Kein Grund zur Klage

(down below in english) Ich gebe zu, ein bisschen leichter habe ich mir das alles schon vorgestellt und auch ein bisschen wärmer, aber ich mache mir nicht vor, dass unsere Reise ein Fehler war, denn ich liebe das Leben derzeit so sehr wie selten.

Vielleicht vermisse ich manchmal ein wenig den Platz einer richtigen Wohnung oder eben die Sonne, wie jetzt, aber wann habe ich schon einmal das Privileg besessen, an einem Strand darüber nachzudenken? Wann habe ich zuvor in einen Blog über die Zukunft, ja Pläne sinniert?
Und wann nickte mir ein Grieche mit Zigarette zu, der wie ich das Meer zum Frühstück statt Nachrichten brauchte?

Wann erwachte in Deutschland der Morgen trotz aller wartenden Aufgaben so friedlich wie hier?

Ich weiss es: Nie.in Deutschland war ein heute wie jeder Tag, 24 Stunden eines Lebens, das es zu bewältigen gab. Nichts besonderes, sondern nur eine Aufgabe, die es zu bewältigen galt. Hier ist jetzt oft superschön, immer friedlich, manchmal kalt, aber nie ätzend. Hier ist der Unterricht gleich etwas, dass hinter einem schöneren Konjunktiv verschwindet, der morgen schon wahr werden kann. Hier ist jeder Morgen eine neue Chance und nie „wie immer“.

Wenn mir wie gestern Altlasten auf die Füße fallen oder auf der Seele liegen, geh ich spazieren, atme ein, Blicke in die Ferne und denk ganz schnell, „who care’s?!“ Statt *euch zeig ich’s!“

Hier ist mir das Leben zu wertvoll für Rache, weil ich stetig am Planen und umsetzen bin, weil mich das Umfeld nicht mit kultivierten Erinnerungen erdrückt, sondern zu Ideen inspiriert und hier habe ich auch erstmalig das Gefühl, nicht allein zu sein. Nie fühlte ich meine Mama mehr an meiner Seite, nie waren die Gespräche mit Zoé schöner und der Abend trotz Arbeit erfüllter von Tagwerk als auf dieser Reise.

Nie freute ich mich mehr auf ein Lächeln wie hier auf eines von Silvana, das nicht hin und wieder zufällig erhascht werden kann, sondern schwer ist zu übersehen, denn auch sie scheint mir hier trotz aller Probleme die glücklichste Silvana zu sein, die es je gab und gibt es etwas Schöneres, als derlei Gewissheiten?

Ich glaube nicht.

Bis morgen,

Euer Ulf

No reason to complain
I admit, I imagined it would be a little easier and a little warmer, but I’m not fooling myself that our trip was a mistake, because I’m loving life more than ever at the moment.

Maybe I sometimes miss the space of a real apartment or the sun, like now, but when have I ever had the privilege of thinking about it on a beach? When have I written a blog about future plans before?
And when did a Greek man with a cigarette nod to me who, like me, needed the sea for breakfast instead of the news?

When did the morning in Germany wake up as peacefully as here, despite all the waiting tasks?

I know: never in Germany was today like any other day, 24 hours of a life to be mastered. Nothing special, just a task that had to be accomplished. Here now is often super beautiful, always peaceful, sometimes cold, but never corrosive. Here, the lesson is something that disappears behind a more beautiful subjunctive that can come true tomorrow. Here, every morning is a new opportunity and never „the same as always“.

When old burdens fall on my feet or weigh on my mind like yesterday, I go for a walk, breathe in, look into the distance and quickly think „who cares?“. Instead of „I’ll show you!“

Here, life is too precious to me for revenge, because I am constantly planning and implementing, because my surroundings don’t overwhelm me with cultivated memories, but inspire me with ideas, and here, for the first time, I feel that I am not alone. I’ve never felt my mom by my side more, the conversations with Zoé have never been more beautiful and the evenings more full of day-to-day work despite my work than on this trip.

Never have I looked forward more to a smile like this one from Silvana, which can’t be caught by chance from time to time, but is hard to miss, because despite all her problems, she seems to me to be the happiest Silvana there ever was and is there anything more beautiful than such certainties?

I don’t think so.

See you tomorrow,

Your Ulf

„Der Motor des Wagens“ ist Genitiv

(Down below in english) Was für ein Tag. Eigentlich auch nur gefühlte 48 Stunden und dennoch könnte man aus dem Stoff von gestern wieder ganze Brockhaushände füllen.


Ich habe ja bereits vom Motor berichtet, der in den Bergen nicht ausging. Gestern gingen dafür aber alle Lampen im Cockpit erst blinkend an, um sich kurz darauf samt Servolenkung zu verabschieden. Ich kann Euch sagen, das fühlt sich mitten auf der Straße und  vor den Schulsitzungen nicht sooo gut an.

Aber wie sagt der Westfale so schön, „wat mut dat mut“ und so fuhren Silvana und ich unseren weissen Panzer die verbliebenen Kilometer mit Angstschweiß auf der Stirn durch Kalamata, um irgendwann dann doch den ungeliebten Steinstrand zu erreichen, bei dem das Netz so gut war, sodass mit Chaos im Kopf Grammatik unterrichtet werden konnte.

