(down below in english) Ich gebe zu, ein bisschen leichter habe ich mir das alles schon vorgestellt und auch ein bisschen wärmer, aber ich mache mir nicht vor, dass unsere Reise ein Fehler war, denn ich liebe das Leben derzeit so sehr wie selten.
Vielleicht vermisse ich manchmal ein wenig den Platz einer richtigen Wohnung oder eben die Sonne, wie jetzt, aber wann habe ich schon einmal das Privileg besessen, an einem Strand darüber nachzudenken? Wann habe ich zuvor in einen Blog über die Zukunft, ja Pläne sinniert? Und wann nickte mir ein Grieche mit Zigarette zu, der wie ich das Meer zum Frühstück statt Nachrichten brauchte?
Wann erwachte in Deutschland der Morgen trotz aller wartenden Aufgaben so friedlich wie hier?
Ich weiss es: Nie.in Deutschland war ein heute wie jeder Tag, 24 Stunden eines Lebens, das es zu bewältigen gab. Nichts besonderes, sondern nur eine Aufgabe, die es zu bewältigen galt. Hier ist jetzt oft superschön, immer friedlich, manchmal kalt, aber nie ätzend. Hier ist der Unterricht gleich etwas, dass hinter einem schöneren Konjunktiv verschwindet, der morgen schon wahr werden kann. Hier ist jeder Morgen eine neue Chance und nie „wie immer“.
Wenn mir wie gestern Altlasten auf die Füße fallen oder auf der Seele liegen, geh ich spazieren, atme ein, Blicke in die Ferne und denk ganz schnell, „who care’s?!“ Statt *euch zeig ich’s!“
Hier ist mir das Leben zu wertvoll für Rache, weil ich stetig am Planen und umsetzen bin, weil mich das Umfeld nicht mit kultivierten Erinnerungen erdrückt, sondern zu Ideen inspiriert und hier habe ich auch erstmalig das Gefühl, nicht allein zu sein. Nie fühlte ich meine Mama mehr an meiner Seite, nie waren die Gespräche mit Zoé schöner und der Abend trotz Arbeit erfüllter von Tagwerk als auf dieser Reise.
Nie freute ich mich mehr auf ein Lächeln wie hier auf eines von Silvana, das nicht hin und wieder zufällig erhascht werden kann, sondern schwer ist zu übersehen, denn auch sie scheint mir hier trotz aller Probleme die glücklichste Silvana zu sein, die es je gab und gibt es etwas Schöneres, als derlei Gewissheiten?
Ich glaube nicht.
Bis morgen,
Euer Ulf
No reason to complain I admit, I imagined it would be a little easier and a little warmer, but I’m not fooling myself that our trip was a mistake, because I’m loving life more than ever at the moment.
Maybe I sometimes miss the space of a real apartment or the sun, like now, but when have I ever had the privilege of thinking about it on a beach? When have I written a blog about future plans before? And when did a Greek man with a cigarette nod to me who, like me, needed the sea for breakfast instead of the news?
When did the morning in Germany wake up as peacefully as here, despite all the waiting tasks?
I know: never in Germany was today like any other day, 24 hours of a life to be mastered. Nothing special, just a task that had to be accomplished. Here now is often super beautiful, always peaceful, sometimes cold, but never corrosive. Here, the lesson is something that disappears behind a more beautiful subjunctive that can come true tomorrow. Here, every morning is a new opportunity and never „the same as always“.
When old burdens fall on my feet or weigh on my mind like yesterday, I go for a walk, breathe in, look into the distance and quickly think „who cares?“. Instead of „I’ll show you!“
Here, life is too precious to me for revenge, because I am constantly planning and implementing, because my surroundings don’t overwhelm me with cultivated memories, but inspire me with ideas, and here, for the first time, I feel that I am not alone. I’ve never felt my mom by my side more, the conversations with Zoé have never been more beautiful and the evenings more full of day-to-day work despite my work than on this trip.
Never have I looked forward more to a smile like this one from Silvana, which can’t be caught by chance from time to time, but is hard to miss, because despite all her problems, she seems to me to be the happiest Silvana there ever was and is there anything more beautiful than such certainties?
(Down below in english) Was für ein Tag. Eigentlich auch nur gefühlte 48 Stunden und dennoch könnte man aus dem Stoff von gestern wieder ganze Brockhaushände füllen.
Ich habe ja bereits vom Motor berichtet, der in den Bergen nicht ausging. Gestern gingen dafür aber alle Lampen im Cockpit erst blinkend an, um sich kurz darauf samt Servolenkung zu verabschieden. Ich kann Euch sagen, das fühlt sich mitten auf der Straße und vor den Schulsitzungen nicht sooo gut an.
Aber wie sagt der Westfale so schön, „wat mut dat mut“ und so fuhren Silvana und ich unseren weissen Panzer die verbliebenen Kilometer mit Angstschweiß auf der Stirn durch Kalamata, um irgendwann dann doch den ungeliebten Steinstrand zu erreichen, bei dem das Netz so gut war, sodass mit Chaos im Kopf Grammatik unterrichtet werden konnte.
Ja, es war nicht so einfach, auf die Fragen „wie geht es Ihnen?“ Und „alles gut?“ mit einem Lächeln „ganz ok“ zu säuseln, aber wir sind ja stresserprobt und somit routiniert im selbst belügen. „Ganz hervorragend, meine Lieben, wir haben nur Probleme mit dem Auto“ erwiderte ich deshalb mit beinahe zynischen Lächeln etwa 40 mal und konzentrierte mich bei Sätzen wie “ der Motor des Wagens ist Genitiv“ auf meine Aufgabe, denn drei Stunden später sollte ja auch schon das schlimmste vorbei sein.
Im Anschluss durfte ich mich dann endlich der wahren Herausforderung hilflos stellen,indem ich alle auffindbaren Kontakte des Jürmanns kontrollierte und säuberte, aber ich wurde nicht fündig. Gut, dass wir im Auftrag des Herrn unterwegs sind und ich mit Silvana hier in Griechenland weile, denn während ich verzweifelte, schaute sie ins digitale Handbuch und danach in den Motorraum.
Und, was soll ich sagen, ein Blick ein Gedanke vier Worte: „Wo ist unser Keilriemen?“ „Stimmt, jetzt wo du es sagst, wo ist er?“ Und das Problem konnte nach wilden WhatsApps in die Welt mit einer auf griechisch übersetzten Mail an einen Renaulhändler um die Ecke konstruktiv angegangen werden.
Dieser meldete sich nämlich kurz darauf telefonisch bei uns, woraufhin ich ihm Bilder vom Motorraum und den Papieren schickte. „Wir holen Sie Freitag um 9 ab und haben das Problem in wenigen Stunden gelöst“, war seine Antwort.
