
Wenn man Hunger hat, fragt man sich: was kann ich Essen? Und die Antwort Apfel,Brot oder Kotelett ist bereits vorhanden. Gleiches gilt mit Armut, Ungleichberechtigung, Emanzipation und Politik.
Die Frage ist der Antwort und umgekehrt gleich implizit. Es gibt, zumindest meines Erachtens in der breiten Bevörkerung keine Frage ohne bereits vorhandener Antwort mehr.
Das zeigt sich auch daran, dass unkonventionelle Gedankenexperimente kategorisch negiert werden.
Wenn man fragen würde „Wie kann mir eine Blume aus der Nase wachsen?“, gibt es die Antwort „das geht nicht“, oder „indem ich sterbe, zu Staub werde und aus dem Staub eine Blume entsteht, oder „Genmutation“.
Alle diese Antworten gibt es bereits vor der Frage, also ist die Frage keine seiner vermeintlichen Kernkompetenz innewohnende noch zu findende mögliche Antwort, sondern eine der Frage am naheliegendste bereits vorhandenen Antwort als mal mehr mal weniger wissenschaftlich fundierter Aussage.
Aber es geht noch weiter: Durch eine moralisch konnotierte Sprache werden sogar von den bereits vorhandenen Aussagen noch jene aussortiert, die zwar objektiv richtig, aber moralisch falsch sind wie diese: Ich werde Dieb. Das ist meine Arbeit, damit verdiene ich Geld, um zu überleben auf die Frage: „Welchen Job soll ich machen?“
Dieses Paradoxon der Antwort entbehren den Frage hindert den so glorifizierten Fortschritt.
Vielleicht gibt es für uns aber wirklich keine neuen Aussagesätze als Antworten mehr, unserer bedingten Perzeptionsfähigkeit geschuldet.
Aber wäre es dann nicht wichtig, scheinbar völlig unabhängige Fragen und Antworten miteinander verbinden zu wollen, indem beispielsweise die Antwort „Es wächst eine Blume aus genetisch mutiertem Nasengengut“, der Schlüssel auf die Frage ist „Wie kann ich Geld verdienen?“
Und kann darüber nicht notwendig bedingend die bedingte Perzeptionsfähigkeit des Menschen mit dem größten Handicap der Moral überlistet werden?
Man müsste sich also nur trauen, eine künstliche Leerstelle zwischen sich reziprok bedingendem Frage Antwort Prinzip einbauen und diese zu füllen Gesuchen.
Dann entstehen neue Fragen, ohne bereits vorhandenen Antworten, indem man sich bereits vorhandener bedient und sie dergestalt auf ihr Potential erweitert, dass mit „man muss Essen“ weit mehr Fragen beantwortet würden als jene: „Was muss ich neben Atmen tun, um zu überleben, oder?
In english
The rebirth of the smart question
When you’re hungry, you ask yourself: what can I eat? And the answer apple, bread or cutlet is already there. The same applies to poverty, inequality, emancipation and politics.
The question is implicit in the answer and vice versa. There is, at least in my opinion, no longer a question in the general population without a pre-existing answer.
This is also shown by the fact that unconventional thought experiments are categorically negated.
If you were to ask „How can a flower grow out of my nose?“, the answer would be „that’s not possible“, or „by dying, turning to dust and creating a flower from the dust“, or „genetic mutation“.
All these answers already exist before the question, so the question is not a possible answer yet to be found that is inherent to his supposed core competence, but an answer that is already most obvious to the question as a more or less scientifically sound statement.
But it goes even further: morally connoted language sorts out even those statements that are objectively correct but morally wrong, such as this one: I’m going to be a thief. That’s my job, that’s how I earn money to survive to the question: „What job should I do?“
This paradox of not being able to answer the question hinders the glorified progress.
But perhaps there really are no new propositions for us as answers.