Ja, es war nicht so einfach, auf die Fragen „wie geht es Ihnen?“ Und „alles gut?“ mit einem Lächeln „ganz ok“ zu säuseln, aber wir sind ja stresserprobt und somit routiniert im selbst belügen. „Ganz hervorragend, meine Lieben, wir haben nur Probleme mit dem Auto“  erwiderte ich deshalb mit beinahe zynischen Lächeln etwa 40 mal und konzentrierte mich bei Sätzen wie “ der Motor des Wagens ist Genitiv“ auf meine Aufgabe, denn drei Stunden später sollte ja auch schon das schlimmste vorbei sein.

Im Anschluss durfte ich mich dann endlich der wahren Herausforderung hilflos stellen,indem ich alle auffindbaren Kontakte des Jürmanns kontrollierte und säuberte, aber ich wurde nicht fündig. Gut, dass wir im Auftrag des Herrn unterwegs sind und ich mit Silvana hier in Griechenland weile, denn während ich verzweifelte, schaute sie ins digitale Handbuch und danach in den Motorraum.

Und, was soll ich sagen, ein Blick ein Gedanke vier Worte: „Wo ist unser Keilriemen?“ „Stimmt, jetzt wo du es sagst, wo ist er?“ Und das Problem konnte nach wilden WhatsApps in die Welt mit einer auf griechisch übersetzten Mail an einen Renaulhändler um die Ecke konstruktiv angegangen werden.

Dieser meldete sich nämlich kurz darauf telefonisch bei uns, woraufhin ich  ihm Bilder vom Motorraum und den Papieren schickte. „Wir holen Sie Freitag um 9 ab und haben das Problem in wenigen Stunden gelöst“, war seine  Antwort.

Man kann sich unsere Erleichterung vorstellen, die selbst dann nicht abebbte als wir erfuhren, dass der Spaß uns 250 Taler kosten wird und wir feststellen, dass jetzt auch die Zentralverriegelung streikt, aber hey, warum haben wir ausgerechnet diesen Monat 300 Euro mehr in der Kasse als sonst? Irgenwofür mussten ja all die Überstunden und so gut sein.

Danach waren die restlichen 300 kleinen Aufgaben beinahe ein Kinderspiel und ich durfte mich von Silvana schon um 22 Uhr ins Bett schicken lassen.

In diesem Sinne, auf in den Mittwoch,

Bis morgen,

Euer Ulf

The engine of the car is genitive
What a day. Actually, it only felt like 48 hours and yet you could fill an entire Brockhaus hand with yesterday’s material.
I’ve already told you about the engine that wouldn’t turn off in the mountains. Yesterday, however, all the lights in the cockpit first came on flashing and then went out shortly afterwards, along with the power steering. I can tell you, that doesn’t feel so good in the middle of the road and in front of the school meeting.

But as the Westphalians say so beautifully, „Wat Mut dat mut“ and so Silvana and I drove our white tank the remaining kilometers through Kalamata with fear sweat on our foreheads, only to reach the unloved stone beach at some point, where the net was so good that we could teach grammar with chaos in our heads.
Yes, it wasn’t that easy to answer the questions „how are you?“ And „are you OK?“ with a smile „quite OK, but we are stress-tested and therefore experienced at lying to ourselves „quite excellent, my dears, we just have problems with the car“, so I replied with an almost cynical smile 40 times and concentrated on my task with sentences like „the car’s engine is genitive“, because three hours later the worst was supposed to be over.

Afterwards, I was finally allowed to helplessly face the real challenge and checked and cleaned all of Jürmann’s contacts that could be found, but I didn’t find anything. It’s a good thing we’re on the Lord’s errand and I’m here in Greece with Silvana, because while I despaired, she looked in the digital manual and then looked in the engine compartment.

And, what can I say, one look, one thought, four words: Where’s the fan belt? Right, now that you mention it, where is it? And after wild WhatsApps to the world, the problem could be tackled constructively with an email translated into Greek to a Renault dealer around the corner.

He contacted us by phone shortly afterwards, I sent him pictures of the engine compartment and the papers and he replied „we’ll pick you up Friday at 9 and have the problem solved in a few hours.“

You can imagine our relief, which didn’t subside even when we found out that the fun was going to cost us 250 thalers and we realized that the central locking system was now also on strike, but hey, why do we have 300 euros more in the till than usual this month of all months? All the overtime and stuff had to be good for something.

After that, the remaining 300 small tasks were almost child’s play and Silvana sent me to bed at 10 pm.

On that note, let’s get on with wednesday,

See you tomorrow,

Your Ulf

Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs 2

(Down below in english) 6 Uhr 30 ist wirklich verdammt früh, aber es nutzt ja nichts, die Schüler warten und sie haben ein gutes Netz verdient. Es kann ja keiner etwas dafür, dass wir dachten, hier könnte das mit dem 4G auch funktionieren; nicht.

Also müssen wir gleich zu meinem anderen Büro fahren und diese Idylle hier verlassen, die Just von einem so unfassbar schönen Sonnenaufgang geprägt ist, dass es einem den Atem raubt.

Aber auch meine Aussenstelle ist im Gegensatz zu dem Büro in Hamburg, München, Frankfurt oder dem Raum in Münster der einst mein Zuhause war, ein Traum, denn auch sie liegt am Strand; nur eben 26 Kilometer weiter.

