Kein Grund zur Klage

(down below in english) Ich gebe zu, ein bisschen leichter habe ich mir das alles schon vorgestellt und auch ein bisschen wärmer, aber ich mache mir nicht vor, dass unsere Reise ein Fehler war, denn ich liebe das Leben derzeit so sehr wie selten.

Vielleicht vermisse ich manchmal ein wenig den Platz einer richtigen Wohnung oder eben die Sonne, wie jetzt, aber wann habe ich schon einmal das Privileg besessen, an einem Strand darüber nachzudenken? Wann habe ich zuvor in einen Blog über die Zukunft, ja Pläne sinniert?
Und wann nickte mir ein Grieche mit Zigarette zu, der wie ich das Meer zum Frühstück statt Nachrichten brauchte?

Wann erwachte in Deutschland der Morgen trotz aller wartenden Aufgaben so friedlich wie hier?

Ich weiss es: Nie.in Deutschland war ein heute wie jeder Tag, 24 Stunden eines Lebens, das es zu bewältigen gab. Nichts besonderes, sondern nur eine Aufgabe, die es zu bewältigen galt. Hier ist jetzt oft superschön, immer friedlich, manchmal kalt, aber nie ätzend. Hier ist der Unterricht gleich etwas, dass hinter einem schöneren Konjunktiv verschwindet, der morgen schon wahr werden kann. Hier ist jeder Morgen eine neue Chance und nie „wie immer“.

Wenn mir wie gestern Altlasten auf die Füße fallen oder auf der Seele liegen, geh ich spazieren, atme ein, Blicke in die Ferne und denk ganz schnell, „who care’s?!“ Statt *euch zeig ich’s!“

Hier ist mir das Leben zu wertvoll für Rache, weil ich stetig am Planen und umsetzen bin, weil mich das Umfeld nicht mit kultivierten Erinnerungen erdrückt, sondern zu Ideen inspiriert und hier habe ich auch erstmalig das Gefühl, nicht allein zu sein. Nie fühlte ich meine Mama mehr an meiner Seite, nie waren die Gespräche mit Zoé schöner und der Abend trotz Arbeit erfüllter von Tagwerk als auf dieser Reise.

Nie freute ich mich mehr auf ein Lächeln wie hier auf eines von Silvana, das nicht hin und wieder zufällig erhascht werden kann, sondern schwer ist zu übersehen, denn auch sie scheint mir hier trotz aller Probleme die glücklichste Silvana zu sein, die es je gab und gibt es etwas Schöneres, als derlei Gewissheiten?

Ich glaube nicht.

Bis morgen,

Euer Ulf

No reason to complain
I admit, I imagined it would be a little easier and a little warmer, but I’m not fooling myself that our trip was a mistake, because I’m loving life more than ever at the moment.

Maybe I sometimes miss the space of a real apartment or the sun, like now, but when have I ever had the privilege of thinking about it on a beach? When have I written a blog about future plans before?
And when did a Greek man with a cigarette nod to me who, like me, needed the sea for breakfast instead of the news?

When did the morning in Germany wake up as peacefully as here, despite all the waiting tasks?

I know: never in Germany was today like any other day, 24 hours of a life to be mastered. Nothing special, just a task that had to be accomplished. Here now is often super beautiful, always peaceful, sometimes cold, but never corrosive. Here, the lesson is something that disappears behind a more beautiful subjunctive that can come true tomorrow. Here, every morning is a new opportunity and never „the same as always“.

When old burdens fall on my feet or weigh on my mind like yesterday, I go for a walk, breathe in, look into the distance and quickly think „who cares?“. Instead of „I’ll show you!“

Here, life is too precious to me for revenge, because I am constantly planning and implementing, because my surroundings don’t overwhelm me with cultivated memories, but inspire me with ideas, and here, for the first time, I feel that I am not alone. I’ve never felt my mom by my side more, the conversations with Zoé have never been more beautiful and the evenings more full of day-to-day work despite my work than on this trip.

Never have I looked forward more to a smile like this one from Silvana, which can’t be caught by chance from time to time, but is hard to miss, because despite all her problems, she seems to me to be the happiest Silvana there ever was and is there anything more beautiful than such certainties?

I don’t think so.

See you tomorrow,

Your Ulf

Ein guter Plan

(down below in english) Der Schlaf war unruhig und geweckt wurden wir, wie fast immer, von Militärflugzeugen, die über der Bucht ihre Übungen machten. Das alles ist schon so normal, dass es mich nicht einmal mehr aufregt.

Denn sobald die Seitentür des Jürmanns geöffnet wird, springt und die Sonne wie ein Liebes hungriges Hundewelpen an. Ihre warmen Strahlen lecken voller Zuneigung übers Gesicht und, obwohl alles ein bisschen viel ist, kann zumindest ich nicht umhin zu lächeln.

Und wenn mir dann von Silvana noch ein Kaffee gereicht wird, kann man wahrhaftig von Eudemonaia sprechen „Glückseligkeit“. Dann will ich nicht mehr fahren, entdecken, Jürmann umbauen oder Geld verdienen, sondern einfach nur mit Jacke, Mütze und Sonnenbrille atmen. Einfach sein.

Das ist es, wonach wir auf der Suche waren, diese Momente. Wenn Silvana auf dem Klo sitzt und sagt “ wer hat schon von der Toilette einen solchen Ausblick“ weiss ich, wofür wir losgefahren sind und was unser Ziel ist: dieses Gefühl.

Mehr brauchen wir beide nicht. Der Jürmann ist groß genug für alle zivilen Bedürfnisse. Er hat ein gemütliches Bett, eine kleine Küche, einen Hocker für den ersten Kaffee am Strand und es gibt genügend Sonne um zu schreiben.

Und wenn ich schreibe, rauche ich nicht und mich umfängt kein Frust, der mit einem Bier kompensiert werden muss. Wenn die Tage so sind wie heute, dann sind wir angekommen in unserem Paradies.

