Über die Erbsünde des bösen Wolfes

Als noch nicht Barthaare sondern Talgbeulen mein Gesicht zierten, träumte ich mich oft die die kuschelige Behaglichkeit meines derzeitigen Snatch-Refugiums, in dem ich zu den lodernden Flammen im Puppenofen ein Buch lesen.

Freilich hasste ich früher das Lesen, aber ich tat dies mit solcher Inbrunst, dass sie nur in Neid ihren Ursprung finden könnte, denn insgeheim Bewunderte ich die Qualität in ein Buch wie in einem Ozean festgehaltener Erinnerungen einzutauchen, noch heute erwische ich mich zu häufig beim Seitencheck, dass ich bisher zwar den Zeh schon ins Wasser gestreckt habe, aber noch nicht gesprungen bin.

Wenn ich lese, also physisch untätig bin, geissel ich mich für meine dogmatische Faulheit, obwohl es doch wesentlicher Teil meiner Berufung, also meines Ichs ist.

Selten wird die Lethargie der Konsumsicht, auch beim Lesen, von der Neugierde auf Kommendes durchbrochen.

Heute haben sich aber Reißzähne hineingebohrt. Ein Jagdinstinkt des Positivismus fröstelt mich. Aber als Steppenwolf habe ich das Lachen verlernt, in meiner Blinden Ohnmacht der moralischen Selbst- und Weltgeisselung.

Mit jedem Wort meiner Poesie habe ich die Blutnägel in den leidenden Leichnam Harry Hallers geschlagen aber wurde von Pablo getröstet.
Unzählige Logen der Glückseligkeit und ich betrete zielsicher die Katastrophen.

Sie sollen die verfluchte Radiomusik des Lebens anhören lernen, sollen den Geist hinter ihr verehren, sollen über den Klimbim in ihr lachen lernen. Fertig

sagte Mozart und bot mir als Pablo oder umgekehrt oder so eine Zigarette an.

Ja, ich habe das Traumkabinett mit Wirklichkeit entweiht. Aber ich darf wieder kommen.

In english


On the original sin of the big bad wolf
When my face was adorned not with facial hair but with sebaceous cysts, I often dreamed of the cozy comfort of my current snatch refuge, where I would read a book by the blazing flames in the doll stove.

Of course, I used to hate reading, but I did so with such fervor that it could only have originated in envy, because secretly I admired the quality of immersing myself in a book like an ocean of memories. Even today, I still catch myself too often checking the pages, having dipped my toe in the water but not yet taken the plunge.

When I read, i.e., when I am physically inactive, I chastise myself for my dogmatic laziness, even though it is an essential part of my calling, i.e., my self.

Rarely is the lethargy of consumerism, even when reading, broken by curiosity about what is to come.

Today, however, fangs have dug into it. A hunting instinct of positivism chills me. But as a steppe wolf, I have forgotten how to laugh, in my blind powerlessness of moral self-flagellation and world flagellation.

With every word of my poetry, I have driven the blood nails into the suffering corpse of Harry Haller, but I was comforted by Pablo.
Countless lodges of bliss, and I unerringly enter the catastrophes.

They should learn to listen to the cursed radio music of life, they should worship the spirit behind it, they should laugh at the trinkets in it.

said Mozart, offering me a cigarette as Pablo, or vice versa, or something like that.

Yes, I have desecrated the dream cabinet with reality. But I am allowed to come back.

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