Country for old men

Hier sitzt Marco grad


Country for old men
Es ist schon ein Weilchen her, dass ich mich hier gemeldet habe, aber es gab auch ehrlich gesagt nichts zu erzählen.

Wirklich gar nichts? Nein, dass stimmt natürlich nicht, denn wir trafen Marco aus Dortmund, mit dem wir uns so gut verstanden haben, dass wir sogar ein Bild zu machen vergessen haben.

Es ist selten, dass wir uns mit jemandem verbunden fühlen, was bestimmt daran liegt, dass wir die Andersartigkeit hier lieben und uns nicht dagegen rüsten.

Weniger ist besser, denn weniger Zeug ist mehr ich. Aber damit meine ich natürlich nicht Egoismus, sondern „Sein“. Das Verschmelzen von Mensch und Umfeld zu einem Ganzen, dass nicht immer schön, aber genau richtig ist, wie es ist.

Marco ist (leider) schon wieder auf dem Heimweg, während wir uns gleich aufmachen hier heimisch zu werden und ich hoffe, dass auch alle Leserinnen und Leser derzeit ein Gefühl von zu Hause genießen können.

In english

Country for old men
It’s been a while since I’ve posted here, but to be honest there’s been nothing to talk about.

Really nothing at all? No, that’s not true of course, because we met Marco from Dortmund, with whom we got on so well that we even forgot to take a picture.

It’s rare that we feel connected to someone, which is probably because we love the otherness here and don’t arm ourselves against it.

Less is better, because less stuff is more me. But of course I don’t mean selfishness, I mean „being“. The merging of people and their environment into a whole that is not always beautiful, but just right the way it is.

Marco is (unfortunately) already on his way home again, while we are about to make ourselves at home here and I hope that all readers can also enjoy a feeling of being at home at the moment.

Toll, toll toll und ja, auch Arsch voll!

Ich glaube sagen zu dürfen, dass Herr M und seine Frau angekommen sind. Wie leicht sich das sagen lässt, obwohl wir uns natürlich dennoch einiges ansehen wollen?

Ganz einfach: Man verlegt einfach sein Zentrum in ein beschauliches Nest, oder dessen Umgebung im Norden Griechenlands.

Hier gehören wir hin. Hier kennen wir uns aus. Hier kennt und mag man uns. Hier hat Silvana vielleicht sogar einen Job. Zumindest würde man ihr als Einheimischer einen geben.

Denn auch hier gibt es Staat. „A bissl Schwund ist halt imma!“

Es ist halt nicht alles Gold das glänzt. Gut so. Hier will man nicht glänzen, hier will man einfach gut leben. In einem intellektuell angehauchten Café mit faszinierenden Publikum und Musik, die ich einst Zoé zur guten Nacht ins Ohr hauchte, besiegelten Tränen meine Entscheidung.

Ich glaube, Silvanas lag zwischen „Schokolade zum Frühstück“ (Während ich an Jiannis Seite mal wieder den ganzen Abend ungestraft mit Bier voll(-)schwafen konnte) und etwas Wintbeutelmäßigem mit Schkosauße zu Mittag am Tag drauf.

Eigentlich fehlt nur noch ein Hexenhaus am Strand. Siga, sogar.

In english

Great, great great and yes, also full of ass!
I think I can say that Mr. M and his wife have arrived. How easy is it to say that, even though we still want to see a few things?

Quite simply: you just move your center to a tranquil nest or its surroundings in the north of Greece.

This is where we belong. This is where we know our way around. People know and like us here. Silvana might even have a job here. At least, if she were a local, they would give her one.

Because there’s a state here too. „There’s always a bit of shrinkage!“

All that glitters is not gold. That’s a good thing. People don’t want to shine here, they just want to live well. In an intellectual café with a fascinating crowd and music that I once breathed into Zoé’s ear to say goodnight, tears sealed my decision.

I think Silvana’s was between „chocolate for breakfast“ (while I was once again able to drink beer all evening with impunity on Jiannis‘ side) and something wintbeutel-like with Schkosauße for lunch the next day.

The only thing missing was a witch’s house on the beach. Siga, even.

