Bedingung für Frieden

Den ganzen Tag werfen wir uns gegenseitig Ignoranz vor und bemerken doch meist nicht, das wir selbst nicht besser sind. Kategorisierung en, Verallgemeinerungen. Wenn wir ratlos sind, suchen wir nicht bei uns die Schuld sondern ausschließlich bei den anderen.

Und wenn ein Versuch zur Versöhnung fehl schlug, wird unsere persönliche Meinung als Wahrheit in Zement gegossen. Ich hab es versucht, der oder die andere hat nicht so reagiert, wie ich es mir wünsche, also ist das Gegenüber ein Arschloch und ich bin Gott, weil ich im Recht bin, ist doch klar.

Nichts ist klar. Oft ist man selbst nicht besser als das kritisierte Gegenüber. Das ist die Wahrheit, das ist die rote Pille, der wir uns meist verweigern. Ich bin da nicht anders, aber ich will das nicht sein. Ich will Versöhnung und werde dafür immer alles geben. Auch wenn ich oft vorher das Porzellan schon zerbrochen habe.

Ich glaube, dass den Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet, dass er oder sie oder es die Meinung ändern kann, wenn man will. Die Frage ist nur will man?

Ich will! Ich bin hochsensibel und kann sowie will diesen Kampf gegen den schwachen Geist in mir nicht verlieren. Ich will Frieden und weiss, dass das nur möglich ist, wenn man bei allen Diskrepanzen nicht negiert, dass man selbst Teil des bedrückenden, oft unüberwindlich scheinenden Problems ist.

Vielleicht reicht dieses Indiz des guten Willens, um zumindest die Möglichkeit der Versöhnung steht’s lebendig zu halten: im kleinen privaten Leben und im Großen und Ganzen.

Wer das kategorisch ausschließt will keinen Frieden sondern nur Recht und wer um jeden Preis Recht (behalten) will, ist ein Bemitleidenswetter Charakter. Aber wir sind Menschen und deshalb kann diese Schwäche im Charakter zu jedem Zeitpunkt angegangen werden. Man muss nicht gleich ein erfolgreicher Friedensstifter sein,aber immer bereit sein, es werden zu wollen; weil man und Frau und alle dazwischen und außerhalb es kann.

In english

Condition for peace
All day long we accuse each other of ignorance and yet usually fail to realize that we ourselves are no better. We categorize and generalize. When we are at a loss, we don’t blame ourselves but only the others.

And if an attempt at reconciliation fails, our personal opinion is cast in cement as the truth. I tried, the other person didn’t react the way I wanted them to, so the other person is an asshole and I am God because I am in the right.

Nothing is clear. You are often no better than the person you are criticizing. That’s the truth, that’s the red pill that we usually refuse to take. I’m no different, but I don’t want to be. I want reconciliation and will always give my all for it. Even if I have often broken the china beforehand.

I believe that what distinguishes humans from all other living beings is that they can change their minds if they want to. The only question is do you want to?

I want to! I am highly sensitive and cannot and do not want to lose this battle against the weak spirit within me. I want peace and I know that this is only possible if, despite all the discrepancies, I don’t deny that I myself am part of the oppressive, often seemingly insurmountable problem.

Perhaps this sign of good will is enough to at least keep the possibility of reconciliation alive: in small private lives and in the big picture.

Anyone who categorically excludes this does not want peace but only justice, and anyone who wants to be (or remain) right at all costs is a pitiable character. But we are human and therefore this weakness in character can be addressed at any time. You don’t have to be a successful peacemaker right away, but always be prepared to want to be one; because you and your wife and everyone in between and outside can do it.

Wehret den Anfängen

Ich bin und war in den letzten zwei Jahren und davor in so vielen Ländern als Adolf zu Gast und bin überall als Freund empfangen worden, selbst in der Türkei.

Man half uns wo man könnte, vergab Meir meine Fehler und oft naive Dummheit und jetzt muss ich miterleben, wie meine Heimat einen Salto rückwärts ins Jahr 1933 macht. Ich bin nicht nur erschüttert, sondern gekränkt, weil eine politische Elite den Geist von 2006″die Welt zu Gast bei Freunden“, mit den Füßen tritt.