Sie denken jetzt möglicherweise, dass 26 Kilometer inklusive Stadtverkehr Stress sind, aber wir sind hier ja nicht in Deutschland, hier hupt keiner im Stau, hier sind die meisten wie ich, verschlafen, träge und zu müde zum meckern und motzen: Siga, Siga.

Also freue ich mich auf superfreundliche Schülerinnen und Schüler aus aller Herren Länder, ein Büro am Strand und auf die Zukunft, denn unsere kleine Insel wartet und Silvana und ich sind so entspannt, wie wir es beide wohl noch nie um 6 Uhr dreißig waren. Obwohl, es ist ja jetzt schon sieben Uhr zwanzig.

Danke Griechenland für diesen Seelenfrieden, danke Silvana für Deine ruhige Art, sodass wir uns selbst auf kleinstem Raum nicht auf die Nerven fallen und danke Nickki, dass ich das Gefühl habe, auch beruflich nicht allein zu sein.

Was soll ich sagen? Wir sind halt im Auftrag des Herrn unterwegs. Jetzt müssen wir aber wirklich langsam los.

Bis morgen,.
Euer Ulf

We are on the Lord’s errand 2
6:30 a.m. is really damn early, but it’s no use, the students are waiting and they deserve a good network. It’s no one’s fault that we thought 4G might work here too; it doesn’t.

So we have to drive straight to my other office and leave this idyllic place, which is just so incredibly beautiful at sunrise that it takes your breath away.

But unlike the office in Hamburg, Munich, Frankfurt or the room in Münster that used to be my home, my other office is also a dream, because it is also on the beach, just 26 kilometers away.

You might think that 26 kilometers including city traffic is stressful, but this isn’t Germany, nobody honks their horn in traffic jams here, most people are like me, sleepy, lazy and too tired to complain and grumble: Siga, Siga.

So I’m looking forward to super-friendly students from all over the world, an office on the beach and the future, because our little island is waiting and Silvana and I are more relaxed than we’ve ever been at 6.30 am. Although, it is already seven twenty now.

Thank you Greece for this peace of mind, thank you Silvana for your calm manner, so that we don’t get on each other’s nerves even in the smallest of spaces, and thank you Nickki for giving me the feeling that I’m not alone, even professionally.

What can I say? We are simply on the Lord’s errand. But now we really have to get going.

See you tomorrow.
Your Ulf

Ein guter Plan

(down below in english) Der Schlaf war unruhig und geweckt wurden wir, wie fast immer, von Militärflugzeugen, die über der Bucht ihre Übungen machten. Das alles ist schon so normal, dass es mich nicht einmal mehr aufregt.

Denn sobald die Seitentür des Jürmanns geöffnet wird, springt und die Sonne wie ein Liebes hungriges Hundewelpen an. Ihre warmen Strahlen lecken voller Zuneigung übers Gesicht und, obwohl alles ein bisschen viel ist, kann zumindest ich nicht umhin zu lächeln.

Und wenn mir dann von Silvana noch ein Kaffee gereicht wird, kann man wahrhaftig von Eudemonaia sprechen „Glückseligkeit“. Dann will ich nicht mehr fahren, entdecken, Jürmann umbauen oder Geld verdienen, sondern einfach nur mit Jacke, Mütze und Sonnenbrille atmen. Einfach sein.

Das ist es, wonach wir auf der Suche waren, diese Momente. Wenn Silvana auf dem Klo sitzt und sagt “ wer hat schon von der Toilette einen solchen Ausblick“ weiss ich, wofür wir losgefahren sind und was unser Ziel ist: dieses Gefühl.

Mehr brauchen wir beide nicht. Der Jürmann ist groß genug für alle zivilen Bedürfnisse. Er hat ein gemütliches Bett, eine kleine Küche, einen Hocker für den ersten Kaffee am Strand und es gibt genügend Sonne um zu schreiben.

Und wenn ich schreibe, rauche ich nicht und mich umfängt kein Frust, der mit einem Bier kompensiert werden muss. Wenn die Tage so sind wie heute, dann sind wir angekommen in unserem Paradies.

Hier stört mich nur eines, auch wenn es mich nicht mehr aus der Fassung bringt, das Militär. Ich will mich nicht verteidigen, denn wir haben beinahe nichts, was man uns nehmen kann. Und selbst wenn das genommen würde besteht mein „Problem“ nur darin, im Sand sitzen zu müssen und statt zu tippen mit einem Stock in den Strand schreiben zu müssen.

Wenn der Verteidigungsminister also sagt, dass wir fünf Jahre zur Vorbereitung auf den Krieg haben, haben wir noch fünf Jahre Zeit zu sparen, um auf die kleine Insel zu kommen, bei der heute immer ist.

Wir schafften in einem Jahr Jürmann, wo liegt also das Problem?

Bis morgen,

Euer Ulf

A good plan
Our sleep was restless and, as almost always, we were woken up by military planes doing their exercises over the bay. It’s all so normal that it doesn’t even upset me anymore.

Because as soon as the side door of the Jürmann is opened, the sun jumps out at us like a hungry puppy. Its warm rays lick affectionately across my face and, although it’s all a bit much, at least I can’t help but smile.

And when Silvana then serves me a coffee, you can truly speak of Eudemonaia „bliss“. Then I no longer want to drive, discover, convert Jürmann or earn money, I just want to breathe with my jacket, cap and sunglasses on. Just be.