Man kann sich unsere Erleichterung vorstellen, die selbst dann nicht abebbte als wir erfuhren, dass der Spaß uns 250 Taler kosten wird und wir feststellen, dass jetzt auch die Zentralverriegelung streikt, aber hey, warum haben wir ausgerechnet diesen Monat 300 Euro mehr in der Kasse als sonst? Irgenwofür mussten ja all die Überstunden und so gut sein.
Danach waren die restlichen 300 kleinen Aufgaben beinahe ein Kinderspiel und ich durfte mich von Silvana schon um 22 Uhr ins Bett schicken lassen.
In diesem Sinne, auf in den Mittwoch,
Bis morgen,
Euer Ulf
The engine of the car is genitive What a day. Actually, it only felt like 48 hours and yet you could fill an entire Brockhaus hand with yesterday’s material. I’ve already told you about the engine that wouldn’t turn off in the mountains. Yesterday, however, all the lights in the cockpit first came on flashing and then went out shortly afterwards, along with the power steering. I can tell you, that doesn’t feel so good in the middle of the road and in front of the school meeting.
But as the Westphalians say so beautifully, „Wat Mut dat mut“ and so Silvana and I drove our white tank the remaining kilometers through Kalamata with fear sweat on our foreheads, only to reach the unloved stone beach at some point, where the net was so good that we could teach grammar with chaos in our heads. Yes, it wasn’t that easy to answer the questions „how are you?“ And „are you OK?“ with a smile „quite OK, but we are stress-tested and therefore experienced at lying to ourselves „quite excellent, my dears, we just have problems with the car“, so I replied with an almost cynical smile 40 times and concentrated on my task with sentences like „the car’s engine is genitive“, because three hours later the worst was supposed to be over.
Afterwards, I was finally allowed to helplessly face the real challenge and checked and cleaned all of Jürmann’s contacts that could be found, but I didn’t find anything. It’s a good thing we’re on the Lord’s errand and I’m here in Greece with Silvana, because while I despaired, she looked in the digital manual and then looked in the engine compartment.
And, what can I say, one look, one thought, four words: Where’s the fan belt? Right, now that you mention it, where is it? And after wild WhatsApps to the world, the problem could be tackled constructively with an email translated into Greek to a Renault dealer around the corner.
He contacted us by phone shortly afterwards, I sent him pictures of the engine compartment and the papers and he replied „we’ll pick you up Friday at 9 and have the problem solved in a few hours.“
You can imagine our relief, which didn’t subside even when we found out that the fun was going to cost us 250 thalers and we realized that the central locking system was now also on strike, but hey, why do we have 300 euros more in the till than usual this month of all months? All the overtime and stuff had to be good for something.
After that, the remaining 300 small tasks were almost child’s play and Silvana sent me to bed at 10 pm.
(down below in english) Es ist Donnerstag. Noch drei Stunden Unterricht und gut 24 Stunden wohlig, dekadente Gemütlichkeit, dann steigen wir wieder in den Jürmann, um uns gemeinsam weiter auf den Weg als Ziel zu machen.
Ein geheimnisvolles gestrandetes Schiffswrack soll der nächste Anlaufpunkt sein. Wir laufen also das an, was damals unbedingt vermeiden werden sollte: zu stranden. Ich weiss nicht, ob damals Menschen ertrunken sind, wie 1912 auf der Titanic, an der vor Kurzem noch tragischer Weise eine Expedition ums Leben kam und ich weiss auch nicht, was uns alles auf diesem Weg, ganz nebenbei, passieren wird, aber ich habe wieder Lust, das Cockpit unseres Masters zu entern und mit Silvana das von uns ausgesuchte Leben zu zelebrieren.
Ich vermisse schon wieder die unendlichen Weiten des Meeres und die gemütliche Enge unseres mobilen Zuhauses. In mir regt sich schon wieder Fernweh, das mein Herz zum Frohlocken bringt und meinen Blick neugierig ins Unbekannte schweifen lässt.
Es ist nicht so, als ob wir die Zeit hier nicht genießen, in diesem urgemütlichen Haus mitten in den griechischen Bergen. Jeden Morgen ist es herrlich, all den Luxus zu genießen, der für uns früher alltäglich war. Ein richtiges Klo und ein riesiges Bett, ein kleiner Ofen und eine Dusche, die sogar ich benutzt habe. Aber ich brauche wieder Raum, das Gefühl von maximaler Freiheit, dass wohl nur in unserem Van möglich ist. Keine Küche, in der man auch morgen spülen kann, keine Internet, das sicher funktioniert und keine Hausschlappen, die Konstanz suggerieren, die es doch eigentlich gar nicht gibt.
Aber morgen geht es ja weiter, weiter auf vier Rädern und vier Quadratmetern, die nur eines verlangen, Wanderlust.
Ich freue mich schon drauf wie ein Kind auf seinen Geburtstag, auch wenn ich mir jetzt schon bewusst darüber bin, das Vorfreude die schönste Freude ist.
Bis morgen,
Euer Ulf
The greatest joy It’s Thursday. Three more hours of lessons and a good 24 hours of cozy, decadent comfort, then we get back into the Jürmann to continue our journey together.
A mysterious stranded shipwreck is the next port of call. So we head for the one thing that should be avoided at all costs back then: getting stranded. I don’t know whether people drowned back then, like on the Titanic in 1912, where an expedition tragically lost its life not long ago, and I also don’t know what will happen to us along the way, but I feel like boarding the cockpit of our Master again and celebrating the life we have chosen with Silvana.
I already miss the endless expanses of the sea and the cozy confines of our mobile home. Wanderlust is stirring in me again, making my heart rejoice and my eyes wander curiously into the unknown.
It’s not as if we don’t enjoy our time here, in this cozy house in the middle of the Greek mountains. Every morning, it’s wonderful to enjoy all the luxuries that used to be commonplace for us. A proper toilet and a huge bed, a small oven and a shower that even I used. But I need space again, the feeling of maximum freedom that is probably only possible in our van. No kitchen where you can wash up tomorrow, no internet that works reliably and no slippers that suggest constancy that doesn’t actually exist.
But tomorrow we’ll continue, on four wheels and four square meters that demand only one thing: wanderlust.
I’m looking forward to it like a child on its birthday, even though I’m already aware that anticipation is the greatest joy.
(down below in english) Heute habe ich ausgeschlafen und es fühlte sich herrlich an, denn Schlaf kam in letzter Zeit wirklich zu kurz. Der ganze Tripp ist nämlich, auch das musste ich lernen, viel anstrengender als ich dachte und kostet manchmal die letzte Kraft.
Dennoch sind wir froh, dass wir unterwegs sind, denn nie war das Leben reicher und vielfältiger als im vergangenen knappen halben Jahr.