Τelio (θελιο) heißt (angeblich) wunderschön

Es wäre übertrieben, dieses friedliche Plätzchen am Strand ruhig zu nennen, denn die Gischt des Mittelmeers kann ganz schön laut sein, aber dies gleichmäßige Rauschen, das den Tinnitus übertönt und der Seele ausatmen verschreibt fordert so viel Aufmerksamkeit, dass einem das Vergessen anderer Gedanken fast vergessen lässt.

Es ist schön, den schon lieb gewonnenen Stammplatz zum Sonnenuntergang aufzusuchen und den Vögeln über dem glitzernden Meer bei der Nahrungssuche zu beobachten.

Mir zumindest, denn soeben kam eine Französin vorbei, die erst das Gespräch suchte, um dann,nachdem ich von der Ruhe sinnierte erst die Augen verdrehte und dann sich selbst. Weg war sie. Ist ja auch nicht einfach, mit sich allein gelassen zu werden und das auch noch ertragen zu müssen.

Ich weiss das, denn auch mir forderte diese beängstigend und manchmal gar aggressive Harmonie anderthalb Jahre ab, bevor ich mich darauf einlassen könnte. Ich meine so richtig, ohne Hektik im Kopf.

Vielleicht fiel es mir deshalb so leicht, heute die erste Interessensmail an einen Makler für eine kleine Wohnung am Meer zu schreiben.

Sicher ist nur, dass, wenn wir die kleine Wohnung mit Kamin bekommen, im Sommer dort eine Klimaanlage die unerträgliche Hitze der Sommersonne auf die Stromrechnung des Vermieters runter regulieren wird, auch wenn ich mir das aktuell nicht vorstellen kann, denn die Sonne scheint zwar, aber bei derzeit angeblich 17 Grad (gefühlt 10,) kann es einen schon ein bisschen frösteln und des Nachts auch richtig kalt werden. Aber mal ehrlich: Wir möchten uns nicht beschweren.

In english

Τelio (θελιο) hotr (allegedly) beautiful
It would be an exaggeration to call this peaceful spot on the beach quiet, because the spray of the Mediterranean can be quite loud, but this steady roar that drowns out tinnitus and exhales the soul demands so much attention that it almost makes you forget other thoughts.

It’s nice to go to your favorite spot at sunset and watch the birds foraging over the glittering sea.

At least it was for me, because a French woman had just passed by, first seeking a conversation and then rolling her eyes and then her own after I mused about the peace and quiet. She was gone. It’s not easy being left alone with yourself and having to put up with it.

I know that, because this frightening and sometimes even aggressive harmony took me a year and a half before I could get involved. I mean really, without a hectic pace in my head.

Maybe that’s why it was so easy for me to write the first email of interest to an estate agent for a small apartment by the sea today.

The only certainty is that if we get the small apartment with a fireplace, an air conditioning system will regulate the unbearable heat of the summer sun down to the landlord’s electricity bill in summer, even if I can’t imagine that at the moment, because the sun is shining, but at the moment it’s supposedly 17 degrees (feels like 10 degrees), you can shiver a bit and get really cold at night. But let’s be honest: we don’t want to complain.

Valentinstag

Es gibt Pech und es gibt Dummheit. Aber beide gehören bei mir eng zusammen, denn wenn das Pech, das jeder haben kann, wie bei uns Grad das Wetter, sich zieht, oder auch nur ein bisschen häuft, werde ich ungeduldig und dann kommt bei mir die Dummheit ins Spiel.

Man steht im Schlamm, es regnet seit und für die nächsten Tage und da ich weiss, wie das ist, im Schlamm festzusitzen, fahre ich, solange es noch möglich scheint, auf festeren Boden.

Nein, nein, nicht wie sie und Silvana denken: Das war nicht das Problem. Wir sitzen nicht fest, aber ich bin beim Rangieren über unseren Stecker vom wasserfesten Verlängerungskabel gefahren.

Na ja, sehen wir es positiv, wir können fahren und so werden wir uns nun kurz aufmachen, um einen neuen Stecker zu holen, damit Silvana das Kabel wieder reparieren kann und wenn das nicht klappt, dann gibt es zum Valentinstag eben  Kabelsalat zum romantischen Abendessen.