Hier stört mich nur eines, auch wenn es mich nicht mehr aus der Fassung bringt, das Militär. Ich will mich nicht verteidigen, denn wir haben beinahe nichts, was man uns nehmen kann. Und selbst wenn das genommen würde besteht mein „Problem“ nur darin, im Sand sitzen zu müssen und statt zu tippen mit einem Stock in den Strand schreiben zu müssen.

Wenn der Verteidigungsminister also sagt, dass wir fünf Jahre zur Vorbereitung auf den Krieg haben, haben wir noch fünf Jahre Zeit zu sparen, um auf die kleine Insel zu kommen, bei der heute immer ist.

Wir schafften in einem Jahr Jürmann, wo liegt also das Problem?

Bis morgen,

Euer Ulf

A good plan
Our sleep was restless and, as almost always, we were woken up by military planes doing their exercises over the bay. It’s all so normal that it doesn’t even upset me anymore.

Because as soon as the side door of the Jürmann is opened, the sun jumps out at us like a hungry puppy. Its warm rays lick affectionately across my face and, although it’s all a bit much, at least I can’t help but smile.

And when Silvana then serves me a coffee, you can truly speak of Eudemonaia „bliss“. Then I no longer want to drive, discover, convert Jürmann or earn money, I just want to breathe with my jacket, cap and sunglasses on. Just be.

That’s what we were looking for, these moments. When Silvana sits on the toilet and says „who has a view like this from the toilet“, I know what we set off for and what our goal is: this feeling.

That’s all we both need. The Jürmann is big enough for all civilian needs. It has a comfortable bed, a small kitchen, a stool for the first coffee on the beach and there is enough sun to write in.

And when I’m writing, I don’t smoke and I’m not surrounded by frustration that needs to be compensated for with a beer. If the days are like today, then we have arrived in our paradise.

There is only one thing that bothers me here, even if it no longer upsets me: the military. I don’t want to defend myself, because we have almost nothing that can be taken away from us. And even if that were taken, my „problem“ is just having to sit in the sand and write on the beach with a stick instead of typing.

So if the Secretary of Defense says we have five years to prepare for war, we still have five years to save up to get to the little island where today is always.

We managed Jürmann in a year, so what’s the problem?

See you tomorrow,

Your Ulf

Trueman Show

(down below in english) Es ist ein kleines bisschen kalt, weshalb eine Jacke gewünschte Wärme spendet und man sieht heimlich einem komischen Vogel in gelb karierter Shorts über grauer Trainingshose beim Bambusstöcke in den Strand stecken zu.
Er verfolgt dabei ganz offensichtlich einen Plan, denn die Konstruktion wird immer wieder begutachtet und umgestaltet. Ich höre nichts, außer sanftem Meeresrauschen, obwohl er nur wenige Schritte von mir entfernt seiner Arbeit nachgeht.

Dann geht er, genauso plötzlich und leise wie er gekommen ist, wirft keinen prüfenden Blick zurück und verschwindet in den kleinen mit Bambusfarnen besetzten Hügeln, als plötzlich die Sonne auftaucht und ihre Strahlen auf die Wolkendecke legt.

Ich muss unweigerlich die Augen schließen und durchatmen, da die Wärme ganz zärtlich mein Gesicht streichelt. Irgendwie verspüre auch ich Tatendrang, aber halte mich zurück, denn ich will die Ruhe nicht stören.

Es fühlt sich alles ein bisschen unwirklich an, befreit von Raum und Zeit, weil einfach nichts einen nötigt oder an Pflichten erinnert. Kein Jogger und kein Auto, das kreuzt. Nur ein Spatz, der gemütlich hopsend auf Futtersuche mein Blickfeld entert.

Schön, zu schön, um diesem Frieden den Namen Sonntag oder auch nur Tag oder Morgen zu verleihen. Zu wohlig um sich überhaupt zu bewegen. Ich fühle mich ein wenig wie eine Kulisse in einem Bild, die mit liebevollen Pinselstrichen gemalt gehört, als wolle der Moment sagen „jetzt bitte still halten“.

Und da:Zwei Schüsse hinter mir. Dumpf, gar nicht brachial, ein bisschen wie eine Basedrum, die einen Takt anschlägt, der den Tag bestimmen wird. Aber dennoch hoffe ich, dass der Jäger hinter mir kein Glück hatte und Rebhuhn oder Wildschwein flüchten könnten. Denn auch wenn heute die Qualität von jüngster Tag hat, ist es dennoch kein Tag zum Sterben.

Bis morgen,

Euer Ulf

Trueman show
It’s a little bit cold, which is why a jacket provides the desired warmth and secretly watches a funny bird in yellow checked shorts over gray tracksuit bottoms sticking bamboo sticks into the beach.
He is clearly following a plan, because the construction is constantly being inspected and rearranged. I hear nothing but the gentle sound of the sea, even though he is only a few steps away from me, going about his work.

Then he leaves, just as suddenly and quietly as he came, never glancing back and disappearing into the small hills covered in bamboo, when the sun suddenly appears, casting its rays on the cloud cover.

I inevitably have to close my eyes and take a deep breath as the warmth caresses my face tenderly. Somehow, I also feel a thirst for action, but I hold back because I don’t want to disturb the peace.

It all feels a little unreal, freed from space and time, because there is simply nothing to force you or remind you of your duties. No joggers or cars crossing the road. Just a sparrow that enters my field of vision, leisurely hopping in search of food.

Beautiful, too beautiful to give this peace the name Sunday or even just day or morning. Too pleasant to even move. I feel a little like a backdrop in a painting that should be painted with loving brushstrokes, as if the moment wants to say „please hold still now“.

And then: two shots behind me. Muffled, not at all brute, a bit like a base drum that strikes a beat that will define the day. But I still hope that the hunter behind me wasn’t lucky and that the partridge or wild boar might flee. Because even if today has the quality of the most recent day, it’s still not a day to die.