Aber dann kommen auch die Momente, wo morgens als erstes die Nachricht auftaucht: Wo ist dein Blog? Nicht dass es mich nicht ungemein freut, dass meine Zeilen und Gedanken vermisst werden, ja, ich will sogar sagen, dafür schreibe ich, aber in dieser Frage spiegelt sich die gesamte Problematik unserer Reise. Wir müssen funktionieren, jeden Tag, denn man verlässt sich auf uns, aber: Auf wen können wir uns verlassen?
Manchmal scheint es, als dürfe man von uns, nur weil wir uns im Traum vieler befinden, alles erwarten. „Schließlich haben die ja die ganze Zeit Urlaub.“
Aber wir sind nicht im Urlaub, wir leben nur woanders. Ja, wir haben uns entschieden, in die Sonne zu wandern, oder ihr hinterher, aber wir haben nicht 24 Stunden frei wie jene, die hier zwei Wochen all inklusive buchen.
Wir leben, arbeiten, lieben und streiten im Jürmann. Das ist schon ohne Job nicht selten harte Arbeit. Aber zur Belastung wird es erst, wenn einen das Gefühl umschleicht, dass man ausschließlich in der Bringschuld ist. Wir haben zu liefern, täglich, aber wehe, wir erwarten. Und ich rede nicht von Wundern, sondern von vereinbartem Deal.
Selbst auf 4 Quadratmeteren kostet das Leben Geld, nur dürfen und können wir damit oft nicht rechnen. Denn“du weißt ja, ich bekomme erst am 25.“ Oder: „Wir zahlen meist um den 10.“ Von Blogspenden rede ich da gar nicht und auch nicht davon, dass man nicht mehr bereit ist zu lesen, wenn ich Werbung posten würde. Dann heißt es „der denkt ja nur an Geld und ist ja gar kein Idealist“. Ich habe es genauso erlebt.
Mein Stundenlohn liegt im Durchschnitt bei 8 Euro brutto, egal ob Weihnachten, Wochenende oder Nacht. Ich kann damit leben, da wir keine Miete zu zahlen haben und weil ich bzw. Wir uns das ausgesucht haben, aber weniger geht auch nicht, denn, ob man es wahrhaben will oder nicht: Liebe allein reicht nicht.
Soll das jetzt heißen: Das war’s? Nein. Ganz im Gegenteil: Das heißt für uns: Jetzt erst Recht.
Nur wollte ich einmal formulieren, wo allgemeine Probleme liegen. Das kleinste Rad wird von den Großen in die Pflicht und beim Wort genommen, man ist ja schließlich Verträge eingegangen, denen man verpflichtet ist, aber wehe wir würden nach 4 Monaten gern 150 Euro vom ADAC wiederbekommen. Dann heißt es wie so oft nur : „Aufgrund einer Vielzahl von Anfragen, kann es zu Verzögerungen kommen. Wir bitten um ihr Verständnis.“ Das schreibe ich Visa morgen auch mal.
Bis morgen und bitte nicht böse sein. Ich will keinen brüskieren, sondern fühle mich nur der Aufgabe meines Blogs verpflichtet: Daily Shit in guten wie in schlechten Zeiten.
Euer Ulf
We ask for your understanding I slept in today and it felt wonderful, because sleep has really been in short supply lately. The whole trip is much more exhausting than I thought and sometimes takes the last of my strength.
Nevertheless, we are glad that we are on the road, because life has never been richer and more varied than in the past six months.
But then there are also those moments when the first thing that pops up in the morning is the news: Where’s your blog? Not that I’m not immensely pleased that my lines and thoughts have been missed, I’d even like to say that’s why I write, but this question reflects the whole problem of our journey. We have to function, every day, because we rely on and, but who can we rely on?
Sometimes it seems as if we are expected to do everything just because we are in the dream of many. „After all, they’re on vacation all the time.“
But we’re not on vacation, we just live somewhere else. Yes, we have decided to wander off into the sun, or after it, but we don’t have 24 hours free like those who book two weeks all-inclusive here.
We live, work, love and argue at Jürmann. Without a job, it’s often hard work. But it only becomes a burden when you get the feeling that you are solely responsible for delivering. We have to deliver, every day, but woe betide us if we expect anything. And I’m not talking about miracles, but about an agreed deal.
Even on 4 square meters, life costs money, but we often can’t and can’t count on it. Because „you know, I don’t get paid until the 25th“. Or: „We usually pay around the 10th“. I’m not even talking about blog donations or the fact that people are no longer willing to read if I post advertising. Then they say „he’s only thinking about money and isn’t an idealist at all“. I’ve had the same experience.
My average hourly wage is 8 euros gross, regardless of whether it’s Christmas, weekend or night. I can live with it because we don’t have to pay rent and because I or we have chosen it, but less is not possible because, whether you want to admit it or not, love alone is not enough.
Does that mean that’s it? No. Quite the opposite: for us it means: now more than ever.
I just wanted to formulate where the general problems lie. The smallest bike is taken to task and taken at its word by the big ones – after all, we have entered into contracts to which we are bound, but woe betide us if we want to get 150 euros back from the ADAC after 4 months. Then, as is so often the case, we are told that there may be delays due to a large number of requests. We ask for your understanding. I’ll write the same thing to Visa tomorrow.
See you tomorrow and please don’t be angry. I don’t want to offend anyone, I just feel committed to the mission of my blog: Daily Shit in good times and bad.
(down below in english) Vogelküken piepsen, wenn man in Nikolaos die ersten Schritte vor die Tür macht. Und irgendwie fühlt man sich selbst wie eines, das von der Sonne mit den ersten warmen Strahlen des Tages daran erinnert wird, das man Hunger hat.
Zugegeben, ich vavorisiere Mûsli mit Milch und dazu einen heißen Kaffee statt Würmern, aber mit der Schale in der Hand ist es ein echter Traum, dem neuen noch jungen Leben beim Rufen der Eltern beizuwohnen. Denn die lieblichen Töne werden hier von nichts gestört.
Kein Auto, keine menschliche Stimme und kein anderes Geräusch außer Vater und Mutter Piepmatz, die ihre Brut versorgen. Und sie haben viel zu tun, denn schon bald müssen die Kinder dahin fliegen, wo wir mit dem Jürmann gestartet sind. Über 4000 Kilometer Richtung Westen, um dort den Sommer zu verbringen, weil es hier zu heiß wird.
Ihre Aufgabe im Leben ist nicht eine Hausarbeit über Ethik zu schreiben, Brötchen zu verkaufen oder sich mit Ämtern und Stromanbietern herumärgern. Sie müssen nicht rechnen, schreiben und lesen lernen, um mit ihren kleinen Flügeln das Mittelmeer zu überqueren.