Natürlich möchte ich die schlimmen, dramatischen Vorfälle nicht negieren oder kleinteden, aber dennoch bleiben das Ausnahmen. Ich darf das sagen,denn ich habe seit über einem Jahr mittlerweile unzählige Schüler aus vielen dieser Länder unterrichtet, vor denen man jetzt Angst schürt. Ich sage mit Freude, dass die vielen Menschen aus den verschiedensten Nationen mit den unterschiedlichsten kulturellen Unterschieden mit die Nettesten sind, denen ich je begegnet bin.

Wie kann man nur so verbohrt sein, um aus Einzelfällen allgemeine Unwahrheiten zu sedieren?

Da sind junge Frauen und Männer, oft kaum 18 Jahre alt, die mit Mut und Hoffnung Familie und Heimat verlassen, um ihren Horizont tausende Kilometer vom Kinderzimmer entfernt mit viel Engagement meine Heimatsprache lernen wollen, jeden Tag allen Herausforderungen einer völlig Fremden Kultur begegnen und so ein Arschgesicht wie Merz will ihnen die Schuld für tragische Attentate geben, die passieren, weil Menschen ohne Perspektive irgendwann durchdrehen?!

Ich fasse es nicht!

Ich weiss, der Täter von Magdeburg war Arzt und ein Schläfer, aber wie viele deutsche Psychopathen schlafen in Kastrop Rauxel, München, Hamburg oder Berlin und warten auch nur auf ihre Rachegelegenheit.

Gott sei Dank hat gestern das Gewissen gesagt und hoffentlich haben alle geschnallt, um was es am23. Februar geht. Vielleicht sind wir schon bald die Asyl suchenden.

In english

Bewahre of the beginnings

I am and have been a guest in so many countries as Adolf in the last two years and have been received as a friend everywhere, even in Turkey.

People helped us wherever they could, forgave Meir for my mistakes and often naive stupidity, and now I have to witness my homeland doing a somersault backwards to 1933. I am not only shocked, but offended, because a political elite is trampling on the spirit of 2006 „the world as a guest at a friend’s house“.

Of course, I don’t want to negate or minimize the terrible, dramatic incidents, but they are still exceptions. I am allowed to say this because I have taught countless students from many of these countries for over a year now, of which people are now stirring up fear. I am happy to say that the many people from the most diverse nations with the most diverse cultural differences are some of the nicest people I have ever met.

How can you be so stubborn as to sedate general untruths from individual cases?

There are young women and men, often barely 18 years old, who leave their families and homelands with courage and hope in order to broaden their horizons thousands of kilometers away from their childhood home, who are committed to learning their native language, who face all the challenges of a completely foreign culture every day, and an asshole like Merz wants to blame them for tragic attacks that happen because people without prospects go crazy at some point…!

I can’t believe it!

I know the perpetrator in Magdeburg was a doctor and a sleeper, but how many German psychopaths are sleeping in Kastrop Rauxel, Munich, Hamburg or Berlin and are also just waiting for their opportunity for revenge?

Thank God conscience spoke yesterday and hopefully everyone realized what the23. February. Perhaps we will soon be the ones seeking asylum.

Wie ein Spatz im Wind

Auf unserem Ritt werde ich fast täglich daran erinnert, wie klein die Welt eigentlich ist und ich rede nicht vom geflügelten Wort, über das man zum Ausdruck bringt, dass man Menschen aus der Heimat in der Fremde trifft( was mir auch schon mit einer Ex-Freundin aus Hamburg in Venice Beach bei L.A. passierte), sondern wirklich von der realen kleinen „Kugel“ im Weltall, die unentwegt als Teil der sich selbst drehenden Milchstraße um die Sonne kreist.

Denn hier in Kanali, obwohl nur 450 Kilometer von Kalamata entfernt, geht die Sonne satte 18 Minuten später auf als dort, wo uns mal wieder eine Katastrophe zum Aufbrechen zwang. Und während hier jetzt grad die Sonne scheint, schneit es keine 400 Kilometer weiter im Kontinentinnern. Unglaublich, oder?

Und in 2000 Kilometern südlich, ist man schon mitten in Afrika, wo derzeit die Sonne so brennt, wie hier im Sommer.

