Lebenswandel

Animals in dope

In der deutschen Sprache gebraucht man oft den Begriff „Lebens()wandel“ für die Bezeichnung dessen, was man in reflexivem Bezug auf gesundheitlich förderndes Verhalten als individuelle Lebensweise sehen kann. Dabei fristen die meisten Menschen keinen Lebenswandel, sondern ein Lebenskontinuum.

Möglichst gleichbleibendes, erlerntes Verhalten wird vom trägen Gehirn als Erfolg versprechend kultiviert und nur selten optimiert bzw. Gewandelt, also verändert. Ihr verehrter Autor dieses Blogs macht da keine Ausnahme, wodurch es wenig verwunderlich ist, das diverse Substanzen bereits als Bewusstsein erweiterndes Potential angedacht, jedoch meist schnell wieder verworfen wurden.

Ironischerweise aber nicht aufoktruiert sondern selbst gewählt, denn mir war bei Vielem bewusst, dass es für mich wenig förderlich war, was Opiate, künstliche und natürliche Halluzinogene sowie Kokain und dessen Ersatzprodukte betraf und so nie ernsthafter Teil meiner Lebensgewohnheiten wurde.

Beim Alkohol, Tabak Zucker und Hanf war das anders. All das wurde zu Lebens ertragenden Maßnahmen glorifiziert und  konsumiert, wobei ich mir der Schädlichkeit meist bewußt war.

Mit zunehmendem Alter spürte ich jedoch, dass die Resistenz abnahm und ich besonders unter den Folgeerscheinungen von Alkohol und Zucker litt. Ich spürte keine Euphorie mehr beim Konsum und nur noch Last, psychisch wie physisch, in der Folge.

Deshalb trinke ich seit vier Wochen keinen Alkohol mehr und habe auch meinen Zuckerkonsum ähnlich lange drastisch heruntergefahren, bei Tabak und Hanf ist das anders.

Und dennoch habe ich mir vorgenommen zumindest die Schwäche des Tabakkonsums zum Prüfstein eines wahrhaftig neuen Lebenswandels zu erklären.

Warum nicht den Handkonsum gleich mit oder zuvorderst? Weil die Heilkraft des THCs meiner Hyperaktivität wohltuend entgegenwirkt und weil ich als Tier die gezielt provozierte Körperkontrollreduktion genieße wie ein Elefant den Alkohol, den er nicht abbauen kann und ihn deshalb schon in kleinen Mengen kurzzeitig ausknocked.

Außerdem brauche ich ja auch noch Potential, um meinem zukünftigen Lebensweg auch weiterhin das Prädikat Lebens()wandel angedeihen lassens zu können.

Und Rauchen ist ja wohl die unbefriedigende Sucht von allen, oder?

Englisch

Lifestyle
In the German language, the term “Lebens()wandel”(Live()Change)is often used to describe what can be seen as an individual lifestyle in relation to health-promoting behavior. However, most people do not undergo a lifestyle change, but rather a continuum of life.
The sluggish brain cultivates learned behavior that is as consistent as possible as promising and rarely optimizes or changes it. The esteemed author of this blog is no exception, so it is hardly surprising that various substances have already been considered as consciousness-expanding potential, but have usually been quickly discarded again.
Ironically, however, this was not imposed but self-chosen, because I was aware in many cases that it was not very beneficial for me, and that opiates, artificial and natural hallucinogens, cocaine, and its substitutes would never become a serious part of my lifestyle.
It was different with alcohol, tobacco, sugar, and cannabis. All of these were glorified and consumed as life-sustaining measures, although I was mostly aware of their harmful effects.


With increasing age, however, I felt that my resistance was decreasing and I suffered particularly from the after-effects of alcohol and sugar. I no longer felt any euphoria when consuming them and only felt a burden, both mentally and physically, afterwards.

That’s why I haven’t drunk alcohol for four weeks and have also drastically reduced my sugar consumption for a similar length of time, but my tobacco and cannabis consumption is different.

And yet I have decided to make at least the weakness of tobacco consumption the touchstone of a truly new way of life.