Amsel, Drossel, Fink und Star sagen sich nicht „oh fuck, ich hab gar keinen Bock drauf, bald nach Deutschland, Holland oder Polen zu fliegen“ und es fiept ihnen auch keiner was vom Ernst des Lebens mit Worten wie „Jetzt stell Dich nicht so an“ vor. Sie piepen einfach so lange, bis sie stark genug sind, die lange Reise anzutreten. Und wenn der Tag gekommen ist, legen sie einfach los. Ohne Versicherungen zu checken, Proviant einzupacken und den Wetterbericht zu prüfen, breiten sie die Schwingen aus, legen sich auf den Wind und fliegen.
Ihr kleines Gehirn folgt nur einem inneren Kompass, der sie dahin führt, wo sie hin müssen, um selbstständig Würmer zu speisen und Äste für ihren Nachwuchs zu besorgen.
Sie pfeifen im wahrsten Sinne des Wortes auf politische Weltlage und Zukunftssorgen. Sie überflattern Grenzen, Berge und Täler ganz ohne Angst, auch wenn jeder Zentimeter der letzte sein könnte, denn sie wissen es nicht.
All unser Wissen brauchen sie nicht, um zu überleben. Wenn sie ein Ziel erreichen, ist es gut und wenn nicht sind sie eben nicht mehr.
Das einzige was ihnen etwas bedeutet ist zu sein. Epicurs philosophische Weisheit vom Leben, das nichts mit dem Tod zu tun hat und umgekehrt, wurde nicht über Jahre studiert, sondern ist einfach Tatsache, die man nicht kultivieren oder gar lernen muss. Sie ist alternativlose Wahrheit, nicht ontologische, sondern pragmatische.
Fragt sich, wer hier die Krone der Schöpfung ist.
Bis morgen,
Euer Ulf The crown of creation Bird chicks chirp when you take your first steps outside the door in Nikolaos. And somehow you feel like one yourself, reminded by the sun with the first warm rays of the day that you’re hungry.
Admittedly, I prefer mûsli with milk and a hot coffee instead of worms, but with a bowl in my hand, it’s a real dream to witness the new, still young life calling its parents. Because nothing disturbs the sweet sounds here.
No cars, no human voices and no other noises apart from the father and mother peeps caring for their brood. And they have a lot to do, because soon the children have to fly to where we started with the Jürmann. Over 4000 kilometers to the west to spend the summer there because it gets too hot here.
Their task in life is not to write a term paper on ethics, sell bread rolls or deal with the authorities and electricity providers. They don’t have to learn to count, write and read in order to cross the Mediterranean on their little wings.
Blackbirds, thrushes, finches and starlings don’t say to themselves „oh fuck, I don’t feel like flying to Germany, Holland or Poland any time soon“ and no-one whispers to them about the seriousness of life with words like „don’t be like that“. They just beep until they are strong enough to make the long journey. And when the day arrives, they simply set off. Without checking insurance, packing provisions or checking the weather forecast, they spread their wings, lie down on the wind and fly.
Their little brains just follow an internal compass that guides them to where they need to go to feed worms and get branches for their offspring.
They literally don’t give a damn about the political world situation and worries about the future. They cross borders, mountains and valleys without fear, even if every centimeter could be their last, because they don’t know it.
They don’t need all our knowledge to survive. If they reach a goal, it is good and if not, they are no more.
The only thing that matters to them is to be. Epicurus‘ philosophical wisdom about life having nothing to do with death and vice versa has not been studied for years, but is simply a fact that does not need to be cultivated or even learned. It is truth without alternative, not ontological, but pragmatic.
The question is, who is the crown of creation here?
(down below in english) Es war einmal, vor vielen, vielen Jahren, da wurden ein Junge und ein Mädchen geboren, die aus der Zeit gefallen schienen.
Sie war schüchtern und liebte es, allein mit ihren Puppen zwischen Heizung und Couch fantasievolle Geschichten von Prinzessinnen und Prinzen aus Märchen und Sagen zu inszenieren, während er, trotz goldenen Löffels, sich auch lieber allein als mit anderen Kindern zu beschäftigen.
Er stöberte in den unzähligen Räumen seines Elternhauses nach verborgenen Schätzen und liebte die Herausforderung, verschlossene Türen zu öffnen. Die Neugierde war einfach zu groß für den kleinen Mann.
Jede Kiste und Lade gestaltete sich als eine Schatztruhe aus Bildern der Vergangenheit und unzähligen spannenden Dingen, die er nicht kannte. Die Welt war voller Geheimnissen, die er lüften wollte.
Und weil beide das Alte und Vergangene so liebten, trafen sie sich auch viele Jahre später nicht im Internet, sondern über eine Zeitungsanzeige, die er von seinen letzten Talern in der Stadtzeitung aufgab.
Ungewöhnlich neu und geheimnisvoll, wie die Laden und Kisten, war das Mädchen, das mittlerweile zur Frau geworden war für den auch gereiften Jungen und er präsentierte sich als strahlender Prinz, dessen Schein gülden, aber Wahrheit pechschwarz war.
Sie beschnupperten sich wie interessierte Hunde, lauschten den Geschichten des anderen und gewannen sich darüber so lieb, das nichts sie mehr trennen konnte; auch wenn das nicht von Jetzt auf Gleich passierte.
Eines Tages dann beschlossen die gemeinsam einsamen Herzen, dass es für sie zwar keine eigene Welt geben könne, aber sie zusammen alles anders erleben könnten, wenn sie nicht weiter in Wohnungen wie viele andere, sondern in einem Van leben würden.
Und so verkauften sie ihr Hab und Gut und bauten sich ein kleines rollendes Heim und fuhren, wie Hans im Glück der Aschenputtel getroffen hat, in die Welt hinaus, wo sie gemeinsam erlebten, wie faszinierend das sein kann, was für viele nur Alltag war.
Straßen aus 10001 Nacht und Sonnenaufgänge wie im Bilderbuch. Wildfremde Menschen die Ihnen mal ungewöhnlich schroff aber auch sehr oft unfassbar wohlgesonnen begegneten.
Einer der Letzteren war eine Frau, dessen Tochter weit ab von Spielkonsole und Einkaufszentrum in den Bergen Griechenlands ein kleines Häuschen besass, dem noch Vorhänge fehlten. Und weil unsere Heldin nähen konnte und ihr Mann nur zu schreiben brauchte, um Leben zu können, besuchten sie mit ihrem fahrenden Wohnzimmer das kleine Heim am Ende der Welt und sollten dort, zwischen Oliven und Abhängen nach langer Zeit wieder ein Bett wie aus Zuckerwatte vorfinden, in dem sie wie in Abrahams Schoss schlafen sollten, auch wenn es bitter kalt war.