Jeden Morgen, wenn ich mit dem ersten Kaffee gen Himmel schaue und die Wolken ziehen sehe, werde ich daran erinnert. Denn hier, wo keine Zivilisation den Blick in die Weite verstellt, kann man über ihre Geschwindigkeit nur staunen.

In wenigen Momenten schieben sich unzählige kleine Schäfchenwolken zu einem schwarzen Teppich zusammen und ergießen sich meist nur eine Stunde oder zwei wie aus Kübeln, um dann, weil unzählige Winde aus verschiedenen Richtungen sie wieder in kleinste Tupfer zerreißen, alle Menschen hier wieder die Kraft der Sonne spuren lassen.

Man wird sich seiner Marginalität bewusst. Du bist, wie die kleinen Spatzen hier nur ein notwendiger Teil, der als Spielball der Zeit, das Rad des Lebens im Fluss hält.

Das hätte mich früher deprimiert, aber heute macht es mich glücklich, weil es mir die Last nimmt, alles selbst in der Hand zu haben.

Ich hab nichts in der Hand, obwohl die Erde so klein ist. Wenn man also klug ist, versucht man nicht zu regeln oder verstehen, sondern genießt nur das kurzweilige Geschenk, dieses Wunder einen kleinen Augenblick in der Unendlichkeit erleben zu dürfen.

Und morgen? Wer weiss das schon?

In english

Like a sparrow in the wind

On our ride, I am reminded almost daily of how small the world actually is and I’m not talking about the winged word used to express that you meet people from home in a foreign country (which has already happened to me with an ex-girlfriend from Hamburg in Venice Beach near L.A.), but really about the real little „ball“ in space, which constantly orbits around the sun as part of the self-rotating Milky Way.

Because here in Kanali, although only 450 kilometers away from Kalamata, the sun rises a full 18 minutes later than where a catastrophe forced us to leave. And while the sun is shining here, it’s snowing less than 400 kilometers further inland. Unbelievable, isn’t it?

And 2000 kilometers south, you’re already in the middle of Africa, where the sun is currently burning like it does here in summer.

I am reminded of this every morning when I look up at the sky with my first coffee and see the clouds rolling in. Because here, where no civilization obscures the view into the distance, you can only marvel at their speed.

In just a few moments, countless small fleecy clouds gather into a black carpet and usually only pour down for an hour or two as if from buckets, only to be torn apart again into tiny specks by countless winds from different directions, leaving everyone here to feel the power of the sun again.

That would have depressed me in the past, but today it makes me happy because it takes away the burden of having everything in my own hands.

I have nothing in my hands, even though the earth is so small. So if you’re smart, you don’t try to regulate or understand, you just enjoy the fleeting gift of being able to experience this miracle for a small moment in infinity.

And tomorrow? Who knows
?

Logbucheintrag vom 29. Januar 2025

Irgendwie kommt alles immer anders und man gewöhnt sich daran, dass auf nichts Verlass ist. Aber hey, wir hätten es schon vorher wissen müssen und immerhin wissen wir es jetzt.

Es fühlt sich gut an, wenn man nicht mehr erwartet. Denn Erwartungen machen selbst die schönste Überraschung zur Prognose, die seltenst ihr Versprechen hält. Heute Morgen haben wir beispielsweise mit schlechtem Wetter, also wirklich schlechtem mit kübelweise Regen rechnen sollen, statt dessen haben wir nur keine Sonne erwartet und das trat ein, mehr nicht.

Kein Regen, kein Sturm, kein Unwetter und dank Jiannis läuft auch sonst alles. Ich glaub wir sind angekommen im Unterwegssein.

Das Leben ist schön, auch wenn es einem in die Eier tritt, denn immerhin lebt man dann ja noch.

Ja, es ist gepflastert von Niederschlägen, aber immerhin haben wir immer ein Haus am Meer und mit fortlaufedem Jahr auch immer öfter Sonne; und uns.

In english

Payroll entry from January 29, 2025
Somehow everything always turns out differently and you get used to the fact that you can’t rely on anything. But hey, we should have known beforehand and at least we know now.