Why not start with hand consumption right away or first? Because the healing power of THC counteracts my hyperactivity in a beneficial way and because, as an animal, I enjoy the deliberately provoked reduction in body control like an elephant enjoys alcohol, which it cannot break down and therefore knocks it out for a short time even in small quantities.

Besides, I still need potential to continue to be able to apply the label “life change” to my future path in life.

And smoking is probably the most unsatisfying addiction of all, right?

Gastbeitrag

Es könnte alles so schön sein, aber immer hat das Leben etwas dagegen. Dabei ist das Leben nicht aus sich heraus ungerecht, sondern nur ausführendes Organ nicht negierbarer Kontingenz.

In diesem Fall sind die Umstände leider gnadenlos, weil wirklich allen der Arsch auf Grundeis geht und leider in solchen Fällen halt immer den Letzten die Hunde beißen. Irgendeiner muss ja gebissen werden.

Will heißen, dass jeder verdiente Euro geteilt werden muss: 30 Prozent Krankenversicherung, 30 Prozent Steuer und 30 Prozent Lebensunterhalt. Macht in zwei Stunden Arbeit 4.50 Euro. Wenn es gut läuft.

Man könnte sagen, dass ein Leben für die Einstiegsluke eines Panzers geopfert wird, der doch das Invest verteidigen soll; wie absurd auch immer.

Also stellt sich gar nicht die Frage nach Gehen ja oder nein, sondern nur nach wann und wohin, wobei das Wann keine Entscheidung, sondern eine Bedingung ist, denn ohne Gehen kein Bleiben, denn Bleiben ist unmöglich, weil es nicht finanzier bar ist, oder wie es einst von offizieller Seite formuliert würde: Das deutsche Volk will nicht das sie Abitur machen und sie werden zahlen und wenn es das Letzte ist, was Sie tun.

Vielleicht ist es also gut, dass wohl bald kein Unterricht mehr gegeben werden kann, denn wer will schon die Sprache eines Landes vermitteln, also Glück suggerieren, dass wahlweise von Friedrich Merz oder bald Alice Weidel von der AfD vertreten und verkörpert wird?

Der Autor dieses Gastbeitrags jedenfalls nicht.

English

Guest contribution

Everything could be so wonderful, but life always has something against it. Life itself is not inherently unfair, but merely the executor of undeniable contingency.

In this case, the circumstances are unfortunately merciless, because everyone is really scared shitless and, unfortunately, in such cases, it’s always the last ones who get bitten by the dogs. Someone has to get bitten.

This means that every euro earned has to be shared: 30 percent for health insurance, 30 percent for taxes, and 30 percent for living expenses. That comes to €4.50 for two hours of work. If things go well.

You could say that a life is being sacrificed for the entry hatch of a tank that is supposed to defend the investment, however absurd that may be.

So the question is not whether to leave or not, but only when and where, whereby the when is not a decision but a condition, because without leaving there is no staying, because staying is impossible because it is not financially viable, or as it would once have been formulated officially: The German people do not want you to graduate from high school and they will pay for it if it’s the last thing they do.

So perhaps it’s a good thing that classes will soon no longer be able to be held, because who wants to teach the language of a country that suggests happiness, as represented and embodied by Friedrich Merz or, soon, Alice Weidel of the AfD?

Certainly not the author of this guest article.

Adifix


Der Duft von Opium liegt wie eine Baumwolldecke auf der kalten Herbstluft im Jürmann und darunter entspannt sich ein kleiner Mann, der es genießt, seiner Schwäche zu verfallen.

Vielleicht, so sinnierte er, wird es nie eine bessere Gelegenheit geben, all den ungeliebten Schwächen zu begegnen und ihnen ostentativ zu entsagen: „Genieß es, oder lass es.

Eigentlich entwickelt sich doch alles zum Guten; auch wenn ich es spüre“, durchdrang seine Arterien diese Wahrheit, wie die Essens seines Räucherstäbchens auf der Brust.

Hier gibt es doch alles, außer den täglichen Konsumgiften und ihre Kompensation in getrockneten Tees, die schon seit Wochen Cola und Bier ersetzten und keine Geliebte, die unter dieser Metamorphose leiden könnte.