Aber beide nahmen sich in den Arm und dachten: Wenn Du bei mir bist, kann es draussen noch so kalt sein. In meinem Herzen wird steht’s ein kleines Feuer wie hier im Ofen lodern, das mich wärmt und behütet, wie es keine Heizung je könnte.
Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann schreibt der Junge auch morgen,
Euer Ulf
Crunchy, crunchy Kneuschen… Once upon a time, many, many years ago, a boy and a girl were born who seemed to have fallen out of time.
She was shy and loved to stage imaginative stories of princesses and princes from fairy tales and legends alone with her dolls between the radiator and the couch, while he, despite his golden spoon, preferred to spend time alone rather than with other children.
He rummaged through the countless rooms of his parents‘ house for hidden treasures and loved the challenge of opening locked doors. The curiosity was simply too much for the little man.
Every box and drawer turned out to be a treasure chest of images from the past and countless exciting things he didn’t know. The world was full of secrets that he wanted to uncover.
And because they both loved the old and the past so much, they met many years later, not on the Internet, but via a newspaper ad that he placed in the city paper from his last few dollars.
The girl, who had since become a woman, was unusually new and mysterious, like the stores and boxes, for the boy, who had also matured, and he presented himself as a radiant prince, whose appearance was golden but whose truth was pitch black.
They sniffed at each other like interested dogs, listened to each other’s stories and became so fond of each other that nothing could separate them, even if that didn’t happen from one moment to the next.
Then one day, the two lonely hearts decided that although they couldn’t have a world of their own, they could experience everything differently together if they stopped living in apartments like so many others and lived in a van.
And so they sold their belongings and built themselves a small home on wheels and, like Hans in Luck who met Cinderella, drove out into the world, where they experienced together how fascinating what for many was just everyday life can be.
Streets from 10001 nights and sunrises like in a picture book. Strangers who were sometimes unusually brusque but often also incredibly well-disposed.
One of the latter was a woman whose daughter owned a small house in the mountains of Greece, far away from game consoles and shopping centers, which still lacked curtains. And because our heroine could sew and her husband only needed to write to be able to live, they visited the little home at the end of the world with their traveling living room and were to find a bed like cotton candy there again after a long time, between olives and slopes, in which they were to sleep as if in Abraham’s lap. Even if it was bitterly cold.
But they both hugged each other and thought: If you are with me, it may be cold outside. There will be a little fire in my heart, just like here in the oven, which will warm and protect me like no heating system ever could.
And if you haven’t died, then the boy will write tomorrow too,
(down below in english) Obwohl ich nicht selten die Augen kaum aufbekomme, wenn morgens um sieben die Panflöte zum Appell ruft, bin ich fast immer entspannt. Nicht, dass ich es mag, aufstehen zu müssen, im Gegenteil, aber ich bin nicht mehr wütend wie früher zu Hause.
Ich liege dann neben Silvana, spüre die Kälte und höre die Wellen. Oft kann man sich im Jürmann kaum drehen, da wir keine Lust mehr hatten, aufzuräumen, aber dennoch motzt keiner von uns. Meist setzt einer das Kaffeewasser auf, macht die Heizung an und beginnt den Tag, während der andere dabei zusieht.
Wir erzählen uns dann von unseren Träumen oder schweigen in den Tag, während die Sonne ihr Bestes gibt, um den ihn beginnen zu lassen. Was anfangs sehr viel Überwindung kostete, ist heute ritualisiert. Zu Beginn riss ich mich zusammen, wenn ich nicht gut geschlafen habe, meinen Unmut nicht umgehend in die kleine Jürmannwelt zu posaunen, heute erinnere ich mich in solchen Momenten nur daran, dass ich Silvana und mir damit nur den Tag versaue.
Ich schwieg also nur, weil ich mir erhoffte, dass das gut sei, während ich es mittlerweile weiss. Je weniger Unmut ich formuliere, desto besser geht es mir. Und wenn in mir der deutsche Angermann unbedingt schreien will, zieh ich mich an und geh ans Meer. Hier kann ich die Augen wieder Angstfrei schließen, denn es ist zu kalt zum einschlafen.
Hier höre ich nur die Wellen und nehme mir die Zeit zum Erwachen, auch wenn ich keine Kippen mehr habe. Hier glaube ich plötzlich an meine Selbstheilungskräfte und besonders an Autosuggestion. Es spielt sich doch alles nur in meinem Kopf ab und bei dem kann ich doch das Programm bestimmen. Ich könnte mich in ungute Gedanken begeben und darin Suhlen, aber warum, wenn man doch auch einfach nur träumen kann?
Beispielsweise vom Ferienhaus in den Bergen, wohin wir morgen fahren und wo Mareike schon Ofenholz für uns platziert hat, oder von den vielen schönen Sonnenaufgängen in Kalamata, die Morgen schon Geschichte sind.
Ich hoffe, dass dieses Wissen nie mehr verschwindet und ich die Kraft behalte, die kleine Stressbacke von früher auch zukünftig, tief in mir drin, nur mit Klugheit und nicht mit Anstrengung im Zaum halten . Oder sollte ich sagen, einfach nicht mehr suche?
Bis morgen,
Euer Ulf
Where is the stress cheek?
Although I often struggle to open my eyes when the panpipes call me to roll call at seven in the morning, I’m almost always relaxed. Not that I like having to get up, on the contrary, but I’m no longer angry like I used to be at home.
I lie next to Silvana, feel the cold and hear the waves. Often you can hardly turn around in the Jürmann because we didn’t feel like tidying up, but none of us grumble. Usually one of us puts the coffee on, turns on the heating and starts the day while the other watches.
We then tell each other about our dreams or just sit in silence while the sun does its best to start the day. What initially took a lot of effort is now ritualized. In the beginning, if I didn’t sleep well, I pulled myself together and didn’t immediately trumpet my displeasure to the little Jürmann world, but now I just remind myself at such moments that I’m only ruining the day for Silvana and myself.
So I only kept quiet because I hoped it would be good, whereas I now know it is. The less resentment I express, the better I feel. And when the German Angermann in me really wants to scream, I get dressed and go to the sea. Here I can close my eyes again without fear, because it’s too cold to fall asleep.
Here I can only hear the waves and take the time to wake up, even if I have no more cigarettes. Here I suddenly believe in my self-healing powers and especially in autosuggestion. It’s all in my head and I can determine the program. I could get into bad thoughts and sit in them, but why, when you can just dream? For example, of the vacation home in the mountains where we’re going tomorrow and where Mareike has already placed firewood for us, or of the many beautiful sunrises in Kalamata that will be history tomorrow.
I hope that this knowledge never disappears and that I retain the strength to keep the little stress cheek from before in check in the future, deep inside me, only with wisdom and not with effort.or should I say, just not looking anymore?