It feels good when you no longer expect anything. Because expectations turn even the best surprise into a forecast that rarely keeps its promise. This morning, for example, we were expecting bad weather, really bad weather with buckets of rain, but instead we expected no sun and that’s all that happened.

No rain, no storms, no thunderstorms and thanks to Jiannis everything else is going well. I think we’ve arrived at being on the road.

Life is beautiful, even if it kicks you in the balls, because at least you’re still alive.

Yes, life is paved with rain, but at least we always have a house by the sea and more and more sun as the year progresses; and us.

Und wieder geht ein wunderbarer Tag am Strand zu Ende Teil II

Guten Abend in die Runde und liebe Grüße aus Kanali in der Nähe von Preveza, dem nördlichen Griechenland, wo wir just stehen.

Im Gegensatz zum letzten Jahr, als wir hier aufschlugen, ist derzeit sogar das Wetter ganz schön, auch wenn es morgen wieder regnen soll. Aber das ist uns beiahe egal, denn wir genießen die Ruhe bzw. die Ereignislosigkeit mit rauschenden Wellen im Hintergrund so sehr, dass ich sogar tagsüber zwei Stunden schlafen kann.

Neue Kraft für neue Herausforderungen und Abenteuer tanken, denn dieses Jahr soll ja endlich auch wieder Neues im Sinne von erfreulich Ungesehenem unser Leben bereichern.

Die Fahrt vorgestern hat uns wieder richtig Lust gemacht und auch das Wiedersehen mit Jiannis gestern ist großartig gewesen. Samstag wollen er und ich auch mal wieder zusammen losgehen; nötig haben wir es beide so wie meine Silvana und seine Aristhea, die uns endlich mal los sind.

In diesem Sinne beschließt Herr M heute seinen Katastrophenfreien Blog und. Schaut seiner Frau noch ein wenig beim Backen zu, bevor er gleich noch ein wenig Unterricht geben muss.

Bis bald in und mit diesem Theater.

In english

And another wonderful day at the beach comes to an end Part Ii

Good evening everyone and greetings from Kanali near Preveza in northern Greece, where we are currently located.

In contrast to last year, when we arrived here, the weather is actually quite nice at the moment, even if it is supposed to rain again tomorrow. But we don’t really care, because we are enjoying the peace and quiet and the lack of events with the sound of the waves in the background so much that I can even sleep for two hours during the day.

Recharge our batteries for new challenges and adventures, because this year should finally enrich our lives with something new in the sense of something pleasantly unseen.

The trip the day before yesterday really whetted our appetite again and the reunion with Jiannis yesterday was also great. He and I want to go out together again on Saturday; we both need it as much as my Silvana and his Aristhea, who have finally got rid of us.

On this note, Mr. M concludes his disaster-free blog today and. Watch his wife bake for a while before he has to give a few more lessons.

See you soon in and with this theater.

Mein größter Kritiker

Ich habe ADHS und das ist nicht meine Schuld, aber mein Problem. Denn ich kann einfach nicht nicht denken. Ich denke immer, an Probleme von gestern und Herausforderungen von morgen und wenn dort keine zu finden sind, dann mache ich es wie Axel Springer (der deutsche Rupert Murdoch, sozusagen), ich suche welche.

Aber das muss ich nicht oft, denn 1. Gibt es immer genug Rest- und Müllgedanken im Kopf und 2. Sorgt meine innere Unruhe und Konzentrationsschwäche für ständige Baustellen die es zu kompensieren gilt oder für die ich mich entschuldigen bzw. Rechtfertigen muss; oftmals nur vor mir selbst.

All das lässt mich unter dem omnipräsenten Damoklesschwert des „ungenügens“ leiden, da die meisten, inklusive mir selbst, mein Problem nur für eine Disziplinlosigkeit halten.

Aber es fehlt mir nicht an Disziplin, es mangelt mir an der Fähigkeit, mich nicht ablenken zu lassen. Denn jedes Ereignis kann wichtig sein, damit ich auf alles vorbereitet bin, um dem Vorwurf „Dummheit schützt vor Strafe nicht“ zu vermeiden.