Als Menschen würde es mir meine Art zutiefst zuwider sein, aber als ich fühle ich die Wirkung des Zaubertranks, die mir von Marconix geboten und von mir selbst()bewußt entgegen genommen wurde.

Und beim Ansetzen der Kelle die erste Tropfen die Speiseröhre zum genießen nötigt, sind die unzähligen Neuronen jenseits in diesseits des Puddings zwischen den Ohren,…. Irritiert, was zu seltenen Expressionen führt.

Da kann einem schon mal die Krone, a.k.a imaginärem Flügelhelm vom Kopf rutschen.

Freuen wir uns auf die Römer, statt sie zu fürchten, auch wenn die ganze Welt davon erobert wurde.

Die ganze Welt?

In english

Adifix


The scent of opium lies like a cotton blanket on the cold autumn air in Jürmann, and beneath it a small man relaxes, enjoying indulging in his weakness.
Perhaps, he mused, there will never be a better opportunity to face all his unloved weaknesses and ostentatiously renounce them: „Enjoy it, or leave it.
Actually, everything is turning out for the best, even if I can feel it,“ this truth permeated his arteries like the smoke from the incense stick on his chest.
Everything is here, except for the daily consumer toxins and their compensation in dried teas, which have been replacing cola and beer for weeks, and no lover who might suffer from this metamorphosis.
As a human being, it may be deeply repugnant to my nature, but as I feel the effect of the magic potion offered to me by Marconix and consciously accepted by myself.
And when the first drops force their way down my esophagus to be enjoyed, the countless neurons beyond this side of the pudding between my ears… Irritated, leading to rare expressions.
It can cause the crown, a.k.a. imaginary winged helmet, to slip from one’s head.
Let us rejoice in the Romans instead of fearing them, even if the whole world has been conquered by them.
The whole world?

Zu viel Zeit

Wie ein erwarteter Besuch von den Stromoder Gaswerken begrüßte mich heute Morgen der Herbst mit prasselnden Regentropfen auf dem Dach des Jürmanns.

Doch entgegen der Erwartung störte mich das Wetter nicht, auch wenn ich die Schuhe vor der Tür vergaß. „Nun denn“, dann ich, „bleibe ich heute eben zu Hause und vertrödel den freien Tag mit True Crime Stories aus dem Internet und der Gewissheit, einen Tag ohne Verpflichtungen vor mir zu haben.

Nach einer völlig überflüssigen Streiterei mit Marco gestern, eine willkommene Gelegenheit die Beine baumeln zu lassen.

Der Weg des geringsten Widerstandes ist mir in der letzten Zeit zur willkommenen Handlingsmaxime geworden, denn sukzessive schwindet die Hoffnung der Normalität in dieser Welt.

Umgeben von Nachrichten, in denen Staatspräsidenten willkürlich verhaften lassen, Bundestagspräsidenten noch mehr Öl ins Feuer einer Gesellschaft gießen, die eine formalige Gemeinsamkeit wie durch die Andreasspalte in den USA spaltet und von Bürgern politische Defizite mit Protestwahlen von unfähigen Nationalisten (nicht einmal sozial) versucht kompensiert zu werden (ohne zu wissen, dass man damit alles nur noch schlimmer macht), warte ich also wie ein Gefängnisinsasse auf das Ende einer Zeit, die ich vor Monaten geahnt und gefürchtet habe.

Durchhalten, kleiner Mann, pocht die Kraft des Unbeugsamen in meinem Herzen und zählt die Tage bis Weihnachten, wenn ich Silvana Wiedersehen kann. Wer weiss, wie es dann weiter geht, wenn Boney und Clyde gemeinsam die Konventionen der Moderne wieder auf die Probe stellen werden.

Ob uns ein unerwarteter Weltfrieden erwartet, wir im Dickicht eines russischen Angriffskriegs noch nur vor der Haustür ins Unbekannte entfliehen können oder uns einfach gemeinsam in ein Mauseloch in Griechenland verkriechen, wissen wir noch nicht, aber dass wir uns nie wieder trennen ist sicher.

In english

Too much time
Like an expected visit from the electricity or gas company, autumn greeted me this morning with raindrops pattering on the Jürmanns‘ roof.