(down below in english) Seit einiger Zeit fühle ich mich von einer kritischen Frage in die Enge gedrängt: Was ich hier, in diesem Blog überhaupt mache.
Für ein Reisetagebuch hat es zu wenig Reise, für ein philosophisches Buch zu wenig Philosophie und für ein Selbsthilfebuch zu viel Humor. Außerdem rede ich ständig nur von mir und dennoch thematisiere und kritisiere ich die Selbstsucht in der Gesellschaft.
Alle diese Fragen oder Anmerkungen sind berechtigt und lassen mich selbst an der Sinnhaftigkeit dieses Blogs hadern.
Warum schreibe ich also was ich schreibe?
Heute Versuche ich allen Lesern und mir als Autor darauf eine Antwort zu geben:
Man kann mich als gescheiterte Existenz bezeichnen. Als einen, wie ich mich bereits nannte, „rollong Stone“. Nicht ein reicher und berühmter Musiker, sondern als sensibler Flüchtling durch das Leben. Einen Mann der nirgendwo zu Hause ist und dennoch täglich weiter machen muss.
Nicht dass man mich falsch versteht, es soll nicht der Eindruck erweckt werden, als wolle ich Mitleid, es geht in meinem Blog darum, eine sehr persönliche Perspektive auf die Welt als ein Leben von abermillarden zu thematisieren.
Dabei versuche ich mit Buchstaben zu malen,wie ein Impressionist. Nicht möglichst detailgetreu darzustellen, was sich vor meinen Augen gestaltet, sondern wie ich alles wahrnehme.
Vor einer Säule in Olympia denke ich nicht in Zoll oder Metern an die exakte Höhe des Gesteins, sondern realisiere meine Mikrogkeit und wenn ich an Stränden Flanieren, kann ich nicht über Sonnenuntergänge schreiben, wenn unter meinen Füssen das Plastik von zig weggeworfenen Flaschen knarrt.
Es ist mir nicht vergönnt, meine Kritik auszublenden, was nicht heißt, das ich mich dieser Kritik entziehe.
Wie kann ich an Reisen denken, wenn um mich herum fahrende. Einfamilienhäuser deutschen Idealismus predigen? Wie könnte ich leichtfüssig von rosa Wolke zu rosa Wolke hüpfen, wenn ich ständig von Rechnungen gemaßregelt werde, aber sich keiner mir gegenüber verpflichtet fühlt (Ausnahmen bestätigen freilich die Regel)?
Wie kann ich täglich schreiben, ohne das zu thematisieren, was mir täglich begegnet, nämlich ich mir selbst. Und ich bin es, der sich auf dieser Reise mehr verändert als es meine Umgebung je könnte. Eine Palme bleibt eine Palme, aber aus Adi ist Ulf geworden.
Ja, ich könnte zu dem Schluss kommen, weniger und seltener zu schreiben und dadurch objektiv relevanter zu erzählen, aber machen das nicht schon genug andere?
Gibt es nicht schon ausreichend Reportage bemühte Amateure und Profis, die in adäquater Sprache zielgruppenorientiert Reiseführer widerkeuen? Braucht es da noch einen.
Ich persönlich denke „nein“ und der ein oder andere Leser oder Leserin vielleicht “ aber deinen Scheiss auch nicht“. Legitime Ansicht, doxa, Meinung, aber ist nicht die Aufgabe eines Schriftstellers, für den ich mich dteisterweise halte, subjektiver Chronist seiner Zeit zu sein?
Wenn meinem Blog also der klare rote Faden fehlt, ist das dann nicht auch eine Reminiszenz an das Problem unserer Gesellschaft, den Faden verloren zu haben. Nicht zu wissen, was man will und was noch wichtig ist,vor lauter Pflicht zu leben vergessen, warum wir eigentlich da sind?
Mach ich nicht genau das? Ist dieser Blog nicht insofern stereotypisch für unsere. Zeit, dass sich alle zum kommentieren von allem genötigt fühlen, ohne ernsthaft was konstruktives beisteuern zu können, um all den Problemen des Jetzt hilfreich und sinnreich zu begegnen?
Ich denke nur, dass ich als einer von den oben Beschriebenen das ein oder andere besser in Worte fassen kann, sonst nichts. Wer Geld verdienen kann, verdient und wer formulieren kann, der schreibt.
Nicht um das beste Buch der Welt zu schreiben, sondern um sprachlich zu handeln, denn irgendwas muss man ja tun. Oder?
Bis morgen,
Euer Ulf
What is all this about? For some time now, I have felt cornered by a critical question: What am I even doing here, in this blog?
It has too little travel for a travel diary, too little philosophy for a philosophical book and too much humor for a self-help book. Besides, I’m always talking about myself and yet I address and criticize selfishness in society.
All these questions and comments are justified and make me question the usefulness of this blog.
So why do I write what I write?
Today I try to give all readers and myself as an author an answer to this question:
You can call me a failed existence. As what I have already called myself, a „rollong stone“. Not a rich and famous musician, but a sensitive fugitive through life. A man who is not at home anywhere and yet has to carry on every day.
Don’t get me wrong, I don’t want to give the impression that I want pity, my blog is about a very personal perspective on the world as a life of billions and billions.
I try to paint with letters, like an impressionist. Not to depict in as much detail as possible what is unfolding before my eyes, but how I perceive everything.
In front of a column in Olympia, I don’t think about the exact height of the rock in inches or metres, but realize my microcosm, and when I stroll along beaches, I can’t write about sunsets when the plastic of dozens of discarded bottles creaks under my feet.
I am not allowed to hide my criticism, which does not mean that I avoid it.
How can I think about traveling when I’m surrounded by driving. Single-family homes preach German idealism? How could I hop light-footedly from pink cloud to pink cloud when I am constantly being reprimanded by bills but no one feels obliged to me (exceptions prove the rule, of course)?
How can I write every day without addressing what I encounter every day, namely myself? And it is me who changes more on this journey than my surroundings ever could. A palm tree remains a palm tree, but Adi has become Ulf.
Yes, I could come to the conclusion that I should write less and less often and therefore tell more objectively relevant stories, but aren’t enough others already doing that?
Aren’t there already enough amateurs and professionals who are committed to reportage and write travel guides in appropriate language for their target groups? Do we need another one?
Personally, I think „no“ and one or two readers might think „but not your shit either“. Legitimate opinion, doxa, opinion, but isn’t it the job of a writer, which I consider myself to be, to be a subjective chronicler of his time?
So if my blog lacks a clear thread, isn’t that also a reminiscence of the problem of our society, of having lost the thread? Not knowing what we want and what is still important, forgetting why we are actually here because of our duty to live?
Isn’t that exactly what I’m doing? Isn’t this blog stereotypical of our time? Time that everyone feels compelled to comment on everything without being able to seriously contribute anything constructive to meet all the problems of the now in a helpful and meaningful way?