Es gibt für mich nichts Schwereres, als Fokus, deshalb suche ich mir immer Aufgaben, die meine volle Aufmerksamkeit erfordern. Leider sorgt das jedoch nicht selten dafür, dass man mir Ignoranz vorwirft „das kannst du doch mal eben machen“, Nein, „das kann doch nicht zu viel verlangt sein“ doch.

Ich weiß, mit diesem Blog, kann ich das Problem nicht lösen, aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, meinen größten Kritiker davon zu überzeugen, das mein Verhalten und Problem nicht selbst verschuldet ist: Mir selbst.

P.s. danke Silvana and David, dass ihr mich so dabei unterstützt, meine Angst vor dieser Herausforderung zu verlieren.

In english



My biggest critic

I have ADHD and it’s not my fault, but it is my problem. Because I simply can’t think. I always think about yesterday’s problems and tomorrow’s challenges and if there are none to be found, then I do like Axel Springer (the German Rupert Murdoch, so to speak), I look for some.

But I don’t have to do that often, because 1. there are always enough residual and garbage thoughts in my head and 2. my inner restlessness and lack of concentration means that I am constantly having to compensate for construction sites or for which I have to apologize or justify myself; often only to myself.

All of this makes me suffer under the omnipresent sword of Damocles of „inadequacy“, as most people, including myself, think my problem is just a lack of discipline.

But I don’t lack discipline, I lack the ability not to be distracted. Because every event can be important so that I am prepared for everything, in order to avoid the accusation that „stupidity is no defense against punishment“.

There is nothing harder for me than focus, so I always look for tasks that require my full attention. Unfortunately, this often leads to me being accused of ignorance, „you can just do that“, no, „that can’t be too much to ask“.

I know I can’t solve the problem with this blog, but it’s a first step in the right direction to get my biggest critic off my back.


I know I can’t solve the problem with this blog, but it’s a first step in the right direction to convince my biggest critic that my behavior and problem is not self-inflicted: myself.

P.s. Thank you Silvana and David for helping me to lose my fear of this challenge.

Man ist nur so allein, wie man sich einsam macht

Es ist so ein geflügeltes Wort, das in der modernen Welt seine Bedeutung verliert “ die Zeit heilt alle Wunden“, aber auf diesem Weg merkt man den Ursprung und seine Wahrhaftigkeit.

Jeder Tag ist neu und jeder Moment einmalig und all das was einem widerfährt ist schon kurz nach dem „schlimmen“ Ereignis nur noch eines von vielen, denn das Leben ist voll davon. Zugegeben, auf diesem Weg merken wir es besonders, aber wir realisieren auch so langsam, dass es eigentlich immer so war, nur das auf diesem Ritt die vermeintliche Sicherheit fehlt.

Aber was ist im Grunde an einer kaputten Solaranlage anders als an einer kaputten Waschmaschine? Nichts.

Aber je länger wir unterwegs sind, desto mehr Menschen begegnen uns, denen genau das Gleiche oder Ähnliches passiert ist. Wir sind keine Ausnahme, wir sind die Regel, wir haben uns nur noch nicht genug vom alten Leben emanzipiert. Wir sind geistig immer noch in den gemütlichen vier Wänden aus Stein, wir wollten es nur nicht wahr haben, aber genau das hat sich geändert. Wir sind umringt von Menschen mit Idealen und Problemen von uns, allein der absurde Wunsch anders zu sein, hat uns distanziert und uns einsam gemacht.

Wir sind es nicht. Wir sind nur eben nicht Klaus und Petra, die morgen zum Kaffee kommen sondern Ulf und Silvana. Das ist alles. Und ehrlich gesagt fühlt sich das gar nicht mehr doof, sondern gut an und wir hoffen schon insgeheim, dass wir sie Weihnachten in Marokko wieder sehen, denn das ist auch ihr Plan und sie sind kein Stück reicher als wir; nur an Erfahrung, denn sie sind schon doppelt so lange unterwegs und wir freuen uns, von ihren Erfahrungen profitieren zu können.

In english

You are only as alone as you make yourself lonely
It is a saying that has lost its meaning in the modern world „time heals all wounds“, but on this path you realize its origin and its truthfulness.