See you tomorrow,

Your Ulf

Gemeinsam einsam

(down below in english) Gestern war ein harter Tag und dennoch vielleicht einer der Wichtigsten unserer Reise.

Wir fuhren (Präteritum!) Im Zorn los und mussten uns sehr zusammenreißen, dass der eine der anderen, oder umgekehrt, nicht an die Gurgel springt. Alles worüber wir sprachen, hatte Sprengstoffpotential, Sachen packen, Reiseziel, Ausparken und fahren.

Aber wir machten uns auf den Weg, vertrauten, ohne dass wir hätten begründen können worauf. All diese Irritation manifestierte sich auch darin, dass wir uns ständig verfuhren oder zumindest unglücklich damit wären, wo wir uns jeweils befanden. Der Gipfel dieses unsäglichen Tages manifestierte sich kurz vor einem vermeintlichen Ziel, an dem der Motor des Jürmanns nicht ausging, am, natürlich, Fusse eines Berges.

„Wenn ich den Motor jetzt abwürgte, damit wir hier bleiben können und er dann nicht wieder anspringt, haben wir ein echtes Problem“, wobei unser größtes Problem darin lag, dass Silvana mir nicht gern zustimmte, sondern zustimmen musste; mir wäre es an ihrer Stelle nicht anders ergangen.

Also drehten wir, krakselten die Höhen wieder hinauf, beide mit einer fürstlichen Disziplin gesegnet, die eine Eskalation verhinderte. Aber wir schwiegen. Unsere Kommunikation reduziere sich auf nüchternst vorgetragene Ideen, nicht im schlimmsten Falle ohne Internet in irgendeinem Hinterland zu enden.

„Lass uns zurück nach Kalamata fahren, da haben wir unseren Strand, Autowerkstätten um die Ecke und Netz, um zur Not eine anzurufen“, einigten wir uns Zähne knirschend und rollten wieder 80 Kilometer über Serpentinen bei schwärzester Nacht in bekannte Gefilde, wo bereits das Rauschen des Meeres und erwartete.

Und siehe da, der Jürmann ging sofort aus und auch nach einem Teststart umgehend wieder an. „Er wollte nicht, dass wir da bleiben“ sinnierte ich, er wusste, was wir nicht wussten, dass wir woanders rasten sollten, das wir nur in heimatlichen Gefilden wieder zur Ruhe kämen.

Wir schafften keinen Film mehr und waren auch zu erschöpft vom Tag, als das konstruktive Gespräche sinnig geführt werden konnten und schliefen ermattet ein.

Bis uns heute Morgen die Sonne mit Wundetketzenfunkeln auf den Wellen willkommen hieß. „Hier gibt es wirklich alles was wir brauchen“, flüsterte ich Silvana zu „Ruhe, Weite Sonne, Meer und Silvester sogar kostenloses Bier“.

Ein Kuss, ein zufriedenes Lächeln, Schweigen und glücklich.

Bis morgen,

Euer Ulf

Lonely together
Yesterday was a tough day and yet perhaps one of the most important days of our trip.

We set off in a rage and had to pull ourselves together to prevent one of us from jumping down the other’s throat, or vice versa. Everything we talked about had explosive potential: packing, destination, parking and driving.

But we set off, trusting without being able to explain why. All this irritation also manifested itself in the fact that we were constantly misleading ourselves, or at least unhappy with where we were. The peak of this unspeakable day manifested itself shortly before a supposed destination where the Jürmann’s engine wouldn’t turn off, at the foot of a mountain, of course.

„If I stalled the engine now so that we could stay here and then it wouldn’t start again, we’d have a real problem“, whereby our biggest problem was that Silvana didn’t like to agree with me, but had to agree; it wouldn’t have been any different for me in her place.

So we turned around and scrambled back up the heights, both blessed with a princely discipline that prevented an escalation. But we remained silent. Our communication was reduced to the soberest of ideas, lest we end up in some backwater without internet.

„Let’s drive back to Kalamata, where we have our beach, garages around the corner and a network to call if necessary,“ we agreed, gritting our teeth, and rolled another 80 kilometers over serpentines in the blackest night into familiar territory, where the sound of the sea was already waiting for us.

And lo and behold, the Jürmann went off immediately and also started up again immediately after a test start. „He didn’t want us to stay there“ I mused, he knew what we didn’t know, that we should rest somewhere else, that we would only be able to rest again in our home country.

We couldn’t manage another movie and were too exhausted from the day. We were too exhausted from the day to have any meaningful constructive conversations and fell asleep exhausted.

Until this morning, when the sun greeted us with the sparkle of wounds on the waves. „There really is everything we need here“, I whispered to Silvana, „peace, space, sun and sea and even free beer on New Year’s Eve“.

A kiss, a contented smile, silence and happiness.

See you tomorrow,

Your Ulf

Die schönste Freude

(down below in english) Es ist Donnerstag. Noch drei Stunden Unterricht und gut 24 Stunden wohlig, dekadente Gemütlichkeit, dann steigen wir wieder in den Jürmann, um uns gemeinsam weiter auf den Weg als Ziel zu machen.

Ein geheimnisvolles gestrandetes Schiffswrack soll der nächste Anlaufpunkt sein. Wir laufen also das an, was damals unbedingt vermeiden werden sollte: zu stranden. Ich weiss nicht, ob damals Menschen ertrunken sind, wie 1912 auf der Titanic, an der vor Kurzem noch tragischer Weise eine Expedition ums Leben kam und ich weiss auch nicht, was uns alles auf diesem Weg, ganz nebenbei, passieren wird, aber ich habe wieder Lust, das Cockpit unseres Masters zu entern und mit Silvana das von uns ausgesuchte Leben zu zelebrieren.

Ich vermisse schon wieder die unendlichen Weiten des Meeres und die gemütliche Enge unseres mobilen Zuhauses. In mir regt sich schon wieder Fernweh, das mein Herz zum Frohlocken bringt und meinen Blick neugierig ins Unbekannte schweifen lässt.