That’s what we were looking for, these moments. When Silvana sits on the toilet and says „who has a view like this from the toilet“, I know what we set off for and what our goal is: this feeling.

That’s all we both need. The Jürmann is big enough for all civilian needs. It has a comfortable bed, a small kitchen, a stool for the first coffee on the beach and there is enough sun to write in.

And when I’m writing, I don’t smoke and I’m not surrounded by frustration that needs to be compensated for with a beer. If the days are like today, then we have arrived in our paradise.

There is only one thing that bothers me here, even if it no longer upsets me: the military. I don’t want to defend myself, because we have almost nothing that can be taken away from us. And even if that were taken, my „problem“ is just having to sit in the sand and write on the beach with a stick instead of typing.

So if the Secretary of Defense says we have five years to prepare for war, we still have five years to save up to get to the little island where today is always.

We managed Jürmann in a year, so what’s the problem?

See you tomorrow,

Your Ulf

Trueman Show

(down below in english) Es ist ein kleines bisschen kalt, weshalb eine Jacke gewünschte Wärme spendet und man sieht heimlich einem komischen Vogel in gelb karierter Shorts über grauer Trainingshose beim Bambusstöcke in den Strand stecken zu.
Er verfolgt dabei ganz offensichtlich einen Plan, denn die Konstruktion wird immer wieder begutachtet und umgestaltet. Ich höre nichts, außer sanftem Meeresrauschen, obwohl er nur wenige Schritte von mir entfernt seiner Arbeit nachgeht.

Dann geht er, genauso plötzlich und leise wie er gekommen ist, wirft keinen prüfenden Blick zurück und verschwindet in den kleinen mit Bambusfarnen besetzten Hügeln, als plötzlich die Sonne auftaucht und ihre Strahlen auf die Wolkendecke legt.

Ich muss unweigerlich die Augen schließen und durchatmen, da die Wärme ganz zärtlich mein Gesicht streichelt. Irgendwie verspüre auch ich Tatendrang, aber halte mich zurück, denn ich will die Ruhe nicht stören.

Es fühlt sich alles ein bisschen unwirklich an, befreit von Raum und Zeit, weil einfach nichts einen nötigt oder an Pflichten erinnert. Kein Jogger und kein Auto, das kreuzt. Nur ein Spatz, der gemütlich hopsend auf Futtersuche mein Blickfeld entert.

Schön, zu schön, um diesem Frieden den Namen Sonntag oder auch nur Tag oder Morgen zu verleihen. Zu wohlig um sich überhaupt zu bewegen. Ich fühle mich ein wenig wie eine Kulisse in einem Bild, die mit liebevollen Pinselstrichen gemalt gehört, als wolle der Moment sagen „jetzt bitte still halten“.

Und da:Zwei Schüsse hinter mir. Dumpf, gar nicht brachial, ein bisschen wie eine Basedrum, die einen Takt anschlägt, der den Tag bestimmen wird. Aber dennoch hoffe ich, dass der Jäger hinter mir kein Glück hatte und Rebhuhn oder Wildschwein flüchten könnten. Denn auch wenn heute die Qualität von jüngster Tag hat, ist es dennoch kein Tag zum Sterben.

Bis morgen,

Euer Ulf

Trueman show
It’s a little bit cold, which is why a jacket provides the desired warmth and secretly watches a funny bird in yellow checked shorts over gray tracksuit bottoms sticking bamboo sticks into the beach.
He is clearly following a plan, because the construction is constantly being inspected and rearranged. I hear nothing but the gentle sound of the sea, even though he is only a few steps away from me, going about his work.

Then he leaves, just as suddenly and quietly as he came, never glancing back and disappearing into the small hills covered in bamboo, when the sun suddenly appears, casting its rays on the cloud cover.

I inevitably have to close my eyes and take a deep breath as the warmth caresses my face tenderly. Somehow, I also feel a thirst for action, but I hold back because I don’t want to disturb the peace.

It all feels a little unreal, freed from space and time, because there is simply nothing to force you or remind you of your duties. No joggers or cars crossing the road. Just a sparrow that enters my field of vision, leisurely hopping in search of food.

Beautiful, too beautiful to give this peace the name Sunday or even just day or morning. Too pleasant to even move. I feel a little like a backdrop in a painting that should be painted with loving brushstrokes, as if the moment wants to say „please hold still now“.

And then: two shots behind me. Muffled, not at all brute, a bit like a base drum that strikes a beat that will define the day. But I still hope that the hunter behind me wasn’t lucky and that the partridge or wild boar might flee. Because even if today has the quality of the most recent day, it’s still not a day to die.

See you tomorrow,

Your Ulf

Gemeinsam einsam

(down below in english) Gestern war ein harter Tag und dennoch vielleicht einer der Wichtigsten unserer Reise.

Wir fuhren (Präteritum!) Im Zorn los und mussten uns sehr zusammenreißen, dass der eine der anderen, oder umgekehrt, nicht an die Gurgel springt. Alles worüber wir sprachen, hatte Sprengstoffpotential, Sachen packen, Reiseziel, Ausparken und fahren.

Aber wir machten uns auf den Weg, vertrauten, ohne dass wir hätten begründen können worauf. All diese Irritation manifestierte sich auch darin, dass wir uns ständig verfuhren oder zumindest unglücklich damit wären, wo wir uns jeweils befanden. Der Gipfel dieses unsäglichen Tages manifestierte sich kurz vor einem vermeintlichen Ziel, an dem der Motor des Jürmanns nicht ausging, am, natürlich, Fusse eines Berges.