But contrary to expectations, the weather didn’t bother me, even though I forgot my shoes at the door. “Well then,” I said, „I’ll just stay home today and waste my day off reading true crime stories on the internet, knowing that I have a day without obligations ahead of me.

After a completely unnecessary argument with Marco yesterday, this is a welcome opportunity to put my feet up.

The path of least resistance has recently become a welcome maxim for me, as hope for normality in this world is gradually fading.

Surrounded by news stories in which presidents arbitrarily arrest people, Bundestag presidents add fuel to the fire of a society that is divided by formal commonalities such as the Andreas Fault in the USA, and citizens attempt to compensate for political deficits with protest votes for incompetent nationalists (not even social ones) (without knowing that this only makes everything worse), I wait like a prison inmate for the end of a time that I sensed and feared months ago.

Hang in there, little man, the power of the unyielding in my heart urges me, counting the days until Christmas, when I can see Silvana again. Who knows what will happen then, when Boney and Clyde together put the conventions of modernity to the test again.

We don’t yet know whether unexpected world peace awaits us, whether we will be able to escape into the unknown just outside our front door in the thicket of a Russian war of aggression, or whether we will simply hide away together in a mouse hole in Greece, but one thing is certain: we will never be separated again.

Der Herbst

Noch werden die Menschen hier oben des Morgens von den Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen geweckt. Kleine Lichtspiele, die warm auf den Lidern spielen, wenn man vor Müdigkeit die Augen kaum auf bekommt.

Aber schon Abends wenn die Dunkelheit ihren Mantel ausbreitet, wird es so kühl, dass ich die Heizung betätigen muss. Das ist behaglich, nachdem ich mit Marco ein bisschen Schach gespielt habe, aber auch einsam, denn ein wichtiger Teil fehlt, um aus irgendeinem Van unser Zuhause Jürmann zu machen.

Ich hätte nie gedacht, wie sehr mir Silvana fehlen würde, aber sie fehlt mir in und bei allem. Die Hand greift ins Leere, wenn ich Nachts wachwerde und morgens wieder.

Und all die kleinen und Großen Dinge, positiv wie manchmal gefühlt negativ,, in denen sie mir zeigt, dass ich von ihr geliebt werde, müssen heute Indizien für Selbstliebe sein, von der ich doch so wenig besitze.

Fünf sechs Monate muss ich noch ausharren, auch wenn ich keinen Grund zur Klage habe, denn Marco hat und gibt alles, dass es mir gut geht. Allein die Sehnsucht nach körperlicher Nähe und aktiver Weite im Erleben belastet meine Seele.

In Padua besuchten wir den Schutzheiligen der Suchenden, den heiligen Antonius und ich flehte mit Tränen in den Augen um eine Antwort.

Jetzt habe ich sie und weiss, ich brauche meine Waldfee zum Überleben und sobald wir wieder vereint sind, werde ich sie nie wieder gehen lassen, denn allein ist das Leben doch nur Durchhalten.

In english

Autumn
Up here, people still wake up in the morning to the sun’s rays shining through the trees. Little plays of light dancing warmly on your eyelids when you can hardly open your eyes because you’re so tired.


But in the evening, when darkness spreads its veil, it gets so cool that you have to turn on the heating. It’s cozy after I’ve played a little chess with Marco, but also lonely because an important part is missing to make our home Yurmann out of a delivery van.


I never thought I would miss Silvana so much, but I miss her in every way. My hand reaches for the emptiness when I wake up at night and in the morning.


And all the little and important things, the positive and sometimes negative ones, with which she shows me that she loves me, must now be signs of love for myself, which I have so little of.


I have to hold out for another five or six months, although I have no reason to complain, because Marco does everything he can to make me feel comfortable. Only the longing for physical closeness and active experiences weighs on my soul.
In Padua, we visited the patron saint of seekers, Saint Anthony, and I prayed for an answer with tears in my eyes.
Now I have received it and know that I need my forest fairy to survive, and as soon as we are together again, I will never let her go, because alone, life is only survival.

Genieß‘ es!


Manchmal bin ich als denkendes Wesen schon sehr beschränkt. Beispielsweise dann, wenn ich mich mit Händen und Füßen aus Prinzip an einem kultivierten Vorurteil festhalte, was mich daran hindert, einen positiven Impuls zu genießen.