Mal was anderes.

In english

Valentine’s Day
There is bad luck and there is stupidity. But for me, the two go hand in hand, because when the bad luck that anyone can have, like the weather here at Grad, drags on, or even just piles up a little, I get impatient and then stupidity comes into play.

You’re standing in the mud, it’s been raining for the next few days and, as I know what it’s like to be stuck in the mud, I drive onto firmer ground while it still seems possible.

No, no, don’t think like her and Silvana: that wasn’t the problem. We’re not stuck, but I drove over our plug from the waterproof extension cable while maneuvering.

Well, let’s look on the bright side, we can drive and so we’re going to go and get a new plug so that Silvana can repair the cable and if that doesn’t work, we’ll just have cable salad for a romantic dinner on Valentine’s Day.

Something different.

Business as usual

In der deutschen Heimat gibt es ein Kinderlied, das so beginnt:“ Es regnet, Gott segnet, die Erde wird nass. Mach mich nicht nass, mach mich nicht nass, mach nur die anderen Kinder nass“.

Wir sind wohl gerade diese anderen Kinder, denn seit Tagen regnet es beinahe ununterbrochen, sodass statt Sonne überall nur noch Pfützen, ach was sage ich: Seen zu sehen sind.

Locker30 Zentimeter Tiefe haben diese omnipräsenten Tümpel, sodass wir uns, auch weil die Heizung kaputt ist, auf einen Campingplatz verzogen haben.

Hier gibt es Strom für den Heisslüfter, immer noch Strand und mehr und eine Taverne, dir sogar noch geöffnet hat, wenn mein Unterricht um kurz vor elf in der Nacht beendet ist.

Messwein, sozusagen, nicht kostenlos, aber dennoch ein Gottesgeschenk, wenn des Nachts endlich alle Polster wieder getrocknet sind und wir nur noch ins Bett fallen möchten.

Nein, uns geht es nicht schlecht, es ging und nur schon mal besser.

In english

Business as usual
There is a children’s song in Germany that begins like this: „It’s raining, God is blessing, the earth is getting wet. Don’t get me wet, don’t get me wet, just get the other children wet“.

We must be those other children, because it’s been raining almost non-stop for days, so instead of sunshine there are only puddles, oh what am I saying: lakes everywhere.

These omnipresent puddles are easily30 centimetres deep, so we have moved to a campsite, partly because the heating is broken.

There’s electricity for the hot fan, still a beach and more, and a taverna that’s still open when my lessons finish at just before eleven at night.

Mass wine, so to speak, not free, but still a godsend when all the cushions are finally dry again at night and all we want to do is fall into bed.

No, we’re not feeling bad, we’ve just been better.

Paradies found

7. Februar 13.30Uhr

Es kann sein, dass es Länder wie Indonesien gibt, die mehr Sonnentage haben und in Kroatien sind einige Strände vielleicht noch mehr gestaltet wie ein Idyll auf Postkarten, aber hier in Griechenland kommt noch etwas hinzu: Die Menschen.

Diese unaufdringliche Freundlichkeit, die Liebe zur unbeschreiblichen Schönheit der eigenen Heimat und die entspannte Ruhe mit der man den großen und kleinen Katastrophen des Lebens begegnet, machen Griechenland nicht nur zu einem der schönsten, sondern auch liebenswertesten Flecken der Welt.

Natürlich ist auch hier nicht alles Gold, das glänzt und auch hier gibt es Dinge, die verbesserungswürdig sein könnten, aber erstens: Wo gibt es das nicht? Und zweitens: Hier ist Optimierung nicht Lebensinhalt, sondern “ nice to have“.

Wo sonst fahren die Menschen vor oder nach der Arbeit mal eben in die Natur? Kurz inne halten, durchatmen, zu sich kommen und beim Blick auf die Wellen und Sonne eben runter kommen? 

