
„Irgendwer musste Herrn K. verraten haben.“ So beginnt „der Prozess“ von Franz Kafka und Herr M. fühlte sich ähnlich.
Er saß am Strand und fühlte sich schuldig. Gewiss, es war eine abstrakte Schuld, aber so wie Herr K. Bemerkte Herr M. Auch nicht, dass er es war, der sich anklagte.
Jedes Gesicht was er sah und jede Person der er begegnete schien wie ein Kläger, denn für all die Niederschläge in seinem Leben musste es doch einen Schuldigen geben und man hat ihm seit frühester Kindheit beinahe eingeprügelt, dass man nur selbst für sein Glück und damit auch für sein Unglück verantwortlich sein musste.
Aber wie kann man schuldig sein, wenn man doch nichts gemacht hat?, dachte er sich und vergaß dabei, dass man ja nicht absichtlich Fehler begangen haben musste, um dennoch welche begangen zu haben.
Das Auto, die Hunde und all die Herausforderungen, die ihm auf einem Silbertablett beinahe täglich zum Frühstück zuwinkten waren ja immerhin von ihm provoziert, denn er war es ja, der sich unabsichtlich oder nicht, in jene Bedroullien manövrierte.
Wie also weiter machen, mit dem geknickten Selbstbewusstsein, das in jeder Faser nach Schuld schrie, ja beinahe erwartete, einfach nur, weil das Gute so selten das Schlimme unterbrach?
Es ist ein bisschen wie bei der Torwächter Analogie, das Leben, was er führte, war sein Tor des Lebens und auch wenn der Wächter ihm nicht erlaubte hindurchzuschreiten, musste er dieses doch durchschreiten, er muss eben nur begreifen, dass er es war, der sich sagte „du darfst hier nicht durch“.
Wenn er es nicht tat, dann würde er sich selbst das Leben nehmen, „wie einem reudigen Hund“ und wenn er es wagt, kann alles passieren. Aber eben auch nur dann, dass alles wieder gut würde.
Er musste es riskieren und er war fest entschlossen das zu wagen. „Es gibt ja nur diese eine Chance“, dachte er sich, denn zum Sterben war er noch nicht bereit.
In english
The trial
„Someone must have betrayed Mr. K.“ This is how „The Trial“ by Franz Kafka begins and Mr. M. felt the same way.
He sat on the beach and felt guilty. Certainly, it was an abstract guilt, but just like Mr. K., Mr. M. didn’t realize that it was he who was being accused.
Every face he saw and every person he met seemed like a plaintiff, because there had to be someone to blame for all the setbacks in his life and it had almost been beaten into him since early childhood that he had to be responsible for his own happiness and therefore also for his misfortune.
But how can you be guilty if you haven’t done anything? he thought to himself, forgetting that you don’t have to have made mistakes on purpose to have made them.
The car, the dogs and all the challenges that waved at him on a silver platter for breakfast almost every day were, after all, provoked by him, because he was the one who unintentionally or not maneuvered himself into those threats.
So how could he go on with his bruised self-confidence, which screamed guilt in every fiber, almost expected it, simply because the good so rarely interrupted the bad?
It’s a bit like the gatekeeper analogy, the life he led was his gate of life and even if the gatekeeper didn’t allow him to walk through it, he had to walk through it, he just had to realize that it was him who said to himself „you can’t go through here“.
If he didn’t, he would take his own life, „like a rude dog“ and if he dared, anything could happen. But only then would everything be all right again.
He had to risk it and he was determined to take the chance. „There’s only one chance,“ he thought to himself, because he wasn’t ready to die yet.