Gerade hat sich wieder so ein Momentum gestaltet.

Ich wurde soeben Teil eines schamanischen Rituals, das von Seelenlast befreit.

Unfassbar, wie die bösen Geister wetteiferten und sich über esoterisches Vokabular echaffierten. Es war anfangs unmöglich zu genießen, in einem mir völlig fremden Mittelpunkt zu stellen.

Ich war mir bewußt, dass es diese seelischen Baustellen gibt, kämpfe seit Jahr und Tag gegen diese, nicht jene Dämonen und dennoch verweigere ich mich voller Inbrunst gegen einen von mir noch unerprobten Weg. Als sei mir Recht wichtiger als Frieden.

Gegen Ende hat zumindest die Einsicht tiefere Spuren in meiner Seele hinterlassen.

Ich werde es vielleicht wiederholen dürfen.

In english

Enjoy it!
Sometimes, as a thinking being, I am very limited. For example, when I hold on to a cultivated prejudice with my hands and feet on principle, which prevents me from enjoying a positive impulse.

Another such momentum has just arisen.

I have just become part of a shamanic ritual that frees me from the burden of my soul.

It was unbelievable how the evil spirits competed and echoed each other using esoteric vocabulary. At first it was impossible to enjoy being in the center of something completely alien to me.

I was aware that these spiritual building sites existed, I had been fighting these demons for years, not those demons, and yet I fervently refused to follow a path I had not yet tried. As if justice is more important to me than peace.

Towards the end, at least the insight left deeper traces in my soul.

Perhaps I will be allowed to repeat it.

Die Zeit vergeht

Aber leider bleiben die guten Nachrichten aus, zumindest finanziell. Aber ich will nicht (nur) stöhnen. Ich werde hier im Outback zur Ruhe gezwungen. Der Unterricht ist zwar ein bisschen weniger, aber wieder besser geworden. Das Tippen geht voran. Marco und ich mögen und beschnuppern uns wie völlig verschiedene Straßenköter freundschaftlich und  das Wichtigste: Silvana geht es auf Norderney sehr gut!

Dann kann es ja eigentlich jetzt losgehen, die Schokolade bin ich seit zwei Wochen schon los. Die Ernährung ganz langsam wieder gesünder. Der Alkohol weniger, leider momentan auch noch die Bewegung. Mir sitzt ein wenig die Schwere in den Gliedern.

Aber ich lebe noch! Wir spielen Backgammon, mal so, mal so. Verstehen uns, mal so mal so. Mögen und, mal so mal so. Und letzte Nacht habe ich seit Ewigkeiten sogar mal wieder gut geschlafen.

Das ist doch ein Anfang, oder?!

In english

Time flies
But unfortunately there is no good news, at least financially. But I don’t want to (just) moan. I’m being forced to rest here in the outback. Lessons are a little less, but they’re getting better again. The typing is progressing. Marco and I like each other and sniff at each other like completely different street dogs and the most important thing: Silvana is doing very well on Norderney!

Then we can actually start now, I’ve been off chocolate for two weeks now. My diet is slowly becoming healthier again. Less alcohol and, unfortunately, less exercise at the moment. I feel a little heavy in my limbs.

But I’m still alive! We play backgammon, sometimes like this, sometimes like that. We get along, sometimes like this, sometimes like that. Like each other, sometimes like this, sometimes like that. And last night I even slept well again for the first time in ages.

That’s a start, isn’t it?

Gezeiten

Angekommen im Versteck. Nein, nicht hinter den sieben Bergen, denn in Rumänien waren wir ja im Mai, nein, bei meinem Freund und Druiden im Nirgendwo. Umringt von wildem Grün aller Couleur und Ruhe, denn außer Grillen und Vögeln hört man hier, außer Nachts dem Feuer Knistern nur den Ulf, wenn er Unterricht gibt; und nein, Ursache und Wirkung sind nicht umgekehrt, zumindest noch nicht.