Wo hält man auch mal gerne 20 Minuten vor einer Schaf, Kuh oder Ziegenherde ohne gestresst zu hupen, weil ein vermeintlich wichtiger Termin drückt? Man ist in den Bergen und dort sind immer noch die Menschen zu Gast und nicht die Tiere. Man wartet, grüßt schlussendlich den Hirten und fährt seiner Wege.

Hier grüßt (meist) jeder jeden, ob arm oder reich und hier hilft man sich, wenn man kann und fragt und wenn nicht, dann nicht und man ist sich nicht böse oder drängt sich auf. Und man ist nicht berechnend nett, sondern weil Nettigkeit das Leben für alle leichter und schöner macht.

Hier in Griechenland erfindet man kein Handy, sondern genießt, wenn es mal nicht klingelt. Hier hat man Ruhe und alles was man als gestresster und vom Leben getriebener Schreiberling braucht. Und was noch? 

Natürlich einen Jiannis, denn ohne Freunde geht auch in Griechenland nichts und Jiannis ist glücklicherweise unser Freund geworden.

Und wenn er mal keine Zeit hat, scheint hier sogar meist im Winter die Sonne und das Vitamin D von 300 Tagen Sonne im Jahr verweist dunkle Gedanken nicht ins Jenseits, aber zumindest auf die billigen Plätze.

Eigentlich fehlen nur noch Max, Alfredo Mama Bärbel und natürlich mein Engel, aber jeder sucht ja sein eigenes Glück und Griechenland ist ja nicht aus der Welt.

In english

Paradise found
It may be that there are countries like Indonesia that have more days of sunshine and in Croatia some beaches are perhaps even more like an idyll on a postcard, but here in Greece there is something else: the people.

This unobtrusive friendliness, the love for the indescribable beauty of their homeland and the relaxed calmness with which the big and small catastrophes of life are met make Greece not only one of the most beautiful, but also one of the most endearing places in the world.

Of course, not all that glitters here is gold and there are things that could be improved, but firstly, where is that not the case? And secondly, optimization is not the purpose of life here, but a „nice to have“.

Where else do people take a trip into nature before or after work? Where else do people stop for a moment, take a deep breath, come to their senses and calm down while looking at the waves and the sun?

Where else do you stop for 20 minutes in front of a herd of sheep, cows or goats without honking your horn in stress because you have a supposedly important deadline? You’re in the mountains and it’s still the people who are the guests, not the animals. You wait, finally greet the shepherd and go your way.

Here (mostly) everyone greets everyone else, whether rich or poor, and people help each other if they can and ask, and if they can’t, they don’t and they don’t get angry or impose on each other. And people are not calculatingly nice, but because being nice makes life easier and nicer for everyone.

Here in Greece, you don’t invent a cell phone, you enjoy it when it doesn’t ring. Here you have peace and quiet and everything you need as a stressed and life-driven hack. And what else?

Jiannis, of course, because you can’t do without friends in Greece and Jiannis has fortunately become our friend.

And if he doesn’t have time, the sun shines here even in winter and the vitamin D from 300 days of sunshine a year doesn’t banish dark thoughts to the afterlife, but at least to the cheap places.

The only things missing are Max, Alfredo, Mama Bärbel and of course my angel, but everyone is looking for their own happiness and Greece is not out of the world.

Wochenende

Guten Morgen in die Runde. Bitte entschuldigt, dass ich einige Tage nicht geschrieben habe, aber ich musste einfach ein wenig die Sonne und Ruhe genießen, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich das  derzeit erstmalig kann.

Irgendwie ist die Bürde einer omnipräsenten Last von mir gefallen. Endlich kann ich durchatmen, ohne den Versagensdruck von früher zu spüren.

Es ist,wie es ist und das ist gut so, denn nicht nur laut Leibnitz kann es ja nicht besser sein, nie. Und er muss es wissen, denn er sagte das, obwohl er nie eine Frau an seiner Seite hatte (oder könnte er das genau deshalb sagen?!).

Nein,ich freue mich unendlich, dass Silvana mit mir unterwegs ist, wer weiss, was ich gemacht hätte, wenn ich allein gewesen wäre. Aber sie passt nicht nur gut auf mich auf, sondern bereichert mein Leben mit jedem Tag.