„Wenn ich den Motor jetzt abwürgte, damit wir hier bleiben können und er dann nicht wieder anspringt, haben wir ein echtes Problem“, wobei unser größtes Problem darin lag, dass Silvana mir nicht gern zustimmte, sondern zustimmen musste; mir wäre es an ihrer Stelle nicht anders ergangen.

Also drehten wir, krakselten die Höhen wieder hinauf, beide mit einer fürstlichen Disziplin gesegnet, die eine Eskalation verhinderte. Aber wir schwiegen. Unsere Kommunikation reduziere sich auf nüchternst vorgetragene Ideen, nicht im schlimmsten Falle ohne Internet in irgendeinem Hinterland zu enden.

„Lass uns zurück nach Kalamata fahren, da haben wir unseren Strand, Autowerkstätten um die Ecke und Netz, um zur Not eine anzurufen“, einigten wir uns Zähne knirschend und rollten wieder 80 Kilometer über Serpentinen bei schwärzester Nacht in bekannte Gefilde, wo bereits das Rauschen des Meeres und erwartete.

Und siehe da, der Jürmann ging sofort aus und auch nach einem Teststart umgehend wieder an. „Er wollte nicht, dass wir da bleiben“ sinnierte ich, er wusste, was wir nicht wussten, dass wir woanders rasten sollten, das wir nur in heimatlichen Gefilden wieder zur Ruhe kämen.

Wir schafften keinen Film mehr und waren auch zu erschöpft vom Tag, als das konstruktive Gespräche sinnig geführt werden konnten und schliefen ermattet ein.

Bis uns heute Morgen die Sonne mit Wundetketzenfunkeln auf den Wellen willkommen hieß. „Hier gibt es wirklich alles was wir brauchen“, flüsterte ich Silvana zu „Ruhe, Weite Sonne, Meer und Silvester sogar kostenloses Bier“.

Ein Kuss, ein zufriedenes Lächeln, Schweigen und glücklich.

Bis morgen,

Euer Ulf

Lonely together
Yesterday was a tough day and yet perhaps one of the most important days of our trip.

We set off in a rage and had to pull ourselves together to prevent one of us from jumping down the other’s throat, or vice versa. Everything we talked about had explosive potential: packing, destination, parking and driving.

But we set off, trusting without being able to explain why. All this irritation also manifested itself in the fact that we were constantly misleading ourselves, or at least unhappy with where we were. The peak of this unspeakable day manifested itself shortly before a supposed destination where the Jürmann’s engine wouldn’t turn off, at the foot of a mountain, of course.

„If I stalled the engine now so that we could stay here and then it wouldn’t start again, we’d have a real problem“, whereby our biggest problem was that Silvana didn’t like to agree with me, but had to agree; it wouldn’t have been any different for me in her place.

So we turned around and scrambled back up the heights, both blessed with a princely discipline that prevented an escalation. But we remained silent. Our communication was reduced to the soberest of ideas, lest we end up in some backwater without internet.

„Let’s drive back to Kalamata, where we have our beach, garages around the corner and a network to call if necessary,“ we agreed, gritting our teeth, and rolled another 80 kilometers over serpentines in the blackest night into familiar territory, where the sound of the sea was already waiting for us.

And lo and behold, the Jürmann went off immediately and also started up again immediately after a test start. „He didn’t want us to stay there“ I mused, he knew what we didn’t know, that we should rest somewhere else, that we would only be able to rest again in our home country.

We couldn’t manage another movie and were too exhausted from the day. We were too exhausted from the day to have any meaningful constructive conversations and fell asleep exhausted.

Until this morning, when the sun greeted us with the sparkle of wounds on the waves. „There really is everything we need here“, I whispered to Silvana, „peace, space, sun and sea and even free beer on New Year’s Eve“.

A kiss, a contented smile, silence and happiness.

See you tomorrow,

Your Ulf

Nichts genaues weiss man nicht

(down below in english) Es ist Freitag, die Koffer sind gepackt und die Wohnung gleich erneut Bezugs fertig; samt Vorhängen. Wir sind startklar. Und dennoch sind wir es nicht, denn Krisenstimmung überschattet, die Weiterfahrt.

Silvana ist krank und ich bin nicht gut drauf, keine gute Mischung um frohen Mutes die weiterreise anzutreten, aber irgendwie auch da Beste, was einem in dieser Situation passieren kann, denn ein Tapetenwechsel hilft, um sich von erdrückenden Gedanken zu befreien und den Geist neu zu ordnen.

Wir hatten alles auf dem Zettel, dass uns das Geld ausgeht, oder dass wir uns nicht mehr lieben, alles, aber die Befürchtung von Sinnlosigkeit nicht. Was hat der nächste Strand, was der erste nicht hatte, was hat Istanbul, was Berlin nicht hat. Und ich rede an dieser Stelle nicht davon, dass es in Berlin eine Siegessäule gibt oder in Istanbul die blaue Moschee, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ich rede davon, was mir der neue Ort geben kann, was ein anderer Ort nicht kann. Was sucht man auf dieser Reise, woran hängt man Hoffnungen, wenn man das Gefühl hat, dass einen der gleiche Scheiß überall wieder begegnet.