Die Stille und Abgeschiedenheit tut gut. Ich bin zwar mit der Seele noch nicht angekommen, aber sie beeilt sich, denn sie weiss, wer und vor allem was sie hier willkommenheißt; und damit möchte ich die mehr als freundschaftliche Gheste von Majestix nicht herunterspielen, sondern über alle Maßen lobend bedacht und bedanken hervorheben.

Kein Schreien, kein Stress, keine Laute Musik, kein Entkommen (wollen); eigentlich fehlt mir nur meine Alice im Wunderland, aber die vergnügt sich hoffentlich auf Norderney, wo sie zu allem, was ich ihr immer wünsche und Gönne, nun auch mal den Abstand zu mir genießen kann, auch wenn sie mich hoffentlich manchmal in sehnsüchtigen Blicken aufs Meer, wenn es denn mal da ist (Weltkulturerbe Wattenmerr der Nordsee, für alle Nicht-Deutschen) vermissen wird.

Aber sobald meine Seele hier ist und ich ein bisschen neueKraft getankt habe, besuche ich sie, nicht dass sie eines Tages wie die Nordsee einfach verschwindet, obwohl, die Nordsee kommt ja immer wieder.

In english

Tides
Arrived at the hideaway. No, not behind the seven mountains, because we were in Romania in May, no, with my friend and druid in the middle of nowhere. Surrounded by wild greenery of all kinds and peace and quiet, because apart from crickets and birds, the only thing you can hear here, apart from the crackling of the fire at night, is Ulf giving lessons; and no, cause and effect are not reversed, at least not yet.

The silence and seclusion do me good. I haven’t arrived with my soul yet, but it is hurrying, because it knows who and, above all, what welcomes it here; and I don’t want to play down Majestix’s more than friendly gesture, but rather praise and thank him beyond all measure.

No shouting, no stress, no loud music, no (wanting to) escape; I’m actually only missing my Alice in Wonderland, but hopefully she’s enjoying herself on Norderney, where she can now enjoy the distance from me, in addition to everything I always wish and grant her, even if she will hopefully sometimes miss me with longing glances at the sea when it’s there (Wadden Sea World Heritage Site, for all non-Germans).

But as soon as my soul is here and I’ve recharged my batteries a bit, I’ll visit her, so that she doesn’t just disappear one day like the North Sea, although the North Sea always comes back.

„Ich bin grad am Essen“ – ich werde es vermissen


ich gebe zu, es ist grad hart. Silvana und ich haben größe Probleme, die nächsten Monate getrennt zu leben und manchmal scheint es, als wollen wir uns in Diskussionen distanzieren, um den Abschiedsschmerz zu lindern.

Sechs Monate getrennt ist für uns kaum vorstellbar, nachdem wir seit Mitte 2020 beinahe und seit 2023 real täglich beinahe ineinander hingen.

Aber wir wissen aktuell mehr denn je, wie sehr wir uns lieben und brauchen und wünschen uns nichts mehr, als bald wieder gemeinsam zu reisen.

Ich weiss noch, wie ich anfangs in der Nacht nach ihrem Körper neben mir suchte, um mich mit dem Gefühl der Gemeinsamkeit weiter auf die Suche nach Schlaf zu machen und nachdem ich mich irgendwann dankbarst daran gewöhnte, dass sie bei mir blieb und bleibt heute schon darin übe, im Leeren nach ihrer Nähe zu sehnen, dabei haben wir noch zwei Tage Zeit.

Viele können nicht verstehen, wie wir auf vier Quadratmetern leben können, ich schaffe es schon jetzt nicht, allein mir vorzustellen, den ganzen Platz alleine füllen zu müssen.

Wir sind eine Einheit geworden, auch wenn wir uns streiten. Wir brauchen uns, auch wenn wir uns kaum ertragen können und zumindest ich Sehne mich schon jetzt nach dem ständigen Gewusel beim Arbeiten hinter mir, den lange vorbereiteten Lebensumständen, die mich erschöpft vom Frust der Arbeit mit freudigen Armen in Empfang nehmen.

Kein Planen, wo wir morgen stehen, kein frisch aufgebrühtet Kaffee von hinten, während der langen Sitzungen, keine reparierte Solaranlage und kein Streicheln, wenn es mir nicht gut geht, obwohl wir vielleicht vorher noch gestritten haben.