Wie klein sind doch Sorgen, die man teilen kann und wie schön ist Glück, wenn es gemeinsam genossen wird.

Deshalb freue ich mich auch schon jetzt auf Silvanas Zahnarzttermin, denn: Ist die „Katze gesund, freut sich der Mensch“.

In english

Weekend
Good morning everyone. I apologize for not writing for a few days, but I just had to enjoy the sun and peace and quiet for a bit, because somehow I feel like I’m able to do that for the first time.

Somehow the burden of an omnipresent burden has fallen off me. I can finally take a deep breath without feeling the pressure to fail that I used to.

It is what it is and that’s a good thing, because it can’t be any better, not just according to Leibnitz. And he must know, because he said that even though he’s never had a woman by his side (or could that be exactly why he said that?!).

No, I’m incredibly happy that Silvana is traveling with me, who knows what I would have done if I had been alone. But she not only looks after me well, she also enriches my life every day.

How small worries are when you can share them and how wonderful happiness is when you enjoy it together.

That’s why I’m already looking forward to Silvana’s dentist appointment, because: If the „cat is healthy, the human is happy“.

Bedingung für Frieden

Den ganzen Tag werfen wir uns gegenseitig Ignoranz vor und bemerken doch meist nicht, das wir selbst nicht besser sind. Kategorisierung en, Verallgemeinerungen. Wenn wir ratlos sind, suchen wir nicht bei uns die Schuld sondern ausschließlich bei den anderen.

Und wenn ein Versuch zur Versöhnung fehl schlug, wird unsere persönliche Meinung als Wahrheit in Zement gegossen. Ich hab es versucht, der oder die andere hat nicht so reagiert, wie ich es mir wünsche, also ist das Gegenüber ein Arschloch und ich bin Gott, weil ich im Recht bin, ist doch klar.

Nichts ist klar. Oft ist man selbst nicht besser als das kritisierte Gegenüber. Das ist die Wahrheit, das ist die rote Pille, der wir uns meist verweigern. Ich bin da nicht anders, aber ich will das nicht sein. Ich will Versöhnung und werde dafür immer alles geben. Auch wenn ich oft vorher das Porzellan schon zerbrochen habe.

Ich glaube, dass den Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet, dass er oder sie oder es die Meinung ändern kann, wenn man will. Die Frage ist nur will man?

Ich will! Ich bin hochsensibel und kann sowie will diesen Kampf gegen den schwachen Geist in mir nicht verlieren. Ich will Frieden und weiss, dass das nur möglich ist, wenn man bei allen Diskrepanzen nicht negiert, dass man selbst Teil des bedrückenden, oft unüberwindlich scheinenden Problems ist.

Vielleicht reicht dieses Indiz des guten Willens, um zumindest die Möglichkeit der Versöhnung steht’s lebendig zu halten: im kleinen privaten Leben und im Großen und Ganzen.

Wer das kategorisch ausschließt will keinen Frieden sondern nur Recht und wer um jeden Preis Recht (behalten) will, ist ein Bemitleidenswetter Charakter. Aber wir sind Menschen und deshalb kann diese Schwäche im Charakter zu jedem Zeitpunkt angegangen werden. Man muss nicht gleich ein erfolgreicher Friedensstifter sein,aber immer bereit sein, es werden zu wollen; weil man und Frau und alle dazwischen und außerhalb es kann.

In english

Condition for peace
All day long we accuse each other of ignorance and yet usually fail to realize that we ourselves are no better. We categorize and generalize. When we are at a loss, we don’t blame ourselves but only the others.

And if an attempt at reconciliation fails, our personal opinion is cast in cement as the truth. I tried, the other person didn’t react the way I wanted them to, so the other person is an asshole and I am God because I am in the right.

Nothing is clear. You are often no better than the person you are criticizing. That’s the truth, that’s the red pill that we usually refuse to take. I’m no different, but I don’t want to be. I want reconciliation and will always give my all for it. Even if I have often broken the china beforehand.

I believe that what distinguishes humans from all other living beings is that they can change their minds if they want to. The only question is do you want to?

