Rauschen heute Warnrufe der Zeit ins Ohr: Pass auf mich auf.

Ich habe Dich gehört und gesehen habe ich die die düsteren Zeichen einer warnenden Natur.
Wir müssen aber gemeinsam Acht geben, dass die Schönheit der Welt nicht dauerhaft vom Ausfluss des Argwohns wütender Meere getrübt wird.

Bis morgen von anderer Stelle,

Euer Ulf

Oh black lady
Waking up on this beach is like standing in a different place every day. Because the waters of the Mediterranean here are always different.

When we arrived, it was turquoise blue and the beach was Caribbean in beauty. Bright, soft masses of sand as far as the eye could see and waves so friendly and beautiful that no photo could capture their uniqueness.

A short time later, Poseidon showed just how much power he can have. Rocks in masses, as if countless wheel loaders had continuously filled their shovels with pebbles at night, lined the beach and lent the atmosphere the sound of ice cubes in a whisky glass. Chortle chuddle chuddle chuddle chuddle chuddle chuddle.

Then it became calm, the waves, as if ironed smooth, formed a dark blue carpet of water that only reflected the sun. And the beach formed the frame of this work of art made of billions of small grains, all of which were once pebbles or even boulders. No ripples, no whitecaps, just a mirror of infinite beauty.

And today the sea shines like a queen of the night. As if she had absorbed the blackness of darkness in order to free herself from it as a sea tank. The black lady spews algae as if she has to rid herself of it like a smoker’s catarrh.

Every wave is thousands of kilos of pitch-black something that makes the beach glow with frightening beauty. And the clouds in the sky darken the sun so that it doesn’t dilute the gloomy impression with friendly light.

I don’t know whether this is all a reminiscence of climate change or simply a reflection of the changing tides, but today the noise calls out to me as a warning of the times: Take care of me.

I have heard you and I have seen the gloomy signs of a warning nature.
But together we must take care that the beauty of the world is not permanently tarnished by the outpouring of the suspicion of angry seas.

See you tomorrow from another place,

Your Ulf

Pssst, Silvana schläft noch

(down below in english) 7 Uhr klingelt bei uns der Wecker. Zumindest meistens, denn das Leben ist zu kurz, um es zu verschlafen.  Ich mach dann frisch aufgebrühten Kaffee und verzieh mich ganz leise samt Tasse an den Strand, Wachwerden.

Wellenrauschen,Vögelzwitschern, Sonneaufgang, am liebsten alles mit geschlossenen Augen genießen. Der Geist ist dann noch viel zu träge für Probleme und sinniert wie heute über gestern, ein kleines Weihnachten.

Es gab frischen Salat und dazu Brot mit Schinken und Spiegelei. Als Nachtisch Milka und Kino im Bett mit ganz viel kuscheln.

Geschlafen haben wir dann schon um etwa halb 10. In Löffelchenstellung mit Sternenhimmel am Firmament.

Das mag für manche langweilig klingen, aber für uns ist das der Himmel auf Erden. Im Traum war es schon Winter, aber nicht matschig oder so, sondern heimelig, weil die Heizung schon funktionierte. Und als ich erwachte, weil mir Silvana einen Schneeball ins Gesicht warf und lachte, drehte ich mich einfach wieder um, weil sogar die Baustelle Job erledigt ist.

Deshalb sind wir gefahren. Weil hier sogar früh aufstehen, zumindest für mich, ein Vergnügen ist. Keine Menschenseele weit und breit, Zivilisation nur als Dampfer am Horizont und Hintergrund erwacht mein Schatz und freut sich über den schon duftenden Kaffee.

Ob gleich die Akkus rechtzeitig voll sind, weiss ich nicht und es ist mir auch egal. Ich sammle grad Erinnerungen für die Ewigkeit.

Wer weiß, wann es mal wieder so schön sein wird?

Bis morgen,

Euer Ulf

Shhhhht, Silvana is still asleep


The alarm clock rings at 7 o’clock. At least most of the time, because life is too short to oversleep.  I then make freshly brewed coffee and quietly slip off to the beach with my cup to wake up.

The sound of the waves, birdsong, the sunrise, preferably enjoying everything with my eyes closed. The mind is still far too lazy for problems and thinks about yesterday, like today, a little Christmas.

We had a fresh salad and bread with ham and a fried egg. Milka for dessert and a movie in bed with lots of cuddling.

We fell asleep at about half past nine in the spoon position with a starry sky in the firmament.

That may sound boring to some, but for us it’s heaven on earth. In my dream it was already winter, but not slushy or anything, it was cozy because the heating was already working. And when I woke up because Silvana was throwing a snowball in my face and laughing, I just turned around again because even the building site job was done.

That’s why we drove. Because even getting up early is a pleasure here, at least for me. Not a soul far and wide, civilization only as a steamer on the horizon and in the background my darling wakes up and is happy about the already fragrant coffee.

I don’t know whether the batteries will be full in time and I don’t care. I’m just collecting memories for eternity.

Who knows when it will be this beautiful again?

See you tomorrow,

Your Ulf