I just think that as one of the people described above, I can put one or two things into words better, nothing else. If you can earn money, you earn and if you can formulate, you write.
Not to write the best book in the world, but to act linguistically, because you have to do something. Or do you?
(Down below in english) Uns ist und war bekannt, dass wir Fehler machen und diese mit barer Münze zu zahlen haben. Aber uns war auch noch nie so bewusst wie heute, wie teuer vermeintliche, um nicht zu sagen überflüssige Sicherheit als Vorsicht(smaßnahme) ist.
Wie oft haben wir gehört, dass es zu wenig Sonne gibt und wir mehr Ladegeräte und andere Solarzellen brauchen. „Das reicht nicht, niemals“.
Wir dachten „OK, wir wissen es nicht besser, also hören wir lieber auf den Rat“, Wir sind also für besseres Internet und regelmäßigen Strom mehrmals die Woche prophylaktisch zum Campingplatz gefahren, um in jedem Fall für meine Zoomsitzungen vorbereitet zu sein. Das hat damn viel Geld gekostet. Bis gestern, als der tolle Shunt nur noch 10 Prozent anzeigte und wir für Dienstag nachladen wollten. Aber das Gerät zum Aufladen zeigte voll an.
Die Akkus, und wir reden von 300 Ampere, waren voll, nur von der Sonne und all unsere Aufenthalte an Campingplätzen waren unnütz.
Wir dachten immer, das Laden ging superschnell, dabei waren unsere Akkus immer nahezu voll, von der Sonne allein.Ein Tag eine Batterie, also 1/3. Sieben Tage ergeben also selbst bei vier Tagen Dauerregen, volle Ladung.
Von wegen, das reicht nie. Das reicht beinahe zum Verkaufen. Und wir brauchen dafür weder mobilere Solarzellen, bessere Ladegeräte also mehr Strom aus der Steckdose noch sonst einen anderen Quatsch von Amazon.
Was wir brauchen ist einzig ein neuer Sicherungskasten, denn gestern Abend war trotz voller Akkus plötzlich alles dunkel, weil es wohl von zu viel Strom heiß wurde. Nur den gibt es nicht auf dem Campingplatz und dazu riet uns keiner.
Wir wurden in allem bestätigt wovor wir geflüchtet sind (Perfekt, vollendete Gegenwart). Kontrolle ist gut, aber zu viel Prophylaxe ist Bullshit.
Ja, es kann sein, dass es mal nur regnet und ja, auch wir haben Fehler gemacht, indem wir Strom berechnen und Geräte einstellen und Parallelschaltung lernen mussten, aber für das Geld, was wir in gutem Glauben auf kluge Vorsorge investiert haben, hätten wir auch locker eine Woche in einem guten Hotel absteigen können.
Aber, besser spät als nie oder wie unser lieber Freund Viko von Bülow gesagt hätte:“Aber jetzt machen wir es uns gemütlich“
Bis morgen,
Euer Ulf
„But now let’s make ourselves comfortable“
We are and have always been aware that we make mistakes and have to pay for them in cash. But we have also never been as aware as we are today of how expensive supposed, not to say superfluous, safety is as a precautionary (measure).
How often have we heard that there is not enough sun and that we need more chargers and other solar cells? „That’s not enough, never“.
We thought „OK, we don’t know any better, so we’d better listen to the advice“, so we made prophylactic trips to the campsite several times a week for better internet and regular electricity to be prepared for my zoom sessions in any case. That cost a lot of money. Until yesterday, when the great shunt only showed 10 percent and we wanted to recharge for Tuesday. But the charging device showed full. The batteries, and we’re talking 300 amps, were full, just from the sun and all our stays at campsites were useless.
We always thought that charging was super-fast, but our batteries were always almost full, from the sun alone.one day one battery, so 1/3. So seven days, even with four days of continuous rain, results in a full charge.
That’s never enough. It’s almost enough to sell. And we don’t need more mobile solar cells, better chargers, more power from the socket or any other nonsense from Amazon.
What we do need is a new fuse box, because last night everything suddenly went dark despite the batteries being full because it was probably getting hot from too much power. But there isn’t one at the campsite and nobody advised us to do so.
We would be confirmed in everything we fled from (perfect, perfect presence). Control is good, but too much prophylaxis is bullshit.
Yes, it may just rain and yes, we also made mistakes by calculating electricity and having to set up appliances and parallel connections, but for the money we invested in good faith in wise precautions, we could easily have stayed in a good hotel for a week.
But, better late than never, or as our dear friend Viko von Bülow would have said: „But now let’s make ourselves comfortable“
(Down below in english) Obwohl wir von vorne herein davon ausgingen, dass wir in den Süden fahren, um im Warmen zu überwintern, haben wir uns wohl mit keiner Sache mehr beschäftigt als mit der Heizung.
Im Mai, als sich alle auf und über den Frühling mit seiner Wärme freuten, hockten wir bereits vorm Rechner und planten den Winter.
Schnell wurde klar, dass wir uns eine Webasto oder ein anderes Markenheizgerät nicht leisten können, denn 1200 Euro war ein wenig zu viel für unser Budget, weshalb wir uns in der digitalen China Mall umschauten und uns für ein 400 Euro Gerät entschieden, dass es auch für einhundert gab. Aber wir legten Wert auf das europäische Prüfsiegel, denn wir rechneten noch mit einer Wohnmobilabnahme beim TüV (technischer Überwachungsverein).
Im Juli war dann auch unsere viel zu starke Heizung schon da. Wir hatten also genug Zeit, uns mit dem Tankausbau zu beschäftigen, denn im Renault Master muss dieser im Gegensatz zum Ducato von Fiat komplett ausgebaut werden, um ein Loch für den Tanknehmer himeinzubohren.
Man kann sagen, dass uns durchaus Furcht umfing, denn wir hatten keinerlei Ahnung von Autos. Aber wir schaffen es, trotz aller Hindernisse über die Benzinpumpe im Motorraum dank YouTube 40 Liter Sprit abzupumpen, holten den richtigen Bohrer aus Bremen, bestellten Auffahrrampen erst in rot und dann in blau und machten uns an das Dieselreservoir.
Abpumpen, Schrauben lösen, Elektrik abstecken, Loch bohren, Tanknehmer einsetzen, alles wieder befestigen und Kabel sowie Schläuche verlegen. Dann nur noch ein Loch in den Unterboden sägen, Heizung mit dazugekauften Flunch befestigen, Knopf drücken und „start heating“ wie unsere jetzige Standheizung sagen würde.
Geiel, wir hatten erst Mitte August und die Heizung lief. Wir hatten also noch genug Zeit, um die andere Hälfte des Ausbaus nicht fertig zu bekommen und vom Tüv zu hören “ das Abgasrohr muss an eine andere Stelle und Ach ja, neue Bremsen brauchen Sie auch“.