I want to! I am highly sensitive and cannot and do not want to lose this battle against the weak spirit within me. I want peace and I know that this is only possible if, despite all the discrepancies, I don’t deny that I myself am part of the oppressive, often seemingly insurmountable problem.

Perhaps this sign of good will is enough to at least keep the possibility of reconciliation alive: in small private lives and in the big picture.

Anyone who categorically excludes this does not want peace but only justice, and anyone who wants to be (or remain) right at all costs is a pitiable character. But we are human and therefore this weakness in character can be addressed at any time. You don’t have to be a successful peacemaker right away, but always be prepared to want to be one; because you and your wife and everyone in between and outside can do it.

Wehret den Anfängen

Ich bin und war in den letzten zwei Jahren und davor in so vielen Ländern als Adolf zu Gast und bin überall als Freund empfangen worden, selbst in der Türkei.

Man half uns wo man könnte, vergab Meir meine Fehler und oft naive Dummheit und jetzt muss ich miterleben, wie meine Heimat einen Salto rückwärts ins Jahr 1933 macht. Ich bin nicht nur erschüttert, sondern gekränkt, weil eine politische Elite den Geist von 2006″die Welt zu Gast bei Freunden“, mit den Füßen tritt.

Natürlich möchte ich die schlimmen, dramatischen Vorfälle nicht negieren oder kleinteden, aber dennoch bleiben das Ausnahmen. Ich darf das sagen,denn ich habe seit über einem Jahr mittlerweile unzählige Schüler aus vielen dieser Länder unterrichtet, vor denen man jetzt Angst schürt. Ich sage mit Freude, dass die vielen Menschen aus den verschiedensten Nationen mit den unterschiedlichsten kulturellen Unterschieden mit die Nettesten sind, denen ich je begegnet bin.

Wie kann man nur so verbohrt sein, um aus Einzelfällen allgemeine Unwahrheiten zu sedieren?

Da sind junge Frauen und Männer, oft kaum 18 Jahre alt, die mit Mut und Hoffnung Familie und Heimat verlassen, um ihren Horizont tausende Kilometer vom Kinderzimmer entfernt mit viel Engagement meine Heimatsprache lernen wollen, jeden Tag allen Herausforderungen einer völlig Fremden Kultur begegnen und so ein Arschgesicht wie Merz will ihnen die Schuld für tragische Attentate geben, die passieren, weil Menschen ohne Perspektive irgendwann durchdrehen?!

Ich fasse es nicht!

Ich weiss, der Täter von Magdeburg war Arzt und ein Schläfer, aber wie viele deutsche Psychopathen schlafen in Kastrop Rauxel, München, Hamburg oder Berlin und warten auch nur auf ihre Rachegelegenheit.

Gott sei Dank hat gestern das Gewissen gesagt und hoffentlich haben alle geschnallt, um was es am23. Februar geht. Vielleicht sind wir schon bald die Asyl suchenden.

In english

Bewahre of the beginnings

I am and have been a guest in so many countries as Adolf in the last two years and have been received as a friend everywhere, even in Turkey.

People helped us wherever they could, forgave Meir for my mistakes and often naive stupidity, and now I have to witness my homeland doing a somersault backwards to 1933. I am not only shocked, but offended, because a political elite is trampling on the spirit of 2006 „the world as a guest at a friend’s house“.

Of course, I don’t want to negate or minimize the terrible, dramatic incidents, but they are still exceptions. I am allowed to say this because I have taught countless students from many of these countries for over a year now, of which people are now stirring up fear. I am happy to say that the many people from the most diverse nations with the most diverse cultural differences are some of the nicest people I have ever met.

How can you be so stubborn as to sedate general untruths from individual cases?

There are young women and men, often barely 18 years old, who leave their families and homelands with courage and hope in order to broaden their horizons thousands of kilometers away from their childhood home, who are committed to learning their native language, who face all the challenges of a completely foreign culture every day, and an asshole like Merz wants to blame them for tragic attacks that happen because people without prospects go crazy at some point…!

I can’t believe it!