Every day is new and every moment is unique and everything that happens to you is just one of many shortly after the „bad“ event, because life is full of them. Admittedly, we notice it particularly on this path, but we also slowly realize that it has actually always been like this, only that the supposed security is missing on this ride.

But what is actually different about a broken solar system than a broken washing machine? Nothing.


But the longer we are on the road, the more people we meet who have had exactly the same or similar things happen to them. We are not the exception, we are the rule, we just haven’t emancipated ourselves enough from the old life. We are still mentally in the cozy four walls of stone, we just didn’t want to admit it, but that is exactly what has changed. We are surrounded by people with ideals and problems of our own, but the absurd desire to be different has distanced us and made us lonely.

It’s not us. We’re just not Klaus and Petra, who are coming for coffee tomorrow, but Ulf and Silvana. That’s all. And to be honest, it no longer feels stupid, it feels good and we secretly hope that we will see them again in Morocco at Christmas, because that is also their plan and they are not a bit richer than us; only in experience, because they have been traveling twice as long and we are happy to be able to benefit from their experiences
.

Siga, siga

„Wellen rauschen, die Sonne scheint und alles, wirklich alles ist genau so, wie man es sich vorstellt, wenn man von einem Leben wie dem unsrigen träumt“. Herr M ist glücklich.

Es ist nicht so, als wären die Probleme plötzlich verschwunden, aber doch ist heute alles anders. Die Ruhe des „c’ette egal“, wie man und Frau in Frankreich sagen, ist eingetreten.

Vielleicht brauchte es diese Rolltreppe abwärts, um zu diesem Punkt zu kommen, der die Leichtigkeit eines scheinbar unüberwindbaren Berges hinter einem, hat.

Sind wir über den Berg? Ich glaube nicht“, lächelt unser „Held“ mit zusammen gekniffenen Augen in den wohlig wärmenden Feuerball am Himmel, „aber ich glaube, dass ich jetzt damit umgehen kann, denn die frustrierte Ohnmacht vor einem Weg ohne Hoffnung hat sich in eine Genügsamkeit verwandelt.“

Die unsichtbare Verbindung zu einem Leben voller vermeintlicher Gemütlichkeit mit Versicherungen für jede Situation ist einem Gefühl erstmaliger Freiheit gewichen.

Auf solchem Grund und Boden gedeiht gesundes Wohlbefinden, das nicht mehr nach ewigem Leben sondern genussvoller Genügsamkeit wie in diesem Moment giert.

Die Reise ins Ich ist nicht beendet, aber plötzlich ist der zurückgelegte und unbekannte zukünftige Weg so klar wie der Sternenhimmel einer klaren Nacht in der die Sterne wie Ereignisse vor dem Hintergrund der Milchstraße hervorstechen.

Vielleicht wird es nie wieder so schön, aber allein für diese Erfahrung hat es sich schon gelohnt zu leben.

In english

Siga, siga
„Waves are crashing, the sun is shining and everything, really everything is just as you imagine it when you dream of a life like ours“. Mr. M. is happy.

It’s not as if the problems have suddenly disappeared, but everything is different today. The calm of „c’ette egal“, as men and women say in France, has arrived.

Perhaps it took this downward escalator to get to this point, which has the lightness of a seemingly insurmountable mountain behind it.

Are we over the hill? I don’t think so,“ smiles our „hero“ with narrowed eyes into the comfortingly warming fireball in the sky, „but I think I can deal with it now, because the frustrated powerlessness before a path without hope has turned into contentment.“

The invisible connection to a life of supposed comfort with insurance for every situation has given way to a feeling of freedom for the first time.

Healthy wellbeing thrives on such ground, no longer craving eternal life but pleasurable contentment, as in this moment.

The journey into the self is not over, but suddenly the unknown future path that has been traveled is as clear as the starry sky on a clear night in which the stars stand out like events against the background of the Milky Way.

It may never be as beautiful again, but it was worth living for this experience alone.

Auf dem Zahnfleisch

Kein Schmerz, kein Unfall, kein Regen, heute gab es eine Krone bei Frau S, direkt beim Essen. Ernüchterung (welch. Passendes Wort an dieser Stelle) trat ein. Begleitet von einem süffisanten Lächeln.