Gut, dass wir die „billige“ Heizung nahmen, denn das „Ach ja“ belief sich auf knapp 2000 Euro.
Aber wir wollten los, koste es was es wolle im wahrsten Sinne des Wortes und schafften es auch, am1. September unsere erste Nacht samt Heizung im Jürmann zu verbringen. Eine Hochzeitsnacht wie im Bilderbuch von „Guck mal wer da hämmert“.
Alles lief super, bis auf unzählige Kleinigkeiten wie Batterie Parallelschaltung und so versteht sich; bis Venedig, da erklang leider nicht mal mehr ein „Stop heating“, von einem „I whish you a safe Journey“ ganz zu schweigen.
Aber es war ja noch warm, wahrscheinlich müsste nur eine Kleinigkeit ausgetauscht werden und schon würde alles wieder funktionieren. Also weiter, nach Dubrovnik, Kupplung wechseln, Albanien, Turbo reparieren und nach Igoumenitsa Peter (english) aus Stockholm begegnen, der uns bei all den technischen Problemen helfen sollte, bzw. Wollte.
Ja, er zeigte Silvana, was wir alles noch zu machen und zu kaufen hatten. Seine Lieblingsworte waren „ihr braucht noch: neue Kabelverbindungen für den Dizzydizzy Booster (B2B Ladebooster), einen Shunt und neue Klemmen, ein Ladegerät für die Lithiumakkus, eines für den Rechner und, Ach ja, eine neue Heizung, die Pumpe ist kaputt. Für 250 könnt ihr meine Reserveheizung haben, aber die Pumpe müsst ihr bestellen“.
Vier Wochen später war alles fertig, bis auf die Heizung. Aber es war ja erst Mitte November. „ „Wir haben ja noch Zeit.“
Kurze Zeit später könnten aber weder Silvana noch ich, geschweige denn unser Geldbeutel Peter länger ertragen, denn wenn es dunkel wurde und vor lauter Aktionismus nichts mehr lief, musste Peter ins Bett und wünschte uns bei Kerzenschein einen romantischen Abend.
Also katapultierten wir uns mitten in der Nacht mit Hilfe eines österreichischen Rentners aus einer Kiesgrube an einem dieser Traumstrände, kletterten locker 30 Prozent Steigung hoch und rasten auf einem Campingplatz in der Nähe, wo es so geschäftig war, dass Silvana unmöglich arbeiten konnte.
Auf in die Einöde, Heizung und Shunt einbauen und fertig, endlich Weihnachten. Es sollte auch erst in der kommenden Nacht richtig kalt werden.
Und jetzt sitzen wir im Paradies, Anfang Januar, die Heizung von IKEA spricht Russisch, finnisch, Englisch und Chinesisch, aber zum Anspringen braucht sie oft mehr als einen Anlauf. Für Sibirien werden wir uns wohl doch ein Markengerät anschaffen. Aber solange genießen wir hier die schönsten Sonnenaufgang und Untergänge, die wir je erlebt haben.
Oder wie unsere Heizung sagen würde “ I Wish you a safe Journey“.
Bis morgen,
Euer Ulf
„I Wish you a safe journey“
Although we assumed from the outset that we would be heading south to spend the winter in the warmth, there was probably nothing we were more concerned with than the heating.
In May, when everyone was looking forward to spring and its warmth, we were already sitting in front of the computer planning the winter.
It quickly became clear that we couldn’t afford a Webasto or other brand heater, because 1200 euros was a little too much for our budget, which is why we looked around the digital China Mall and decided on a 400 euro device that was also available for a hundred. But we attached great importance to the European seal of approval, as we were still expecting a motorhome inspection by the TüV (technical inspection association).
Our far too powerful heating system arrived in July. So we had enough time to deal with the tank removal, because in the Renault Master, unlike the Fiat Ducato, it has to be completely removed in order to drill a hole for the tank holder.
It’s fair to say that we were quite frightened, as we knew nothing about cars. But despite all the obstacles, we managed to pump out 40 liters of fuel via the fuel pump in the engine compartment thanks to YouTube, got the right drill from Bremen, ordered drive-on ramps first in red and then in blue and got to work on the diesel reservoir.
Pumping out, loosening the screws, disconnecting the electrics, drilling the hole, inserting the tank holder, reattaching everything and laying the cables and hoses. Then just saw a hole in the underbody, attach the heater with the flunch we had bought, press the button and „start heating“ as our current parking heater would say.
Great, it was only mid-August and the heating was running. So we still had enough time not to finish the other half of the conversion and to hear from the TÜV „the exhaust pipe has to be moved to another place and oh yes, you need new brakes too“.
It’s a good thing we took the „cheap“ heater, because the „oh yes“ amounted to just under 2000 euros.
But we wanted to get going, no matter what the cost, in the truest sense of the word, and managed to spend our first night in the Jürmann, complete with heating, on September 1st. A wedding night like in the picture book of Tim Allan.
Everything went great, except for countless little things like the battery parallel connection and so on; until Venice, when unfortunately not even a „stop heating“ was heard, not to mention a „I wish you a safe journey“.
But it was still warm, probably just a little something would have to be replaced and everything would work again. So on to Dubrovnik, change the clutch, Albania, repair the turbo and after Igoumenitsa we met Peter (English) from Stockholm, who was supposed to help us with all the technical problems, or wanted to.
Yes, he showed Silvana what we still had to do and buy. His favorite words were „you still need: new cable connections for the Dizzydizzy Booster (B2B charging booster), a shunt and new terminals, a charger for the lithium batteries, one for the computer and, oh yes, a new heater, the pump is broken. You can have my one in reserve for 250, but you have to order the pump“.
Four weeks later, everything was ready except for the heater. But it was only mid-November. „ „We still have time.“
A short time later, however, neither Silvana nor I, let alone our wallets, could put up with Peter any longer, because when it got dark and nothing was working because of all the action, Peter had to go to bed and wished us a romantic evening by candlelight.
So in the middle of the night, with the help of an Austrian pensioner, we catapulted ourselves out of a gravel pit on one of those dream beaches, climbed up a 30 percent incline with ease and raced to a campsite nearby, where it was so busy that Silvana couldn’t possibly work.
Off to the wasteland, install the heating and shunt and that’s it, Christmas at last. It wasn’t supposed to get really cold until the following night.
And now we’re sitting in paradise, at the beginning of January, the IKEA heater speaks Russian, Finnish, Chinese and English, but it often takes more than one attempt to start up. We’ll probably buy a branded appliance for Siberia after all. But in the meantime, we enjoy the most beautiful sunrises and sunsets we’ve ever seen.
Or as our heater would say, „I Wish you a save Journey“.