I know the perpetrator in Magdeburg was a doctor and a sleeper, but how many German psychopaths are sleeping in Kastrop Rauxel, Munich, Hamburg or Berlin and are also just waiting for their opportunity for revenge?

Thank God conscience spoke yesterday and hopefully everyone realized what the23. February. Perhaps we will soon be the ones seeking asylum.

Wie ein Spatz im Wind

Auf unserem Ritt werde ich fast täglich daran erinnert, wie klein die Welt eigentlich ist und ich rede nicht vom geflügelten Wort, über das man zum Ausdruck bringt, dass man Menschen aus der Heimat in der Fremde trifft( was mir auch schon mit einer Ex-Freundin aus Hamburg in Venice Beach bei L.A. passierte), sondern wirklich von der realen kleinen „Kugel“ im Weltall, die unentwegt als Teil der sich selbst drehenden Milchstraße um die Sonne kreist.

Denn hier in Kanali, obwohl nur 450 Kilometer von Kalamata entfernt, geht die Sonne satte 18 Minuten später auf als dort, wo uns mal wieder eine Katastrophe zum Aufbrechen zwang. Und während hier jetzt grad die Sonne scheint, schneit es keine 400 Kilometer weiter im Kontinentinnern. Unglaublich, oder?

Und in 2000 Kilometern südlich, ist man schon mitten in Afrika, wo derzeit die Sonne so brennt, wie hier im Sommer.

Jeden Morgen, wenn ich mit dem ersten Kaffee gen Himmel schaue und die Wolken ziehen sehe, werde ich daran erinnert. Denn hier, wo keine Zivilisation den Blick in die Weite verstellt, kann man über ihre Geschwindigkeit nur staunen.

In wenigen Momenten schieben sich unzählige kleine Schäfchenwolken zu einem schwarzen Teppich zusammen und ergießen sich meist nur eine Stunde oder zwei wie aus Kübeln, um dann, weil unzählige Winde aus verschiedenen Richtungen sie wieder in kleinste Tupfer zerreißen, alle Menschen hier wieder die Kraft der Sonne spuren lassen.

Man wird sich seiner Marginalität bewusst. Du bist, wie die kleinen Spatzen hier nur ein notwendiger Teil, der als Spielball der Zeit, das Rad des Lebens im Fluss hält.

Das hätte mich früher deprimiert, aber heute macht es mich glücklich, weil es mir die Last nimmt, alles selbst in der Hand zu haben.

Ich hab nichts in der Hand, obwohl die Erde so klein ist. Wenn man also klug ist, versucht man nicht zu regeln oder verstehen, sondern genießt nur das kurzweilige Geschenk, dieses Wunder einen kleinen Augenblick in der Unendlichkeit erleben zu dürfen.

Und morgen? Wer weiss das schon?

In english

Like a sparrow in the wind

On our ride, I am reminded almost daily of how small the world actually is and I’m not talking about the winged word used to express that you meet people from home in a foreign country (which has already happened to me with an ex-girlfriend from Hamburg in Venice Beach near L.A.), but really about the real little „ball“ in space, which constantly orbits around the sun as part of the self-rotating Milky Way.

Because here in Kanali, although only 450 kilometers away from Kalamata, the sun rises a full 18 minutes later than where a catastrophe forced us to leave. And while the sun is shining here, it’s snowing less than 400 kilometers further inland. Unbelievable, isn’t it?

And 2000 kilometers south, you’re already in the middle of Africa, where the sun is currently burning like it does here in summer.

I am reminded of this every morning when I look up at the sky with my first coffee and see the clouds rolling in. Because here, where no civilization obscures the view into the distance, you can only marvel at their speed.

In just a few moments, countless small fleecy clouds gather into a black carpet and usually only pour down for an hour or two as if from buckets, only to be torn apart again into tiny specks by countless winds from different directions, leaving everyone here to feel the power of the sun again.

That would have depressed me in the past, but today it makes me happy because it takes away the burden of having everything in my own hands.

I have nothing in my hands, even though the earth is so small. So if you’re smart, you don’t try to regulate or understand, you just enjoy the fleeting gift of being able to experience this miracle for a small moment in infinity.

And tomorrow? Who knows
?