Denn eins war klar, dass man hier eine Neue als Härtefall zugesprochen bekommt, ist so wahrscheinlich wie Geld finden, obwohl Herr M. ja letztes Jahr Silvester noch 100 Euro gefunden hätte.

Man könnte sagen, also nicht unwahrscheinlich, aber die Realität ist wohl, dass der letzte Geldfund einen Erneuten nicht wahrscheinlicher sondern noch unrealistischer macht.

Anyway, vom verzweifelten Aufgeben hatten sich Herr M und seine Frau schon lange verabschiedet, denn in ein Land, in dem man arbeitslos fürs Militär gemustert wird, wollten sie nicht zurück; zumindest nicht dauerhaft. Aber ein kurzer Abstecher lässt sich jetzt wohl mittelfristig nicht verhindern.

Na gut, dann eben bald die verbliebenen Zähne zusammenbeißen, sparen und dann Augen zu und durch. Es ist ja nicht für die Ewigkeit.

In english

On the gums
No pain, no accident, no rain, today there was a crown at Mrs. S’s, right at lunch. Disillusionment (what an appropriate word at this point) set in. Accompanied by a smug smile.

Because one thing was clear, getting a new one as a hardship case is as likely as finding money, although Mr. M. would have found 100 euros last New Year’s Eve.

You could say that it’s not unlikely, but the reality is that the last money find doesn’t make another one more likely, but even more unrealistic.

Anyway, Mr. M and his wife had long since given up in despair, because they didn’t want to go back to a country where you can be drafted into the military without a job, at least not permanently. But a brief detour is probably unavoidable in the medium term.

All right, then grit your remaining teeth, save money and then close your eyes and get on with it. After all, it’s not for eternity.

Das war knapp

Beinahe wären sie daran zerbrochen, denn nach den Katastrophen unterwegs hat sich auch ein wichtiger Teil der Familie für Herrn M. gegen sie verschworen.

Alles was passierte war nämlich nicht Pech oder Unglück sondern einzig und allein selbst verschuldete Dummheit oder Naivität, so die Interpretation von Herrn M. auf die ohnmächtig, verletzte und deshalb schroffe Antwort seiner vermeintlich Lieben.

Und dann kam die völlig unterschiedliche Meinung über die Lösungswege zwischen Herrn M und seiner Frau zum tragen. Es war knapp. Sehr knapp und wenn die beiden Helden dieser Geschichte nicht schon so viel gemeinsam durchgestanden hätten, wäre auch wohl ihre Liebe den Herausforderungen des Lebens zum Opfer gefallen, denn neben allem, was das Leben ihnen abforderte, kapitulierte schlussendlich die Heizung und es goss beinahe täglich bei niedrigsten Temperaturen wie aus Eimern.

Aber dann kam die Sonne und entzündete die Kerzen der Liebe und Zuneigung zwischen Herrn M. Und seiner Frau aufs Neue. „Wir haben uns‘, fühlten sie und kuschelten sich abends ins gemeinsame Bett und das ist mehr als viele von ihrem Leben sagen können und nachdem was sie bisher gemeistert haben, könnte von fehlender Liebe wahrlich keine Rede sein.

Wer weiss, wo sie wie das kleine Vermögen auftreiben werden, aber der Ritt auf der Waiküre wird daran nicht zerbrechen.

In english

It was a close call,
because after the disasters on the road, an important part of the family also conspired against them on Mr. M’s behalf.

Everything that happened was not bad luck or misfortune, but simply self-inflicted stupidity or naivety, according to Mr. M’s interpretation of the impotent, hurt and therefore brusque response from his supposed loved ones.

And then Mr. M and his wife’s completely different opinions on how to solve the problem came to the fore. It was close. Very close, and if the two heroes of this story hadn’t already been through so much together, their love would probably have fallen victim to life’s challenges too, because in addition to everything that life demanded of them, the heating finally capitulated and it poured like buckets almost every day in the lowest of temperatures.

But then the sun came and rekindled the candles of love and affection between Mr. M. and his wife. „We have each other“, they felt and cuddled up in bed together in the evening and that is more than many can say about their lives and after what they have mastered so far, there could really be no question of a lack of love.

Who knows where they will find the small fortune, but the ride on the Waiküre will not break up.