Es ist nicht so, als ob wir die Zeit hier nicht genießen, in diesem urgemütlichen Haus mitten in den griechischen Bergen. Jeden Morgen ist es herrlich, all den Luxus zu genießen, der für uns früher alltäglich war. Ein richtiges Klo und ein riesiges Bett, ein kleiner Ofen und eine Dusche, die sogar ich benutzt habe. Aber ich brauche wieder Raum, das Gefühl von maximaler Freiheit, dass wohl nur in unserem Van möglich ist. Keine Küche, in der man auch morgen spülen kann, keine Internet, das sicher funktioniert und keine Hausschlappen, die Konstanz suggerieren, die es doch eigentlich gar nicht gibt.

Aber morgen geht es ja weiter, weiter auf vier Rädern und vier Quadratmetern, die nur eines verlangen, Wanderlust.

Ich freue mich schon drauf wie ein Kind auf seinen Geburtstag, auch wenn ich mir jetzt schon bewusst darüber bin, das Vorfreude die schönste Freude ist.

Bis morgen,

Euer Ulf

The greatest joy
It’s Thursday. Three more hours of lessons and a good 24 hours of cozy, decadent comfort, then we get back into the Jürmann to continue our journey together.

A mysterious stranded shipwreck is the next port of call. So we head for the one thing that should be avoided at all costs back then: getting stranded. I don’t know whether people drowned back then, like on the Titanic in 1912, where an expedition tragically lost its life not long ago, and I also don’t know what will happen to us along the way, but I feel like boarding the cockpit of our Master again and celebrating the life we have chosen with Silvana.

I already miss the endless expanses of the sea and the cozy confines of our mobile home. Wanderlust is stirring in me again, making my heart rejoice and my eyes wander curiously into the unknown.

It’s not as if we don’t enjoy our time here, in this cozy house in the middle of the Greek mountains. Every morning, it’s wonderful to enjoy all the luxuries that used to be commonplace for us. A proper toilet and a huge bed, a small oven and a shower that even I used. But I need space again, the feeling of maximum freedom that is probably only possible in our van. No kitchen where you can wash up tomorrow, no internet that works reliably and no slippers that suggest constancy that doesn’t actually exist.

But tomorrow we’ll continue, on four wheels and four square meters that demand only one thing: wanderlust.

I’m looking forward to it like a child on its birthday, even though I’m already aware that anticipation is the greatest joy.

See you tomorrow,

Your Ulf

Wir bitten um Ihr Verständnis

(down below in english) Heute habe ich ausgeschlafen und es fühlte sich herrlich an, denn Schlaf kam in letzter Zeit wirklich zu kurz. Der ganze Tripp ist nämlich, auch das musste ich lernen, viel anstrengender als ich dachte und kostet manchmal die letzte Kraft.

Dennoch sind wir froh, dass wir unterwegs sind, denn nie war das Leben reicher und vielfältiger als im vergangenen knappen halben Jahr.

Aber dann kommen auch die Momente, wo morgens als erstes die Nachricht auftaucht: Wo ist dein Blog? Nicht dass es mich nicht ungemein freut, dass meine Zeilen und Gedanken vermisst werden, ja, ich will sogar sagen, dafür schreibe ich, aber in dieser Frage spiegelt sich die gesamte Problematik unserer Reise. Wir müssen funktionieren, jeden Tag, denn man verlässt sich auf uns, aber: Auf wen können wir uns verlassen?

Manchmal scheint es, als dürfe man von uns, nur weil wir uns im Traum vieler befinden, alles erwarten. „Schließlich haben die ja die ganze Zeit Urlaub.“

Aber wir sind nicht im Urlaub, wir leben nur woanders. Ja, wir haben uns entschieden, in die Sonne zu wandern, oder ihr hinterher, aber wir haben nicht 24 Stunden frei wie jene, die hier zwei Wochen all inklusive buchen.

Wir leben, arbeiten, lieben und streiten im Jürmann. Das ist schon ohne Job nicht selten harte Arbeit. Aber zur Belastung wird es erst, wenn einen das Gefühl umschleicht, dass man ausschließlich in der Bringschuld ist. Wir haben zu liefern, täglich, aber wehe, wir erwarten. Und ich rede nicht von Wundern, sondern von vereinbartem Deal.

Selbst auf 4 Quadratmeteren kostet das Leben Geld, nur dürfen und können wir damit oft nicht rechnen. Denn“du weißt ja, ich bekomme erst am 25.“ Oder: „Wir zahlen meist um den 10.“ Von Blogspenden rede ich da gar nicht und auch nicht davon, dass man nicht mehr bereit ist zu lesen, wenn ich Werbung posten würde. Dann heißt es „der denkt ja nur an Geld und ist ja gar kein Idealist“. Ich habe es genauso erlebt.

Mein Stundenlohn liegt im Durchschnitt bei 8 Euro brutto, egal ob Weihnachten, Wochenende oder Nacht. Ich kann damit leben, da wir keine Miete zu zahlen haben und weil ich bzw. Wir uns das ausgesucht haben, aber weniger geht auch nicht, denn, ob man es wahrhaben will oder nicht: Liebe allein reicht nicht.

Soll das jetzt heißen: Das war’s? Nein. Ganz im Gegenteil: Das heißt für uns: Jetzt erst Recht.

Nur wollte ich einmal formulieren, wo allgemeine Probleme liegen. Das kleinste Rad wird von den Großen in die Pflicht und beim Wort genommen, man ist ja schließlich Verträge eingegangen, denen man verpflichtet ist, aber wehe wir würden nach 4 Monaten gern 150 Euro vom ADAC wiederbekommen. Dann heißt es wie so oft nur : „Aufgrund einer Vielzahl von Anfragen, kann es zu Verzögerungen kommen. Wir bitten um ihr Verständnis.“ Das schreibe ich Visa morgen auch mal.