Sechs Monate noch, dann legen wir wieder los: neuer Van, dessen Namen wir schon haben, Ausbauen, nach Silvanas verrückt guten Ideen und dann wieder festen Boden unter vier Rädern auf den Böden der Welt.

Sechs Monate, bis wir endlich wieder gemeinsam endlich wieder geinsam einsam sein können.


In english


„I’m eating right now“ – I’m going to miss it
I admit, it’s hard right now. Silvana and I are having a lot of trouble living apart for the next few months and sometimes it seems like we’re trying to distance ourselves in discussions to ease the pain of saying goodbye.

Six months apart is almost unimaginable for us after we’ve almost been in each other’s lives every day since mid-2020 and in real life since 2023.

But we currently know more than ever how much we love and need each other and want nothing more than to travel together again soon.

I still remember how I used to search for her body next to me at night in order to continue my search for sleep with the feeling of togetherness and after I gratefully got used to her staying with me and am already practicing longing for her closeness in the void, even though we still have two days to go.

Many people can’t understand how we can live in four square meters, I already can’t imagine having to fill the whole space on my own.

We have become a unit, even if we argue. We need each other, even if we can hardly stand each other, and at least I already long for the constant bustle of work behind me, the long-prepared living conditions that welcome me with joyful arms, exhausted from the frustration of work.
No planning where we’ll be tomorrow, no freshly brewed coffee from the back during the long sessions, no repaired solar panels and no stroking me when I’m not feeling well, even though we may have argued beforehand.

Six months to go, then we’ll get going again: a new van, whose name we’ve already got, a conversion based on Silvana’s crazy good ideas and then solid ground under four wheels on the floors of the world again.

Six months until we can finally be alone together again.

Raging Bull

Wenn ein Boxer ungünstig zu seinem Gegner steht und dieser die Gunst des Momentes erkennt, holt er aus und donnert seine geballte Faust unter den Brustkorb direkt in die Leber.

Plötzlich stockt einem der Atem und ein unbeschreiblicher Schmerz sorgt dafür, dass man sich wehrlos unweigerlich zusammenkrümmt. Eine gute Gelegenheit, ein weiteres Mal auszuholen und die Kampfeslustige Faust ein weiteres Mal in die Luft zu erheben, um sie dem Angeschlagenen direkt ins Gesicht zu donnern und ihm somit den finalen knock out zu verpassen.

Der Leberhaken ist in unserem Fall die Tüv Diagnose und der finale Schlag der zerstörte Computer.

Ich lieg am Boden, sprachlos und alles um mich Rum dreht sich. Ich weiss, dass ich mich wieder aufrichten muss und werde, bin aber Grad unfähig mich zu bewegen.

Meine Ringärztin schmeißt aber nicht das Blut verschmierte Handtuch, sondern streichelt mir über das Gesicht „ich weiss, dass Du wieder aufstehen wirst, deshalb werde ich mir jetzt kurzzeitig eine andere Aufgabe suchen, damit du in Ruhe bei einem Freund wieder trainieren kannst, sodass wir bald wieder zusammen in der Manege des Lebens stehen können.

Wir schaffen das, ich weiss es“, flüstert sie, während ich mit blutunterlaufen Augen lächle und röchel „wir sehen uns im neuen Jürmann“.

In english

Raging Bull
When a boxer is in an unfavorable position in relation to his opponent and the latter recognizes the moment, he lunges and thunders his clenched fist under the ribcage directly into the liver.

Suddenly your breath catches in your throat and an indescribable pain causes you to curl up helplessly. This is a good opportunity to take another swing and raise your combative fist into the air once more to thunder it directly into the face of the victim and give him the final knock-out.

In our case, the liver hook is the Tüv diagnosis and the final blow is the destroyed computer.

I’m lying on the floor, speechless and everything around me is spinning. I know that I have to and will get up again, but I’m completely unable to move.

My ring doctor doesn’t throw in the blood-smeared towel, but strokes my face: „I know you’ll get up again, so I’m going to look for another job for a while so that you can train again in peace with a friend so that we can soon be back together in the ring of life.

We can do it, I know it,“ she whispers, while I smile with bloodshot eyes and gasp, „see you in the new Jürmann“.