Es ist ein Dilemma, zurück will man nicht, aber so weiter machen will man auch nicht. Das Reisen ist schön und ereignisreich, man erfährt viel über die Welt und sich, aber wie soll man beispielsweise nach Iran fahren, wenn man sich nicht positionieren darf? Wie nach Indien kommen, wenn auf der halben Strecke schreckliche Kriege wüten und warum auf vier Quadratmetern leben, wenn das die Probleme sind, denen man nicht ausweichen kann?

Wir wollen die Welt sehen und entdecken, aber derzeit wirkt es, als will die Welt an jedem Punkt in Ruhe gelassen werden. In Griechenland muss man, gegen sein Gewissen, Ölbäume fällen ,weil man sonst nicht überleben kann, In Deutschland muss man gegen seine Intentionen Chefs in den Arsch kriechen, die dafür sorgen, dass die Welt im Egoismus versinkt.

Ist das in der Türkei anders? Oder in Marokko? Brennt es nicht an jedem Zipfel der Welt und versuchen nicht derzeit knapp acht Milliarden Menschen, vor dem einen Feuer zu flüchten und rennen dabei in ein anderes?

Wohin, wenn man sich nirgendwo willkommen fühlen kann? Nicht weil es nirgendwo nette Menschen gibt, sondern weil alle nur noch dagegen kämpfen, dass die Tristesse und Sinnlosigkeit des Jetzt sie nicht mit Haut und Haaren verschlingt.

In Griechenland hat man gegen diese Öde in der Seele Strände, In Deutschland Geld und in der Türkei Erdogan. Die Frage ist also wohl nicht, was einen glücklich macht, sondern wobei man weniger unglücklich ist.

Schwere Frage, die zumindest ich heute nicht beantworten kann

bis morgen,

euer Ulf

We don’t know anything for sure

It’s Friday, the suitcases are packed and the apartment is ready to move into again, complete with curtains. We are ready to go. And yet we’re not, because the mood of crisis overshadows the journey.

Silvana is ill and I’m not in a good mood, not a good mixture to continue the journey in high spirits, but somehow also the best thing that can happen to you in this situation, because a change of scenery helps to free you from overwhelming thoughts and reorganize your mind.

We had everything on our minds, like running out of money or no longer loving each other, everything but the fear of futility. What does the next beach have that the first one didn’t, what does Istanbul have that Berlin doesn’t? And I’m not talking about the fact that Berlin has a Victory Column or Istanbul has the Blue Mosque, to name just a few examples.

I’m talking about what the new place can give me that another place can’t. What do you look for on this journey, what do you pin your hopes on when you have the feeling that you’ll encounter the same shit everywhere.

It’s a dilemma, you don’t want to go back, but you don’t want to carry on like this either. Traveling is nice and eventful, you learn a lot about the world and yourself, but how can you go to Iran, for example, if you’re not allowed to take a stand? How can you get to India when terrible wars are raging halfway there and why live on four square meters if these are the problems you can’t avoid?

We want to see and discover the world, but at the moment it seems as if the world wants to be left alone at every point. In Greece, you have to cut down olive trees against your conscience because otherwise you can’t survive. In Germany, you have to kiss the asses of bosses who make sure that the world sinks into selfishness against your intentions.

Is it different in Turkey? Or in Morocco? Isn’t there a fire at every corner of the world and aren’t almost eight billion people currently trying to flee from one fire and running into another?

Where to go when there is nowhere to feel welcome? Not because there are no nice people anywhere, but because everyone is fighting to prevent the dreariness and meaninglessness of the present from swallowing them whole.

In Greece, people have beaches to counter this bleakness in their souls, in Germany they have money and in Turkey they have Erdogan. So the question is not what makes you happy, but what makes you less unhappy.

A difficult question, which at least I can’t answer today

See you tomorrow,

Your Ulf

Die schönste Freude

(down below in english) Es ist Donnerstag. Noch drei Stunden Unterricht und gut 24 Stunden wohlig, dekadente Gemütlichkeit, dann steigen wir wieder in den Jürmann, um uns gemeinsam weiter auf den Weg als Ziel zu machen.

Ein geheimnisvolles gestrandetes Schiffswrack soll der nächste Anlaufpunkt sein. Wir laufen also das an, was damals unbedingt vermeiden werden sollte: zu stranden. Ich weiss nicht, ob damals Menschen ertrunken sind, wie 1912 auf der Titanic, an der vor Kurzem noch tragischer Weise eine Expedition ums Leben kam und ich weiss auch nicht, was uns alles auf diesem Weg, ganz nebenbei, passieren wird, aber ich habe wieder Lust, das Cockpit unseres Masters zu entern und mit Silvana das von uns ausgesuchte Leben zu zelebrieren.

Ich vermisse schon wieder die unendlichen Weiten des Meeres und die gemütliche Enge unseres mobilen Zuhauses. In mir regt sich schon wieder Fernweh, das mein Herz zum Frohlocken bringt und meinen Blick neugierig ins Unbekannte schweifen lässt.

Es ist nicht so, als ob wir die Zeit hier nicht genießen, in diesem urgemütlichen Haus mitten in den griechischen Bergen. Jeden Morgen ist es herrlich, all den Luxus zu genießen, der für uns früher alltäglich war. Ein richtiges Klo und ein riesiges Bett, ein kleiner Ofen und eine Dusche, die sogar ich benutzt habe. Aber ich brauche wieder Raum, das Gefühl von maximaler Freiheit, dass wohl nur in unserem Van möglich ist. Keine Küche, in der man auch morgen spülen kann, keine Internet, das sicher funktioniert und keine Hausschlappen, die Konstanz suggerieren, die es doch eigentlich gar nicht gibt.