Bis morgen und bitte nicht böse sein. Ich will keinen brüskieren, sondern fühle mich nur der Aufgabe meines Blogs verpflichtet: Daily Shit in guten wie in schlechten Zeiten.

Euer Ulf

We ask for your understanding
I slept in today and it felt wonderful, because sleep has really been in short supply lately. The whole trip is much more exhausting than I thought and sometimes takes the last of my strength.

Nevertheless, we are glad that we are on the road, because life has never been richer and more varied than in the past six months.

But then there are also those moments when the first thing that pops up in the morning is the news: Where’s your blog? Not that I’m not immensely pleased that my lines and thoughts have been missed, I’d even like to say that’s why I write, but this question reflects the whole problem of our journey. We have to function, every day, because we rely on and, but who can we rely on?

Sometimes it seems as if we are expected to do everything just because we are in the dream of many. „After all, they’re on vacation all the time.“

But we’re not on vacation, we just live somewhere else. Yes, we have decided to wander off into the sun, or after it, but we don’t have 24 hours free like those who book two weeks all-inclusive here.

We live, work, love and argue at Jürmann. Without a job, it’s often hard work. But it only becomes a burden when you get the feeling that you are solely responsible for delivering. We have to deliver, every day, but woe betide us if we expect anything. And I’m not talking about miracles, but about an agreed deal.

Even on 4 square meters, life costs money, but we often can’t and can’t count on it. Because „you know, I don’t get paid until the 25th“. Or: „We usually pay around the 10th“. I’m not even talking about blog donations or the fact that people are no longer willing to read if I post advertising. Then they say „he’s only thinking about money and isn’t an idealist at all“. I’ve had the same experience.

My average hourly wage is 8 euros gross, regardless of whether it’s Christmas, weekend or night. I can live with it because we don’t have to pay rent and because I or we have chosen it, but less is not possible because, whether you want to admit it or not, love alone is not enough.

Does that mean that’s it? No. Quite the opposite: for us it means: now more than ever.

I just wanted to formulate where the general problems lie. The smallest bike is taken to task and taken at its word by the big ones – after all, we have entered into contracts to which we are bound, but woe betide us if we want to get 150 euros back from the ADAC after 4 months. Then, as is so often the case, we are told that there may be delays due to a large number of requests. We ask for your understanding. I’ll write the same thing to Visa tomorrow.

See you tomorrow and please don’t be angry. I don’t want to offend anyone, I just feel committed to the mission of my blog: Daily Shit in good times and bad.

Your Ulf

Die Krone der Schöpfung

(down below in english) Vogelküken piepsen, wenn man in Nikolaos die ersten Schritte vor die Tür macht. Und irgendwie fühlt man sich selbst wie eines, das von der Sonne mit den ersten warmen Strahlen des Tages daran erinnert wird, das man Hunger hat.

Zugegeben, ich vavorisiere Mûsli mit Milch und dazu einen heißen Kaffee statt Würmern, aber mit der Schale in der Hand ist es ein echter Traum, dem neuen noch jungen Leben beim Rufen der Eltern beizuwohnen. Denn die lieblichen Töne werden hier von nichts gestört.

Kein Auto, keine menschliche Stimme und kein anderes Geräusch außer Vater und Mutter Piepmatz, die ihre Brut versorgen. Und sie haben viel zu tun, denn schon bald müssen die Kinder dahin fliegen, wo wir mit dem Jürmann gestartet sind. Über 4000 Kilometer Richtung Westen, um dort den Sommer zu verbringen, weil es hier zu heiß wird.

Ihre Aufgabe im Leben ist nicht eine Hausarbeit über Ethik zu schreiben, Brötchen zu verkaufen oder sich mit Ämtern und Stromanbietern herumärgern. Sie müssen nicht rechnen, schreiben und lesen lernen, um mit ihren kleinen Flügeln das Mittelmeer zu überqueren.

Amsel, Drossel, Fink und Star sagen sich nicht „oh fuck, ich hab gar keinen Bock drauf, bald nach Deutschland, Holland oder Polen zu fliegen“ und es fiept ihnen auch keiner was vom Ernst des Lebens mit Worten wie „Jetzt stell Dich nicht so an“ vor. Sie piepen einfach so lange, bis sie stark genug sind, die lange Reise anzutreten. Und wenn der Tag gekommen ist, legen sie einfach los. Ohne Versicherungen zu checken, Proviant einzupacken und den Wetterbericht zu prüfen, breiten sie die Schwingen aus, legen sich auf den Wind und fliegen.

Ihr kleines Gehirn folgt nur einem inneren Kompass, der sie dahin führt, wo sie hin müssen, um selbstständig Würmer zu speisen und Äste für ihren Nachwuchs zu besorgen.

Sie pfeifen im wahrsten Sinne des Wortes auf politische Weltlage und Zukunftssorgen. Sie überflattern Grenzen, Berge und Täler ganz ohne Angst, auch wenn jeder Zentimeter der letzte sein könnte, denn sie wissen es nicht.

All unser Wissen brauchen sie nicht, um zu überleben. Wenn sie ein Ziel erreichen, ist es gut und wenn nicht sind sie eben nicht mehr.

Das einzige was ihnen etwas bedeutet ist zu sein. Epicurs philosophische Weisheit vom Leben, das nichts mit dem Tod zu tun hat und umgekehrt, wurde nicht über Jahre studiert, sondern ist einfach Tatsache, die man nicht kultivieren oder gar lernen muss. Sie ist alternativlose Wahrheit, nicht ontologische, sondern pragmatische.

Fragt sich, wer hier die Krone der Schöpfung ist.

Bis morgen,

Euer Ulf
The crown of creation
Bird chicks chirp when you take your first steps outside the door in Nikolaos. And somehow you feel like one yourself, reminded by the sun with the first warm rays of the day that you’re hungry.

Admittedly, I prefer mûsli with milk and a hot coffee instead of worms, but with a bowl in my hand, it’s a real dream to witness the new, still young life calling its parents. Because nothing disturbs the sweet sounds here.

No cars, no human voices and no other noises apart from the father and mother peeps caring for their brood. And they have a lot to do, because soon the children have to fly to where we started with the Jürmann. Over 4000 kilometers to the west to spend the summer there because it gets too hot here.

Their task in life is not to write a term paper on ethics, sell bread rolls or deal with the authorities and electricity providers. They don’t have to learn to count, write and read in order to cross the Mediterranean on their little wings.

Blackbirds, thrushes, finches and starlings don’t say to themselves „oh fuck, I don’t feel like flying to Germany, Holland or Poland any time soon“ and no-one whispers to them about the seriousness of life with words like „don’t be like that“. They just beep until they are strong enough to make the long journey. And when the day arrives, they simply set off. Without checking insurance, packing provisions or checking the weather forecast, they spread their wings, lie down on the wind and fly.

Their little brains just follow an internal compass that guides them to where they need to go to feed worms and get branches for their offspring.

They literally don’t give a damn about the political world situation and worries about the future. They cross borders, mountains and valleys without fear, even if every centimeter could be their last, because they don’t know it.

They don’t need all our knowledge to survive. If they reach a goal, it is good and if not, they are no more.

The only thing that matters to them is to be. Epicurus‘ philosophical wisdom about life having nothing to do with death and vice versa has not been studied for years, but is simply a fact that does not need to be cultivated or even learned. It is truth without alternative, not ontological, but pragmatic.

The question is, who is the crown of creation here?

See you tomorrow,

Your Ulf

Knusper, knusper Kneuschen…

(down below in english) Es war einmal, vor vielen, vielen Jahren, da wurden ein Junge und ein Mädchen geboren, die aus der Zeit gefallen schienen.

Sie war schüchtern und liebte es, allein mit ihren Puppen zwischen Heizung und Couch fantasievolle Geschichten von Prinzessinnen und Prinzen aus Märchen und Sagen zu inszenieren, während er, trotz goldenen Löffels, sich auch lieber allein als mit anderen Kindern zu beschäftigen.

Er stöberte in den unzähligen Räumen seines Elternhauses nach verborgenen Schätzen und liebte die Herausforderung, verschlossene Türen zu öffnen. Die Neugierde war einfach zu groß für den kleinen Mann.

Jede Kiste und Lade gestaltete sich als eine Schatztruhe aus Bildern der Vergangenheit und unzähligen spannenden Dingen, die er nicht kannte. Die Welt war voller Geheimnissen, die er lüften wollte.

Und weil beide das Alte und Vergangene so liebten, trafen sie sich auch viele Jahre später nicht im Internet, sondern über eine Zeitungsanzeige, die er von seinen letzten Talern in der Stadtzeitung aufgab.

Ungewöhnlich neu und geheimnisvoll, wie die Laden und Kisten, war das Mädchen, das mittlerweile zur Frau geworden war für den auch gereiften Jungen und er präsentierte sich als strahlender Prinz, dessen Schein gülden, aber Wahrheit pechschwarz war.

Sie beschnupperten sich wie interessierte Hunde, lauschten den Geschichten des anderen und gewannen sich darüber so lieb, das nichts sie mehr trennen konnte; auch wenn das nicht von Jetzt auf Gleich passierte.

Eines Tages dann beschlossen die gemeinsam einsamen Herzen, dass es für sie zwar keine eigene Welt geben könne, aber sie zusammen alles anders erleben könnten, wenn sie nicht weiter in Wohnungen wie viele andere, sondern in einem Van leben würden.

Und so verkauften sie ihr Hab und Gut und bauten sich ein kleines rollendes Heim und fuhren, wie Hans im Glück der Aschenputtel getroffen hat, in die Welt hinaus, wo sie gemeinsam erlebten, wie faszinierend das sein kann, was für viele nur Alltag war.

Straßen aus 10001 Nacht und Sonnenaufgänge wie im Bilderbuch. Wildfremde Menschen die Ihnen mal ungewöhnlich schroff aber auch sehr oft unfassbar wohlgesonnen begegneten.

Einer der Letzteren war eine Frau, dessen Tochter weit ab von Spielkonsole und Einkaufszentrum in den Bergen Griechenlands ein kleines Häuschen besass, dem noch Vorhänge fehlten. Und weil unsere Heldin nähen konnte und ihr Mann nur zu schreiben brauchte, um Leben zu können, besuchten sie mit ihrem fahrenden Wohnzimmer das kleine Heim am Ende der Welt und sollten dort, zwischen Oliven und Abhängen nach langer Zeit wieder ein Bett wie aus Zuckerwatte vorfinden, in dem sie wie in Abrahams Schoss schlafen sollten, auch wenn es bitter kalt war.

Aber beide nahmen sich in den Arm und dachten: Wenn Du bei mir bist, kann es draussen noch so kalt sein. In meinem Herzen wird steht’s ein kleines Feuer wie hier im Ofen lodern, das mich wärmt und behütet, wie es keine Heizung je könnte.

Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann schreibt der Junge auch morgen,

Euer Ulf

Crunchy, crunchy Kneuschen…
Once upon a time, many, many years ago, a boy and a girl were born who seemed to have fallen out of time.

She was shy and loved to stage imaginative stories of princesses and princes from fairy tales and legends alone with her dolls between the radiator and the couch, while he, despite his golden spoon, preferred to spend time alone rather than with other children.

He rummaged through the countless rooms of his parents‘ house for hidden treasures and loved the challenge of opening locked doors. The curiosity was simply too much for the little man.

Every box and drawer turned out to be a treasure chest of images from the past and countless exciting things he didn’t know. The world was full of secrets that he wanted to uncover.

And because they both loved the old and the past so much, they met many years later, not on the Internet, but via a newspaper ad that he placed in the city paper from his last few dollars.