Aber morgen geht es ja weiter, weiter auf vier Rädern und vier Quadratmetern, die nur eines verlangen, Wanderlust.

Ich freue mich schon drauf wie ein Kind auf seinen Geburtstag, auch wenn ich mir jetzt schon bewusst darüber bin, das Vorfreude die schönste Freude ist.

Bis morgen,

Euer Ulf

The greatest joy
It’s Thursday. Three more hours of lessons and a good 24 hours of cozy, decadent comfort, then we get back into the Jürmann to continue our journey together.

A mysterious stranded shipwreck is the next port of call. So we head for the one thing that should be avoided at all costs back then: getting stranded. I don’t know whether people drowned back then, like on the Titanic in 1912, where an expedition tragically lost its life not long ago, and I also don’t know what will happen to us along the way, but I feel like boarding the cockpit of our Master again and celebrating the life we have chosen with Silvana.

I already miss the endless expanses of the sea and the cozy confines of our mobile home. Wanderlust is stirring in me again, making my heart rejoice and my eyes wander curiously into the unknown.

It’s not as if we don’t enjoy our time here, in this cozy house in the middle of the Greek mountains. Every morning, it’s wonderful to enjoy all the luxuries that used to be commonplace for us. A proper toilet and a huge bed, a small oven and a shower that even I used. But I need space again, the feeling of maximum freedom that is probably only possible in our van. No kitchen where you can wash up tomorrow, no internet that works reliably and no slippers that suggest constancy that doesn’t actually exist.

But tomorrow we’ll continue, on four wheels and four square meters that demand only one thing: wanderlust.

I’m looking forward to it like a child on its birthday, even though I’m already aware that anticipation is the greatest joy.

See you tomorrow,

Your Ulf

Auf Achse

(down below in english) Wenn ich zu Kindertagen frei hatte, ist mein Vater häufig sehr früh in mein Zimmer gekommen und hat mich mit den Worten geweckt wie “ Ulf,  kommst Du mit auf Submission?“ Das hieß eigentlich nur, dass ich ihn auf langen Autofahrten begleiten sollte, an dessen Ende er in irgendeiner Stadt ein Angebot für eine Brücke oder Kläranlage abzugeben hatte.

Ich  hatte oft gar keine Lust darauf aber habe mich dennoch aufgerafft und bin eingestiegen. Wir fuhren dann gemeinsam einige Stunden nach Dortmund, Köln oder in eine andere Stadt,  wo die Aufgabe allein darin bestand, zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Haufen Papier persönlich abzugeben.

Nicht selten hatten wir am Abend vorher Knatsch, aber dennoch konnte er wohl zu solcher Gelegenheit nur mich und ich zu dieser Zeit nur ihn ertragen konnte. Bei diesen Fahrten lernte ich schweigen, denn keiner von uns wollte über das Vergangene sprechen und war froh, dass es dem anderen ähnlich ging.

Wir genossen dann beide, später auch mit Zigarette das Vorbeiziehen der Landschaft und die Abwesenheit Dritter. Er war froh, dass er seinem Umfeld entfliehen konnte und ich, dass ich weder Mama noch meiner Schwester über den Weg laufen musste.

Nach einiger Zeit tätschelte er dann, weil er wie ich den Zwist zwischen uns nicht ertragen konnte, mein Knie oder meine Hand mit seiner kleinen aber zärtlichen Hand, die nur über die Erfahrung des Lebens verlernt hatte, weich zu sein und meinte „Sollen wir gleich noch ein Eis essen gehen?“ Dann nickte ich, machte mir eine Kippe an und schwieg weiter.

Als wir dann wieder zu Hause waren, setzte er mich ab und meinte meist als letztes. „Sei nicht immer so bockig, nahm mich brachial in den Arm und verabschiedete sich ins Büro.

Diese Touren haben wir unzählige Male gemacht, solange, bis ich weit in den 20ern und sogar noch älter. Dann zwar für andere Aufgaben, aber die Intention und das Gefühl waren bis zum Schluss immer gleich: Wir haben so Frieden miteinander geschlossen, egal was zuvor passiert war. Nur manchmal, sehr selten, haben wir beide viel miteinander geredet und er zeigte mir unterwegs, welche Brücken und Kläranlagen sie bereits gebaut hatten.

Ich weiss nicht, wann ich wohin das letzte Mal mit ihm gefahren bin, aber diese Touren sind wohl die einprägsamsten Erinnerung an meinen Vater und wenn ich an Übermorgen denke, wenn ich mit Silvana weiter fahre, komme ich nicht umhin, mich daran zu erinnern und freue mich.

Denn dann geht es einfach wieder los und alles was ist und war, verschwindet in Vorbeiziehender Landschaft und am Ende wird es auch wohl Freitag ein Eis geben.

Bis morgen,

Euer Ulf

On the road
When I was free as a child, my father would often come into my room very early and wake me up with the words „Ulf, are you coming on a submission?“. This actually only meant that I was supposed to accompany him on long car journeys, at the end of which he had to submit a bid for a bridge or sewage treatment plant in some town or other.