The girl, who had since become a woman, was unusually new and mysterious, like the stores and boxes, for the boy, who had also matured, and he presented himself as a radiant prince, whose appearance was golden but whose truth was pitch black.

They sniffed at each other like interested dogs, listened to each other’s stories and became so fond of each other that nothing could separate them, even if that didn’t happen from one moment to the next.

Then one day, the two lonely hearts decided that although they couldn’t have a world of their own, they could experience everything differently together if they stopped living in apartments like so many others and lived in a van.

And so they sold their belongings and built themselves a small home on wheels and, like Hans in Luck who met Cinderella, drove out into the world, where they experienced together how fascinating what for many was just everyday life can be.

Streets from 10001 nights and sunrises like in a picture book. Strangers who were sometimes unusually brusque but often also incredibly well-disposed.

One of the latter was a woman whose daughter owned a small house in the mountains of Greece, far away from game consoles and shopping centers, which still lacked curtains. And because our heroine could sew and her husband only needed to write to be able to live, they visited the little home at the end of the world with their traveling living room and were to find a bed like cotton candy there again after a long time, between olives and slopes, in which they were to sleep as if in Abraham’s lap. Even if it was bitterly cold.

But they both hugged each other and thought: If you are with me, it may be cold outside. There will be a little fire in my heart, just like here in the oven, which will warm and protect me like no heating system ever could.

And if you haven’t died, then the boy will write tomorrow too,

Your Ulf

Traumland Griechenland


(Down below in english) Hat sich einer schon mal richtig Gedanken über die Kraft der Gedanken gemacht? Also ich meine über die Imagination. Hier in Griechenland merke ich jedenfalls, wie viel Fantasie in so manchem geistigen Bild bei mir steckt, die mit der Realität nichts zu tun haben muss.

Ich sehe nämlich grad vor mir, natürlich, Strand. Christall klares Wasser inmitten von niedriger Berglandschaft, über der das dunkle Blau der Nacht von einem Orangerot abgelöst wird, dass sich in einem Wolkenweiss verflüchtigt.

Die Wellen sind ganz seicht und die ersten Vögel zwitschern und piepen, wie im Garten Eden. Eigentlich kann die behagliche Sinnigkeit nichts trüben, wenn ich nicht beim Schluck Kaffee den Arm in einem dicken Strickpullover mit darüberliegender Strickjacke samt Winterjacke bewegen müsste, denn es ist Arschkalt.

Es ist nicht ein bisschen frisch von nächtlicher Brise, sondern so frostig, dass ich die Finger beim Tippen dieser Zeilen regelmäßig in die Jackentaschen stecken muss, damit ich sie weiter bewegen kann; ach was sag ich: ich flüchte in den beheizten Jürmann, um nicht zu erfrieren.

So, das ist besser. Silvana mag zwar nicht von meinen beinahe erfrohrenen Händen gestreichelt werden, aber das Wasser kocht und die Standheizung wabert, ja, sie macht es wirklich, yeah.

In solchen Momenten fragt man sich schon manchmal, warum man losgefahren ist, aber denkt dann doch an meine hier verfasste zweite Strophe und denkt, aber wir sind am Strand, schließt die Augen und vertraut auf die Fantasie, die einen im Nuh wieder träumen lässt; nur Einschlafen ist verboten, denn wir wollen ja trotz Winters lieber hier als in Germany sein.

Bis morgen,

Euer Ulf

Dreamland Greece

Has anyone ever really thought about the power of thought? I mean about the imagination. Here in Greece, I realize how much fantasy there is in many a mental image that has nothing to do with reality.

I can just see a beach in front of me, of course. Crystal clear water in the middle of a low mountain landscape, above which the dark blue of the night is replaced by an orange-red that fades into a white cloud.

The waves are very shallow and the first birds chirp and peep, just like in the Garden of Eden. Actually, nothing could spoil the cozy sensuality if I didn’t have to move my arm in a thick knitted sweater with a cardigan and winter jacket over it as I sip my coffee, because it’s freezing cold.

It’s not a bit chilly from the night breeze, but so frosty that I regularly have to put my fingers in my jacket pockets while typing these lines so that I can keep them moving; oh what am I saying: I take refuge in the heated Jürmann so as not to freeze to death.

There, that’s better. Silvana doesn’t like to be stroked by my almost frozen hands, but the water is boiling and the parking heater is wafting, yes, she’s really doing it, yeah.

In moments like these, you sometimes wonder why you drove off, but then you think of the second verse I wrote here and think, but we’re on the beach, close your eyes and trust your imagination, which lets you dream again in Nuh; only falling asleep is forbidden, because we’d rather be here than in Germany despite the winter.

See you tomorrow,

Your Ulf

Was soll das alles?

(down below in english) Seit einiger Zeit fühle ich mich von einer kritischen Frage in die Enge gedrängt: Was ich hier, in diesem Blog überhaupt mache.

Für ein Reisetagebuch hat es zu wenig Reise, für ein philosophisches Buch zu wenig Philosophie und für ein Selbsthilfebuch zu viel Humor. Außerdem rede ich ständig nur von mir und dennoch thematisiere und kritisiere ich die Selbstsucht in der Gesellschaft.

Alle diese Fragen oder Anmerkungen sind berechtigt und lassen mich selbst an der Sinnhaftigkeit dieses Blogs hadern.

Warum schreibe ich also was ich schreibe?

Heute Versuche ich allen Lesern und mir als Autor darauf eine Antwort zu geben:

Man kann mich als gescheiterte Existenz bezeichnen. Als einen, wie ich mich bereits nannte, „rollong Stone“. Nicht ein reicher und berühmter Musiker, sondern als sensibler Flüchtling durch das Leben. Einen Mann der nirgendwo zu Hause ist und dennoch täglich weiter machen muss.

Nicht dass man mich falsch versteht, es soll nicht der Eindruck erweckt werden, als wolle ich Mitleid, es geht in meinem Blog darum, eine sehr persönliche Perspektive auf die Welt als ein Leben von abermillarden zu thematisieren.

Dabei versuche ich mit Buchstaben zu malen,wie ein Impressionist. Nicht möglichst detailgetreu darzustellen, was sich vor meinen Augen gestaltet, sondern wie ich alles wahrnehme.

Vor einer Säule in Olympia denke ich nicht in Zoll oder Metern an die exakte Höhe des Gesteins, sondern realisiere meine Mikrogkeit und wenn ich an Stränden Flanieren, kann ich nicht über Sonnenuntergänge schreiben, wenn unter meinen Füssen das Plastik von zig weggeworfenen Flaschen knarrt.

Es ist mir nicht vergönnt, meine Kritik auszublenden, was nicht heißt, das ich mich dieser Kritik entziehe.

Wie kann ich an Reisen denken, wenn um mich herum fahrende. Einfamilienhäuser deutschen Idealismus predigen? Wie könnte ich leichtfüssig von rosa Wolke zu rosa Wolke hüpfen, wenn ich ständig von Rechnungen gemaßregelt werde, aber sich keiner mir gegenüber verpflichtet fühlt (Ausnahmen bestätigen freilich die Regel)?

Wie kann ich täglich schreiben, ohne das zu thematisieren, was mir täglich begegnet, nämlich ich mir selbst. Und ich bin es, der sich auf dieser Reise mehr verändert als es meine Umgebung je könnte. Eine Palme bleibt eine Palme, aber aus Adi ist Ulf geworden.

Ja, ich könnte zu dem Schluss kommen, weniger und seltener zu schreiben und dadurch objektiv relevanter zu erzählen, aber machen das nicht schon genug andere?

Gibt es nicht schon ausreichend Reportage bemühte Amateure und Profis, die in adäquater Sprache zielgruppenorientiert Reiseführer widerkeuen? Braucht es da noch einen.

Ich persönlich denke „nein“ und der ein oder andere Leser oder Leserin vielleicht “ aber deinen Scheiss auch nicht“. Legitime Ansicht, doxa, Meinung, aber ist nicht die Aufgabe eines Schriftstellers, für den ich mich dteisterweise halte, subjektiver Chronist seiner Zeit zu sein?

Wenn meinem Blog also der klare rote Faden fehlt, ist das dann nicht auch eine Reminiszenz an das Problem unserer Gesellschaft, den Faden verloren zu haben. Nicht zu wissen, was man will und was noch wichtig ist,vor lauter Pflicht zu leben vergessen, warum wir eigentlich da sind?

Mach ich nicht genau das? Ist dieser Blog nicht insofern stereotypisch für unsere. Zeit, dass sich alle zum kommentieren von allem genötigt fühlen, ohne ernsthaft was konstruktives beisteuern zu können, um all den Problemen des Jetzt hilfreich und sinnreich zu begegnen?

Ich denke nur, dass ich als einer von den oben Beschriebenen das ein oder andere besser in Worte fassen kann, sonst nichts. Wer Geld verdienen kann, verdient und wer formulieren kann, der schreibt.

Nicht um das beste Buch der Welt zu schreiben, sondern um sprachlich zu handeln, denn irgendwas muss man ja tun. Oder?

Bis morgen,

Euer Ulf

What is all this about?
For some time now, I have felt cornered by a critical question: What am I even doing here, in this blog?

It has too little travel for a travel diary, too little philosophy for a philosophical book and too much humor for a self-help book. Besides, I’m always talking about myself and yet I address and criticize selfishness in society.

All these questions and comments are justified and make me question the usefulness of this blog.

So why do I write what I write?

Today I try to give all readers and myself as an author an answer to this question:

You can call me a failed existence. As what I have already called myself, a „rollong stone“. Not a rich and famous musician, but a sensitive fugitive through life. A man who is not at home anywhere and yet has to carry on every day.

Don’t get me wrong, I don’t want to give the impression that I want pity, my blog is about a very personal perspective on the world as a life of billions and billions.

I try to paint with letters, like an impressionist. Not to depict in as much detail as possible what is unfolding before my eyes, but how I perceive everything.

In front of a column in Olympia, I don’t think about the exact height of the rock in inches or metres, but realize my microcosm, and when I stroll along beaches, I can’t write about sunsets when the plastic of dozens of discarded bottles creaks under my feet.

I am not allowed to hide my criticism, which does not mean that I avoid it.

How can I think about traveling when I’m surrounded by driving. Single-family homes preach German idealism? How could I hop light-footedly from pink cloud to pink cloud when I am constantly being reprimanded by bills but no one feels obliged to me (exceptions prove the rule, of course)?

How can I write every day without addressing what I encounter every day, namely myself? And it is me who changes more on this journey than my surroundings ever could. A palm tree remains a palm tree, but Adi has become Ulf.

Yes, I could come to the conclusion that I should write less and less often and therefore tell more objectively relevant stories, but aren’t enough others already doing that?

Aren’t there already enough amateurs and professionals who are committed to reportage and write travel guides in appropriate language for their target groups? Do we need another one?

Personally, I think „no“ and one or two readers might think „but not your shit either“. Legitimate opinion, doxa, opinion, but isn’t it the job of a writer, which I consider myself to be, to be a subjective chronicler of his time?

So if my blog lacks a clear thread, isn’t that also a reminiscence of the problem of our society, of having lost the thread? Not knowing what we want and what is still important, forgetting why we are actually here because of our duty to live?

Isn’t that exactly what I’m doing? Isn’t this blog stereotypical of our time? Time that everyone feels compelled to comment on everything without being able to seriously contribute anything constructive to meet all the problems of the now in a helpful and meaningful way?

I just think that as one of the people described above, I can put one or two things into words better, nothing else. If you can earn money, you earn and if you can formulate, you write.

Not to write the best book in the world, but to act linguistically, because you have to do something. Or do you?

See you tomorrow,

Your Ulf