I often didn’t feel like it, but I pulled myself together and got in the car anyway. We would then drive together for a few hours to Dortmund, Cologne or another city, where the only task was to deliver a pile of paper in person at a certain time.

It wasn’t unusual for us to have a row the evening before, but he could probably only stand me on such occasions and I could only stand him at the time. I learned to keep quiet on these trips because neither of us wanted to talk about the past and was glad that the other felt the same way.

We both enjoyed the passing scenery and the absence of others, later also with a cigarette. He was glad that he could escape his surroundings and I was glad that I didn’t have to run into my mom or my sister.

After a while, he patted my knee or my hand with his small but tender hand, which had only forgotten how to be soft through life’s experiences, because, like me, he couldn’t bear the strife between us, and said, „Shall we go for another ice cream?“ Then I nodded, lit a cigarette and kept quiet.

When we got back home, he dropped me off and usually said last. „Don’t always be so stubborn, gave me a big hug and said goodbye to the office.

We did these trips countless times until I was well into my 20s and even older. Then for other tasks, but the intention and the feeling were always the same until the end: we made peace with each other, no matter what had happened before. Only sometimes, very rarely, did the two of us talk a lot and he would show me the bridges and sewage treatment plants they had already built along the way.

I don’t know when I last went where with him, but these trips are probably the most memorable memories of my father and when I think about the day after tomorrow, when I’m driving on with Silvana, I can’t help but remember them and look forward to them.

Because then it just starts again and everything that is and was disappears into the passing landscape and in the end there will probably be an ice cream on Friday.

See you tomorrow,

Your Ulf

Sehnsucht zum Frühstück

(Down below in english) Die Sonne geht unter, die Sonne geht auf,… Die Sonne geht auf,…. Die…., ja wo ist sie denn? Ist sie bei euch in Deutschland oder bei den Kollegen in Spanien oder Marokko? Hier ist sie jedenfalls nicht. Gut, man kann schon wieder die Hand vor Augen erblicken,aber Sonne? Ich meine diesen gelben Punkt, der es immer so schön warm macht und das kleine Dorf hier samt Umgebung in so freundliches Licht wie in einem kitschigen Film taucht.

Alle Vögel sind schon da, die Ziegenglocken Leuten und sogar ich bin schon wach. David Hume hatte wohl doch Recht als er sagte, dass wir uns an Ursache und Wirkung nur gewöhnt haben, weil zwei verschiedene Bilder wie laufende Nase und Tempo sich im Winter regelmäßig berühren.

Aber Dunkelheit und Sonne scheinen diesem Gesetz hier wohl nur in der Regel zu folgen. Na ja, ich muss eh gleich arbeiten und meine erste Prüfung stellen, vielleicht will sich das helle Zentrum unserer Galaxie diesen peinlichen Moment ersparen. Wir sind ja alle nur Menschen?

Dann werde ich jetzt mal nicht mehr auf die warten und mich anziehen, wahrscheinlich hat sie einfach nur verschlafen und will mir, wie ich gestern nur mal verdeutlichen, dass man nichts für selbstverständlich nehmen sollte.

Es sei ihr gegönnt, der kleine Ofen wärmt ja auch und es ist vielleicht besser, dass ich meine liebe Freundin auch mal vermisse, um sie wieder richtig schätzen zu lernen. Immerhin können wir ja auch im Haus das Licht anmachen, was ja auch irgendwie ein nicht unspektakuläres Wunder ist, oder nicht?

Aber wenn sie jemand sieht, dann wäre es lieb ihr zu sagen, dass ich sie wirklich vermisse, denn selbst Silvana lächelt mich nicht immer so freundlich an wie die gute alte Sonne. Aber ihr „guten Morgen Kuss“ ist verlässlicher, beinahe so zuverlässig wie das Meet and Greet von laufender Nase und Tempo.

Bis morgen, (hoffentlich auch du, liebe Sonne,)

Euer Ulf

Longing for breakfast

The sun sets, the sun rises,… The sun rises,…. The…., where is she? Is it with you in Germany or with your colleagues in Spain or Morocco? It’s certainly not here. Well, you can see your hand in front of your eyes again, but the sun? I mean that yellow dot that always makes it so nice and warm and bathes the little village here and its surroundings in such a friendly light like in a cheesy movie.

All the birds are already here, the goat bells are ringing and even I’m already awake. David Hume was probably right when he said that we have only become accustomed to cause and effect because two different images such as a runny nose and speed regularly touch in winter.

But darkness and sunshine only seem to follow this law here as a rule. Well, I have to go to work and take my first test anyway, maybe the bright center of our galaxy wants to spare itself this embarrassing moment. We’re all only human?

Well, I’m not going to wait for her and get dressed, she’s probably just overslept and just wants to show me, like I did yesterday, that you shouldn’t take anything for granted.

I don’t begrudge her it, the little stove is warming too and perhaps it’s better that I miss my dear friend once in a while to learn to really appreciate her again. After all, we can turn the light on in the house, which is somehow a miracle that is not unspectacular, isn’t it?

But if anyone sees her, it would be nice to tell her that I really miss her, because even Silvana doesn’t always smile at me as friendly as the good old sun. But when her „good morning kiss is more reliable, almost as reliable as the meet and greets of runny nose and speed.

See you tomorrow, (hopefully you too, dear sun)

Your Ulf